Pflichtbeiträge haushaltsnahe Dienstleistung wegen Erwerbsminderungsschutz

von
Margorzalka

Liebe Forumsgemeinde,
scheide am 31.07.2022 freiwillig aus meinem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis aus, weil mein Ehemann ab diesem Zeitpunkt Altersrente bezieht und ich dann bei ihm aufgrund seines Rentenbezuges bei seiner Krankenkasse familienmitversichert bin. Melde mich ab 01.08.2022 nicht arbeitslos und werde aus Gründen des Gemeinwohls kein Arbeitslosengeld I beziehen. Da ich erst ab 01.08.2028 eine Altersrente beziehen werde, möchte ich mir in der Zeit vom 01.08.2022 bis 31.07.2028 den Erwerbsminderungsschutz sichern.
Habe schon mal auf der minijob-Seite rumgeschaut und folgendes gefunden:

Wenn ich ab 01.08.2022 bis 31.07.2028 mit einem Nachbarn in der Nachbarschaft einen Arbeitsvertrag über Bügeln seiner Hemden ein mal im Monat für 35,00 EUR abschliesse und er mich bei der minijobzentrale mit der Zahlung der Rentenversicherungspflicht anmeldet so beträgt mein RV-Anteil 30,80 EUR und der des Arbeitgebers 1,75 EUR. Der Arbeitgeber würde mir somit monatlich 4,20 EUR Überweisen.

Ist es wirklich möglich bei dem geschilderten Sachverhalt so den
Erwerbsminderungsschutz für so wenig Geld aufrechtzuerhalten? Oder gibt es da einen Haken?
Vielen Dank für Antwort.
mfg

von
PeterT

so viel ich weis, nicht.
Nur wenn der Mindestbeitrag von
83,70 € eingezahlt wird, erwirbt man sich die entsprechenden Anwartschaften.

Minijobber, die den Eigenbeitrag zahlen, können dadurch auch Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente erwerben. Voraussetzung ist, dass sie mindestens fünf Jahre versichert sind und in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben. Und dazu zählen auch Beiträge durch einen Minijob.

gelesen hier :
https://www.ihre-vorsorge.de/rente/gesetzliche-rente/rentenbeitraege-bei-minijobs-bringen-vorteile.html

von
PeterT

UPS..... habe überlesen das es sich ja um einen Privathaushalt handelt.

Da gelten andere Beiträge. Da müsste es dann so sein wie du beschrieben hast. Der Mindestbeitrag beträgt 32,55 €.
5 % vom tatsächlichen Lohn des AG. Der Rest von dir.

Experten-Antwort

Hallo,

das bereits geschriebene kann ich nur bestätigen. Der Mindestbeitrag liegt bei 32,55. Damit beträgt der monatliche Anteil des Arbeitgebers 1,75 Euro (5 Prozent des tatsächlichen Entgelts von 35 Euro) und des Minijobbers 30,80 Euro (Gesamtbeitrag 32,55 Euro minus 1,75 Euro Arbeitgeberanteil). Ist der monatliche Verdienst noch geringer, führt dies ggf. dazu, dass der Minijobber gar kein Entgelt mehr bekommt, sondern dem Arbeitgeber sogar noch den Restbetrag erstatten muss.

Die entrichteten Pflichtbeiträge erhalten den Schutz für die Erwerbsminderungsrente. Sie bieten zudem die Möglichkeit weiterhin Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zu erhalten, ohne dass gleich Erwerbsminderung drohen muss.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
PeterT

Zitiert von: Experte/in
Hallo,

das bereits geschriebene kann ich nur bestätigen. Der Mindestbeitrag liegt bei 32,55. Damit beträgt der monatliche Anteil des Arbeitgebers 1,75 Euro (5 Prozent des tatsächlichen Entgelts von 35 Euro) und des Minijobbers 30,80 Euro (Gesamtbeitrag 32,55 Euro minus 1,75 Euro Arbeitgeberanteil). Ist der monatliche Verdienst noch geringer, führt dies ggf. dazu, dass der Minijobber gar kein Entgelt mehr bekommt, sondern dem Arbeitgeber sogar noch den Restbetrag erstatten muss.

Die entrichteten Pflichtbeiträge erhalten den Schutz für die Erwerbsminderungsrente. Sie bieten zudem die Möglichkeit weiterhin Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zu erhalten, ohne dass gleich Erwerbsminderung drohen muss.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

Nachfrage: Wird, wie in diesem Beispiel beschrieben, auch die MinijobZEIT als anrechenbare Zeit zur Erfüllung der Wartezeit für die " langjährige Versicherungszeit ", also die Zeit, die benötigt wird um mit 63 mit Abzügen in Rente gehen zu können, herangezogen ?

von
Valzuun

Zitiert von: Experte/in
Sie bieten zudem die Möglichkeit weiterhin Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zu erhalten, ohne dass gleich Erwerbsminderung drohen muss.

Auch wenn es sicherlich anders gemeint war, ist ja dann doch so, dass eine Reha grundsätzlich nur dann in Frage kommt wenn die Erwerbsfähigkeit zumindest erheblich gefährdet ist...

Experten-Antwort

Zitiert von: Valzuun
Zitiert von: Experte/in
Sie bieten zudem die Möglichkeit weiterhin Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zu erhalten, ohne dass gleich Erwerbsminderung drohen muss.

Auch wenn es sicherlich anders gemeint war, ist ja dann doch so, dass eine Reha grundsätzlich nur dann in Frage kommt wenn die Erwerbsfähigkeit zumindest erheblich gefährdet ist...

Ja, das stimmt, die erhebliche Gefährdung der Erwerbsfähigkeit ist persönliche Voraussetzung für eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme. Diese ist jedoch deutlich niederschwelliger als bereits drohende Erwerbsminderung, für die - ohne Bezugnahme auf eine aktuelle Beitragsleistung - die allgemeine Wartezeit von 60 Monaten ausreichend wäre.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

Experten-Antwort

Zitiert von: PeterT
Zitiert von: Experte/in
Hallo,

das bereits geschriebene kann ich nur bestätigen. Der Mindestbeitrag liegt bei 32,55. Damit beträgt der monatliche Anteil des Arbeitgebers 1,75 Euro (5 Prozent des tatsächlichen Entgelts von 35 Euro) und des Minijobbers 30,80 Euro (Gesamtbeitrag 32,55 Euro minus 1,75 Euro Arbeitgeberanteil). Ist der monatliche Verdienst noch geringer, führt dies ggf. dazu, dass der Minijobber gar kein Entgelt mehr bekommt, sondern dem Arbeitgeber sogar noch den Restbetrag erstatten muss.

Die entrichteten Pflichtbeiträge erhalten den Schutz für die Erwerbsminderungsrente. Sie bieten zudem die Möglichkeit weiterhin Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zu erhalten, ohne dass gleich Erwerbsminderung drohen muss.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

Nachfrage: Wird, wie in diesem Beispiel beschrieben, auch die MinijobZEIT als anrechenbare Zeit zur Erfüllung der Wartezeit für die " langjährige Versicherungszeit ", also die Zeit, die benötigt wird um mit 63 mit Abzügen in Rente gehen zu können, herangezogen ?

Hallo,
Minijobzeiten mit eigener Beitragsleistung zur Rentenversicherung sind "normale" Pflichtbeiträge und zählen für die erwähnte Wartezeit dazu.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Klugpuper

Wenn Ihr Arbeitgeber Spass an Verwaltung hat, sollte er Sie immer für einen Tag im Monat anmelden (jeden Monat neu).

Dann ist die Mindestbemessungsgrundlage nur 175/30 = 5,83 Euro. Das wäre für Sie günstiger.

von
Jana

Warum diesen komplizierten Weg wählen, wenn Sie nicht mal ALG1 wollen?

Rehas werden auch von Krankenkassen gezahlt.

Minijob und Anmeldung sind leider nicht wirklich einfach mit anmelden. Ich habe letztes Jahr eine Haushaltshilfe angemeldet. Unfallversicherung, Minijobzentrale und DRV sind ständige Ansprechpartner. Die DRV will jetzt eine Betriebsprüfung machen.

Bei 3 Stunden pro Woche nehme ich das auf mich.

Aber als Nachbar, der sie - so klingt es zumindest - einen Gefallen tun soll? 1 x im Monat bügeln?

von
Justizia

Zitiert von: Margorzalka
Liebe Forumsgemeinde,
scheide am 31.07.2022 freiwillig aus meinem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis aus, weil mein Ehemann ab diesem Zeitpunkt Altersrente bezieht und ich dann bei ihm aufgrund seines Rentenbezuges bei seiner Krankenkasse familienmitversichert bin. Melde mich ab 01.08.2022 nicht arbeitslos und werde aus Gründen des Gemeinwohls kein Arbeitslosengeld I beziehen. Da ich erst ab 01.08.2028 eine Altersrente beziehen werde, möchte ich mir in der Zeit vom 01.08.2022 bis 31.07.2028 den Erwerbsminderungsschutz sichern.
Habe schon mal auf der minijob-Seite rumgeschaut und folgendes gefunden:

Wenn ich ab 01.08.2022 bis 31.07.2028 mit einem Nachbarn in der Nachbarschaft einen Arbeitsvertrag über Bügeln seiner Hemden ein mal im Monat für 35,00 EUR abschliesse und er mich bei der minijobzentrale mit der Zahlung der Rentenversicherungspflicht anmeldet so beträgt mein RV-Anteil 30,80 EUR und der des Arbeitgebers 1,75 EUR. Der Arbeitgeber würde mir somit monatlich 4,20 EUR Überweisen.

Ist es wirklich möglich bei dem geschilderten Sachverhalt so den
Erwerbsminderungsschutz für so wenig Geld aufrechtzuerhalten? Oder gibt es da einen Haken?
Vielen Dank für Antwort.
mfg

Enthält einen logischen Fehler. Der Arbeitgeberanteil fällt zusätzlich zum Gehalt an. Demnach müsste das Gehalt niedriger sein, damit die Gesamtsumme wieder stimmt. Wenn Mann wie oben trickst, würde man einen höheren Sozialbeitrag ausweisen, was auch in kleinem Rahmen schon strafrechtlich relevant sein könnte.

von
Siehe hier

Zitiert von: Justizia
Zitiert von: Margorzalka
Liebe Forumsgemeinde,
scheide am 31.07.2022 freiwillig aus meinem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis aus, weil mein Ehemann ab diesem Zeitpunkt Altersrente bezieht und ich dann bei ihm aufgrund seines Rentenbezuges bei seiner Krankenkasse familienmitversichert bin. Melde mich ab 01.08.2022 nicht arbeitslos und werde aus Gründen des Gemeinwohls kein Arbeitslosengeld I beziehen. Da ich erst ab 01.08.2028 eine Altersrente beziehen werde, möchte ich mir in der Zeit vom 01.08.2022 bis 31.07.2028 den Erwerbsminderungsschutz sichern.
Habe schon mal auf der minijob-Seite rumgeschaut und folgendes gefunden:

Wenn ich ab 01.08.2022 bis 31.07.2028 mit einem Nachbarn in der Nachbarschaft einen Arbeitsvertrag über Bügeln seiner Hemden ein mal im Monat für 35,00 EUR abschliesse und er mich bei der minijobzentrale mit der Zahlung der Rentenversicherungspflicht anmeldet so beträgt mein RV-Anteil 30,80 EUR und der des Arbeitgebers 1,75 EUR. Der Arbeitgeber würde mir somit monatlich 4,20 EUR Überweisen.

Ist es wirklich möglich bei dem geschilderten Sachverhalt so den
Erwerbsminderungsschutz für so wenig Geld aufrechtzuerhalten? Oder gibt es da einen Haken?
Vielen Dank für Antwort.
mfg

Enthält einen logischen Fehler. Der Arbeitgeberanteil fällt zusätzlich zum Gehalt an. Demnach müsste das Gehalt niedriger sein, damit die Gesamtsumme wieder stimmt. Wenn Mann wie oben trickst, würde man einen höheren Sozialbeitrag ausweisen, was auch in kleinem Rahmen schon strafrechtlich relevant sein könnte.

Enthält keinen logischen, aber einen Rechenfehler, denn es fallen ja nicht nur Beiträge zur RV an.

Vereinbartes 'Gehalt' 35,00 EUR (korrekt)
Anteil AN zur RV = 30,80 EUR (korrekt)
Anteil AG zur RV = 1,75 EUR (korrekt)
Anteil AG für Unfall/U1/U2/pauschale Steuer gesamt = 1,75 EUR (vergessen)
Anteil AG gesamt 3,50 EUR
Anteil AN gesamt = 30,80 EUR
ergibt zusammen = 34,30 EUR
zu überweisender Betrag = 0,70 EUR

Also nichts strafbares, nur nicht genau hingeguckt :-)

von
Justizia

Zitiert von: Siehe hier
Zitiert von: Justizia
Zitiert von: Margorzalka
Liebe Forumsgemeinde,
scheide am 31.07.2022 freiwillig aus meinem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis aus, weil mein Ehemann ab diesem Zeitpunkt Altersrente bezieht und ich dann bei ihm aufgrund seines Rentenbezuges bei seiner Krankenkasse familienmitversichert bin. Melde mich ab 01.08.2022 nicht arbeitslos und werde aus Gründen des Gemeinwohls kein Arbeitslosengeld I beziehen. Da ich erst ab 01.08.2028 eine Altersrente beziehen werde, möchte ich mir in der Zeit vom 01.08.2022 bis 31.07.2028 den Erwerbsminderungsschutz sichern.
Habe schon mal auf der minijob-Seite rumgeschaut und folgendes gefunden:

Wenn ich ab 01.08.2022 bis 31.07.2028 mit einem Nachbarn in der Nachbarschaft einen Arbeitsvertrag über Bügeln seiner Hemden ein mal im Monat für 35,00 EUR abschliesse und er mich bei der minijobzentrale mit der Zahlung der Rentenversicherungspflicht anmeldet so beträgt mein RV-Anteil 30,80 EUR und der des Arbeitgebers 1,75 EUR. Der Arbeitgeber würde mir somit monatlich 4,20 EUR Überweisen.

Ist es wirklich möglich bei dem geschilderten Sachverhalt so den
Erwerbsminderungsschutz für so wenig Geld aufrechtzuerhalten? Oder gibt es da einen Haken?
Vielen Dank für Antwort.
mfg

Enthält einen logischen Fehler. Der Arbeitgeberanteil fällt zusätzlich zum Gehalt an. Demnach müsste das Gehalt niedriger sein, damit die Gesamtsumme wieder stimmt. Wenn Mann wie oben trickst, würde man einen höheren Sozialbeitrag ausweisen, was auch in kleinem Rahmen schon strafrechtlich relevant sein könnte.

Enthält keinen logischen, aber einen Rechenfehler, denn es fallen ja nicht nur Beiträge zur RV an.

Vereinbartes 'Gehalt' 35,00 EUR (korrekt)
Anteil AN zur RV = 30,80 EUR (korrekt)
Anteil AG zur RV = 1,75 EUR (korrekt)
Anteil AG für Unfall/U1/U2/pauschale Steuer gesamt = 1,75 EUR (vergessen)
Anteil AG gesamt 3,50 EUR
Anteil AN gesamt = 30,80 EUR
ergibt zusammen = 34,30 EUR
zu überweisender Betrag = 0,70 EUR

Also nichts strafbares, nur nicht genau hingeguckt :-)

Es bleibt dabei. Der Arbeitnehmer kann nicht den Arbeitgeber-Anteil übernehmen. Wenn die 3,50 beim Arbeitnehmer abgezogen wird, ist das Gehalt nur 31,50 und die Beiträge müssen auf der Basis berechnet werden. Und schon sind falsche Beiträge gemeldet. Wenn der Arbeitgeber das Ganze dann noch absetzt kommt ein weiterer strafrechtlicher Fall hinzu, da er nie Beiträge gezahlt hat.

von
Siehe hier

Zitiert von: Justizia
Zitiert von: Siehe hier
Zitiert von: Justizia
Zitiert von: Margorzalka
Liebe Forumsgemeinde,
scheide am 31.07.2022 freiwillig aus meinem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis aus, weil mein Ehemann ab diesem Zeitpunkt Altersrente bezieht und ich dann bei ihm aufgrund seines Rentenbezuges bei seiner Krankenkasse familienmitversichert bin. Melde mich ab 01.08.2022 nicht arbeitslos und werde aus Gründen des Gemeinwohls kein Arbeitslosengeld I beziehen. Da ich erst ab 01.08.2028 eine Altersrente beziehen werde, möchte ich mir in der Zeit vom 01.08.2022 bis 31.07.2028 den Erwerbsminderungsschutz sichern.
Habe schon mal auf der minijob-Seite rumgeschaut und folgendes gefunden:

Wenn ich ab 01.08.2022 bis 31.07.2028 mit einem Nachbarn in der Nachbarschaft einen Arbeitsvertrag über Bügeln seiner Hemden ein mal im Monat für 35,00 EUR abschliesse und er mich bei der minijobzentrale mit der Zahlung der Rentenversicherungspflicht anmeldet so beträgt mein RV-Anteil 30,80 EUR und der des Arbeitgebers 1,75 EUR. Der Arbeitgeber würde mir somit monatlich 4,20 EUR Überweisen.

Ist es wirklich möglich bei dem geschilderten Sachverhalt so den
Erwerbsminderungsschutz für so wenig Geld aufrechtzuerhalten? Oder gibt es da einen Haken?
Vielen Dank für Antwort.
mfg

Enthält einen logischen Fehler. Der Arbeitgeberanteil fällt zusätzlich zum Gehalt an. Demnach müsste das Gehalt niedriger sein, damit die Gesamtsumme wieder stimmt. Wenn Mann wie oben trickst, würde man einen höheren Sozialbeitrag ausweisen, was auch in kleinem Rahmen schon strafrechtlich relevant sein könnte.

Enthält keinen logischen, aber einen Rechenfehler, denn es fallen ja nicht nur Beiträge zur RV an.

Vereinbartes 'Gehalt' 35,00 EUR (korrekt)
Anteil AN zur RV = 30,80 EUR (korrekt)
Anteil AG zur RV = 1,75 EUR (korrekt)
Anteil AG für Unfall/U1/U2/pauschale Steuer gesamt = 1,75 EUR (vergessen)
Anteil AG gesamt 3,50 EUR
Anteil AN gesamt = 30,80 EUR
ergibt zusammen = 34,30 EUR
zu überweisender Betrag = 0,70 EUR

Also nichts strafbares, nur nicht genau hingeguckt :-)

Es bleibt dabei. Der Arbeitnehmer kann nicht den Arbeitgeber-Anteil übernehmen. Wenn die 3,50 beim Arbeitnehmer abgezogen wird, ist das Gehalt nur 31,50 und die Beiträge müssen auf der Basis berechnet werden. Und schon sind falsche Beiträge gemeldet. Wenn der Arbeitgeber das Ganze dann noch absetzt kommt ein weiterer strafrechtlicher Fall hinzu, da er nie Beiträge gezahlt hat.

Das fiel mir auch gleich nach dem Wachwerden dann ein, dass der AG Beitrag natürlich nicht beim AN abgezogen wird!
Habe mich irritieren lassen durch den zu wenig berechneten AG-Anteil.
Also bekommt der AN 35,00 - 30,80 = 4,20 überwiesen.
AG überweist an Knappschaft 30,80 + 3,50 = 34,30 insgesamt zahlt er also 38,50 EUR. Trotzdem ist der als 'Gehalt' zu meldende Betrag 35,00 EUR.
Und somit war ja von Anfang an alles richtig bis auf die Höhe des AG Anteils.
Und erst 'Justizia' hat darin einen Straftatbestand gesucht, der aber nicht gegeben ist.

von
Hobbyexperte

Zitiert von: Klugpuper
Wenn Ihr Arbeitgeber Spass an Verwaltung hat, sollte er Sie immer für einen Tag im Monat anmelden (jeden Monat neu).

Dann ist die Mindestbemessungsgrundlage nur 175/30 = 5,83 Euro. Das wäre für Sie günstiger.

Diese Vorgehensweise dürfte daran scheitern, dass kurzfristige Minijobs immer versicherungsfrei sind und keine Möglichkeit bieten, Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen.

Ein kurzfristiger Minijob ist von vornherein auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Auf maximal

- drei Monate, wenn der Minijobber an mindestens fünf Tagen pro
Woche arbeitet oder
- 70 Arbeitstage, wenn der Minijobber regelmäßig an weniger als an
fünf Tagen wöchentlich beschäftigt ist.

Diese Zeitgrenzen gelten generell für alle kurzfristigen Minijobs innerhalb eines Kalenderjahres, aber auch für jahresübergreifende Beschäftigungen, die von vornherein auf drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet wurden.

Wenn also der Vertrag über die Haushaltshilfe auf einen Tag pro Monat begrenzt ist, sind die 70 Tage pro Jahr nicht erreicht. Selbst bei einem Arbeitstag pro Woche dürfte Versicherungsfreiheit vorliegen und die hier besprochene Vorgehensweise m.E. daran scheitern.

Mehr Arbeitstage sind allerdings regelmäßig auch mit mehr Stunden und unter Beachtung des Mindestlohnes mit mehr Gehalt verbunden. Wie also das Gehalt von 35 EUR / Monat mit der Grenze von mehr als 70 Arbeitstagen pro Jahr und dem Mindestlohn von 9,50 EUR in Einklang zu bringen ist, dafür fehlt mir die Phantasie.

Hier ist allerdings sicherlich die Minijobzentrale der richtige Ansprechpartner um nachzufragen, ob bei der gewünschten Vertragsgestaltung überhaupt ein Minijob oder doch eher eine kurzfristiges, versicherungsfreies Beschäftigungsverhältnis vorliegt.

von
Tipp

Wie der Hobbyexperte schon ausführt. Die Trickserei wird vermutlich nicht aufgehen. Konkret sollte das mit der Minijob-Zentrale geklärt werden.

von
Jonny

Wenn Sie ab AUG 2028 eine Altersrente beziehen werden, ist das sicherlich noch nicht die Regelaltersrente, also eine vorzeitige. Wenn Sie andererseits noch für den schlimmsten Fall im letzten Monat vorher, also JUL 2028 noch eine Erwerbsminderungsrente sichern wollen, müssen Sie für den letztmöglichen Rentenfall davor (= Juni 2028) noch in den letzten 5 Jahren davor mindestens 36 Pflichtbeitragsmonate aufweisen. Das bedeutet: Sie brauchen nur bis zum 01. Mai 2026 zu tricksen (wenn es denn klappen sollte).

Und schon haben Sie weitere Euros gespart, was natürlich nicht im Sinne des Gemeinwohls ist.

von
.-.-

Sozialversicherungsrechtlich ist eine Beschäftigung kurzfristig, wenn sie

- von vornherein auf nicht mehr als 3 Monate (90Kalendertage) bzw. insgesamt 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder
- im Voraus vertraglich begrenzt ist.

Das bedeutet, sobald die Beschäftigung auf Dauer angelegt ist (und nicht von vornherein / im Voraus begrenzt ist) handelt es sich nicht mehr um eine kurzfristige Beschäftigung. Die Beschäftigung ist dann geringfügig und die genannten Beiträge sind an die Minijob-Zentrale zu zahlen.

von
Nobbis Litfasssäule

Zitiert von: Jonny
Wenn Sie andererseits noch für den schlimmsten Fall im letzten Monat vorher, also JUL 2028 noch eine Erwerbsminderungsrente sichern wollen, müssen Sie für den letztmöglichen Rentenfall davor (= Juni 2028) noch in den letzten 5 Jahren davor mindestens 36 Pflichtbeitragsmonate aufweisen. Das bedeutet: Sie brauchen nur bis zum 01. Mai 2026 zu tricksen (wenn es denn klappen sollte). Und schon haben Sie weitere Euros gespart, was natürlich nicht im Sinne des Gemeinwohls ist.

Hallo Jonny und Margorzalka, ließe sich dann noch auf die Spitze treiben, indem ab diesem Sommer nach dem Ausscheiden aus dem Beruf erstmal 24 Monate keine Beiträge gezahlt würden und dann ab Sommer 2023 bis zum Mai 2026 wieder?!

von
Jonny

Zitiert von: Nobbis Litfasssäule
Zitiert von: Jonny
Wenn Sie andererseits noch für den schlimmsten Fall im letzten Monat vorher, also JUL 2028 noch eine Erwerbsminderungsrente sichern wollen, müssen Sie für den letztmöglichen Rentenfall davor (= Juni 2028) noch in den letzten 5 Jahren davor mindestens 36 Pflichtbeitragsmonate aufweisen. Das bedeutet: Sie brauchen nur bis zum 01. Mai 2026 zu tricksen (wenn es denn klappen sollte). Und schon haben Sie weitere Euros gespart, was natürlich nicht im Sinne des Gemeinwohls ist.

Hallo Jonny und Margorzalka, ließe sich dann noch auf die Spitze treiben, indem ab diesem Sommer nach dem Ausscheiden aus dem Beruf erstmal 24 Monate keine Beiträge gezahlt würden und dann ab Sommer 2023 bis zum Mai 2026 wieder?!

Nobbi hatte schon früher meistens recht

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