Pflichtbeiträge zu hoch?

von
mangani84

Hallo,

ich habe ein Problem. Und zwar bin ich seit letztem Jahr Pflichtversichert und mein Regelsatz ist mit 592,41 EUR / monatlich angegeben. Jetzt besteht eine Forderung über 9000 EUR.... Mein Gewinn für 2020 liegt bei knapp 100 EUR bedingt durch die Corona Krise und Kindeserziehung meines 1 jährigen.

Die Frage ist ob es rückwirkend möglich ist den Regelsatz anpassen zu lassen? Wenn ja wie hoch wird dieser ungefähr monatlich sein? Oder ist gar eine Befreihung möglich, da ich im Jahr 2020 so gut wie kein Gewinn gemacht habe?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, denn ich bin wirklich fertig gerade. Bei diesen Schulden müsste ich sonst Insolvenz anmelden...

Liebe Grüße aus Aachen

von
mangani84

Ich habe ganz vergessen zu sagen dass ich selbstständige Friseurin bin. Im Jahr 2019 habe ich sogar Verslust gemacht habe.

von
;-)

https://www.ihre-vorsorge.de/rente/gesetzliche-rentenversicherung/beratungsstellen-der-deutschen-rentenversicherung.html

0800 1000 4800 anrufen

und

https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/hartz-4-wie-selbststaendige-jetzt-alg-2-beantragen.html

lesen

hoffe, es hilft

Gruß

von
Hobbyexperte

Eine Umstellung vom Regelbeitrag in den einkommensgerechten Beitrag kann nur für die Zukunft erfolgen.

Allerdings liegt Ihr Einkommen von 100 EUR unter der Geringfügigkeitsgrenze (von derzeit 5400 EUR im Jahr). Gemäß § 5 Abs 2 Satz 1 Halbs 1 Nr 2 SGB VI besteht für Personen, die eine geringfügige selbstständige Tätigkeit (§ 8 Abs 3,§ 8 a SGB IV ) ausüben, in der gesetzlichen Rentenversicherung in dieser selbstständigen Tätigkeit Versicherungsfreiheit. Sofern Sie also auch im Jahr 2021 vorausschauend betrachtet weniger als 5400 EUR verdienen werden (maßgebend ist hier der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben), sind Sie für die Zukunft versicherungsfrei.

Eine rückwirkende Betrachtung ist nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes (BSG) mit dem Wesen der Sozialversicherung grundsätzlich nicht vereinbar. Es liegt im Interesse aller Beteiligten, die Frage der Versicherungspflicht und der Versicherungsfreiheit schon zu Beginn zu klären, weil dies nicht nur für die Entrichtung der Beiträge, sondern auch für die Leistungspflicht von entscheidender Bedeutung ist.

Nach ständiger Rechtsprechung des BSG erfordert die Beurteilung der Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit eine Prognose bzw vorausschauende Schätzung.

Erweist sich eine - richtige - Prognose im Nachhinein infolge nicht vorhersehbarer Umstände als unzutreffend, so bleibt sie für die Vergangenheit gleichwohl maßgebend. Solche Umstände können die versicherungsrechtliche Stellung dann nicht in die Vergangenheit hinein verändern. Stimmt die - richtige - Prognose mit dem späteren Verlauf nicht überein, so kann das jedoch Anlass für eine neue Prüfung und - wiederum vorausschauende - Betrachtung sein. Es kommt dann darauf an, ob es sich bei dem mit der ursprünglichen Prognose nicht mehr übereinstimmenden Sachverhalt um vorübergehende, mehr zufällige Abweichungen handelt, oder ob hinreichende Anhaltspunkte vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass die bisher das Arbeitsentgelt oder das Arbeitseinkommen bestimmenden Umstände sich nicht nur vorübergehend geändert haben und zu einem anderen regelmäßigen Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen im Monat führen.
Diese Grundsätze gelten auch für rückwirkende Entscheidungen. Ist im Nachhinein zu entscheiden, ob etwa während eines in der Vergangenheit liegenden Zeitraums Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit bestand, so ist nachträglich eine vorausschauende Betrachtung vorzunehmen. Auszugehen ist dabei von dem Erkenntnisstand, der damals vorhanden war. Danach besteht eine Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit erst ab dem Zeitpunkt, zu dem aus damaliger Sicht mit hinreichender Sicherheit feststand, dass die Entgeltgrenze regelmäßig im Monat unterschritten wird.

Außerdem können Sie, wenn Sie durch die Corona Krise derzeit kein oder weniger Einkommen haben, mit Ihrem zuständigen Sachbearbeiter Stundung und/oder Ratenzahlung vereinbaren. So können zumindest auch weitere Vollstreckungskosten, Mahngebühren und Säumniszuschläge vermieden werden.

von
KSC

Kann es sein dass Sie seit einem Jahr sämtliche Schreiben der DRV einfach ignoriert haben?

Im Frühjahr 2020 sind doch sämtliche pflichtigen Selbständigen informiert worden?

Sie wurden doch nach Einkommen aus der Selbständigkeit gefragt und auch danach ob der Betrieb wg Corona überhaupt läuft?

Wenn jetzt rückwirkend der Regelbeitrag gefordert wird scheint da auch bei Ihnen einiges schief gelaufen zu sein.

PS: und wenn die Einkünfte 2020 tatsächlich im geringfügigen Bereich lagen sollten Sie dies umgehend mit "Ihrer DRV" klären.

Eigentlich eine unglaubliche Story.....

Experten-Antwort

Hallo mangani84,
nehmen Sie bitte schnellstmöglich mit der Sachbearbeitung Ihres zuständigen Rentenversicherungsträgers Kontakt auf und schildern Sie Ihre berufliche und einkommensmäßige Situation im vergangenen und laufenden Jahr.
Telefonisch = Durchwahl sollte im Briefkopf des letzten Schreibens des Rentenversicherungsträgers stehen oder Sie nutzen das Servicetelefon (siehe unten)
Elektronisch = Angaben an die Sachbearbeitung über den Antrag online: https://www.eservice-drv.de/eantrag/hinweis-ohne-karte.seam?formular=s8003
Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung