Praktikum bei voller Erwerbsminderungsrente

von
stjerne

Ich erhalte eine volle Erwerbsminderungsrente auf Dauer aufgrund von Depressionen. Trotzdem ist mein langfristiges Ziel, wieder finanziell für mich selbst sorgen zu können und vor dem Eintritt ins Rentenalter noch was in die Rentenkasse einzahlen zu können. Das wäre meiner Meinung nach aber nur über einen schrittweise Einstieg in die Arbeitswelt möglich, wenn überhaupt. Meine bisherigen Versuche, einen Minijob zu bekommen, sind gescheitert.
Nun frage ich mich, ob es erlaubt ist, ein Praktikum zu machen. Wenn ich die Möglichkeit finden könnte, ein unentgeltliches Praktikum zu machen, bei dem ich über Wochen oder Monate die Stundenzahl langsam steigern könnte, um zu sehen, wie belastbar ich vielleicht doch wieder bin, dann würde mir das helfen. Aber ist das erlaubt, sobald das über die 3 Stunden täglich oder 15 Stunden wöchentlich gehen würde?
Mich verwirren generell die Hinzuverdienstgrenzen im Rentenbescheid. Wie soll man denn mit 15 Wochenstunden solche Verdienste erzielen können, dass einem bis zu 3/4 der Rente gestrichen würde? Geht es da wirklich nur um das finanzielle?
Als mittelfristiges Ziel würde ich mich über eine Halbtagsstelle freuen, also auf eine tlw. Erwerbsminderungsrente zu reduzieren. Aber von 0 auf gleich schaffe ich das nicht.
Wenn ich das versuchen müsste, dann würde ich ja den Rentenversicherer informieren, dass ich eine 20-Wochenstunden-Stelle angenommen hätte. Was, wenn nach 3 Monaten spätestens klar ist, dass ich das nicht packe? Falle ich dann automatisch wieder in die volle Rente zurück?

Ich würde mich sehr über ein wenig "Aufklärung" freuen. Mein Anruf beim Infotelefon brachte leider nicht viel, da lief es am Ende immer nur auf das finanzielle bzw. die Hinzuverdienstgrenzen hinaus... aber die sind mir klar. Zu den Stunden konnte mir keiner was sagen. Und was ist mit Praktika? Oder Ehrenämtern?

von
Schorsch

Das was Sie vorhaben, ist ein Spiel mit dem Feuer.

Ich an Ihrer Stelle wüde mir einen Minijob bis maximal 450 Euro pro Monat suchen und peinlichst genau darauf achten, dass ich täglich niemals mehr als 2,75 Stunden arbeite.

Aber wer starke Nerven hat, kann ja mal die Schmerzgrenzen der DRV-Sachbearbeiter austesten.
Mir wäre das zu gefährlich.

MfG

von
Kahla

Hallo,

ich schließe mich Schorsch Beitrag an. Sie bekommen die volle Erwerbsminderungsrente wegen Depressionen auf unbestimmte Dauer. Und jetzt wollen Sie wieder arbeiten. Sie bekommen keinen Minijob und wollen unentgeltlich ein Praktikum oder ehrenamtlich arbeiten. Dann frage ich mich warum haben Sie die volle Erwerbsminderungsrente genommen? Wenn Sie noch jung sind, dann kann ich das gut nachvollziehen. Sollten Sie aber über 50 Jahre alt sein, dann genießen Sie Ihr Leben. Eine ehrenamtliche Tätigkeit nachzugehen ist ja schön. Ich würde es niemanden sagen und einfach mal ausprobieren.
Alles Gute

Mfg

von
stjerne

Zitiert von: Kahla

Sie bekommen keinen Minijob und wollen unentgeltlich ein Praktikum oder ehrenamtlich arbeiten. Dann frage ich mich warum haben Sie die volle Erwerbsminderungsrente genommen? Wenn Sie noch jung sind, dann kann ich das gut nachvollziehen.

Also, ich bin noch keine 40, und ganz ehrlich, es ist nicht schön mit einer kleinen Rente, die man mit Grundsicherung aufstocken muss. Ich lebe am Existenzminimum und habe für die Zukunft ja keine Aussicht auf Besserung in dieser Hinsicht.
Ein Ehrenamt bedeutet ja nicht Vollzeit, aber ja vielleicht mal 4 Stunden am Stück einmal die Woche im Tierheim helfen oder so was. Das kann ja auch mit Hunden spazieren gehen sein. Würde ja aber stundenmäßig eben über die 3 Stunden an einem Tag gehen.

Ich werde immer mit den Depressionen leben müssen, aber das schliesst ja nicht zwangsläufig aus, dass es trotzdem eine kleine Verbesserung meines Zustandes geben kann. Und wie kann ich rausfinden, was ich leisten kann bzw. wie belastbar ich bin?
Ich habe bisher nur über einen Minijob nachgedacht. Aber auch da gibt es oft Angebote mit einmal die Woche 5 Stunden arbeiten. 5 Stunden Büro würde ich von der Konzentration her nicht schaffen, aber vielleicht 5 Stunden Regale auffüllen. Den nächsten Tag bräuchte ich dann trotzdem zur Erholung. Und ich habe ja auch weiterhin meine Therapien.
Aber jetzt habe ich gelesen, dass jemand ein Praktikum in einem interessanten Bereich anbietet, dem bei Interesse eine Anstellung folgen könnte. Die Firma klingt sehr offen für jede Art Menschen. Daher dachte ich, ob, sofern es eine Firma gibt, die das mitmacht, ein Praktikum mit schrittweise Steigerung der Stunden möglich wäre.
Ich dürfte ja theoretisch auch studieren. Oder könnte Sprachkurse besuchen, die über Wochen halbtags angeboten werden.... Ich würde das gesundheitlich nicht hinbekommen, aber rein von der Rentenversicherung dürfte ich das, zumindest soweit ich das weiß.

Es geht mir ja nicht darum, jemanden zu bescheissen, sondern darum, im besten Fall zumindest unabhängiger vom Amt und von der Rentenversicherung zu werden und somit auch Staatsgelder zu sparen. Wäre das nicht im Sinne der Rentenversicherung?

Experten-Antwort

Hallo stjerne,
grundsätzlich ist eine Erwerbsminderungsrente kein Arbeitsverbot. Von daher ist grundsätzlich alles möglich. Es sind allerdings folgende beachtenswerte Risiken im Auge zu behalten:

1) Wer eine arbeitsmarktabhängige volle EM-Rente bekommt, der läuft bei Aufnahme einer regelmäßigen Teilzeittätigkeit immer Gefahr die volle Rente zu verlieren und "nur noch" die halbe EM-Rente zu bekommen (was ja auch dem Gesundheitszustand entsprechen würde).

2) Wer eine volle EM-Rente rein aus gesundheitlichen Gründen bekommt, der darf grundsätzlich alles machen (allerdings im Rahmen der Hinzuverdienstgrenzen).
Natürlich führt aber bei einer vollen EM-Rente jedes mehr als geringfügige Beschäftigungsverhältnis (und das ist eigentlich auch naheliegend) dazu, dass der Rentenanspruch früher oder später medizinisch überprüft wird. Denn wer regelmäßig mehr als geringfügig einer Beschäftigung nachgeht, der zeigt doch eigentlich, dass er/sie so voll erwerbsgemindert nicht ist. Aber auch hier ist denkbar, dass die Rententräger bei der medizinischen vollen Erwerbsminderung bleiben und die Beschäftigung als "auf Kosten der Gesundheit ausgeübt" betrachten.

Aber das ist in der Tat (wie Schorsch und Kahla es beschrieben haben) ein bißchen ein Spiel mit dem Feuer.

Versuchen sie sich Perspektiven zu schaffen und Türen zu öffen, versuchen sie gerne auch ein Praktikum o.ä., aber bitte immer (VOR Beginn einer solchen Beschäftigung) den Rententräger informieren und das individuelle okay für einen persönlichen Arbeitsversuch einholen.

von
stjerne

Vielen Dank für die Antwort lieber Experte,

Zitiert von: Kahla

grundsätzlich ist eine Erwerbsminderungsrente kein Arbeitsverbot. Von daher ist grundsätzlich alles möglich. Es sind allerdings folgende beachtenswerte Risiken im Auge zu behalten:

2) Wer eine volle EM-Rente rein aus gesundheitlichen Gründen bekommt,

Dies ist der Fall

Zitiert von: Kahla
der darf grundsätzlich alles machen (allerdings im Rahmen der Hinzuverdienstgrenzen).

Versteh ich, aber was ist mit den Stunden?
Meine Hinzuverdienstgrenze für eine halbe Rentenzahlung liegt bei ca. 1300 Euro. Die würde ja niemals ein Job mit max. 15 Wochenstunden bringen können.

Zitiert von: Kahla

Natürlich führt aber bei einer vollen EM-Rente jedes mehr als geringfügige Beschäftigungsverhältnis (und das ist eigentlich auch naheliegend) dazu, dass der Rentenanspruch früher oder später medizinisch überprüft wird. Denn wer regelmäßig mehr als geringfügig einer Beschäftigung nachgeht, der zeigt doch eigentlich, dass er/sie so voll erwerbsgemindert nicht ist.

Das ist ja auch völlig in Ordnung. Ziel ist ja, wieder ins Arbeitsleben zu finden, und wenn es nur eine Teilzeitstelle ist. Dann wäre eine Reduzierung auf eine tlw. Erwerbsminderungsrente sinnvoll. Nur frage ich mich, wann das der Fall ist. Bisher war es so, dass ich bis zu 1 Jahr durchgehalten habe in einem Job bevor ich zusammengeklappt bin. Wie lange habe ich zum testen?

Zitiert von: Kahla
Aber auch hier ist denkbar, dass die Rententräger bei der medizinischen vollen Erwerbsminderung bleiben und die Beschäftigung als "auf Kosten der Gesundheit ausgeübt" betrachten.

Was genau bedeutet das?

Zitiert von: Kahla

Versuchen sie sich Perspektiven zu schaffen und Türen zu öffen, versuchen sie gerne auch ein Praktikum o.ä., aber bitte immer (VOR Beginn einer solchen Beschäftigung) den Rententräger informieren und das individuelle okay für einen persönlichen Arbeitsversuch einholen.

Ist klar. Aber nochmal ganz konkret die Frage: Sind Praktika grundsätzlich erlaubt und in welchem Stundenumfang?
Und was ist mit ehrenamtl. Tätigkeiten. Dürfte ich im Tierheim länger als 3 Stunden am Stück helfen wenn es nur ein- oder zweimal die Woche ist?

Meine Therapeutin würde es begrüßen, wenn ich sowas machen würde, genauso wenn ich eine Arbeit hätte, auch wenn es nur ein paar Stunden wären... zum einen, um wieder eine Aufgabe zu haben und sich nicht so nutzlos zu fühlen, zum anderen um wieder in Kontakt mit Menschen zu kommen.
Aber die Anforderungen am Markt entsprechen nun mal nicht unbedingt den Vorgaben der Rentenversicherung mit max. 3 Stunden am Tag. Daran sind schon viele Minijobs gescheitert. Mir ist klar, dass diese Regeln einen Sinn haben, und ich weiß ja selbst, dass ich einiges gar nicht könnte. Ich kann momentan nicht 5 Stunden am Stück Buchhaltung machen, auch wenn es nur einmal die Woche ist.
Aber vielleicht kann ich tatsächlich meine Belastbarkeit etwas erhöhen mit Training. Einen Versuch ist es wert. Vielleicht klappt es auch nicht. Auf jeden Fall hat die Chefin der Firma trotz der schwierigen Voraussetzungen Interesse und will sich mit mir über Möglichkeiten unterhalten. Jetzt muss ich natürlich Infos finden.

Darum noch eine letzte Frage: In einem Praktikum geht es ja auch immer um die Versicherung. Ist dafür die Rentenversicherung der Ansprechpartner oder das Sozialamt, von dem ich noch Grundsicherung bekomme?

Ich würde mich sehr freuen, wenn meine Fragen noch beantwortet würden. Es sind 6 an der Zahl :-)

von
Schade

Praktika und Ehrenämter sind nicht verboten......versuchen Sie es - wenn Sie wollen und etwas finden.

Ob es dann zu Kürzungen bei der Rente führt, ob Verdienste vorliegen die irgendwelche Grenzen überschreiten, usw.: das wird sich dann zeigen!

PS: wer im Tierheim mal 2 Stunden Hunde ausführt oder ein Meerschweinchen streichelt muss das bei der RV nicht als Beschäftigungsverhältnis anzeigen.

von
???

"Und was ist mit ehrenamtl. Tätigkeiten. Dürfte ich im Tierheim länger als 3 Stunden am Stück helfen wenn es nur ein- oder zweimal die Woche ist? "
Ehrenamtliche Tätigkeiten im normalen Rahmen sind für eine EM-Rente grundsätzlich ohne Bedeutung.

"Wie soll man denn mit 15 Wochenstunden solche Verdienste erzielen können, dass einem bis zu 3/4 der Rente gestrichen würde?"
Nicht jeder Erwerbsgeminderte, der mehr als 3 Stunden am Tag arbeitet, ist automatisch wieder gesund. Wer mehr als die "zulässigen" Stunden arbeitet und nach Ansicht der Gutachter trotzdem weiter (voll) erwerbsgemindert ist, arbeitet eben auf Kosten seiner Gesundheit. Der Grundanspruch auf die bewilligte EM-Rente besteht damit weiter. Es werden dann nur noch wegen der Rentenhöhe die Hinzuverdienstgrenzen geprüft.

Das mit dem Praktikum halte ich für eine schwierige Sache. Welcher Arbeitgeber kann es sich denn leisten, so was mitzumachen? Schließlich ist er verpflichtet, Ihnen den Mindestlohn zu zahlen. Und ob die DRV nicht irgendwann sagt "Das ist kein Praktikum mehr" lässt sich auch nicht vorhersagen.

Ein Versprechen, dass Sie nach irgendwelchen Arbeitsexperimenten problemlos wieder Ihre "alte" Rente bekommen, kann Ihnen hier niemand geben.

Meine Empfehlung wäre, dass Sie erst mal schauen, wie Sie mit Ehrenämtern auskommen. Führen Sie die Hunde im Tierheim aus und wenn Sie merken, das funktioniert gut, können Sie nach Lust und Laune die Sache ausbauen. Viele Vereine suchen z.B. händeringend Schriftführer oder Kassiere. Das wäre doch an einem kaufmännischen Beruf schon recht nahe dran.

Alternativ sollten Sie sich damit auseinander setzen, dass es auch WfbM's für psychisch Erkrankte gibt. Vielleicht gibt es eine Einrichtung in Ihrer Nähe, die Sie sich anschauen können. Dort könnten Sie Ihre Leistungsfähigkeit austesten ohne dass Sie mit Auswirkungen bei der Rente rechnen müssen. Dieser Schritt müsste natürlich gut überlegt sein, Sie müssten es wollen. Aber WfbM's sind nicht mehr so wie früher eine Sackgasse im Bezug auf den Arbeitsmarkt.

Experten-Antwort

Danke "???" für die weiteren Ausführungen.

Noch der Hinweis zu mgl. Versicherungen:
Bei Weiterzahlung (auch nur eines teils) der EM-Rente besteht die KV und Pflegeversicherung idR über den Rentenbezug fort.

von
stjerne

Zitiert von: ???

Nicht jeder Erwerbsgeminderte, der mehr als 3 Stunden am Tag arbeitet, ist automatisch wieder gesund. Wer mehr als die "zulässigen" Stunden arbeitet und nach Ansicht der Gutachter trotzdem weiter (voll) erwerbsgemindert ist, arbeitet eben auf Kosten seiner Gesundheit. Der Grundanspruch auf die bewilligte EM-Rente besteht damit weiter. Es werden dann nur noch wegen der Rentenhöhe die Hinzuverdienstgrenzen geprüft.

Also sozusagen Arbeiten auf eigenes Risiko, obwohl der Arzt sagt, dass das keine gute Idee ist?
Arbeiten bis zum Umfallen?

Zitiert von: ???

Das mit dem Praktikum halte ich für eine schwierige Sache. Welcher Arbeitgeber kann es sich denn leisten, so was mitzumachen? Schließlich ist er verpflichtet, Ihnen den Mindestlohn zu zahlen.

Auch in einem Praktikum? Dachte sowas ist grundsätzlich unentgeltlich, wenn der Arbeitgeber was gibt, dann ist das nett....

Zitiert von: ???

Meine Empfehlung wäre, dass Sie erst mal schauen, wie Sie mit Ehrenämtern auskommen. Führen Sie die Hunde im Tierheim aus und wenn Sie merken, das funktioniert gut, können Sie nach Lust und Laune die Sache ausbauen. Viele Vereine suchen z.B. händeringend Schriftführer oder Kassiere. Das wäre doch an einem kaufmännischen Beruf schon recht nahe dran.

Das ist ein guter Tipp, an so einen Ehrenamt habe ich gar nicht gedacht, danke :-)

Zitiert von: ???

Alternativ sollten Sie sich damit auseinander setzen, dass es auch WfbM's für psychisch Erkrankte gibt. Vielleicht gibt es eine Einrichtung in Ihrer Nähe, die Sie sich anschauen können. Dort könnten Sie Ihre Leistungsfähigkeit austesten ohne dass Sie mit Auswirkungen bei der Rente rechnen müssen. Dieser Schritt müsste natürlich gut überlegt sein, Sie müssten es wollen. Aber WfbM's sind nicht mehr so wie früher eine Sackgasse im Bezug auf den Arbeitsmarkt.

Ja, ne... also, das Thema hatte ich schon mit meiner Therapeutin und auch mit meiner Ergotherapeutin, die auch in Werkstätten der Gegend tätig ist. Das soll jetzt nicht abgehoben klingen, tut es wahrscheinlich trotzdem, aber da wäre ich nicht gut aufgehoben, ich bin hochbegabt und es ist nicht auszuschließen, dass das auch ein Teil als Ursache der Depressionen ist. Das ist ein breites Thema, um das es hier nicht geht. Aber ich wollte nicht einfach sagen, dass das nix für mich ist ohne Erklärung. Trotzdem danke für den Hinweis.

von
stjerne

Zitiert von: ???

Danke "???" für die weiteren Ausführungen.

Noch der Hinweis zu mgl. Versicherungen:
Bei Weiterzahlung (auch nur eines teils) der EM-Rente besteht die KV und Pflegeversicherung idR über den Rentenbezug fort.

Das habe ich mir gedacht, aber was ist mit einer Unfallversicherung. Sonst ist man ja über den Arbeitgeber versichert, wenn man angestellt ist. Wenn mir bei einem Praktikum der Locher auf den Fuss fällt und ein Zeh gebrochen ist, was dann? Greift dann die Krankenversicherung wie bei einem privaten Unfall?

Experten-Antwort

@ stjerne

- "arbeiten auf eigenes Risiko"
==> nein, arbeiten auf Kosten der Gesundheit. Wie bereits erwähnt ist eine EM-Rente kein Arbeitsverbot. Wenn unsere Mediziner der Meinung sind, dass sie nicht mehr arbeiten können (aus gesundheitl. Gründen), dies dann aber trotzdem tun, dann führt das nur bzgl. Hinzuverdienst zu Problemen mit der Rente. Sie arbeiten dann aus Rentensicht "auf Kosten Ihrer Gesundheit"

- Entlohnung Praktikum
==> Vielfältige Gestaltungen bei Praktika denkbar. Viele Praktika laufen ohne Entgelt bzw. gegen kleine Entschädigung. Kommt drauf an was der Arbeitgeber anbietet.

- Unfallversicherungsschutz bei Praktikum und/oder Ehrenamt
==> muss ich passen. Bestimmt gibt es auch da Regularien für den Bereich der Unfallversicherung. Aber da müsste bitte die Berufsgenossenschaft zu befragt werden.

von
stjerne

Vielen Dank für Eure/Ihre Antworten, das hat mir schon weitergeholfen. Im Fall des Falles muss ich ja sowieso mit meiner Rentenversicherung Kontakt aufnehmen, aber so habe ich schon mal einen Rahmen für Überlegungen und Anfragen. Vielen Dank :-)

von
Schorsch

Zitiert von: ???

Wenn unsere Mediziner der Meinung sind, dass sie nicht mehr arbeiten können (aus gesundheitl. Gründen), dies dann aber trotzdem tun, dann führt das nur bzgl. Hinzuverdienst zu Problemen mit der Rente. Sie arbeiten dann aus Rentensicht "auf Kosten Ihrer Gesundheit"

Ob die hausinternen Sozialmediziner der DRV das aber tatsächlich so sehen oder aber eine Besserung der Erwerbsminderung unterstellen, bleibt die große spannende Frage.

Ob man tatsächlich auf Kosten seiner Restgesundheit arbeitet, muss ggf. gutachterlich nachgewiesen werden, da ein simples Attest des Hausarztes nicht ausreicht.

Es ist ohnehin fragwürdig, wie jemand, der wegen schweren Depressionen als voll erwerbsgemindert gilt, aktiv am Arbeitsleben teilhaben will, ohne noch depressiver zu werden.
Das wahre Arbeitsleben ist nämlich verdammt stressig und nichts für psychisch labile Menschen.
(Sofern man nicht das große Glück hat, sein Hobby zum Beruf zu machen....)

MfG

von
W*lgang

Zitiert von: Schorsch
Es ist ohnehin fragwürdig, wie jemand, der wegen schweren Depressionen als voll erwerbsgemindert gilt, aktiv am Arbeitsleben teilhaben will, ohne noch depressiver zu werden.
Das wahre Arbeitsleben ist nämlich verdammt stressig und nichts für psychisch labile Menschen.
Schorsch,

als objektiver 'Gutachter' wären Sie scheins weniger geeignet ;-) ... ziehen Sie doch bitte nicht jedem 'ich will das versuchen-EM-Rentner' gleich das kleine Pflänzchen der Hoffnung, das er/sie es einfach versuchen will. Bei bereits _voller unbefristeter_ EMRT erscheint Ihre Mahnung eher kontrapunktiv, da ein 'Nachweis' seitens Versicherten nicht erforderlich ist ...die DRV wäre in der 'Nachweispflicht für den Fall einer Entziehung der Rente - und die Hürde ist ein klein wenig höher. Für 'Lau' wurde sie Unbefristung sicher nicht ausgesprochen.

Gruß
w.

von
stjerne

Zitiert von: Schorsch
Es ist ohnehin fragwürdig, wie jemand, der wegen schweren Depressionen als voll erwerbsgemindert gilt, aktiv am Arbeitsleben teilhaben will, ohne noch depressiver zu werden.
Das wahre Arbeitsleben ist nämlich verdammt stressig und nichts für psychisch labile Menschen.

Auch wenn ich (noch halbwegs) jung bin, so habe ich doch schon tatsächlich aktiv am "verdammt stressigen Arbeitsleben" teilgenommen, sogar in einem wirklich stressigen Beruf (als Speditionskauffrau) - bevor ich krank wurde auch recht erfolgreich.

Und mal so nebenbei: schwer depressiv ist nicht automatisch gleichbedeutend mit psychisch labil.

Zitiert von: W*lgang
... ziehen Sie doch bitte nicht jedem 'ich will das versuchen-EM-Rentner' gleich das kleine Pflänzchen der Hoffnung, das er/sie es einfach versuchen will.

Vielen Dank ;-)

Zitiert von: W*lgang

Bei bereits _voller unbefristeter_ EMRT erscheint Ihre Mahnung eher kontrapunktiv, da ein 'Nachweis' seitens Versicherten nicht erforderlich ist ...die DRV wäre in der 'Nachweispflicht für den Fall einer Entziehung der Rente - und die Hürde ist ein klein wenig höher. Für 'Lau' wurde sie Unbefristung sicher nicht ausgesprochen.

Prima formuliert. Sorum habe ich das auch noch nicht gesehen.
Ne, für "lau" wurde die Rente auf Dauer sicher nicht ausgesprochen, und meine Therapeutin, die eine weitere Befristung für angemessen hielt und auch in ihrem Bericht empfahl, fand das auch gar nicht witzig, dass die Rente auf Dauer gegeben wurde. Eher kontraproduktiv sozusagen. Es wirkt halt wie eine Endstation. Es nimmt zwar etwas den Druck, aber es fühlt sich auch an wie Endstation.
Das kann es doch nicht gewesen sein. Was sind das für Aussichten?

Danke W*lgang

von
W*lfgang

Zitiert von: stjerne
Endstation. Das kann es doch nicht gewesen sein. Was sind das für Aussichten?
stjerne,

salopp gesprochen sind Sie aktuell aus Sicht mögliche Erwerbstätigkeit _unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes_ 'verbrannt' - da geht akut nichts mehr ...und Sie können sich alles erlauben, was Sie schaffen können/wollen und zusätzliches Einkommen generiert – ggf. unter Kürzung der Rente in Richtung Teilrente bei zu hohem Hinzuverdienst.

Natürlich mit den entsprechenden Hinweisen/Mitteilungspflichten an die DRV, sobald Sie auch nur irgendeine Beschäftigung/Tätigkeit aufnehmen ...was ein 'Prüfungsverfahren /die arbeitet ja wieder /was geht noch, in Richtung Rentenüberprüfung auslösen könnte. Einfach 'trauen', vorher nachfragen/mitteilen, was beabsichtigt ist - und ja, versuchen Sie es einfach, wird schon schief gehen.

Wie oben gesagt, für 'lau' ist die Rente nicht unbefristet worden. Die rein med. Aspekte fallen nicht plötzlich weg.

Alles Gute für Sie!

Gruß
w.

von
Schorsch

Zitiert von: W*lgang

als objektiver 'Gutachter' wären Sie scheins weniger geeignet ;-) ...

Immerhin habe ich als BU-Rentner erheblich mehr PRAKTISCHE Erfahrungen als ein Theoretiker wie SIE, @W*lfgang.

Ihnen als gut abgesicherter Beamter ist es doch völlig egal, wenn ein Betroffener ins offene Messer läuft. Nicht wahr? :-)

MfG

von
Rentensputnik

Mensch Schorsch!
Ich kann mir zwar nicht erklären, aus welchem Grund Sie als BU-Rentner mehr Erfahrung haben, da Sie nur von Ihrem eigenen Fall Ableitungen ziehen können.
Ist aber letztendlich auch egal. Nur weil W*lfgang besser argumentiert, müssen Sie doch nicht gleich persönlich und unsachlich werden. So etwas braucht dieses Forum nicht.