Raus aus der Rente, rein in die Zukunft

von
Lena

Guten Tag,
ich befinde mich derzeit in einer befristeten vollen EU Rente, aus psychischen Gründen.
Ich überlege (ich möchte optimistisch sein und hoffen das meine Therapie mich weiter stabil bekommt), in ca. einem Jahr eine Ausbildung zur Peerberaterin beginnen. Die Ausbildung kostet Geld und ist eine Mischung aus Schule und Praktikum.
Ich denke nicht das ich je wieder in meinem ursprünglichen Beruf arbeiten kann. Und auch Vollzeit ist im Moment unvorstellbar für mich.

Mir ist nicht ganz klar, ob und wie das umsetzbar sein kann. Kann ich eine Art Umschulung beantragen? Was ist wenn ich merke ich habe mir doch Zuviel zugemutet? Kann ich dann zurück in den Status EU Rente?
Ich würde während der Ausbildung ja kein Geld verdienen, aber ja doch im kleinen Umfang „ arbeiten „. Kann so etwas als eine Art Belastungserprobung gesehen werden?
Wenn(!) das alles so klappen sollte, wäre das nicht für alle besser?
Ich könnte mir (vorausgesetzt in einem Jahr ginge es mir besser, hoffe ja) vorstellen Ausbildung machen, erproben, langsam zurück ins Berufsleben zu kommen. Wenn das funktioniert, anschließend versuchen auf Teilzeit zu arbeiten. Aus der vollen EU Rente in eine Teilzeitrente umzuwandeln. Zumindestens beantragen, entschieden kann ich es ja nicht.
Ja und dann, sehen wie es funktioniert.
Ich bin ja nicht ohne Grund in Rente, aber gehört zur Genesung nicht auch eine Art Zukunftsplanung?
Könnte man es nicht als eine Art Therapie sehen? Ich lerne ja, über u.A. meine eigene Erkrankungen.
Unterricht wäre 4x im Monat. Und 2 Praktika einmal 40 Stunden und einmal 80 Stunden.

Fragen über Fragen.
So verbleibe ich mit freundlichen Grüßen und freue mich über Antwort.

von
Bongo

Ich würde versuchen die EM-Rente dauerhaft zu bekommen. Im nächsten Schritt kann man dann versuchen über eine ehrenamtliche Beschäftigung einen Minijob in Ihrer Wunschbranche zu ergattern.
Neue Ausbildung mit den ganzen Prüfungen etc. - wäre nix mehr für mich! Kostet auch alles nur Geld.

von
Lena

Hallo Bongo,
Danke für Ihre Rückmeldung, aber für mich persönlich erhoffe mir mehr von Leben als nur „ Rentnerin“ zu sein.
Ich bin froh und dankbar die Rente im Moment zu haben, da ich einfach nicht mehr kann.
Aber ich hoffe einen Weg zu finden, mit meiner Erkrankung gut zu leben.
Wenn ich merke, dass ich Arbeiten einfach nicht mehr dauerhafft schaffe, dann ist das so.
Aber pauschal zu sagen, ich hab die Rente ich bleibe in Rente, reicht mir persönlich nicht. Auch psychisch Kranke haben, irgendwo gesunde Anteile, und meiner will halt gerne arbeiten

von
Liesa

Hallo Lena,

Du hast die richtige Einstellung. Ich sehe das auch so. Dein Motto kommt gut an - raus aus der Rente, rein in die Zukunft - .
Denke positiv und es wird funktionieren.

LG
Liesa

Experten-Antwort

Dieser umfangreiche Sachverhalt kann hier im Forum leider nicht geklärt werden. Bitte wenden Sie sich an Ihren Reha-Fachberater der Deutschen Rentenversicherung, um einen Termin für ein individuelles Beratungsgespräch zu vereinbaren.

von
Lena

Hallo Experten Team,

nach dem ich heute mit sämtlichen Abteilungen und Mitarbeiter der Rentenversicherung telefoniert habe, bin ich zwar nervlich am Ende, aber kein Stück schlauer.
Und keine Chance im Moment ein persönliches Gespräch zu bekommen.

Die von mir gewüschte Ausbildung ist der Rentenversicherung gänzlich unbekannt. Der Regionale Träger Hamburg sagt, ich soll trotzdem versuchen die Kosten von der RV Berlin zu beantragen. Die Berufliche Reha Abteilung Berlin kennt, die Ausbildung nicht, ist also auch nicht im „Katalog“ soll versuchen von woanders Hilfe zu bekommen...
Meine Zuständige „ Bearbeiterin“ kommt damit nicht klar, dass die Berufliche Rehaabteilung nicht zuständig ist, wie ja gerade beschrieben.
Also würde vermutlich meine volle Rente in eine teilzeitrente (wenn ich die Ausbildung genähmigt bekäme, muss jetzt Schriftlich nach Berlin einen Antrag stellen) umgewandelt werden.
Das wiederum wäre finanziell gelinde gesagt, blöd. Weil ich wohl das ja selbst bezahlen werde.
Warum genehmigen lassen, wenn es der Rentenversicherung eh nix kostet?
Wenn es eine anerkannte Maaßnahme wäre, wie sieht der Rentenstatus aus, wenn ich das eben doch nicht schaffe. Da ja über 3 Std an manchen Tagen.
Sind „ normale & anerkannte“ Maasnahmen, Belastungserbrobungen oder wie auch immer die Bezeichnung ist IMMER unter 3 Stunden?
Was wird denn dann da erprobt??
Ich will ja versuchen, etwas zu finden um realistisch und nicht überfordert zurück in Arbeit zu kommen. Aber wie?
Dieser neue „ Berufswunsch“ ist ja aus meiner Erkankung entstanden.
Ein Maurer der wegen „Rücken“ berentet ist, wird nicht nach einer Umschulung zum Fliesenleger fragen. Vermute ich mal.
Aber finanzielle Stabilität ist auch ein wichtiger Bestandteil der Genesung. Jemand mit massiven Geld sorgen kann es nicht gut gehen.

Was soll ich tun?

Warum ist man so unflexibel?
Ich will doch mithelfen um wieder mein Teil zu leisten.

Dennoch verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

von
Lena

Hallo Experten Team,

nach dem ich heute mit sämtlichen Abteilungen und Mitarbeiter der Rentenversicherung telefoniert habe, bin ich zwar nervlich am Ende, aber kein Stück schlauer.
Und keine Chance im Moment ein persönliches Gespräch zu bekommen.

Die von mir gewüschte Ausbildung ist der Rentenversicherung gänzlich unbekannt. Der Regionale Träger Hamburg sagt, ich soll trotzdem versuchen die Kosten von der RV Berlin zu beantragen. Die Berufliche Reha Abteilung Berlin kennt, die Ausbildung nicht, ist also auch nicht im „Katalog“ soll versuchen von woanders Hilfe zu bekommen...
Meine Zuständige „ Bearbeiterin“ kommt damit nicht klar, dass die Berufliche Rehaabteilung nicht zuständig ist, wie ja gerade beschrieben.
Also würde vermutlich meine volle Rente in eine teilzeitrente (wenn ich die Ausbildung genähmigt bekäme, muss jetzt Schriftlich nach Berlin einen Antrag stellen) umgewandelt werden.
Das wiederum wäre finanziell gelinde gesagt, blöd. Weil ich wohl das ja selbst bezahlen werde.
Warum genehmigen lassen, wenn es der Rentenversicherung eh nix kostet?
Wenn es eine anerkannte Maaßnahme wäre, wie sieht der Rentenstatus aus, wenn ich das eben doch nicht schaffe. Da ja über 3 Std an manchen Tagen.
Sind „ normale & anerkannte“ Maasnahmen, Belastungserbrobungen oder wie auch immer die Bezeichnung ist IMMER unter 3 Stunden?
Was wird denn dann da erprobt??
Ich will ja versuchen, etwas zu finden um realistisch und nicht überfordert zurück in Arbeit zu kommen. Aber wie?
Dieser neue „ Berufswunsch“ ist ja aus meiner Erkankung entstanden.
Ein Maurer der wegen „Rücken“ berentet ist, wird nicht nach einer Umschulung zum Fliesenleger fragen. Vermute ich mal.
Aber finanzielle Stabilität ist auch ein wichtiger Bestandteil der Genesung. Jemand mit massiven Geld sorgen kann es nicht gut gehen.

Was soll ich tun?

Warum ist man so unflexibel?
Ich will doch mithelfen um wieder mein Teil zu leisten.

Dennoch verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

von
Sep

Zitiert von: Lena
wegen „Rücken“ berentet ist, wird nicht nach einer Umschulung zum Fliesenleger fragen. Vermute ich mal.

Ein Maurer wäre froh, wenn er überhaupt eine Rente wegen seinem Rücken bekommen würde.
Dem bleibt heute nur noch Hartz4 übrig.
So sieht das nämlich aus.
Seien Sie doch froh, dass Sie eine der Wenigen sind, die heute überhaupt noch eine Rente bekommen hat.
Ich kann Ihr Ansinnen beim besten Willen nicht verstehen.

von
Schade

Jetzt mal ganz langsam:

Sie bekommen derzeit die volle Rente, können derzeit nach Meinung der Ärzte nur maximal unter 3 Stunden täglich arbeiten.

Jetzt wollen Sie eine Umschulung - das wird von der DRV nur bezahlt, wenn zu erwarten ist dass Sie nach der Umschulung auch arbeiten können. Generell kann man wohl auch sagen, dass jemand der umschulen kann (= Stress einer Ausbildung mit Prüfung) eigentlich nicht voll erwerbsgemindert sein kann.

Ob Sie sich eine Ausbildung zutrauen (mit der Konzequenz dass dann die Rente früher oder später weg ist) müssen Sie mit sich und Ihren Ärzten ausmachen. Gegebenenfalls stellen Sie halt die Rehaanträge und warten auf die Entscheidung.

Was "Peerberater" ist musste ich auch mal erst googeln, das ist sicher keine allgemein bekannte Berufsausbildung.
Ob man davon später den Lebensunterhalt bestreiten kann, zweifle ich zumindest an - möglicherweise ist das vielleicht keine gute Idee für eine zukunftsfähige Lebensplanung.

Ich würde Ihnen zunächst mal raten sich einen 450 € Job zu suchen und dort Ihre Belastbarkeit zu testen. Klappt das können Sie den Arbeitsumfang später ausweiten.....

Und was lernen kann man auch nebenbei privat, das geht nicht nur bei der "Ausbildung zur Peerberaterin".
Vielleicht liegt Ihr Problem auch darin dass Sie sich auf diese Ausbildung eingeschossen haben und wenig flexibel sind.

Wenn die DRV Ihren Traum nicht finanziert, müssen Sie Alternativen suchen.

von
Wolf-Dieter

Meines Erachtens wird das Anliegen der Fragestellerin missverstanden. Das Prinzip der "Peer to Peer" Beratung setzt eine eigene Betroffenheit von Krankheit und Behinderung voraus - die Ausbildung oder Qualifizierung will dann Beratungskompetenzen vermitteln damit dann etwa in Einrichtungen für behinderte Menschen auch eine Bearatung durch gleich oder ähnlich betroffene Menschen erfolgen kann.Es gibt Bestrebungen diese Möglichkeit zu institutionalisieren und auch zu bezahlen. Es handelt sich als nicht um einen klassischen Ausbildungs- oder Umschulungsberuf.
Da die eigene Betroffenheit von Krankheit oder Behinderung Voraussetzung ist, ist die rentenrechtliche Bewertung einer bezahlten Erwerbstätigkeit als Peer-Berater sicherlich eine spannende nur im Einzelfall zu klärende Frage.
Verständlich ist aber das das Auskunftsbegehren der Fragestellerin bisher ins Leere geht

von
Lena

Hallo und lieben Dank für die Rückmeldungen.

Ich wollte niemanden Angreifen oder sonst Unmut mit meiner Frage auslösen.
Ich verstehe auch nicht, wie ich den Eindruck auch nur eventuell vermitteln soll, meine Rente könnte „ungerechtfertigt“ sein. (Tut mir leid ich weiß nicht wie man einzelne Sätze als Zitat setzen kann...)
Ich strebe die Ausbildung erst in einem Jahr an. Weil ich noch Therapeutisch eine gefühlt lange To Do Liste habe, um gesundheitlich stabil zu werden.
Aber(!) dazu gehört in meinem Fall auch die Frage „ und was kommt dann??“
Eine Zukunft ohne Zukunftsperspektive macht mir halt Angst.
Der Vorredner hat es toll erklärt, meine Erkrankung ist quasi Voraussetzung um mich beruflich dahin zu orientieren.
Ein Nebeneffekt dieser „Berufsniesche“ ist halt auch, das psychisch Kranke einen Beruf machen können, obwohl sie krank sind. Oh je, ich hoffe das war verständlich geschrieben von mir.
Diese Peerberatung gilt wohl tatsächlich noch als „ Pilotprojekt „. Gerade deswegen hätte ich aber gedacht, dass Renversicherungen oder Jobcenter u.s.w darüber informiert sind. Es ist ja für alle Beteiligten eine Möglichkeit die Leute raus aus der Rente zu bekommen. Wenn die Betroffenen es für sich vorstellen können.
Meine Krankheit ist für mich 24/7 präsent, ich muss ja damit leben.
Warum nicht anderen helfen, die vielleicht erst ganz am Anfang ihrer Diagnose stehen?
Ich will ja etwas machen, aber der Weg zurück darf nicht holter die Bolter sein.
Ich möchte optimistisch sein, glauben das dies eine Möglichkeit für mich ist. Aber ich brauche Unterstützung. Und bei mir ist doch nun mal der Anspechpartner die Rentenversicherung.
Geld ist nicht alles, aber keine Ahnung ca. 200 € im Monat dafür aufbringen und keine Ahnung wieviel € im Monat weniger Rente, macht mir Angst. Existenz Angst.
Wenn ich das doch nicht „ gut“ geklärt bekomme, sind u.A. Verschlechterung von Depressionen doch fast vorprogrammiert.
Das ist doch auch nicht im Sinne des Erfinders, oder??
Ich will nichts einfach geschenkt, ich bin krank und habe mir das nicht ausgesucht.
Und wegen dem Beispiel mit dem Maurer, es war ein Beispiel.
Ich weiß das es sooo viele gibt, die so hart zu kämpfen haben, dass sie überhaupt Rente bekommen. Und das empfinde ich auch als ungerecht.
Mir ist bewusst, das ich unglaublich Glück hatte, das gesehen wurde, dass ich einfach nicht mehr kann.
Aber ich hoffe, dass ich eines schönen Tages, wieder ein Teil der Arbeitswelt sein kann.
Und jetzt gerade habe ich die Kraft, mich zu versuchen mich darum zu kümmern...
Wie gesagt, es tut mir leid wenn ich bei irgendwem Unmut ausgelöst habe.

von
Max

Hallo Lena!

Aus Ihrer Situation heraus kann ich Sie durchaus verstehen aber was nützt es Ihnen wenn Sie nachher scheitern.....Sie können doch auf dem was Sie haben.....also Ihre Rente.....aufbauen....machen Sie es wie Schade geschrieben hat......suchen Sie sich für das Erste einen Minijob auf 450 Euro Basis der Ihren Bedürfnissen entspricht....und Sie werden sehr schnell sehen was möglich ist und was eben nicht.....ohne Grund bekommt man in der heutigen Zeit .....keine Rente mehr zugesprochen....und da die Rente ja befristet ist....stellen Sie zum Ende hin einen Verlängerungsantrag....und dann wird sich ja wohl zeigen ob Sie wieder erwerbsähig sind oder nicht...was sagen eigentlich Ihre behandelnden Ärzte dazu?

Außerdem bekommen Sie ja auch nicht freiwillig ein Auszeit Sie dient ja auch zur Wiederherstellung Ihrer Gesundheit sofern dies überhaupt möglich.....ist psychisch Erkrankte schätzen viele Dinge leider nicht immer so ein ....wie z.b. ein Arbeitgeber....der nur Leistung sehen will....und selber merkt man garnicht das man die Anforderungen nicht erfüllt bzw. den Anforderungen nicht gewachsen ist....

Nur meine Gedanken .....

Max
Der EU-Rentner

von
Schade

Liebe Lena,

Sie brauchen hier nichts erklären und sich nicht rechtfertigen.

Aber hier im Forum werden Sie dieses Thema nicht lösen, das ist eine Einzelfallentscheidung in einem nicht alltäglichen Sonderfall.
Und aus genau diesem Grund werden Sie auch telefonisch bei der DRV nicht weiterkommen und die von Ihnen gewünschte Zusage erreichen. So flexibel wie Sie es sich wünschen sind Behörden nun mal nicht.

Da gibt es in der Tat nur eines: stellen Sie einen LTA Antrag (schriftlich) und begründen ausführlich Ihren Wunsch.
Als Ergebnis dieses Antrages bekommen Sie dann eine Entscheidung. Sollte Ihr Antrag abgelehnt werden bliebe ein zeitaufwändiges Widerspruchsverfahren......

Ich behaupte mal, dass kein Mensch beurteilen kann ob Ihr Antrag durchgeht oder abgelehnt wird.

Bei Ablehnung müssen Sie es entweder vergessen oder Ihren Traum anderweitig finanzieren.

Mehr gibts da m.E. nicht mehr zu schreiben.