Regelaltersrente und Weiterbeschäftigung

von
Puh

Meine Frau (Jahrgang 1951) bezieht nach dem Erreichen der Altersgrenze eine Regelaltersrente, ist aber noch weiter mit einem monatlichen Bruttolohn von ca. 1000 Euro bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber weiterbeschäftigt.
Ist es rentabel auf die Versicherungfreiheit zu verzichten und den Arbeitnehmeranteil der Rentenversicherung zu bezahlen ?
Um welchen Betrag würde sich der Rentenanspruch jährlich erhöhen ?
Zu welchem Zeitpunkt würde die Steigerung wirksam ?

von
Hotzenplotz

Zitiert von: Puh
Meine Frau (Jahrgang 1951) bezieht nach dem Erreichen der Altersgrenze eine Regelaltersrente, ist aber noch weiter mit einem monatlichen Bruttolohn von ca. 1000 Euro bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber weiterbeschäftigt.
Ist es rentabel auf die Versicherungfreiheit zu verzichten und den Arbeitnehmeranteil der Rentenversicherung zu bezahlen ?
Um welchen Betrag würde sich der Rentenanspruch jährlich erhöhen ?
Zu welchem Zeitpunkt würde die Steigerung wirksam ?

Ihre Frau ist 66 Jahre und Sie lassen Sie immer noch arbeiten und was machen Sie? Könnte schon längst ohne Abschläge in Rente sein und das Leben genießen. Aber mit so einem wie Ihnen wohl eher nicht. Und die paar Kröten die Sie später als Rente rausbekommt, macht den Kohl auch nicht mehr fett.
Mal schauen was der Genervter dazu sagt.
Das übliche wohl - nur dummes Geschwätz-.

Gute Nacht.

von
W*lfgang

Hallo Puh,

die Steigerung der Rente um zusätzliche Beiträge/erarbeitete Entgeltpunkte erfolgt immer zum 01.07. des Jahres.

Bei 12000 EUR Jahreseinkommen werden 1122 EUR an Beitrag (9,35 %) fällig. Die sich daraus ergebende Rentensteigerung beträgt zunächst 10 EUR. Darauf erhält Sie noch einen Zuschlag, der rückwirkend zu dem Zeitpunkt der Regelaltersgrenze errechnet wird – bestenfalls sind es schon 12 % (jedes Jahr versicherungspflichtiges Einkommen wird mit 6 % Zuschlag auf die zusätzlich erarbeiten Rentenansprüche honoriert, jeweils ausgehend von der Regelaltersgrenze, vereinfacht gesagt). Dann steht Sie bei 11,20 brutto, 10 netto nach Abzug von rd. 11 % KV/PV-Beitrag. Die Pflichtbeiträge hätte Sie damit nach 9,3 Jahren wieder raus. Die Amortisationsphase wird für jedes Jahr der versicherungspflichtigen Beschäftigungsphase kleiner, da sich der Bonus regelmäßig um 6 % erhöht.

Alles sehr vereinfacht. Daneben sind die künftigen Rentenanpassungen zu berücksichtigen, allerdings auch, dass der steuerpflichtige Anteil der Rente von Jahr zu Jahr steigen wird.

Meine Meinung: sie soll es sich gut überlegen, da sie zunächst sehr sehr lange hinter den eigenen Beitragsaufwändungen hinterherläuft. Daneben ist die steuerliche Komponente vielleicht auch nicht zu unterschätzen, wenn Jahr für Jahr noch 'Vorsorgeaufwändungen' steuermindernd berücksichtigt werden können. Die 'Rendite' wird fantastisch sein, verglichen mit den heute marktüblichen Konditionen ...nur die Laufzeit eben, und die Lebensuhr läuft rückwärts.

Gruß
w.

von
Schade

Amortisiert sich etwa nach 8 Jahren Rentenbezug, d.h. die jetzt gezahlten Beiträge hat sie mit etwa 74 durch die höhere Rente wieder reingeholt und mit jedem weitern Jahr amortisiert sich der jeweilige Betrag etwas früher wegen der Zuschläge von 0,5% pro Monat.
Wenn die Dame also mit 75 immer noch arbeitet hat sie die dann gezahlten Beiträge vielleicht schon nach 6 Jahren wieder raus - also mit 81......

Ob sich das rechnet mag jeder für sich entscheiden.

Schönen Abend

von
Genervter

Zitiert von: Hotzenplotz
Zitiert von: Puh
Meine Frau (Jahrgang 1951) bezieht nach dem Erreichen der Altersgrenze eine Regelaltersrente, ist aber noch weiter mit einem monatlichen Bruttolohn von ca. 1000 Euro bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber weiterbeschäftigt.
Ist es rentabel auf die Versicherungfreiheit zu verzichten und den Arbeitnehmeranteil der Rentenversicherung zu bezahlen ?
Um welchen Betrag würde sich der Rentenanspruch jährlich erhöhen ?
Zu welchem Zeitpunkt würde die Steigerung wirksam ?

Ihre Frau ist 66 Jahre und Sie lassen Sie immer noch arbeiten und was machen Sie? Könnte schon längst ohne Abschläge in Rente sein und das Leben genießen. Aber mit so einem wie Ihnen wohl eher nicht. Und die paar Kröten die Sie später als Rente rausbekommt, macht den Kohl auch nicht mehr fett.
Mal schauen was der Genervter dazu sagt.
Das übliche wohl - nur dummes Geschwätz-.

Gute Nacht.

Ob Hod Rod, Hotzenplotz oder ein anderer Nicknsme.
Die Qualität Ihrer Beiträge und Ihre Grundeinstellung befindet sich auf unterstem Niveau.
Nichts im Leben geleistet und neidisch auf andere. Beschämend!

von
Puh

Vielen Dank für die sinnvollen Anworten.
Ich bin jetzt allerdings nicht sicher, ob deutlich geworden ist, dass bereits die abschlagsfreie Regelaltersrente bezogen wird. (!!)
Es also nur um die durch die Weiterbeschäftigung mögliche Steigerung der zur Zeit bezogene Rente. Der bei Renteneintritt gültige Prozentsatz bzw. Betrag bleibt dann doch gleich bzw. erhöht sich etwas, oder sehe ich das falsch ?

von
Puh

gemeint ist natürlich der Prozentsatz bzw. Betrag der Rente der steuerfrei bleibt.

von
Puh

gemeint ist natürlich der Prozentsatz bzw. Betrag der Rente der steuerfrei bleibt.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Puh,

Bezieher einer Rente können nach Erreichen der Regelaltersgrenze durch Erklärung gegenüber ihrem Arbeitgeber die Möglichkeit erhalten, während einer Beschäftigung Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung zu entrichten. Durch die eigenen und die vom Arbeitgeber gezahlten Rentenversicherungsbeiträge erhöht sich die Rente zum 1. Juli des darauffolgenden Jahres.

In welcher Größenordnung die Rente etwa steigen würde, können Sie dem Beitrag von W*lfgang entnehmen.

Der Prozentsatz für die Rentenbesteuerung richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns.

von
Modi69

Hallo Puh,

durch den Verzicht auf die Versicherungsfreiheit wegen Altersvollrentenbezugs kann Ihre Frau ihre Regelaltersgrenze weiter steigern ( Folge des Flexirenten-Gesetzes). Der Arbeitgeber zahlt ohnehin seine AG-Anteile zur RV, die "im Topf" Rentenversicherung landen würden, ohne die Rente Ihrer Frau zu steigern. Entscheidet sie sich nun für den Verzicht, muss sie ihren AN-Anteil zur RV entrichten. Hierdurch bewirkt sie, dass sie einen Rentenzuwachs aus der Beschäftigung neben der Regelaltersrente generiert. Sie wird jeweils zum 01.07. eines Jahres die Neuberechnung ihrer Altersrente unter Berücksichtigung des beitragspflichtigen Vorjahresentgelts und des steigenden Zugangsfaktors erhalten. Je älter sie bei Beschäftigung ist, um so stärker steigt der Zuwachs an. Grob über den Daumen wurden schon die ca. 8-9 Jahre Amortisationszeit genannt, die sich schrittweise mit höherem Lebensalter verkürzen ( wegen des Zugangsfaktors). Kleine Faustformel am Rande: 1000 Euro Bruttolohn im Jahr bringen derzeit ca. 0,84 Euro Bruttorente/mtl. Fängt Ihre Frau im November 2017 an, kriegt sie zum 01.07.2018 die erste Neuberechnung aus den 2000 Euro Brutto 2017 ( also ca. 1,70 ohne den Zugangsfaktor), zum 01.07.2019 gibt es dann den Zuwachs aus 2018 ( ca. 10-11 Euro + Zuschlag aus Zugangsfaktor )etc..
Ob sie sich lebenslang ihre Rente steigern will (und damit ggf. auch Ihre Witwerrente), muss Ihre Frau selbst entscheiden. Wichtig ist aber, dass die Verzichtserklärung unwiderruflich ist. Will sie also z.B. in 5 Jahren nicht mehr zahlen, muss sie den Job aufgeben.
Der steuerfreie %-Satz der Altersrente richtet sich nach dem Kalenderjahr des Rentenbeginns. Der auf Dauer steuerfreie Anteil der Rente wurde aus der Kalenderjahresrente des 2. Rentenjahres ermittelt; alle Steigerungen aus Anpassungen fallen voll in den steuerpflichtigen Teil der Rente. Ob im Rahmen der Neuberechnung zu 07-2018 etc. dann ein neuer steuerfreier Anteil ermittelt wird, sollten sie beim Steuerberater nachfragen ( zu tief im Steuerrecht..). Gerne könenn Sie auch eine Beratungsstelle der DRV aufsuchen - da wird Ihre Fallkonstellation recht oft gefragt und auch erläutert ( eigene Erfahrung)...

von
Puh

Nochmals vielen Dank für die hilfreichen Beiträge. Meine Ausgangsfrage ist damit hinreichend beantwortet.
mfG
Puh

von
Puh

Nochmals vielen Dank für die hilfreichen Beiträge. Meine Ausgangsfrage ist damit hinreichend beantwortet.
mfG
Puh