Reha

von
Klausi

Wenn nach der Reha festgestellt wird, dass sie nicht erfolgreich war und man sie umwandelt in einem Rentenantrag wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, bekommt man dann die Rente wegen voller Erwerbsminderung? Oder bekommt man dann die sogenannte Regelaltersrente – Rentenabschlag?

von
Fortitude one

Egal was im Entlassungsbericht steht und ob Sie Arbeitsunfähig entlassen werden, entscheidet in letzter Instanz der sozialmedizinischer Dienst der DRV ob Sie teilweise oder voll erwerbsgemindert sind. Es kommt auch darauf an was Sie wollen. Es kann auch vorkommen das Sie vorher noch zum Gutachter müssen. Da Sie Ihr Jahrgang nicht angeben, ist die Regelaltersrente unbekannt. Schauen Sie am besten mal in Ihre Rentenauskunft. Dort steht alles detailliert drin.

Mfg

von
Herz1952

Hallo Klausi,

ob Sie arbeitsunfähig von der Reha entlassen werden, entscheidet der Reha-Arzt, der allerdings auch ein Gutachter der DRV sein kann.

Falls dies der Fall ist, dass Sie AU sind, kann Ihnen die Reha-Einrichtung eine Empfehlung geben, einen Rentenantrag zu stellen.

Sie sollten sich in diesem Fall auch eine Au-Bescheinigung ausstellen lassen, damit Sie - falls Sie Krankengeldanspruch haben - der KG-Anspruch nicht verfällt.

Welche Rente Sie bekommen, entscheidet aber ein weiterer Gutachter der Rentenversicherung nach der Rentenantragstellung.

Formell müssen Sie den Rentenantrag stellen. Es könnte auch sein, dass ein Berater der Reha-Einrichtung Sie unterstützt.

Was im Abschlussbericht der Reha drinsteht, ist für die DRV nicht bindend. Sie prüft nochmal nach. Z.B., ob Leistungsfähigkeit unter 3 Stunden, 3 - 6 Stunden oder darüber. Das ist nur eine "Empfehlung" der Reha-Einrichtung.

Die Beurteilung der Reha-Einrichtung ist praktisch nicht "endgültig".

von
W*lfgang

Zitiert von: Fortitude one
entscheidet in letzter Instanz der sozialmedizinischer Dienst der DRV ob Sie teilweise oder voll erwerbsgemindert sind.
...das lesen die wirklichen Entscheider aber gar nicht gern ;-)

Der med. Dienst gibt ein Votum ab, dem sich der Chef-Entscheider/Jurist in der DRV anschließen kann/nicht muss.

An Klaus:

Und ob eine erfolglose Reha (in welcher Form? - nur AU entlassen ist zu dünn) überhaupt zu einer folgenden EM-Rentenantragsfrage wird, hängt vom Inhalt der Feststellungen zur Erwerbsfähigkeit ab: unter 3 Std. in der aktuellen Tätigkeit + unter 3 Std. auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, ja dann erhalten Sie die Option daraus ein EM-Rentenverfahren zu machen. EM! Ja, mit Abschlag und am Rentenbeginndatum/Ihrem Alter festgemacht (bis 10,8 %, pauschal - sind Sie noch nicht 60, dann sowieso der volle Abschlag), mit Regelaltersrente hat das nichts zu tun - die hängt vom Beginn einer Altersrente ab, hier geht es aber um EM-Rente ...sofern Sie noch nicht im 'Altersrenten-Fenster' sind/ggf. unter Berücksichtigung eines GdB 50, und das dann vielleicht mit der Krankenkasse 'auszufechten' wäre, ob die Ihnen eine spätere Altersrente 'genehmigt'

Sie sehen, Ihre Frage ist einfach, die Hintergründe vielfältig - gehen Sie in die nächste Beratungsstelle, um sich umfassen aufklären zu lassen. Allerdings können die Ihnen ohne Erkenntnisse aus dem (Ihnen vorliegenden?) Reha-Entlassungsbericht mehr als allgemein/wie hier auch nicht sagen.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Bei einer Umdeutung nach § 116 Abs. 2 SGB VI („Reha in Rente“), läuft es auf eine Erwerbsminderungsrente hinaus. Wie „W*lfgang“ schildert, ergeben sich jedoch verschiedene Szenarien. Eine persönliche Beratung halte ich für empfehlenswert.