Reha nach Aufforderung der Krankenkasse oder volle EMR

von
Franz

Hallo,
von meiner Krankenkasse wurde ich aufgefordert einen Antrag auf Reha zu stellen. Auch ein Antrag auf volle EMR ist möglich.
Das Krankengeld läuft zum 29.07.19 aus.
Fristgerecht habe ich einen Antrag auf EMR eingereicht. Ein Antrag auf Reha machte keinen Sinn, da eine Reha Maßnahme nur möglich ist, wenn meine Partnerin die und mein Sohn (5Jahre) mtgehen können. (Teil des Krankheitsbild)
Vorsorglich habe ich auch Antrag auf Nahtlosigkeits ALG 1 gestellt.

Nun meine Frage: Wenn die DRV zu dem Entschluss kommt, dass eine Reha vorgeschaltet werden muss, jedoch nicht für meine Partnerin und Sohn als Begleitung. Muss ich dann die Reha antreten? Das Dispositionsrecht liegt ja bei der KK. Kann mir durch ein Nichtantreten der REHA nachträglich das Krankengeld gestrichen wird (läuft ja nur noch bis 29.07.19).
Oder fällt das Dispositionsrecht nach Ablauf des Krankengeldes wieder zu mir zurück? Wie verhält es sich in einem solchen Fall mit dem beantragten Nahtlosigkeits ALG?

Vielen Dank im Voraus für die Hilfe.

von
Valzuun

Das Dispositionsrecht liegt nicht -wie in diesem Forum oft irrtümlich behauptet- bei der Krankenkasse.
Lediglich IHR Dispositionsrecht ist EINGESCHRÄNKT. Das heißt im Klartext: Wollen Sie etwas entscheiden („disponieren“) müssen Sie sich ggf. die Zustimmung der Krankenkasse einholen. Übrigens nicht zu jeder Entscheidung, Widerspruch ist immer erlaubt, aber Sue können nie dazu gezwungen werden.

Konkret zu Ihrer Frage:
Wenn die DRV eine Reha anbietet und Sie die mit Folge ablehnen das die Rente wegen mangelnder Mitwirkung nicht erhalten haben Sie -soweit nicht vorherig der Krankenkasse abgesprochen- ein Problem.

Eine rückwirkende Aufhebung des Krankengeldes dürfte m.E. jedoch keinesfalls möglich sein, diese Frage stellen Sie jedoch besser der Krankenkasse.

Die Einschränkung des Dispositionsrechts bleibt auch nach Auslaufen des Krankengeldes bestehen. Allerdings dürfte die Krankenkasse dann -unterstellt die rückwirkende Aufhebung ist rechtlich unmöglich- über keinerlei Sanktionensmöglichkeiten mehr verfügen. Frei nach dem Motto:“Was kann -seitens der Krankenkasse- passieren wenn Sie nicht zur Reha fahren?“
Allerdings könnte sich dann natürlich die AA an die Stelle der Krankenkasse treten, und von der DRV eine Rente verweigert werden.

von
k-o-r

Zitiert von: Valzuun
Allerdings könnte sich dann natürlich die AA an die Stelle der Krankenkasse treten, und von der DRV eine Rente verweigert werden.

Das "könnte" kann man dann höchstwahscheinlich streichen, da im Falle das der §145 SGB III (sogenannte Nahtlosigkeitsregelung) zum greifen kommt, die AfA sich das Dispositionsrecht sichern wird.

H.

von
Franz

Zitiert von: k-o-r
Zitiert von: Valzuun
Allerdings könnte sich dann natürlich die AA an die Stelle der Krankenkasse treten, und von der DRV eine Rente verweigert werden.

Das "könnte" kann man dann höchstwahscheinlich streichen, da im Falle das der §145 SGB III (sogenannte Nahtlosigkeitsregelung) zum greifen kommt, die AfA sich das Dispositionsrecht sichern wird.

H.

Ok.Danke für die Ausführung. Was dann bedeudet, sollte die DRV zum Entschluss kommen eine Reha durchzuführen, muss ich hin wenn ich eine EMR möchte.
Da die Reha jedoch für mich ohne Begleitung unmöglich sein wird, binch mal gespannt, wie ich das meistern soll.

von
k-o-r

Zitiert von: Franz

Ok.Danke für die Ausführung. Was dann bedeudet, sollte die DRV zum Entschluss kommen eine Reha durchzuführen, muss ich hin wenn ich eine EMR möchte.
Da die Reha jedoch für mich ohne Begleitung unmöglich sein wird, binch mal gespannt, wie ich das meistern soll.

Das kann man weder mit einem Ja, noch mit einem Nein beantworten. Schon gar nicht hier, wo keiner die medizinischen Unterlagen kennt.

Ein Rehaantritt setzt auch eine Rehafähigkeit voraus, welche vor Antritt ein Arzt bestätigen muss. Ist diese nicht gegeben, kann man ja auch keine Reha antreten.

Ein weiterer Fall könnte ja auch sein, dass die DRV keine Verbesserung durch eine Reha sieht und eine EMR ohne vorherige Reha bewilligt.

von
Valzuun

Oder auch das beides nicht für nötig erachtet wird.
Persönlicher Tipp:
Da hier noch viele wenn’s und abers zu klären sind: Machen Sie sich nicht zu viele Sorgen um ungelegte Eier.

P.S. Auch die AA kann sich das Dispositionsrecht nicht sichern, nur einschränken.

von
Doppeloma

Zitiert von: Valzuun

P.S. Auch die AA kann sich das Dispositionsrecht nicht sichern, nur einschränken.

Nun, dies ist ja dann wohl ein wenig Wortklauberei. Ich denke die, die es betrifft wissen was gemeint ist und nicht das es an den Worten "sichern" und "einschränken" hängen wird ;-)

Sonst müsste man jetzt das Verwendete "AA" massiv gemängeln, dass gibt es nämlich nicht :-)

von
Franz

Zitiert von: Valzuun

Da hier noch viele wenn’s und abers zu klären sind: Machen Sie sich nicht zu viele Sorgen um ungelegte Eier.

P.S. Auch die AA kann sich das Dispositionsrecht nicht sichern, nur einschränken.

Ich probiers. Aber jeder in solch einer Situation weiß, dass das sehr schwer ist. Hab hier in der Tat Existenzängste

von
Silvia

Zitiert von: Franz

Ich probiers. Aber jeder in solch einer Situation weiß, dass das sehr schwer ist. Hab hier in der Tat Existenzängste

Hallo Franz

Sie haben den EM-Rentenantrag bereits gestellt und sind somit ihrer Mitwirkungspflicht nach Aufforderung durch die KK nachgekommen.

Um Ihre Existenzängste nicht unnötig noch zu schüren und hochkochen zu lassen, kann ich Ihnen nur raten, jegliche eventuelle Aufforderung zu einer vorgeschalteten Reha (Reha vor Rente), schnellstmöglich dann auch in die Wege zu leiten/zu leisten.

Im Rentenantragsverfahren gibt es nicht immer auch umgehend eine zügige (positive) Bescheiderstellung und die finanzielle Situation kann sich recht schnell zuspitzen, wenn man selber das Verfahren dahingehend bremst.

Meine eigene Erfahrung:
2 Jahre und vier Monate von Antragstellung bis zum positivem Anerkenntnis der DRV (auf richterliche Anordnung).

Finanziell war bereits das Krankengeld und auch das ALG I (Nahtlosigkeit) erschöpft, sodass nur noch das Gehalt meines Ehemannes das Familieneinkommen ausmachte.

Die Zeit hält nicht still, also schauen Sie, dass sie keine Zeit vertun.

Gruß und alles Gute
Silvia

von
Doppeloma

Zitiert von: Silvia

Meine eigene Erfahrung:
2 Jahre und vier Monate von Antragstellung bis zum positivem Anerkenntnis der DRV (auf richterliche Anordnung).

Deine Erfahrung interessiert aber hier überhaupt nicht und ist auch nicht auf den TE umzumünzen. Einfach mal zurückhalten mit den eigenen Erfahrungen!

von
Franz

Zitiert von: Silvia

Um Ihre Existenzängste nicht unnötig noch zu schüren und hochkochen zu lassen, kann ich Ihnen nur raten, jegliche eventuelle Aufforderung zu einer vorgeschalteten Reha (Reha vor Rente), schnellstmöglich dann auch in die Wege zu leiten/zu leisten.

Im Rentenantragsverfahren gibt es nicht immer auch umgehend eine zügige (positive) Bescheiderstellung und die finanzielle Situation kann sich recht schnell zuspitzen, wenn man selber das Verfahren dahingehend bremst.


Hi.
Ich will nicht bremsen. Hab nur Angst, dass mich die DRV für rehafähig hält. Dann wirds so laufen, dass ich dahin fahre antrete und umgehend abbrechen muss. Ich betone: MUSS
VIELEN DANK an alle, die mir Infos zukommen lassen.

von
Silvia

Zitiert von: Doppeloma
Zitiert von: Silvia

Meine eigene Erfahrung:
2 Jahre und vier Monate von Antragstellung bis zum positivem Anerkenntnis der DRV (auf richterliche Anordnung).

Deine Erfahrung interessiert aber hier überhaupt nicht und ist auch nicht auf den TE umzumünzen. Einfach mal zurückhalten mit den eigenen Erfahrungen!

@Doppeloma
Und wie lautet IHR sinnvoller Rat an den TE, um sich vor einem ggf. drohendem finanziellen Desaster zu schützen, falls die eingeforderten Maßnahmen/Mitwirkungen vom TE nicht abzuleisten sind und dadurch sich das Verfahren hinauszögert oder gar zur Ablehnung kommt?

Sollten SIE persönlich etwa dahingehend unter Erfahrungsmangel leiden?

von
Keep cool

Nicht vergessen!

Es handelt sich hier um ein offenes Forum, in dem jeder seinen Senf zum Besten geben kann.

Ob Silvia tatsächlich diese Erfahrungen gemacht hat und ob dies auch auf den Fragesteller zutrifft, bleibt offen.
Von daher ruhig bleiben, auch wenn andere hier „angebliche“ Horrornachrichten verbreiten.
Viele wollen sich auch nur wichtiger machen als sie tatsächlich sind.

von
Doppeloma

Zitiert von: Silvia
Sollten SIE persönlich etwa dahingehend unter Erfahrungsmangel leiden?

Definitiv fehlt es nicht an Erfahrung! Aber offensichtlich hast DU viele Fehler in Deinem Ablauf begangen!

von
Keiler

Zitiert von: Doppeloma
Zitiert von: Silvia
Sollten SIE persönlich etwa dahingehend unter Erfahrungsmangel leiden?

Definitiv fehlt es nicht an Erfahrung! Aber offensichtlich hast DU viele Fehler in Deinem Ablauf begangen!

k-o-r, nun Doppeloma... Ist das Forum"krank ohne Rente"pleite gegangen?

von
Silvia

@Doppeloma
""Aber offensichtlich hast DU viele Fehler in Deinem Ablauf begangen!""

Mitnichten :)

Im Gegenteil!
Ich bin und bleibe mein Leben lang ohne Existenzängste in Rente! :)

Meine Lebens- und Erfahrungswerte (trotz damaligem zeitweiligem EMR-Bezug) sind MIR nicht die Schlechtensten/Negativsten gewesen.

Sie prägten und lehrten mich!

Geht es IHNEN auch so?

von
der anderen

für den TE:
Eine Reha kann auch ambulant erfolgen.
Vielleicht gibt es an Ihrem Wohnort diese Option, so dass Sie nicht von Ihrer Familie getrennt sind.

von
Schade

Abwarten wie über die EM entschieden wird.

Über was wäre wenn zu spekulieren macht wenig Sinn.

Wenn tatsächlich eine Reha vorgeschoben werden sollte, müssen Sie dann selbst entscheiden wie Sie weiter vorgehen- entweder hingehen oder sich verweigern, was dann aber passiert bleibt abzuwarten.

Vielleicht gibt es die Rente ohne Reha oder auch weder Rente noch Reha?

Experten-Antwort

Hallo User Franz,

warten Sie die Entscheidung der Deutschen Rentenversicherung ab. Sollte eine Reha-maßnahme durchgeführt werden, bevor über den Rentenantrag entschieden wird, setzen Sie sich dann schnellstmöglich mit Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger in Verbindung, um klären zu können, ob Sie in der Lage sind, die Reha-maßnahme durchzuführen.
Hier ist dann auch zu klären, ob die Maßnahme ohne Begleitung Ihrer Partnerin und Ihres Sohnes erfolgreich verlaufen würde.
Auf jeden Fall ist jeder Schritt in dieser Sache auch mit Ihrer Krankenkasse bzw. mit der zuständigen Agentur für Arbeit zu besprechen.

von
Valzuun

Zitiert von: Doppeloma
Zitiert von: Valzuun

P.S. Auch die AA kann sich das Dispositionsrecht nicht sichern, nur einschränken.

Nun, dies ist ja dann wohl ein wenig Wortklauberei. Ich denke die, die es betrifft wissen was gemeint ist und nicht das es an den Worten "sichern" und "einschränken" hängen wird ;-)

Sonst müsste man jetzt das Verwendete "AA" massiv gemängeln, dass gibt es nämlich nicht :-)

Glaube ich eigentlich nicht. Sich ein Recht sichern klingt danach dass man nichts mehr selbst entscheiden und/oder allen Aufforderung nachkommen muss. Den ist aber nicht so. Z.B. kann niemand gezwungen werden eine Umeinweisung zu beantragen damit es früher losgeht. Und von sich dürfen AA / KK erst recht nichts derartiges beantragen.

P.S. Die Arbeitsämter nennen sich inzwischen Arbeitsagenturen = AA. Agentur für Arbeit ist schon wieder out. Außer auf Bunfesebene.