Rente annehmen oder ablehnen

von
Diplomingenieur

Hallo,
ich bin Mitte 40 und bin von Beruf Dipl.-Ing.
Nach Burnout/Sinnkrise etc. habe ich gestern die Bewilligung der vollen und überraschenderweise auch unbefristeten Erwerbsminderungsrente erhalten
Der Auszahlungsbetrag der Rente beträgt 1.431,33 Euro.
Das entspricht ca. 45 Prozent meiner bisherigen Nettoeinkünfte.
Ich bin extrem verunsichert ob ich diesen Schritt rund 20 Jahre vor der Regelaltersrente wirklich machen will.
Ich bin dankbar für die Absicherung, allerdings muss ich meine Lebensgewohnheiten stark einschränken (Auto weg, andere Wohnung usw.).
Ausserdem fühle ich mich zu jung um nur noch herumzugammeln.
Wie sieht das Forum das? Bin ich bekloppt? Bin ich nicht bekloppt? Soll ich mir die Kugel geben?
Bin sehr durcheinander.
Grüsse aus Franken

von
=//=

Weshalb haben Sie denn überhaupt einen Rentenantrag gestellt? Können Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten? Sie wussten doch sicherlich schon vor der Antragstellung, wie hoch in etwa Ihre EM-Rente sein wird (aus Renteninformationen).

Sie sollten schon mehr Details angeben. Waren Sie abhängig beschäftigt oder selbständig? Hatten Sie keinen Anspruch (mehr) auf Kranken- oder ALG I?

von
senf-dazu

Auch wenn die EM-Rente unbefristet bewilligt wurde, heißt das doch nicht, dass Sie den Rest des Lebens nur aus dieser Quelle schöpfen müssen ...

Wenn Sie sich wieder danach fühlen, gehen Sie arbeiten und melden der DRV dieses Arbeitsverhältnis. Ggf. wird die Rente wegen Überschreiten der Hinzuverdienstgrenzen gekürzt, ggf. ruht der Rentenanspruch komplett ...
Wenn Sie einige Jahre wieder arbeiten und keine REnte in Anspruch nehmen, sind auch die Abscläge, die Sie nun in Kauf nehmen müssen, bei der Altersrente wieder weg.

Also genießen Sie ein wenig die soziale Hängematte und wenn es wieder "normal" weiter gehen kann, können Sie beruhigt den nächsten Rentner "abhängen" lassen.

von
Fortitude one

Hallo Diplomingenieur,

ganz so einfach erhält man eine unbefristete EMR nicht. Sie wurden (Leistungsfähigkeit) vom medizinischen Dienst der DRV unter 3 Stunden eingestuft. Und eine unbefristete EMR sind äußerst die Ausnahme. Viele Antragsteller erhalten eine befristete EMR und sehr viele gar keine. Sie können froh sein, dass es die EMR gibt und das zu Ihren Gunsten mit einer Zurechnungszeit von 17 Jahren. Normalerweise hätten Sie locker 500 Euro weniger. Und würden wir in der USA wohnen, dann hätten wir nichts zu Lachen. Mich mit eingeschlossen. Ich beziehe auch die EMR. Lassen Sie alles mal sacken und bekloppt sind Sie nicht. Und warum sollen Sie sich die Kugel geben. Glauben Sie mir das Leben ist viel zu schön und halten sich immer vor Augen, dass es Menschen gibt, denen es viel schlechter geht. Was ist Ihnen wichtiger das Materielle wie z, b, ein Porsche vor der Haustür oder Ihre Gesundheit?

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Diplomingenieur

Zitiert von: =//=

Weshalb haben Sie denn überhaupt einen Rentenantrag gestellt? Können Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten? Sie wussten doch sicherlich schon vor der Antragstellung, wie hoch in etwa Ihre EM-Rente sein wird (aus Renteninformationen).

Sie sollten schon mehr Details angeben. Waren Sie abhängig beschäftigt oder selbständig? Hatten Sie keinen Anspruch (mehr) auf Kranken- oder ALG I?

Ich brauche Ratschläge und nicht vier Fragen auf drei Zeilen.
So geht das nämlich schon seit zwanzig Jahren.
Fortitude One hat das schon verstanden.

von
=//=

Zitiert von: Diplomingenieur

Zitiert von: =//=

Weshalb haben Sie denn überhaupt einen Rentenantrag gestellt? Können Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten? Sie wussten doch sicherlich schon vor der Antragstellung, wie hoch in etwa Ihre EM-Rente sein wird (aus Renteninformationen).

Sie sollten schon mehr Details angeben. Waren Sie abhängig beschäftigt oder selbständig? Hatten Sie keinen Anspruch (mehr) auf Kranken- oder ALG I?

Ich brauche Ratschläge und nicht vier Fragen auf drei Zeilen.
So geht das nämlich schon seit zwanzig Jahren.
Fortitude One hat das schon verstanden.

Du meine Güte, weshalb sind Sie denn jetzt eingeschnappt?

Um einem Fragenden sinnvolle Antworten geben zu können, sollte die Frage halt etwas konkreter gestellt werden. Salbungsvolle Worte hätte ich auch schreiben können. Wenn Ihnen die Antwort von @Fortitude one besser gefällt, ist es doch gut. Und dass Sie nicht bekloppt sind und sich nicht die Kugel geben sollen, auch das hätte ich Ihnen sagen können. Ich wußte ja nicht, dass Sie das hören wollen. :-)

von
Genervter

Zitiert von: Diplomingenieur

Zitiert von: =//=

Weshalb haben Sie denn überhaupt einen Rentenantrag gestellt? Können Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten? Sie wussten doch sicherlich schon vor der Antragstellung, wie hoch in etwa Ihre EM-Rente sein wird (aus Renteninformationen).

Sie sollten schon mehr Details angeben. Waren Sie abhängig beschäftigt oder selbständig? Hatten Sie keinen Anspruch (mehr) auf Kranken- oder ALG I?

Ich brauche Ratschläge und nicht vier Fragen auf drei Zeilen.
So geht das nämlich schon seit zwanzig Jahren.
Fortitude One hat das schon verstanden.

Dies ist aber kein Forum wo Sie Trost und Mitleid suchen können, sondern wo rentenrechtlich Rat gegeben wird. Daher hat =//= völlig Recht!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Diplomingenieur,

auch wenn Ihnen eine unbefristete Erwerbsminderungsrente bewilligt wurde, heißt das nicht, dass Sie diese bis zur Altersrente in Anspruch nehmen "müssen".

Sollten Sie sich irgendwann gesundheitlich in der Lage sehen, wieder einer Beschäftigung nachzugehen, teilen Sie dies dem Rentenversicherungsträger mit. Geprüft wird dann, ob Ihnen die Erwerbsminderungsrente an sich noch zusteht oder ob der Verdienst aus der Beschäftigung auf die Erwerbsminderungsrente anzurechnen ist.

von
ROSY

Hallo,
sie haben doch einen Rentenantrag gestellt. Und nun sind sie überrascht. Warum? Sie können doch erst einmal auf 450 Euro arbeiten und wenn es Ihnen besser geht, können sie halbtags arbeiten.
Viele Grüße
ROSY

von
tja

Hallo,

Sie haben die Möglichkeit im Rahmen der Hinzuverdienstgrenze/-deckel und unter Beachtung der Stunden sich eine Tätigkeit zu suchen. Reich werden Sie damit natürlich nicht, aber so kommt man nicht ganz raus.

Und wenn Sie nicht gerade in München oder Hamburg leben (ich weiß...Sie leben in Franken), dann muss man das Auto bei der Rente nicht abschaffen. Das kann aber hier keiner beurteilen.

Lassen Sie es erst einmal sacken und dann ran an die Planung für den neuen Lebensabschnitt. Ihre Gesundheit sollte an erster Stelle stehen.

von
Diplomingenieur

Zitiert von: ROSY

Hallo,
sie haben doch einen Rentenantrag gestellt. Und nun sind sie überrascht. Warum? Sie können doch erst einmal auf 450 Euro arbeiten und wenn es Ihnen besser geht, können sie halbtags arbeiten.
Viele Grüße
ROSY

Vielen Dank für sämtliche Antworten.
Ich habe tatsächlich selbst keinen Rentenantrag gestellt sondern die Krankenversicherung.
Nach drei Monaten Krankengeld wurde ich angerufen von der DAK.
"Wir würden Ihnen sehr gerne beim Ausfüllen des Reha-Antrags helfen, kommen Sie bitte vorbei."
Gemacht, getan..
Drei Wochen später war ich bereits in Potsdam in einer psychosomatischen Klinik.
Aufnahmegespräch mit ausgefülltem Anamnesebogen durchgeführt und sofort (genauer gesagt nach 36 Stunden) nach Hause geschickt.
"Eine Reha macht bei Ihnen keinen Sinn."
Ohne weitere Aktionen kam dann vierzehn Tage später (gestern) der Rentenbescheid.
DAK sagt mir heute, dass Rehaantrag auch Rentenantrag ist.
Tja, und so bin ich jetzt seit gestern Rentner.

von
ROSY

Hallo,
wenn Sie sich fit fühlen, dann könnten ja arbeiten. Ich an Ihrer Stelle würde es erst einmal mit einem 450 Euro Job versuchen oder halbtags und dann können Sie ja immer noch sehen, ob Sie fit für die Arbeitswelt sind. Oder Sie legen gegen den Bescheid Widerspruch ein. Ich kann Ihnen nur Vorschläge machen. Sie müssen für sich aber alleine entscheiden, was für Sie gut ist.
Viele Grüße
ROSY

von
SE

Hallo Diplomingenieur,
sie haben sich einfach aus dem Krankengeldbezug drängen lassen.
Aufforderung zum Rehaantrag durch die Krankenkasse:
Dafür haben Sie eine 10-Wochenfrist.
Sie sind nicht verpflichtet, den vorausgefüllten und womöglich mit dem Aufdruck „Eilantrag“ versehene Formular der Krankenkasse zu benutzen.
Einfach zu viele Fehler. Hauptsache die DAK hat das Krankengeld eingespart.

von
Diplomingenieur

Zitiert von: SE

Hallo Diplomingenieur,
sie haben sich einfach aus dem Krankengeldbezug drängen lassen.
Aufforderung zum Rehaantrag durch die Krankenkasse:
Dafür haben Sie eine 10-Wochenfrist.
Sie sind nicht verpflichtet, den vorausgefüllten und womöglich mit dem Aufdruck „Eilantrag“ versehene Formular der Krankenkasse zu benutzen.
Einfach zu viele Fehler. Hauptsache die DAK hat das Krankengeld eingespart.

Genau so ist es. Und das Krankengeld waren 400 Euro mehr pro Monat.
Langsam verstehe ich..

von
Schorsch

Zitiert von: Diplomingenieur

Zitiert von: SE

Hallo Diplomingenieur,
sie haben sich einfach aus dem Krankengeldbezug drängen lassen.
Aufforderung zum Rehaantrag durch die Krankenkasse:
Dafür haben Sie eine 10-Wochenfrist.
Sie sind nicht verpflichtet, den vorausgefüllten und womöglich mit dem Aufdruck „Eilantrag“ versehene Formular der Krankenkasse zu benutzen.
Einfach zu viele Fehler. Hauptsache die DAK hat das Krankengeld eingespart.

Genau so ist es. Und das Krankengeld waren 400 Euro mehr pro Monat.
Langsam verstehe ich..


Im günstigsten Fall hätten Sie das Ergebnis ein paar Wochen hinauszögern können.
Und was hätten Sie dann verdient?

Im Übrigen ist diese zehn Wochen-Frist-Regelung reformbedürftig, da es für die Beitragszahler überhaupt keinen plausiblen Grund dafür gibt, einen Reha-/Renten-Antrag ohne Not hinauszuzögern.
Es ist jedem Betroffenen zumutbar, den Reha-Antrag unverzüglich zu stellen und wenn einem die Krankenkasse auch noch beim Ausfüllen behilflich ist, erst recht.

Diese Hinauszögerungstaktiken sind einfach nur asozial und sollten bußgeldpflichtig werden.

MfG

von
James Williams

Zitiert von: Fortitude one

Hallo Diplomingenieur,

ganz so einfach erhält man eine unbefristete EMR nicht. Sie wurden (Leistungsfähigkeit) vom medizinischen Dienst der DRV unter 3 Stunden eingestuft. Und eine unbefristete EMR sind äußerst die Ausnahme. Viele Antragsteller erhalten eine befristete EMR und sehr viele gar keine. Sie können froh sein, dass es die EMR gibt und das zu Ihren Gunsten mit einer Zurechnungszeit von 17 Jahren. Normalerweise hätten Sie locker 500 Euro weniger. Und würden wir in der USA wohnen, dann hätten wir nichts zu Lachen. Mich mit eingeschlossen. Ich beziehe auch die EMR. Lassen Sie alles mal sacken und bekloppt sind Sie nicht. Und warum sollen Sie sich die Kugel geben. Glauben Sie mir das Leben ist viel zu schön und halten sich immer vor Augen, dass es Menschen gibt, denen es viel schlechter geht. Was ist Ihnen wichtiger das Materielle wie z, b, ein Porsche vor der Haustür oder Ihre Gesundheit?

Was verbreiten Sie hier für Unwahrheiten.
Auch in den USA bekommt man Rente wenn man krank ist und eingezahlt hat.
Nennt sich nur anders.
Funktioniert aber im Prinzip wie in Deutschland.
Erst informieren und dann schreiben und nicht gleich nach dem Motto in Amerika gibt es keine soziale Absicherung.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
W*lfgang

Zitiert von: Schorsch
Diese Hinauszögerungstaktiken sind einfach nur asozial und sollten bußgeldpflichtig werden.
...vielleicht sollte man auch die gesetzliche Widerspruchsfrist gleich auf 1 Tag verkürzen - wer sich innerhalb von 1 Monat nicht entscheiden kann, ist einfach asozial und bußgeldpflichtig, wenn er erst am letzten Tag seiner gesetzlichen zustehenden Fristen sein Rechte wahrnimmt. Aus welchen Gründen auch immer ...DAFÜR sind Fristenregelungen da!

Vielleicht denkt der Gesetzgeber mal über bußgeldpflichtige 'unsinnige' Beiträge in Foren nach - mit Nulltoleranzzeit nach Veröffentlichung *g

Gruß
w.

von
Schorsch

Zitiert von: W*lfgang

Vielleicht denkt der Gesetzgeber mal über bußgeldpflichtige 'unsinnige' Beiträge in Foren nach - mit Nulltoleranzzeit nach Veröffentlichung *g

Dann hätten Sie aber verdammt schlechte Karten, @W*lfgang....;-)

MfG

von
Carmen

Zitiert von: Schorsch

Es ist jedem Betroffenen zumutbar, den Reha-Antrag unverzüglich zu stellen und wenn einem die Krankenkasse auch noch beim Ausfüllen behilflich ist, erst recht.

Unverzüglich = ohne schuldhafte Verzögerung = Zeit genug vorhanden.
Daher gibt es tatsächlich keinen vernünftigen Grund, das Angebot der Krankenkasse abzulehnen und die total überflüssige zehn Wochen-Regelung auszureizen.
Zitiert von: W*lfgang

...vielleicht sollte man auch die gesetzliche Widerspruchsfrist gleich auf 1 Tag verkürzen - wer sich innerhalb von 1 Monat nicht entscheiden kann, ist einfach asozial und bußgeldpflichtig, wenn er erst am letzten Tag seiner gesetzlichen zustehenden Fristen sein Rechte wahrnimmt. Aus welchen Gründen auch immer ...DAFÜR sind Fristenregelungen da!

Was für ein unsinniger Vergleich.

Fristenregelungen sind genau dafür da, damit Vorgänge in einem überschaubaren Zeitraum abgeschlossen werden und nicht unendlich lange hinausgezögert werden können.

Während ein Widerspruch nicht einfach so aus dem Ärmel gezaubert werden kann und auch keiner Behörde ein finanzieller Nachteil entsteht, wenn die Widerspruchsfristen voll ausgeschöpft werden, können Reha-Anträge ohne einen nennenswerten Zeitaufwand ausgefüllt werden.
Und wenn die KK-Mitarbeiter, wie im vorliegenden Fall geschehen, nur noch eine Unterschrift des Versicherten benötigen, steht einer unverzüglichen Antragstellung nichts mehr im Wege.
Und die Krankenkasse spart sogar noch Krankengeld.

Warum der Gesetzgeber auf die Idee gekommen ist, dass jemand 10 Wochen Zeit benötigen könnte um einen simplen Reha-Antrag zu stellen, kann ich nicht beurteilen.
Den Betroffenen eine zehnwöchige Bedenkzeit einzuräumen, um möglichst lange im KG-Bezug bleiben zu können, war aber garantiert nicht seine Motivation.

Würde diese "Zehnwochenfrist" durch das Wort "unverzüglich" ersetzt, entstünde Niemandem ein echter Nachteil.
Denn Zeit genug hätte man dann immer noch.

LG

von Experte/in Experten-Antwort

1. Mit dem erteilten Rentenbescheid haben Sie eine soziale Absicherung erhalten.
2. Über weitere Hinzuverdienstmöglichkeiten sollten Sie sich mit der zuständigen Auskunfts- und Beratungsstelle des Rentenversicherungsträgers in Verbindung setzen.