Rente bei 30+ Verträgen

von
Schmidt_

Hallo,

ich habe einen 30+ (30plus) Arbeitsvertrag. Die Grundvergütung bezieht sich auf 30h und laut Vertrag werden Überstunden bis zur 40. Stunde monatlich ausgezahlt. Alle Stunden über 40h/Woche gehen auf das Zeitkonto.

Ältere Kollegen die jetzt in Rente gehen, erzählten mir, dass für die Rentenversicherung nur die Stunden laut Vertrag angesetzt werden. Die Rente sei jetzt niedriger, als wenn ein 40h Vertrag existiert hätte, auch wenn regelmäßig 40h/Woche gearbeitet werden.

In der Lohnabrechnung werden die Überstunden mit Sozialversicherungsbeiträgen belastet.

Dann kann das doch nicht stimmen, oder? Eigentlich zählt doch die eingezahlten Beiträge bzw. daraus resultierenden Rentenpunkte.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

von
Lol

Die Rente errechnet sich plump gesagt aus den Beiträgen wofür Sie entsprechend Rentenpunkte erhalten.

Ob die Beiträge aus einer 40h Woche oder 15h Woche gezahlt werden ist für die Höhe der Rente völlig unerheblich. Wenn Sie 2000€ brutto mit 40h verdienen ist Ihre Rente exakt genauso hoch, wenn Sie im gleichen Zeitraum nur 15h gearbeitet hätten aber auch exakt 2000€ bekommen.

Experten-Antwort

Hallo Schmidt_,

der Antwort von Lol kann ich mich anschließen.

von
Schmidt_

Bei dieser Frage geht es nicht darum, ob jemand 15h oder 40h die Woche arbeitet. Bitte die Frage genau lesen! Es geht hier um eine besondere Vertragssituation.

Hier geht es um die Frage, ob die regelmäßig ausgezahlten Überstunden gleichberechtigt zum Erwerb von Rentenpunkte führen.

Es gab hier bei älteren Kollegen schon mehrmals die Rückmeldung vom Rentenberater der Rentenversicherung: Die Rente wäre bei 30+ Verträgen (wenn regelmäßig 40h gearbeitet wird und ausgezahlt wird) niedriger als mit einem regulären 40h Vertrag.

Angeblich ist die Festlegung im Arbeitsvertrag wesentlich zum Erwerb der Rentenpunkte.

Mein Rechtsverständnis sagte mir bisher: Alle Lohnbestandteile die SV relevant sind, sind gleichberechtigt.

Viele Grüße

von
Mitleser

Zitiert von: Schmidt_
Bei dieser Frage geht es nicht darum, ob jemand 15h oder 40h die Woche arbeitet. Bitte die Frage genau lesen! Es geht hier um eine besondere Vertragssituation.

Hier geht es um die Frage, ob die regelmäßig ausgezahlten Überstunden gleichberechtigt zum Erwerb von Rentenpunkte führen.

Es gab hier bei älteren Kollegen schon mehrmals die Rückmeldung vom Rentenberater der Rentenversicherung: Die Rente wäre bei 30+ Verträgen (wenn regelmäßig 40h gearbeitet wird und ausgezahlt wird) niedriger als mit einem regulären 40h Vertrag.

Angeblich ist die Festlegung im Arbeitsvertrag wesentlich zum Erwerb der Rentenpunkte.

Mein Rechtsverständnis sagte mir bisher: Alle Lohnbestandteile die SV relevant sind, sind gleichberechtigt.

Viele Grüße

Entscheidend für die Berechnung der Entgeltpunkte ist die Jahresmeldung des Arbeitgebers, das sogenannte "SV-Brutto" bzw. "RV-Brutto". Dort finden sich normalerweise die beitragspflichtigen Bruttoverdienste des gesamten Kalenderjahres wieder. Diese Meldungen werden auch regelmäßig einer Betriebsprüf durch die Rentenversicherung unterzogen. Insoweit halte ich die aufgestellten Behauptungen für substanzlos. Der von Ihnen zitierte "Arbeitsvertrag" ist fpr die Rentenversicherung nicht relevant.

von
Mitleser

Ergänzung: Im vorherigen Beitrag war eine "Betriebsprüfung" gemeint, die Rechtsgrundlage findet sich in § 28p SGB IV.

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