Rente für Schwerbehinderte - Mindestversicherungszeit - Berücksichtigungszeiten

von
Grantelbart

Hallo zusammen. Ich komme nicht ganz klar mit dem, was ich im schlauen Netz so finde.
Meine Frau wird dieses Jahr noch 61 und ist zu 100 % schwerbehindert. Angedacht ist, die Rente für Schwerbehinderte unter Inkaufnahme der Abschläge baldmöglichst zu beziehen. Frühestens möglich wäre dies dann wohl ab dem 01.12.2018. Allerdings komme ich hinsichtlich der Mindestversicherungszeit von 35 Jahren nicht zurecht.
Die Rentenauskunft sagt:
- 224 Monate Beitragszeit
- 29 Monate Anrechnungszeit
- 39 Monate Versorgungsausgleich zur Anrechnung auf die Wartezeit

Es gibt 2 Kinder, geboren 1979 und 1998. Das zweite Kind ist in der Rentenauskunft noch gar nicht berücksichtigt.
In der Beitragshistorie sind "Lücken" vom 01.06.1980 bis 14.09.1983, 23.11.1984 bis 28.01.1985, 29.06. bis 31.10.1985 und ab 29.12.1999.
Interessanterweise wird der erste Zeitraum bei den zu "klärenden" Zeiträumen nicht erwähnt (in keinem der Zeiträume lag versicherungspflichtige Tätigkeit oder Selbständigkeit vor).
Die Voraussetzungen für die Zurechnung von Kindererziehungszeiten liegen vor.

Kann man mit diesen Maßgaben schon sagen, ob die Hürde "35 Jahre" genommen wird? Meiner Meinung nach liegen zu den anerkannten 292 Monaten ja noch mindestens die Berücksichtigungszeiten aus den o. g. Lücken vor? Oder denke ich völlig falsch?

von
DRV

Da hier keiner den Versicherungsverlauf vor Augen hat, kann nur gemutmaßt werden, dass die erforderliche Wartezeit erfüllt ist.
Ihre Frau sollte daher schnellstmöglich einen Rentenantrag stellen, da dieser auch eine Kontenklärung beinhaltet.
Einen so kurzfristigen Termin in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung oder einem kommunalen Versicherungsamt zu bekommen dürfte aber schwierig bis unmöglich sein.
Es bleiben aber noch die ehrenamtlichen Versichertenberater oder Versichertenältesten in Ihrer Nähe, deren Adresse und Telefonnummer Sie im Internet auf den Seiten der Rentenversicherung finden.
Diese Umstände hat sich Ihre Frau allerdings selbst zuzuschreiben, da die Kontenklärung schon vor Jahren hätte stattfinden können und dann auch eine aktualisierte, auskunftsfähige Rentenauskunft vorliegen würde.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Versicherte sich erst in letzter Minute um Ihre Rentenangelegenheiten kümmern.
Verstehen muss man so etwas nicht!

von
Grantelbart

Nun ja, erstens geht es nicht um die Frage, was man so versteht, und auch nicht um Bashing von schwerkranken Personen. Schon mal darüber nachgedacht, dass eine Situation "100 % schwerbehindert" nicht angeboren ist, sondern plötzlich neu ins nun potentiell bedrohte Leben tritt?
Und damit sich auch erst ad hoc die Notwendigkeit ergibt, irgend etwas klären zu lassen, wofür man meinte, noch 6 Jahre Zeit zu haben?
Im Übrigen: Die Auskunft "ich weiss auch nicht, und einen Bescheid gibts vermutlich in 3 Monaten" hat man schon beim längst vereinbarten Termin zur Kontenklärung bekommen. Nur wäre hinsichtlich der Aussage "dann zahlen Sie halt die fehlenden Monate nach, wenn nur ein wenig fehlt" betreffend die finanzielle Planung ein wenig mehr als Kaffeesatzleserei hilfreich gewesen.
Kein Vorwurf, denn die Zeit ist begrenzt und man war nett und hilfreich.
Unverständlich, dass man sich einfach eine "Meinung" erhofft an Hand der geschilderten Eckdaten?

An sich geht es ja nur darum: Sind die Berücksichtigungszeiten in der Lage, die bisher nicht belegten Zeiträume (keine Ausschlussgründe vorliegend) zu besetzen und somit die 35-Jahre-Hürde zu nehmen (ich komme da auf gut 150 zusätzliche Monate)?

von
Unwissende

Zitiert von: Grantelbart

An sich geht es ja nur darum: Sind die Berücksichtigungszeiten in der Lage, die bisher nicht belegten Zeiträume (keine Ausschlussgründe vorliegend) zu besetzen und somit die 35-Jahre-Hürde zu nehmen (ich komme da auf gut 150 zusätzliche Monate)?

Hallo Grantelbart,

ja, wenn Ihre Frau die Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung (= jeweils die ersten 10 Jahre nach der Geburt) in vollem Umfang anerkannt bekommt, dann hat Sie ausgehend von Ihrer Sachverhaltsschilderung die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt.

von
Grantelbart

Zitiert von: Unwissende

Hallo Grantelbart,

ja, wenn Ihre Frau die Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung (= jeweils die ersten 10 Jahre nach der Geburt) in vollem Umfang anerkannt bekommt, dann hat Sie ausgehend von Ihrer Sachverhaltsschilderung die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt.

Dankesehr vielmals :)
Wobei ich das so verstanden hatte, dass die Berücksichtigungszeiten "Lücken im Versicherungsverlauf" innerhalb der ersten 10 Jahre nach der Geburt auffüllen, aber für Zeiträume, in denen Beiträge gezahlt wurden, sozusagen "ruhen" und es nicht zu einer Doppelanrechnung kommt. Grundsätzlich also System korrekt verstanden?

von
Unwissende

Zitiert von: Grantelbart

Wobei ich das so verstanden hatte, dass die Berücksichtigungszeiten "Lücken im Versicherungsverlauf" innerhalb der ersten 10 Jahre nach der Geburt auffüllen, aber für Zeiträume, in denen Beiträge gezahlt wurden, sozusagen "ruhen" und es nicht zu einer Doppelanrechnung kommt. Grundsätzlich also System korrekt verstanden?

Korrekt. Jeder Monat kann nur einmal auf die Wartezeit angerechnet werden, daher können Sie nur die bisher unbelegten Monate "füllen".

von
Kaiser

Zitiert von: Grantelbart
Zitiert von: Unwissende

Hallo Grantelbart,

ja, wenn Ihre Frau die Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung (= jeweils die ersten 10 Jahre nach der Geburt) in vollem Umfang anerkannt bekommt, dann hat Sie ausgehend von Ihrer Sachverhaltsschilderung die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt.

Dankesehr vielmals :)
Wobei ich das so verstanden hatte, dass die Berücksichtigungszeiten "Lücken im Versicherungsverlauf" innerhalb der ersten 10 Jahre nach der Geburt auffüllen, aber für Zeiträume, in denen Beiträge gezahlt wurden, sozusagen "ruhen" und es nicht zu einer Doppelanrechnung kommt. Grundsätzlich also System korrekt verstanden?

Du bist der „Checker“. Im Übrigen hätte der Versicherungsverlauf auch schon vor 15 - 20 Jahren geklärt werden können. Dein Hinweis auf die 6 Jahre Zeit ist somit auch nur eine Ausrede dafür, dass man sich erst in letzter Minute um wichtige Angelegenheiten kümmert.
Auch ist ein Forum kein Ersatz für eine schriftliche Rentenauskunft!

von
Madeleine

An sich wollt ich ja nur interessiert mitlesen. Und ich fand auch die frage hier interessant. Warum spielen sich hier welche als blockwarte auf? Wer nichts zur sache zu sagen hat kann doch schweigen wenn ihn die frage stört?
armseliges besserwissertum hilft menschen nicht. glücklich jene die gesund sind.
und da schimpft man über meine generation ... ich hab noch gut 40 jahre zur pension

DANKE denen die sachlich bleiben und danke auch für die frage

Experten-Antwort

Hallo Grantelbart,

nach den geschilderten Umständen könnte die Versicherungszeit von 35 Jahren bei Ihrer Frau erfüllt sein.
Ihre Frau sollte die angeführten Zeiten schnellstmöglich bei Ihrer örtlichen Renten-Servicestelle prüfen lassen und dann auch den Rentenantrag zeitnah stellen.

von
senf-dazu

Wenn die angegebenen Monate so korrekt sind, fehlen noch 128.
Davon werden für das zweite Kind durch Kindererziehungs- und -berücksichtigungszeit bereits 120 Monate erbracht, für das erste Kind werden ab 2019 30 statt nur 12 Monate an Kindererziehungszeit angerechnet, auch die ab 1980 angeführte Lücke wird hierdurch teilweise gefüllt.
Insgesamt sollten die 35 Jahre erreicht werden.