Rente mit 63.

von
Elric

Hallo,

ich bin in folgender Situation. Ich erreiche die "Rente mit 63" am 01.11.2019. Dann hätte ich ca. 47 Beitragsjahre. Ich bin am 16.02.1956 geboren. Nun habe ich mich bei der deutschen Rentenversicherung beraten lassen. Ich bin übrigens im TVöD und bin seit 01.01.1980 in der gleichen Firma beschäftigt. Der Berater hat mir empfohlen, die Rente zum 01.12.2019 zu beantragen, da ich dann nur 78% versteuern muß. In 2020 wären es 80%. Nun empfahl er mir aber auch, erst zum 31.01.2020 zu kündigen, da ich ja je Rentenjahr 6300,- € hinzuverdienen darf. Für 2019 wäre dies quasi das Dezembergehalt, und für 2020 wäre es das Januargehalt. Mit anderen Worten, ich würde 2 Monate Rente UND Gehalt bekommen. Ist dies wirklich so möglich und wie wären hier die Kündigungsfrist bzw. die Beantragung der Rente??

mfG und vielen Dank

Gruß Elric

von
Rentenuschi

Ja, das wäre so möglich. Sie sollten die Rente ca. 3 Monate vor dem gewünschten Beginn beantragen.
Zu den Kündigungsfristen kann ich nichts sagen.

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Elric
Der Berater hat mir empfohlen, die Rente zum 01.12.2019 zu beantragen,

Hallo Elric,

Berater?

...hmm, fragen Sie ihn, warum der bereits zum frühestmögliche/abschlagsfreie Rentenbeginn 01.11.2019 für Sie nicht die bessere finanzielle Lösung wäre? :-) (2x fast volle Rente/zwar ohne VBL im Dez./kommt ab 01.01.2020 - lässt sich spitz rechnen ...die nahezu volle Weihnachtsrente für 2 Monate sollten Sie auf jeden Fall nutzen!).

> Mit anderen Worten, ich würde 2 Monate Rente UND Gehalt bekommen. Ist dies wirklich so möglich

Ist seit 1992 nicht ausgeschlossen - für den vorgezogenen Rentenbezug muss keine Kündigung nachgewiesen werden - sondern nur die Einhaltung einer Hinzuverdienstgrenze, was sich ab 01.07.2017 sehr entscheidend geändert hat (Stichwort Flexirente)

> und wie wären hier die Kündigungsfrist bzw. die Beantragung der Rente??

Kündigungsfrist interessiert die DRV überhaupt nicht. Schauen Sie in Ihren Arbeits-/Tarifvertrag, sprechen Sie mit Ihrer PA ...'Altbeschäftigte' dürfte hier noch 6 Monate Kündigungsfrist haben, ansonsten geht auch (meist) ein Auflösungsvertrag.

-> Rentenantrag = 3 Monate vorher. Da hier keine finanzielle Lücke entstehen würde (und eine Hochrechnung wg. Sonderzahlung/Weihnachtsgeld eher unterbleiben sollte), reicht der Rentenantrag im Dez. aus.

Nachgedanken: wg. VBL hat der Berater vielleicht sogar Weitblick gehabt ...volle Rente schon im Dez. und die VBL setzt ein, dann noch Jan. UND ggf. Febr. im Folgejahr beschäftigt/vergaß den Februar als Beschäftigung noch zu erwähnen ;-), und die VBL läuft dann auch bei minimal gekürzter Altersteilrente entsprechend etwas reduziert weiter ...vielleicht doch ein Rentenfuchs, wenn man alle (Teil)Summen aus Rente + VBL *) zusammenrechnen kann *g

Gruß
w.
*) bei der VBL gibt es einen zuverlässigen Online-Recher, der mit der letzten 'Wasserstandsmeldung' auf den Punkt genau rechnet ...wenn man dann noch die bekannten Malusse einrechnen kann, hat man einen Wimpernschlag später den Auszahlungsbetrag vor Augen.

TIPP: Nachberaten lassen ...oder auch besser zuhören - Flexirente ist so was von 'anstrengend' - für beide Seiten vom Schreibtisch!

Experten-Antwort

Hallo,

Sie dürfen bis zu 6300 Euro im Kalenderjahr neben der Rente hinzuverdienen, ohne das diese gekürzt wird.
Deshalb ist der Rentenbezug schon ab 01.12.2019 möglich.
Bezüglich der Kündigungsfristen müssen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber erkundigen.

von
Heidemarie

Vielleicht ist die jährliche Zuwendung im ÖD auch noch eine Überlegung wert. Diese wird ja nur bei Eintritt in die Rente gezahlt, wenn man am 01.12. noch im Beschäftigungsverhältnis ist, ansonsten also auch nicht anteilig. Verschiebt man den Rentenbeginn auf das nächste Jahr, würde zwar die Zuwendung noch gezahlt werden, wäre aber dann auch zusätzlicher Hinzuverdienst.