Rente mit 63 - warum wurde sie überhaupt eingeführt?

von
Lui14

Hallo und guten Tag,

es wird mal wieder um ein späteres Eintrittsalter (68) in die Rente nachgedacht.

Nach Einführung der Rente mit 63 sind die Rentenexperten nun am lamentieren, dass das Geld für die Zukünftigen Generationen nicht mehr reicht!

Warum wurde überhaupt die Rente ohne Abschläge mit 63 Jahren eingeführt?

Das war doch damals schon ungerecht gegenüber den Leuten die bis 65 Jahre tätig waren.

So um 2010 wurde schon mal über den Rentenanfang mit 67 Jahren nachgedacht.

Alle paar Jahre eine Änderung zeugt nicht gerade von Nachhaltigkeit bei den Rentenberechnungen.

Fragt sich Lui14

von
Opi

Was ist denn daran ungerecht, mit 63 in Rente zu gehen, wenn man die notwendigen Zeiten hat wie jemand mit 65?

Erschließt sich mir nicht.

Weiterhin ist das Umlagesystem der deutschen Rente eines der bestmöglichen Modelle die es weltweit für die Alterssicherung gibt. Problem ist nicht das Modell, sondern die Lasten die den Beitragszahlern zusätzlich aufgebürdet wurden und werden. Vielmehr sollte man das Modell um ALLE in Deutschland arbeiten und wirtschaftenden Personen und Unternehmen erweitern. Ähnliche Modelle gibt es ja in Österreich Schweiz Niederlande Norwegen.

von
Lui14

Damit ist die Frage jedoch nicht beantwortet - warum?

Vor allem, wenn nur ein paar Jahre später um die Rente mit 68 Jahren, die Leute aufgeschreckt werden.

von
Grobi

Zitiert von: Lui14
Damit ist die Frage jedoch nicht beantwortet - warum?

Vor allem, wenn nur ein paar Jahre später um die Rente mit 68 Jahren, die Leute aufgeschreckt werden.

War bestimnt mit bevorstehenden Wahlen verbunden?!

von
EM Bestandsrentner

Zitiert von: Lui14
Hallo und guten Tag,

es wird mal wieder um ein späteres Eintrittsalter (68) in die Rente nachgedacht.

Nach Einführung der Rente mit 63 sind die Rentenexperten nun am lamentieren, dass das Geld für die Zukünftigen Generationen nicht mehr reicht!

Warum wurde überhaupt die Rente ohne Abschläge mit 63 Jahren eingeführt?

Das war doch damals schon ungerecht gegenüber den Leuten die bis 65 Jahre tätig waren.

So um 2010 wurde schon mal über den Rentenanfang mit 67 Jahren nachgedacht.

Alle paar Jahre eine Änderung zeugt nicht gerade von Nachhaltigkeit bei den Rentenberechnungen.

Fragt sich Lui14

Man kann auch hinterfragen warum wurden die Zurechnungszeiten für Neurentner um nun 7 Jahre erhöht obwohl es anscheinend für die Bestandsrentner auch reicht?

Fragt sich ein Betroffener

Experten-Antwort

Hallo Lui14,

mit der Altersrente für besonders langjährig Versicherte ab dem 63. Lebensjahr sollte laut Gesetzesbegründung die jahrzente lange Erwerbstätigkeit, Kindererziehung und Pflege übergangsweise durch einen früheren Rentenbeginn anerkannt werden. Diese langjährig Versicherten hatten in den Augen des Gesetzgebers einen besonderen Beitrag zur damaligen (2014) Stabilisierung der Rentenversicherung beigetragen.

Der Wissenschafliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium sieht allerdings heute, im Jahr 2021, "schockartig steigende Finanzierungsprobleme in der gesetzlichen Rentenversicherung ab 2025" und hat daher die Rente ab 68 vorgeschlagen.

Ob die Rente ab 68 tatsächlich eingeführt wird, ist allerdings noch offen.

Bitte haben Sie im Übrigen Verständnis dafür, dass wir hier im Forum keine "Gerechtigkeitsdiskussionen" führen.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.06.2021, 07:58 Uhr]

von
Lui14

Hallo werter Experte,

ich wollte keine "Gerechtigkeitsdiskussion" hier führen, sondern nur verstehen, warum alle paar Jahre an der Rente geschraubt wird.

Ich durfte noch 51 Jahre berufstätig sein, um 2012 ohne Abzug in Rente gehen zu können.

Das ist erst 9 Jahre her, 2014 war dann plötzlich so viel Geld in der Rentenkasse, dass man nun mit 63 in Rente gehen konnte.

Heute stellt man plötzlich wieder fest, dass die Rücklagen nun rasch abnehmen.

Wie soll die Jugend und die mittleren Jahrgänge, dieses immer wieder auftretende hin und her verstehen - es geht doch um ihre Rente.

Wird man sich also zukünftig, auf diese "Rentenberechnungen", noch weniger verlassen können!?

Gruß und guten Abend

von
Alois

Zitiert von: Lui14

Ich durfte noch 51 Jahre berufstätig sein

Wird man sich also zukünftig, auf diese "Rentenberechnungen", noch weniger verlassen können!?

Es heißt nicht umsonst, dass nichts in Stein gemeißelt ist und das betrifft nicht nur die Rente. Denken Sie bspw. an die Agenda 2010 und wie es davor wahr. Der Staat hat immer reichlich Dinge getan, die dann zu Lasten anderer Kassen gehen. Sie haben 51 Jahre gearbeitet, in den 90ern sind die Leute mit 55 und 90.000 DM Abfindung im Schlepptau in die Vollrente gegangen.

von
Berater

Zitiert von: Lui14
Hallo werter Experte,

ich wollte keine "Gerechtigkeitsdiskussion" hier führen, sondern nur verstehen, warum alle paar Jahre an der Rente geschraubt wird.

Ich durfte noch 51 Jahre berufstätig sein, um 2012 ohne Abzug in Rente gehen zu können.

Das ist erst 9 Jahre her, 2014 war dann plötzlich so viel Geld in der Rentenkasse, dass man nun mit 63 in Rente gehen konnte.

Heute stellt man plötzlich wieder fest, dass die Rücklagen nun rasch abnehmen.

Wie soll die Jugend und die mittleren Jahrgänge, dieses immer wieder auftretende hin und her verstehen - es geht doch um ihre Rente.

Wird man sich also zukünftig, auf diese "Rentenberechnungen", noch weniger verlassen können!?

Gruß und guten Abend

Das sind doch politische Entscheidungen, die jeder Einzelne durch seine Wahlentscheidung beeinflusst.
Leider kann man bei den aktuellen Parteien und deren Politikern nur zwischen Pest und Cholera wählen, aber das ist nicht Thema dieses Forums.

von
Nicht sehr überzeugend

Zitiert von: Lui14
Hallo werter Experte,

ich wollte keine "Gerechtigkeitsdiskussion" hier führen, sondern nur verstehen, warum alle paar Jahre an der Rente geschraubt wird.

Wenn man das Wort "ungerecht" in den Ring wirft (s. o.), provoziert man allerdings eine Gerechtigkeitsdiskussion.

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