Rente neu beantragen, obwohl ein Rentenbescheid vorliegt und die Hinzuverdienstgrenze überschritten ist

von
Schmid Richard

Ich werde im November 63 Jahre und habe seit 1.7.2014 einen Rentenbescheid wegen Schwerbehinderung. Diese Rentenbescheid enthält einen Abschlag von 10,8 % weil ich sie vorzeitig beantragt habe (60,5 Jahre statt 63,5 Jahre).
Im Juni 2015 habe ich wieder eine Vollzeitbeschäftigung aufgenommen und die Rente ist jetzt komplett weggefallen, weil ich die Hinzuverdienstgrenze überschritten habe. Voraussichtlich wird die Vollzeitbeschäftigung noch bis November 2017 dauern.
Kann ich dann eine Rente mit 63 beantragen? Ich arbeitete seit meinem 15. Lebensjahr ohne Unterbrechung bis 30.6.2014. Würde dann der Abschlag entfallen?
Vielen Dank für die Hilfe.
Richard

von
W*lfgang

Zitiert von: Schmid Richard
Im Juni 2015 habe ich wieder eine Vollzeitbeschäftigung aufgenommen und die Rente ist jetzt komplett weggefallen
Schmid Richard,

beim Wegfall einer vorgezogenen Altersrente sind die Voraussetzungen für eine 'neue' Altersrente zum Antragsdatum erneut zu prüfen/zu erfüllen.

Natürlich werden Sie bei Wegfall Beschäftigung/Einhaltung der Hinzuverdienstgrenzen wieder die Voraussetzungen für die AR/Schwerbehinderung erfüllen - die Rente beginnt erneut. Und nein, der bisherige Abschlag auf die bereits geminderten Entgeltpunkte (also die bisherige Kürzung) bleibt auch bei einer Folge-Altersrente erhalten ...lediglich die neu erworbenen Rentenansprüche/Entgeltpunkte aus der Vollbeschäftigung könnten einen (kleinen) Mehrbetrag bedeuten - rechnen Sie erst mal nicht mit mehr ...kleiner kann die Folge-Altersrente aber in Ihrem Fall auch nicht werden.

Vielleicht 'rechnet' sich es etwas, die Beschäftigung weiter laufen zu lassen, um anschließend einen kleinen Rentenmehrbetrag erhalten zu können. Dafür sollten Sie aber Rat vor Ort einholen/Probeberechnungen erstellen lassen.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Bei Einhaltung der Hinzuverdienstgrenze besteht wieder ein Rentenanspruch. Hierfür ist erneut ein Rentenantrag zu stellen.
Für die bisher in Anspruch genommenen Entgeltpunkte verbleibt es bei dem Abschlag von 10,8 %.
Für die Entgeltpunkte aus der bis November 2017 ausgeübten Beschäftigung ergibt sich ein geringerer bzw. gar kein Abschlag.
Bezüglich der detaillierten Auswirkungen auf die Höhe Ihrer Rente, wenden sich Sie bitte zu gegebener Zeit direkt an Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger.

von
Manuel

Ich muss meinen Vorrednern widersprechen. Zwar bleibt der Abschlag Abschlag bei einer neuen Rente auf die, Ihrer bisherigen Rente zugrunde gelegten Entgeltpunkte erhaltenn, allerdings sinkten die Abschläge um jeden Monat in dem Sie die Rente dann doch nicht erhalten haben.
Wenn der Rentenanspruch also zum Juni 2015 komplett weggefallen ist, haben Sie sofern Sie die Rente frühestens mit 63 + 2 Monaten in Anspruch nehmen und die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt haben, lediglich für die 11 Monate (3,3 %) Abschläge.

von Experte/in Experten-Antwort

Vielen Dank Manuel.
Ihre Ausführungen sind zutreffend.
Die Altersrente für Schwerbehinderte wurde nur 11 Monate bezogen. Die dieser Altersrente zugrundeliegenden Entgeltpunkte unterliegen bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte (frühester Beginn mit 63 J. + 2. Mon. = 01.02.2017) nur einem Abschlag vom 3,3 %.