Rente und Beamtenpension

von
Jens

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Polizeibeamter und habe zuvor über fünf Jahre als Angestellter Handwerker in Rentenkasse einbezahlt. Weiterhin leiste ich seit ca. 4 Jahren freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung.
Derzeit ist mein Pensionsalter auf 62 Jahre festgelegt. Zu diesem Zeitpunkt werde ich die 40 Jahre Dienstzeit für die volle Pensionshöhe erreicht haben.
Meine Fragen:
Mit derzeit 67 wird meine gesetzliche Rente mit der Pension verechnet.
Kann ich die gesetzliche Rente schon eher beantragen, zb. mit 63 oder 65?
Werden dann meine Ansprüche aus den freiwilligen Beiträgen ebenfalls gekürzt?

Experten-Antwort

Hallo Jens,

damit Sie eine Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze erhalten können, z. B. ab 63 bei der Altersrente für langjährig Versicherte, benötigen Sie 35 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten. Bislang haben Sie nach Ihren Angaben erst gute 9 Jahre zurückgelegt. Ob Sie die 35 Jahre noch erreichen können, kann ich aufgrund Ihrer Angaben nicht beurteilen.

Bei Fragen zu einer eventuellen Kürzung Ihrer Beamtenpension wenden Sie sich bitte an Ihre Versorgungsdienststelle.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Opi

62 und 40 Dienstjahre voll also seit 22.

Davor 9 Jahre davon 5 Jahre Angestellter und 4 Jahre freiwillige Beiträge.

Also als Sie 13 Jahre alt waren haben Sie begonnen? Oder 5 Jahre ab 17 und haben Sie dann bereits als Beamter angefangen freiwillige Beiträge einzuzahlen?

Freiwillig gezahlte Beiträge führen zu einer Rente die grundsätzlich nicht auf die Pension angerechnet wird. Fragen Sie hierzu Ihre Versorgungsstelle.

von
Siehe hier

Zitiert von: Opi
62 und 40 Dienstjahre voll also seit 22.

Davor 9 Jahre davon 5 Jahre Angestellter und 4 Jahre freiwillige Beiträge.

Also als Sie 13 Jahre alt waren haben Sie begonnen? Oder 5 Jahre ab 17 und haben Sie dann bereits als Beamter angefangen freiwillige Beiträge einzuzahlen?
...

Zwischen 'davor' und 'zuvor' gibt es aber einen Unterschied:

"...habe zuvor über fünf Jahre als Angestellter Handwerker in Rentenkasse einbezahlt. Weiterhin leiste ich seit ca. 4 Jahren..."

Also wohl eher mit 17 angefangen zu bezahlen (Handwerkerausbildung)

von
W°lfgang

Zitiert von: Jens
Weiterhin leiste ich seit ca. 4 Jahren freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung.

Hallo Jens,

Sinn dahinter, wenn die nur erforderlichen 5 Jahre für die Regelaltersrente 67 bereits erreicht sind - und Ihnen letztendlich nur der Rentenanteil aus diesen freiwilligen Beiträgen ohne Pensionskürzung erhalten bleibt??

Ggf. die steuerliche Komponente/Absetzbarkeit für die freiwilligen Rentenbeiträge <- dazu werden Sie sich hoffentlich vorher via Steuerberater informiert habe ...und wann sich die freiwilligen Beiträge im Rahmen der folgenden Rentenauszahlung wieder 'rentiert' haben.

Gruß
w.

von
Walter

Die DRV berät nur ungern Beamte.

Deshalb auch hier der Hinweis auf:
Vorübergehende Erhöhung des Ruhegehaltssatzes
z.B. https://www.steuernetz.de/gesetze/beamtvg/14a

Ähnliche Regelungen bestehen auch für andere Landesbeamte.

"Beamtinnen und Beamte, die vor dem Beamtenverhältnis eine versicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt haben und hieraus bei Eintritt in den Ruhestand noch keine Rente erhalten, können für die Zeit bis zur Rentenzahlung auf Antrag eine vorübergehende Erhöhung ihres Ruhegehaltssatzes erhalten, wenn dieser noch nicht 66,97 % beträgt."

von
KSC

Lieber Walter, das hat mit gern oder ungern nichts zu tun!

Über die gesetzliche RV berät jeder Berater einen Beamten genauso gerne wie jeden anderen; im Gegenteil: die Beamtenberatung ist in aller Regel ganz einfach, weil es meist nur die Regelaltersrente gibt, weil meist keine 35 Jahre vorhanden sind und kein EM Schutz gegeben ist.

Wenn der oder die Beamte/in dann aber die Pension erklärt haben will weil er/sie (geschiedene Lehrerin mit Doppelname) partout nicht verstehen will dass diese kein DRV Beratungsinhalt ist, dann kommt durchaus das berechtigte Gefühl auf der Berater/in habe keine Lust und macht das nicht gerne.

von
Walter

Den Hinweis auf diese Leistung des Dienstherrn könnte auch die DRV erbringen. Ob dieser zutrifft, muss derjenige natürlich selber klären.

Von sich aus erbringt der Dienstherr auch nicht den Hinweis auf diese Leistung. Ich würde mich nicht wundern, wenn in 50-80% der Fälle diese Leistung nicht beantragt wird. Man könnte das auch ganz einfach automatisch regeln, aber natürlich nicht in dieser Bananenrepublik.

von
Jonny

Zitiert von: Walter
Den Hinweis auf diese Leistung des Dienstherrn könnte auch die DRV erbringen. Ob dieser zutrifft, muss derjenige natürlich selber klären.

Von sich aus erbringt der Dienstherr auch nicht den Hinweis auf diese Leistung. Ich würde mich nicht wundern, wenn in 50-80% der Fälle diese Leistung nicht beantragt wird. Man könnte das auch ganz einfach automatisch regeln, aber natürlich nicht in dieser Bananenrepublik.

Könnte die DRV natürlich schon, ist aber nicht ihre Aufgabe! Und der von KSC erwähnte bewanderte Beamte/Angestellte der DRV macht das auch!

Oder weist der Dienstherr, der noch nicht einmal selbst auf den § 14a BeamtVG hinweist, etwa auch darauf hin, dass Sie zu der Rente als Beihilfeberechtigter auch einen Beitragszuschuss der Rentenversicherung erhalten können und Sie diesen aber bitte auf 40 € monatlich begrenzen sollen, damit Ihnen nicht die Beihilfe durch die Lappen geht?

von
Ist es nicht so ?

dass Polizeibeamte schon mit 55 Jahren in Pension gehen ?

von
Ist es nicht so...

...dass das mit der gesetzlichen RV überhaupt nichts zu tun hat?

Auch dieser Polizeibeamte wird die RegelAR von der DRV erst mit 65 plus erhalten (sofern er keine 35 Versicherungsjahre aufweist....

von
Walter

@Jonny
Es hat schon was mit der DRV zu tun, denn diese hat Altersgrenzen, die mit anderen Systemen nicht vereinbar sind.

Dazu muss man die DRV auch loben, die Beratung ist bei vielen komplizierten Sachverhalten immer recht gut. Beim Dienstherr gibt es oftmals so gut wie keine Beratung. Meine Mutter hatte mal eine Versorgungsauskunft angefordert. 3 Jahre später war nach mehrmaligem Anrufen keine da und sie war dann schon in Pension.

Die Regel mit der Beihilfe haben übrigens viele Dienstherrn bereits gestrichen.

von
Jens

Mahlzeit.
Vielleicht habe ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt.
Ich bin mit 16 in die Handwerkerlehre gegangen und habe inklusive Lehre etwas über fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung Pflichtbeiträge eingezahlt. Danach war ich 12 Jahre Bundeswehrsoldat und bin fließend und die Ausbildung bei der Polizei übergegangen. Ich bin 45 Jahre alt.

Seit 4 Jahren zahle ich freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Werde natürlich nicht auf die Mindesteinzahldauer von 35 Jahren kommen.
Meine Frage: Kann ich trotzdem schon vorzeitig die Rente meiner freiwillig eingezahlten Beiträge abrufen oder geht das nicht?
Wenn es geht, werden diese auch gekürzt? Wäre aber unlogisch.

Danke für ihre Bemühungen.

Experten-Antwort

Hallo Jens,

aus Ihrer weiteren Anfrage ist leider nicht ersichtlich, ob Sie bereits einmal eine Kontenklärung bei Ihrem Rentenversicherungsträger beantragt haben.
Mit einer Rentenauskunft nach durchgeführter Kontenklärung werden Ihnen Aukünfte zu allen Rentenarten hinsichtlich der erforderlichen Anspruchvoraussetzungen erteilt; auch wann Sie in Rente gehen können und ob Sie versicherungsrechtlich die Voraussetzungen erfüllen.
Einen vorzeitige Inanspruchnahme einer Rente aufgrund der gezahlten freiwilligen Beiträge ist nicht möglich.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
senf-dazu

Zitiert von: Jens
... Wenn es geht, werden diese auch gekürzt? Wäre aber unlogisch. ...

Eigentlich ist es so, dass eine Rente aufgrund der Beiträge (Pflicht oder freiwillig) gezahlt wird. Eine Kürzung findet ggf. nur aufgrund eines vorzeitigen Bezugs statt (siehe dazu "Zugangsfaktor").

Ob eine Versorgung des Dienstherren dann möglicherweise aufgrund einer parallel bezogenen gesetzlichen Rente reduziert wird, ist eine andere Sache und allein von den Regelungen der jeweiligen Beamtenversorgung abhängig.
Es wäre ja theoretisch möglich, dass eine Zeit mit Pflichtbeiträge auch als ruhegehaltsfähig anerkannt wurde und sich daher in beiden Systemen auswirkt. Daher wird hier evtl. begrenzt, aber eben vom Dienstherrn und nicht von Seiten der gesetzlichen Rentenversicherung.

von
W°lfgang

Zitiert von: Jens
Seit 4 Jahren zahle ich freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Werde natürlich nicht auf die Mindesteinzahldauer von 35 Jahren kommen.
Meine Frage: Kann ich trotzdem schon vorzeitig die Rente meiner freiwillig eingezahlten Beiträge abrufen oder geht das nicht?

Jens, NEIN!

Für eine _vorgezogene_ Altersrente (Alter 63, bei GdB 50 ab 62) benötigen Sie 35 Versicherungsjahre. Eine 'Beschränkung'/Auszahlung auf "ich will nur für meine freiwilligen Rentenbeiträge eine vorzeitige Rente" ist NICHT möglich – gab es nie ...kommt auch nie, einfach ein 'Rentensparbuch' auszahlen zu lassen ← Ihre Beiträge stehen da als auszahlungsfähiges Kapital nirgendwo bei DRV gebunkert (die ist keine Bank mit Kapitaleinlage/das rufe ich jetzt mal ab), die/Ihre Beiträge sind längst weg ...an Omma/Oppa/die Eltern /alle anderen Rentenempfänger längst für deren Rente ausgezahlt :-)

Sie haben Sich mit den freiwilligen Beiträgen lediglich zusätzliche 'Entgeltpunkte' eingekauft, die zum frühestmöglichen Rentenbeginn (67) dann in EUR für Ihre Rente umgerechnet werden - ganz einfach also: zum FRÜHESTMÖGLICHEN Rentenbeginn/IHR frühestmöglicher Rentenbeginn

Nachgefragt: Ernsthaft, wer hat Sie zur freiwilligen Versicherung in der DRV animiert/Grund dafür?

UND, warum lassen Sie die freiwillige Versicherung/Beitragszahlung weiterlaufen?

Gruß
w.

von
Berater

Ich frage mich auch, aus welchen Gründen Sie freiwillige Beiträge einzahlen.
Bevor man so etwas macht, informiert man sich doch über den Rentenstand, den Rentenbeginn und sonstige Eventualitäten (z.B. Auswirkungen auf die Pension). Freiwillige Beiträge werden z.B. nicht auf die Pension angerechnet, aber das wird Ihnen Ihre Versorgungsstelle doch auf Nachfrage sicher schon mitgeteilt haben.

von
W°lfgang

Zitiert von: W°lfgang
Nachgefragt: Ernsthaft, wer hat Sie zur freiwilligen Versicherung in der DRV animiert/Grund dafür?
UND, warum lassen Sie die freiwillige Versicherung/Beitragszahlung weiterlaufen?

Jens???

...Interesse verloren? ...oder die (Mozart-)Kugel in den Kopf ob der unausgegoren Idee/freiwillige Beiträge, geschossen?

Gruß
w.

von
Teacher

Zitiert von: KSC
geschiedene Lehrerin mit Doppelname
Was haben Sie gegen mich? Gez.Dorothea Franske-Bömmelmann aus Üxter im Eppeneppedeppekreis in Butzlar an der Knatter, Lehrerin für Nadelarbeit, 3.Klasse

von
Modi1969

Hallo,

wie schon mehrfach zuvor geschrieben, werden Ihnen die freiwilligen Beiträge wohl keine vorzeitige Rentenzahlung ermöglichen, weil Sie die hierzu erforderliche Mindestversicherungszeit von 35 Jahren nicht erreichen (Beamtenjahre zählen -sofern keine Nachversicherung wegen unversorgtem Ausscheiden aus Beamtenverhältnis eintritt-nicht mit).
Sie steigern sich lediglich durch die freiwilligen Beiträge Ihre Altersrente (1 Euro Monatsrentenzuwachs kostet da. 220 Euro Monatsbeitrag-wo kriegt man heute bei privaten Anbietern solche Verrentungsfaktoren?) und - heutige Rechtslage im Rentenalter unterstellt - bekommen dann einen höheren Zuschuss zur privaten Krankenversicherung aus der Rente (derzeit knapp 8 %). Sie sparen durch die Einzahlung in die RV Steuern (2021 zu 92 % zu berücksichtigen), kriegen also ggf. einen Teil der Einzahlungen dann über die Steuer wieder raus. Trotz allem gehen Sie eine Wette auf Ihre fernere Lebenserwartung ein - so 15 Jahre sollten Sie die Rente schon beziehen. Der Teil der Rente, der auf den freiwilligen Beiträgen beruht, wird i.dR. nicht auf die Pension angerechnet - schriftliche Anfrage beim Versorgungsträger bringt Klarheit.

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