Rentenbeiträge Selbständigkeit (pflichtversichert)

von
names

Guten Tag,

ich bin selbständig tätig und gehöre zu der Gruppe der Versicherungspflichtigen (freiberuflicher Dozent).
Bisher hatte ich meine Tätigkeit immer als Nebenjob (heißt: neben dem Studium) ausgeführt, daher nie die Grenze der 450 Euro überhaupt erreicht. Nun möchte ich es mit der Dozententätigkeit Vollzeit versuchen. Hatte schon einen Termin bei der RV, aber so richtig kam nichts dabei heraus. Wann muss ich denn die ersten Beiträge zahlen? Der Berater meinte, ich könne ja erst Ende des Jahres wissen, wie viel ich zahlen muss. Mein Einkommen pro Monat schwankt tatsächlich sehr stark, aber heißt das jetzt, dass ich so lange die ungefähren Beiträge für dieses Jahr spare..und dann wird alles auf einmal rückwirkend gezahlt, oder wie läuft das? Und wann genau melde ich mich dann dort wieder?

Vielen Dank für Infos im Voraus!

Experten-Antwort

Hallo,

haben Sie sich bereits bei der Rentenversicherung als selbständiger Dozent gemeldet und einen Bescheid wegen Geringfügigkeit erhalten? D.h. einen Bescheid, dass Sie nicht zahlen müssen da Ihr Einkommen unter 5.400 Gewinn im Jahr beträgt?

Dann müssen Sie sich erst melden, wenn Ihr Steuerbescheid vorliegt und aus diesem ein Gewinn von über 5.400 EUR jährlich hervorgeht. Die Beiträge werden dann nicht rückwirkend, sondern für die Zukunft auf Grundlage des Steuerbescheides berechnet (bei einkommensgerechter Zahlung).

Sollten Sie bisher noch nicht aktenkundig sein, d.h. Ihrer Meldeplicht noch nicht nachgekommen sein und bisher keinen Bescheid über Ihre Selbständigkeit erhalten haben, so sind Sie verpflichtet, sich unverzüglich zu melden. Hierzu senden Sie den Vordruck V020 ein.
In diesem können Sie Ihr zukünftiges jährliches Einkommen schätzen. Schätzen Sie, dass Ihr Gewinn 2019 über 5.400 EUR liegt, dann wird der Beitrag auf Grundlage Ihrer Schätzung berechnet. Sobald dann ein Steuerbescheid vorliegt, wird dieser für die zukünftige Berechnung als Grundlage genommen.

Ggfs. sollten Sie nochmal die persönliche Beratung aufsuchen (u. Umständen bei einem anderen Berater*in)

von
names

Herzlichen Dank für die schnelle Antwort!

Nein, ich habe zwar schon Rentenbeiträge durch eine vorübergehende Angestelltentätigkeit gezahlt, aber mit der Selbständigkeit bin ich noch nicht aktenkundig. Der Berater meinte nur, ich könne/solle mich zwischendurch freiwillig versichern.
Können mir hier durch die späte Meldung Probleme entstehen? Ich kann aber per Steuerbescheid nachweisen, dass ich nie über die 5400 Gewinn im Jahr gekommen bin.

Also, wenn ich das richtig verstehe: Anhand der letzten Steuerbescheide melde ich mich und lasse mich befreien. Wenn ich dann dieses Jahr doch schon über die 5.400 kommen sollte, müsste ich aber für dieses Jahr noch keine Beiträge zahlen, erst dann nachdem der Steuerbscheid vorliegt? Ich müsste nichts nachzahlen (für 2019)?

Und eine letzte Frage noch: Welcher Betrag auf dem Steuerbescheid ist für die RV-Beitragsbemessung maßgeblich? 1) Gesmatbetrag der Einkünfte oder 2) Einkommen/ zu versteuerndes Einkommen (->Betrag nach Abzug der KV und PV Beiträge)
(so oder so lag ich bisher immer unter 5.400, aber ganz klar war mir die Berechnung trotzdem noch nicht).

Vielen Dank! Ich werde auch versuchen, nochmal mit einem anderen Berater sprechen zu können.

von
DRV

Wenn Sie es versäumt haben, Ihre selbständige Tätigkeit innerhalb von 3 Monaten nach Aufnahme Ihrem zuständigen Rententräger zu melden und es stellt sich heraus, dass der steuerliche Gewinn die Geringfügigkeitsgrenze überschritten hat, könnten von Ihnen Nachzahlungen verlangt werden.

von
names

Danke für die Rückmeldung, aber eine Überschreitung der 5.400 liegt wie gesagt nicht vor.
Würde mich auch noch über Antworten zu meinem letzten Post freuen, vielen Dank.

von
names

Zitiert von: names
Herzlichen Dank für die schnelle Antwort!

Nein, ich habe zwar schon Rentenbeiträge durch eine vorübergehende Angestelltentätigkeit gezahlt, aber mit der Selbständigkeit bin ich noch nicht aktenkundig. Der Berater meinte nur, ich könne/solle mich zwischendurch freiwillig versichern.
Können mir hier durch die späte Meldung Probleme entstehen? Ich kann aber per Steuerbescheid nachweisen, dass ich nie über die 5400 Gewinn im Jahr gekommen bin.

Also, wenn ich das richtig verstehe: Anhand der letzten Steuerbescheide melde ich mich und lasse mich befreien. Wenn ich dann dieses Jahr doch schon über die 5.400 kommen sollte, müsste ich aber für dieses Jahr noch keine Beiträge zahlen, erst dann nachdem der Steuerbscheid vorliegt? Ich müsste nichts nachzahlen (für 2019)?

Und eine letzte Frage noch: Welcher Betrag auf dem Steuerbescheid ist für die RV-Beitragsbemessung maßgeblich? 1) Gesmatbetrag der Einkünfte oder 2) Einkommen/ zu versteuerndes Einkommen (->Betrag nach Abzug der KV und PV Beiträge)
(so oder so lag ich bisher immer unter 5.400, aber ganz klar war mir die Berechnung trotzdem noch nicht).

Vielen Dank! Ich werde auch versuchen, nochmal mit einem anderen Berater sprechen zu können.

Diesen Post meine ich. Kann noch jemand helfen? Viele Dank!

von
W*lfgang

Zitiert von: Experte/in
haben Sie sich bereits bei der Rentenversicherung als selbständiger Dozent gemeldet und einen Bescheid wegen Geringfügigkeit erhalten? D.h. einen Bescheid, dass Sie nicht zahlen müssen da Ihr Einkommen unter 5.400 Gewinn im Jahr beträgt? (...)

Sollten Sie bisher noch nicht aktenkundig sein, d.h. Ihrer Meldeplicht noch nicht nachgekommen sein

Nachgefragt:

Besteht neuerdings eine allgemeine Meldepflicht für nur geringfügig versicherungspflichtige Selbständige?

Gruß
w.

von
chi

Zitiert von: names
Welcher Betrag auf dem Steuerbescheid ist für die RV-Beitragsbemessung maßgeblich? 1) Gesmatbetrag der Einkünfte oder 2) Einkommen/ zu versteuerndes Einkommen (->Betrag nach Abzug der KV und PV Beiträge)

Keiner von beiden (dort gehen ja auch andere Einkunftsarten ein, wie z.B. Vermietung/Verpachtung), sondern der Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit. Sonderausgaben werden nicht abgezogen; bei einem Angestellten ist ja auch das Bruttoentgelt maßgeblich.

von
W*lfgang

Zitiert von: chi
bei einem Angestellten

Neugierig: Was sind 'Angestellte'? ...müssen die sich irgendwo anstellen - um nicht umzufallen/wie Schaufensterpupp*Innen ;-)

Gruß
w.

von
chi

Besser Anstellung als Abstellgleis. ;-)

Experten-Antwort

Hallo names,

wie "chi" schon geschrieben hat, ist der Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit maßgebend.

Sonstige Einkommensarten (wie zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) werden nicht berücksichtigt.

von
names

Ich bedanke mich noch einmal vielmals!