Rentenberechnung Altersrente + Unfallrente Arbeitsunfall aus 1985 DDR

von
Jonny

Zitiert von: Suchend
@ Jonny

Ihr Beitrag lässt mir gar keine Ruhe, da im Ergebniss unerwartet in naher Zukunft Entscheidungen zu treffen sind.
Würden Sie bitte die Berechnung der "Bandbreite", also das Fenster der pEP, in diesem Fall zwischen 36,8800 und 49,3328, beschreiben? Ich würde gerne wissen, wie das Fenster 1.Hj 2022 aussieht, bzw. dieses selbst auf dem laufenden halten wollen.
Bei einem jetzigen EP von >50 wäre die Teilzeit, soweit möglich, eine Option und gesundheitlich wirklich nützlich.

Vielen Dank!

Die Bandbreite ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wobei ich einmal Besonderheiten der knappschaftlichen Rentenversicherung außer Acht lasse.

Untere Bandbreite
70 % des Jahresarbeitsverdienstes
abzüglich zu berücksichtigende Rente aus der UV, wobei diese wiederum vom Jahresarbeitsverdienst und dem Freibetrag nach dem MdE-Grad abhängt.

Obere Bandbreite
70 % des Jahresarbeitsverdienstes

Der Jahresarbeitsverdienst - in diesem Fall also der einheitliche – entwickelt sich entsprechend den Anpassungsfaktoren in § 4 Abs. 2 der jeweiligen Rentenwertbestimmungsverordnung, das war zum 1. Juli 2017 der Faktor 1,0359 für die Anpassung der UV-Renten (OST). Dieser entspricht wiederum dem Prozentsatz der Anpassung der GRV-Renten (OST).

Das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz vom 17. Juli 2017 schreibt bereits in § 255a SGB VI ein bestimmtes Verhältnis des aktuellen Rentenwerts (OST) zum aktuellen Rentenwert (WEST) vor. Für das 1. Halbjahr 2022 ist in Absatz 1 ein Wert von 97,9 Prozent des Westwertes vorgesehen, der kann sich aber nach Absatz 2 noch (nach oben) ändern.

Auch der Freibetrag (schon ein WEST-Wert seit 2011) ist von der Anpassung der Renten und einer Rundung jeweils auf volle Eurobeträge abhängig.

Da ich kein Hellseher bin, vermag ich keine konkreten Werte zu nennen. Da sollte man die Entwicklung besser noch abwarten.

Beste Grüße
Jonny
P.S. Wahrscheinlich wird mir dieser Beitrag wieder den Titel "Fachidiot" einbringen.

von
Suchend

Zitiert von: Jonny

P.S. Wahrscheinlich wird mir dieser Beitrag wieder den Titel "Fachidiot" einbringen.

Also von mir werden Sie das nicht hören ... Ganz im Gegenteil, ich bin sehr dankbar, dass mir geholfen wird. Selbst wenn ich mich etwas "Strecken" muss, mach ich das gerne solange es der Sache dient. Ich kann doch nicht erwarten, das mir hier wie für einen 4 Jährigen geantwortet wird. Sie haben schon so 2 A4-Seiten geschrieben. Schließlich wurde auf Freizeit verzichtet um mir zu antworten. Solange man mir nicht wegen Nachfragens Dummheit vorwirft ...
Wieso kommen Sie zu so einer Vermutung? (iritiert)
Ein wenig "komisch" sind Manche hier drauf, dass merkte ich schon gleich bei der ersten Antwort zu meinem Thema. Was soll's ...

Scheinbar haben Sie unangenehme Erfahrungen gemacht. Das tut mir leid.
Ich für meinen Teil bin Ihnen sehr dankbar.
Für mich haben Sie einen ganz neuen Betrachtungswinkel eröffnet, bei anderen wird es vielleicht dunkel.

von
Suchender

Zitiert von: Jonny

Untere Bandbreite
70 % des Jahresarbeitsverdienstes
abzüglich zu berücksichtigende Rente aus der UV, wobei diese wiederum vom Jahresarbeitsverdienst und dem Freibetrag nach dem MdE-Grad abhängt.

Obere Bandbreite
70 % des Jahresarbeitsverdienstes

Der Jahresarbeitsverdienst - in diesem Fall also der einheitliche – entwickelt sich entsprechend den Anpassungsfaktoren in § 4 Abs. 2 der jeweiligen Rentenwertbestimmungsverordnung, das war zum 1. Juli 2017 der Faktor 1,0359 für die Anpassung der UV-Renten (OST). Dieser entspricht wiederum dem Prozentsatz der Anpassung der GRV-Renten (OST).

Dieser Sachverhalt ist jetzt klar.
Mit Bezug auf den Renteneintritt: Die Aussage weiter oben war sinngemäß, liegt der errechnete Wert innerhalb der Bandbreite lohnt sich ein Weiterarbeiten im Hinblick auf die zu erwartende Gesamtrente (AR+UR)! Liegt der Wert außerhalb - nicht! Korrekt? Wenn das stimmt, lassen sich 1.) die Abschlagsbeträge (z.B.10,8%) einfach so auf die pEP rechnerisch übertragen, z.B.50 EP - 10,8% = 44,6 EP (passt in die Bandbreite -> Entscheidung nicht aufhören) oder müssen 2.) erst tatsächlichen €-Beträge gebildet werden!

Im Übrigen gibt es neben der Rente noch andere Faktoren, die hier aber nicht das Thema sind.

Vielen Dank für die Bemühungen!

von
Jonny

Zitiert von: Suchender
Zitiert von: Jonny

Untere Bandbreite
70 % des Jahresarbeitsverdienstes
abzüglich zu berücksichtigende Rente aus der UV, wobei diese wiederum vom Jahresarbeitsverdienst und dem Freibetrag nach dem MdE-Grad abhängt.

Obere Bandbreite
70 % des Jahresarbeitsverdienstes

Der Jahresarbeitsverdienst - in diesem Fall also der einheitliche – entwickelt sich entsprechend den Anpassungsfaktoren in § 4 Abs. 2 der jeweiligen Rentenwertbestimmungsverordnung, das war zum 1. Juli 2017 der Faktor 1,0359 für die Anpassung der UV-Renten (OST). Dieser entspricht wiederum dem Prozentsatz der Anpassung der GRV-Renten (OST).

Dieser Sachverhalt ist jetzt klar.
Mit Bezug auf den Renteneintritt: Die Aussage weiter oben war sinngemäß, liegt der errechnete Wert innerhalb der Bandbreite lohnt sich ein Weiterarbeiten im Hinblick auf die zu erwartende Gesamtrente (AR+UR)! Liegt der Wert außerhalb - nicht! Korrekt? Wenn das stimmt, lassen sich 1.) die Abschlagsbeträge (z.B.10,8%) einfach so auf die pEP rechnerisch übertragen, z.B.50 EP - 10,8% = 44,6 EP (passt in die Bandbreite -> Entscheidung nicht aufhören) oder müssen 2.) erst tatsächlichen €-Beträge gebildet werden!

Im Übrigen gibt es neben der Rente noch andere Faktoren, die hier aber nicht das Thema sind.

Vielen Dank für die Bemühungen!

@suchender
Das ist mir wohl nicht ganz so gelungen. Ich versuche es noch einmal mit einem vereinfachten Beispiel einer Untergrenze von 40 pEP und einer Obergrenze von 44 pEP.

Angenommen, sie haben momentan 43 pEP. Dann lohnt sich z.B. ein Ausgleich zur Vermeidung der Abschläge erst, wenn die Obergrenze überschritten wird. Die Spanne von 1 pEP zahlen Sie für die Katz oder besser gesagt zugunsten der Rentenversicherung, die noch mehr Rente ruhen lässt.

Andererseits können Sie es sich ohne weiteres leisten, 3 pEP z.B. durch einen Versorgungsausgleich abgeben zu müssen. Erst wenn es mehr als 3 pEP sind, also weniger als 40 pEP verbleiben, spürt man den Versorgungsausgleich.
Alles klar?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo,

Sie haben ja schon viele Informationen erhalten.

Zusammenfassend sei noch mal dargestellt:

Auf eine Rente aus gesetzlichen Rentenversicherung wird eine Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung angerechnet. Maßgebende Vorschrift hierfür ist § 93 SGB VI.
Beim Zusammentreffen einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung mit einer entsprechenden Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung soll die Rente aus der Rentenversicherung insoweit ganz oder teilweise nicht geleistet werden, als die Summe beider Renten einen bestimmten Grenzbetrag übersteigt. Dabei ist von der Verletztenrente ein der Grundrente nach dem BVG entsprechender Betrag abzusetzen.

Maßgebender Ausgangswert zur Ermittlung des Grenzbetrages ist allein der Jahresarbeitsverdienst, der der Berechnung der Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung zugrunde liegt.

Bei Versicherungsfällen vor dem 01.01.1992 im Beitrittsgebiet wurde nach § 215 Abs. 2 SGB VII in Verbindung mit § 1152 Abs. 2 RVO ein pauschaler Jahresarbeitsverdienst zugrunde gelegt. Dieser pauschale Jahresarbeitsverdienst ist nach dem BSG-Urteil vom 29.07.2004, AZ: B 4 RA 51/03 R nicht zu beanstanden.
Die Verfassungsbeschwerde dagegen wurde nicht zur Entscheidung angenommen (Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 29.08.2007, AZ: 1 BvR 2486/04).

In welcher Höhe und ggf. wann Ihnen die Altersrente (unter Berücksichtigung der Rente aus der UV) zusteht, kann nur im Rahmen einer individuellen Berechnung ermittelt werden. Hierfür sollten Sie sich an eine unserer Auskunft- und Beratungsstellen oder direkt an Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger wenden.