Renteneintritt?

von
Gerlinde J.

Guten Morgen, habe eine Frage betr.Renteneintritt. Bin Sept. 59 geb., keine Schwerbeh., Habe im August 2020 diese 45 Beitragsj.betr. Rente für langj. Versicherte. Könnte mit 64 J. u 2 Monate in Rente ohne Abschlag. Geht das auch früher mit Abschlag ? Danke für Info.

von
Die Farbe Schwarz

Sie können schon ab 63 in die Altersrente wechseln.

Diese wird dann aber abschlagsbehaftet sein mit jeweils 0,3% dauerhaft weniger Rente pro Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme gegenüber der Regelaltersrente.

Somit bei Ihnen 63 zu 66.2 = 38 Monate früher

38 x 0,3% = 11,4% dauerhafte Rentenminderung.

von
Fortitude one

Zitiert von: Gerlinde J.
Guten Morgen, habe eine Frage betr.Renteneintritt. Bin Sept. 59 geb., keine Schwerbeh., Habe im August 2020 diese 45 Beitragsj.betr. Rente für langj. Versicherte. Könnte mit 64 J. u 2 Monate in Rente ohne Abschlag. Geht das auch früher mit Abschlag ? Danke für Info.

Hallo,

Warum nicht!

Sie haben seit Ihrer Berufsausbildung fast ununterbro chen gearbeitet und 45 Jahre Versicherungszeiten? Dann kommt für Sie vorrangig die Altersrente für beson ders langjährig Versicherte in Frage. Diese Rente wird immer ohne Abschläge gezahlt. Vor 1953 Geborene konnten diese Rente schon ab 63 Jahren erhalten. Für Jüngere wird die Altersgrenze schrittweise auf 65 Jahre angehoben. Eine etwas geringere Versicherungszeit setzt die Alters rente für langjährig Versicherte voraus. Bereits mit 63 Jahren und 35 Jahren Versicherungszeiten können Sie diese Altersrente erhalten. Sie müssen dann aller dings Abschläge in Kauf nehmen.

Müssen Sie bei einer Altersrente Abschläge in Kauf nehmen, so handelt es sich um 0,3 Prozent der Rente pro Monat, den sie die Rente vorzeitig in Anspruch nehmen. Der Abschlag beträgt insgesamt höchstens 14,4 Prozent. Er gilt lebenslang.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Gerlinde J.

Danke für die Auskunft, ich werde dann wenn ich meine 45 J. voll habe nicht mehr arbeiten gehen. Werde dann mit 64 J. u 2 Monate in Rente gehen. Lebe diese 3 Jahre vonn meiner Lebensversicherung die ich mit 60 J. bekomme.

von
senf-dazu

Hallo Gerlinde!

Wenn Sie mit 61 nicht mehr arbeiten gehen, erhalten Sie auch keine weiteren Entgeltpunkte mehr für die Rente.
Bei einem Durchschnittseinkommen verzichten Sie damit auf etwa 100 Euro monatliche Rente.
Lassen Sie sich das mal in einer Beratungsstelle durchrechnen, bei welchem Arbeitsende und Rentenbeginn welche Rente herauskommt.

Wenn Sie ab 63 die Rente mit Abschlag nehmen, erhalten Sie dann zwar einen Abschlag von gut 10%, aber eben auch 16 Monate lang eine Rente.
Ist eine Rechenaufgabe, wann sich das Warten auf die abschlagsfrie Rente amortisiert.
Beratung mitnehmen und drüber schlafen oder mit der Familie reden, was letztlich am besten ist.
Vielleicht auch Rente plus Teilzeitjob (Stichwort Flexirente)?

Experten-Antwort

Hallo User Gerlinde J.,

den Ausführungen der User ist von unserer Seite nichts mehr hinzuzufügen.

Lassen Sie sich trotzdem in nächster Zeit in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung beraten, ob Sie die 45 Jahre zum gewünschten Zeitpunkt erfüllt haben.

von
W*lfgang

Hallo Gerlinde,

14 Monate keine Rente ab 63 erhalten, nur um dem Abschlag zu entgehen ...lassen Sie sich das mal durchrechnen, wann sich das lohnt - können Sie auch mit spitzem Bleistift selber/nehmen Sie eine abschlagsfreie Rente von 1000 EUR (egal, vom Verhältnis her geht auch jeder andere Rentenbetrag!)

1000 - 11,4% = 886 nicht erhaltene Rente
886 x 14 Monate = 12404 von 63 - 64+2 nicht erhalten

wann haben ich es raus:
12404 / durch 114 Mehrrente = 109 Monate

Damit brauchen Sie gut 9 Jahre, um die nicht erhaltenen 12404 mit dem Mehrbetrag von 114 EUR wieder rauszuholen ...durchaus überschaubar - aber auch lange, auch wenn Sie dann in der Blüte Ihres Lebens stehen ;-)

Daneben sinkt der Steuerfreibetrag bei späterem Rentenbeginn und die KV/Familienversicherung ist hoffentlich auch gesichert. Bei einer zwischenzeitlich einsetzenden Witwenrente profitieren Sie zunächst auch von der eigenen kleineren Altersrente, was die Amortisierungsphase noch ein wenig nach hinten verschieben würde.

Kann Frau so machen, entscheiden müssen Sie es selbst allein, um die bestmögliche finanzielle 'Wette' auf Ihr Restleben zu gewinnen :-)

Gruß
w.

von
Jonny

@Gerlinde
Wenn Sie bereits seit dem 17. Lebensjahr, also SEP 1976 lückenlos bis heute (JUN 2018) Beiträge gezahlt oder Kinder erzogen haben, sind ja schon 502 der erforderlichen 540 Monate vorhanden. Da fehlen ja nur noch 38 Monate, die Sie bei weiterer Beitragszahlung dann im AUG 2021 erfüllt haben.

Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (ohne Abschläge) können Sie frühestens ab DEZ 2023 erhalten. Unterstellt, das gäbe dann nach heutigen Werten monatlich 1500 € (entspricht in etwa Durchschnittsverdienst).

Vorher könnten Sie als langjährig Versicherte frühestens ab OKT 2022 eine Rente mit Abschlägen erhalten, die dann noch nicht die Durchschnittsbeiträge vom OKT 2022 bis NOV 2023 enthalten und außerdem mit einem Abschlag von 11,4 % lediglich knapp 1260 € betragen würde. Der Rentenertrag daraus wäre bis NOV 2023 rd. 18140 €. Dieser Ertrag wäre aufgrund der lebenslangen Abschläge in Höhe von monatlich 166 € aber im Alter von 71 Jahren und 6 Monaten wieder dahin. Da brauchen Sie dann nur mal höheren Ortes nachzufragen, wie alt Sie denn wohl werden. Bei guter Gesundheit und keinen finanziellen Schwierigkeiten spricht viel für einen Rentenbeginn erst ab DEZ 2023.

Wichtig sind aber auch die von W*lfgang angesprochenen Punkte Steuern und Krankenversicherung

von
Dagoberts Ideenreichtum

Zitiert von: Jonny
@Gerlinde
Wenn Sie bereits seit dem 17. Lebensjahr, also SEP 1976 lückenlos bis heute (JUN 2018) Beiträge gezahlt oder Kinder erzogen haben, sind ja schon 502 der erforderlichen 540 Monate vorhanden. Da fehlen ja nur noch 38 Monate, die Sie bei weiterer Beitragszahlung dann im AUG 2021 erfüllt haben.

Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (ohne Abschläge) können Sie frühestens ab DEZ 2023 erhalten. Unterstellt, das gäbe dann nach heutigen Werten monatlich 1500 € (entspricht in etwa Durchschnittsverdienst).

Vorher könnten Sie als langjährig Versicherte frühestens ab OKT 2022 eine Rente mit Abschlägen erhalten, die dann noch nicht die Durchschnittsbeiträge vom OKT 2022 bis NOV 2023 enthalten und außerdem mit einem Abschlag von 11,4 % lediglich knapp 1260 € betragen würde. Der Rentenertrag daraus wäre bis NOV 2023 rd. 18140 €. Dieser Ertrag wäre aufgrund der lebenslangen Abschläge in Höhe von monatlich 166 € aber im Alter von 71 Jahren und 6 Monaten wieder dahin. Da brauchen Sie dann nur mal höheren Ortes nachzufragen, wie alt Sie denn wohl werden. Bei guter Gesundheit und keinen finanziellen Schwierigkeiten spricht viel für einen Rentenbeginn erst ab DEZ 2023.

Wichtig sind aber auch die von W*lfgang angesprochenen Punkte Steuern und Krankenversicherung

Es wird hier viel von Teilrenten gesprochen, zum Beispiel 10%.

Wie wäre dies:
Von Oktober 2022 bis November 2023 eine Teilrente von 10% beantragen(dann kommt schon etwas Geld herein und die Abzüge wirken sich nicht so voll aus, vielleicht sogar Krankenversichert darüber), ab Dezember 2023 dann auf Antrag 100% für die weitere Laufzeit.

Wäre das besser oder schlechter im Vergleich zu den genannten notwendigen Alter von 71 Jahren und 6 Monaten?

von
Jonny

@Dagoberts Ideenreichtum

Die Wahl einer 10%-igen Teilrente für die verbleibenden 3 Monat in 2022 bringt nichts. Denn selbst mit einem Hinzuverdienst von monatlich 3200, also im Kalenderjahr 2022 noch 9600 €, gibt es immerhin noch 1185 € monatlich an Rente (= Teilrente von 91,5 %). Für die 11 Monate in 2023 gibt es bei demselben Hinzuverdienst noch eine Teilrente von 8,6 %. Und ohne Hinzuverdienst ab DEZ 2023 wird ohnehin die volle Rente gezahlt. Unter dem Strich dürften ab DEZ 2025 mit zusätzlichen Punkte für den Hinzuverdienst und nicht in Anspruch genommenen Entgeltpunkten ca. 1383 € monatlich als Bruttorente verbleiben.

Flexi erfordert halt sehr viel Ideenreichtum. Aber bei der Beratung wird sicherlich auch das Thema Ausgleichsbeiträge angesprochen. Und natürlich dann auch der Hinweis, dass - geht man doch erst im DEZ 2023 in Rente - keine Abschläge mehr erhält.

Jeder Berater wird sich freuen, hier Hilfe leisten zu können
hofft jedenfalls
Jonny

von
Dagoberts Ideenreichtum

Zitiert von: Jonny
@Dagoberts Ideenreichtum

Die Wahl einer 10%-igen Teilrente für die verbleibenden 3 Monat in 2022 bringt nichts. Denn selbst mit einem Hinzuverdienst von monatlich 3200, also im Kalenderjahr 2022 noch 9600 €, gibt es immerhin noch 1185 € monatlich an Rente (= Teilrente von 91,5 %). Für die 11 Monate in 2023 gibt es bei demselben Hinzuverdienst noch eine Teilrente von 8,6 %. Und ohne Hinzuverdienst ab DEZ 2023 wird ohnehin die volle Rente gezahlt. Unter dem Strich dürften ab DEZ 2025 mit zusätzlichen Punkte für den Hinzuverdienst und nicht in Anspruch genommenen Entgeltpunkten ca. 1383 € monatlich als Bruttorente verbleiben.

Flexi erfordert halt sehr viel Ideenreichtum. Aber bei der Beratung wird sicherlich auch das Thema Ausgleichsbeiträge angesprochen. Und natürlich dann auch der Hinweis, dass - geht man doch erst im DEZ 2023 in Rente - keine Abschläge mehr erhält.

Jeder Berater wird sich freuen, hier Hilfe leisten zu können
hofft jedenfalls
Jonny

@Jonny
Vielen Dank für die Ausführungen!

Die Überlegung von Onkel Dagobert geht gedanklich nochmals in eine etwas andere Richtung:

Inwieweit könnte in der Zeit vom Oktober 2022 bis zum November 2023 die Wahl einer 10% Teilrente (auch wenn überhaupt kein Verdienst währenddessen vorliegt) dahingehend den Entenhausener Geldspeicher positiv beeinflussen.

Dann nämlich hätte man einerseits schon 14 Mal eine „Mini-Teilrente“ –also besser als gar kein Rentenbezug- und die 11,4% Abzüge werden auch nur minimalst in Anspruch genommen oder anders formuliert, man bekommt ab Dezember 2025 mit dem Regelalter etwas mehr unverbrauchte Entgeltpunkte zurück.

Aber: erste taschenrechnerbasierte Hochrechnungen lassen vermuten, dass das „Mehr“ an unverbrauchten Entgeltpunkten sich nicht rentieren wird.
Es spricht so manches für den Dezember 2023 – wenn die Höhe der Krankenkassenbeiträge für diese 14 Monate nicht ein anderes Bild ergeben.

Mal laut gedacht
Tick, Trick und Track, noch 1.1

von
W*lfgang

Zitiert von: Jonny
Jeder Berater wird sich freuen, hier Hilfe leisten zu können

Hallo Jonny,

Sie haben irgendwie den Ironie-Tag dabei vergessen zu setzen. In Kombination mit @Dagoberts Ideenreichtum dann gleich bitte 2x ;-))

Geht natürlich, wenn man Programme für alle Eventualitäten zur Verfügung hat und das profane Wissen aller Sachzusammenhänge gebündelt davor sitzt - schafft locker jeder halbwegs begabte Nerd *g

Gruß
w.

von
Jonna

W*lfgang,
Tick, Trick und Track werden das Problem sicherlich morgen in der Volksschule in Entenhausen lösen. Sonst bekommen sie Nachhilfeunterricht von Onkel Dagobert, der die Flexirente ja schon gut beherrscht.
Gruß
Jonny