Rentenformular Tarifrechtl. Anspruch auf TZ-Arbeit, Bewilligung teilweise EM, derzeit AU und Krankengeld

von
Kathrine

Folgende Situation:

- Es wird eine teilweise EM bewilligt werden. Bescheid "über die Rente wegen teilweiser EM erhalten Sie in den nächsten Tagen", so im DRV-Formular R1513-00 SB angekündigt (Tarifrechtlicher Anspruch auf Teilzeitarbeit).

- Derzeit bin ich im ungekündigten Beschäftigungsverhältnis.

- Die DRV möchte nun wissen, ob eine Teilzeitarbeitsplatz gewährt werden kann und möchte vom AG das Formular R1523-00 SB ausgefüllt haben.

- Ich bin aber derzeit im Krankengeld (längste Bezugsdauer wäre im Herbst) und muss mich neben meiner chronischen Erkrankung, wegen der die EM bewilligt wurde, in Kürze noch einigen Operationen unterziehen. Das heißt, ich werde weiterhin AU geschrieben.

- Mein AG würde mir ab Herbst einen Teilzeitarbeitsplatz anbieten. Dies würde ich nach Gesundschreibung auch annehmen. Ziffer 1.1 fragt danach. Wenn mein AG nun erst einen TZ-Arbeitsplatz ab dem 01.09/01.10. für mich hat, ruht dann mein Arbeitsverhältnis solange; bedeutet keine Bezüge/kein Krankengeld? Oder bin ich weiterhin in Beschäftigung mit meinem alten Gehalt, auf das ich derzeit KG beziehe? Denn er kündigt mir ja nicht.

- Unsicher bin ich wegen des Passus' im Formular R1513-00, als da steht: "Bitte beachten Sie, dass Ihr Arbeitsverhältnis (...) mit Zugang des Bescheids über die Rente wegen teilweise EM ruht oder endet. Die Weiterbeschäftigung müssen Sie schriftlich beantragen." Ich kenne mich mit dem Renten-Deutsch nicht aus. Wer sagt das? Die DRV oder mein AG?

- Bekomme ich also weiterhin mit Bewilligung der teilweisen EM Krankengeld von der Krankenkasse? Ich habe unterschiedliche Auffassungen dazu gelesen. Grundsätzlich steht bei:
https://www.haufe.de/sozialwesen/sgb-office-professional/krankengeld-zusammentreffen-mit-rente_idesk_PI434_HI2092433.html,
dass das Krankengeld auch bei einer tlw. EM - gekürzt - weiter zu zahlen ist.
Weitere Recherchen haben aber ergeben, dass die Krankenkasse vom Tag der EM-Bewilligung an nicht mehr zuständig ist?

Anders gefragt, von wem beziehe ich in dieser Situation Geld zwischen Zugang des Rentenbescheids und Gesundschreibung/Antritt der TZ-Arbeit? Die Situation macht mir Angst.

Für zielführende Antworten wäre ich sehr dankbar und beantworte gern Nachfragen.

von
Engelchen

Hi. Also in der AVR steht dass man um Weiterbeschäftogung bitten muss. Da kann der IFD helfen falls du GDB hast.

Krankengeld wird nur dann zusätzlich zum Krankengeld gewährt wenn die Teilrente bereits vor AU bestanden hat. Deshalb liebt es die DRV bei Doppelzahlungsfällen die Weitergewährung ewig raus zu zögern damit man nur Geld aus einer Quelle erhält. Da sagt einem der Gutachter gerne auch mal direkt ins Gesicht Krankengeld reicht doch.

Geht mir derzeit so. Die DRV hat seit 6 Monaten nicht den Bescheid gesendet. Auf Nachfrage sagt man die Akte liegt seit geraumer Zeit bei dem med. Team.

Also toi toi toi.

von
Kathrine

Zitiert von: Engelchen
Hi. Also in der AVR steht dass man um Weiterbeschäftogung bitten muss. Da kann der IFD helfen falls du GDB hast.

Krankengeld wird nur dann zusätzlich zum Krankengeld gewährt wenn die Teilrente bereits vor AU bestanden hat. Deshalb liebt es die DRV bei Doppelzahlungsfällen die Weitergewährung ewig raus zu zögern damit man nur Geld aus einer Quelle erhält. Da sagt einem der Gutachter gerne auch mal direkt ins Gesicht Krankengeld reicht doch.

Geht mir derzeit so. Die DRV hat seit 6 Monaten nicht den Bescheid gesendet. Auf Nachfrage sagt man die Akte liegt seit geraumer Zeit bei dem med. Team.

Also toi toi toi.

Danke, Engelchen, für Deine Antwort.
1) GdB existiert, derzeit bei 40 % - Erhöhung beantragt, seit Monaten nichts gehört von.
2) Weiterbeschäftigung geht ja weiter - hier steht keine Kündigung im Raum oder Ruhen.
3) Insgesamt ist es aber eine andere Situation als bei Dir. Die DRV hält ja nicht zurück, sondern die EM-Bewilligung flattert demnächst ins Haus, falls nicht doch noch weitere Unterlagen angefordert werden ... Steht so im Anschreiben im Rahmen des anvisierten Teilarbeitsplatzes. Gehe ich also mal von aus.
Die Frage ist jetzt, wer ist zuständig, wenn ich dann eine wirklich sehr kleine Teil-EM habe, weiterhin AU auf ganzer Line bin (übrigens wegen einer ganz anderen Sache, die jetzt einfach noch hinzugekommen ist), Beschäftigungsverhältnis weiter besteht? Das ist irgendwie so Niemandsland. ;-)

von
Engelchen

Arbeitsamt denke ich mal.

von
Kathrine

Ich wäre dankbar, wenn sich noch ein Experte hierzu äußern könnte?
Oder jemand, der genau diese Konstellation hat? Leider finde ich nichts dazu bzw. keine Antworten oder sich widersprechende ...

Experten-Antwort

Hallo User Kathrine,

grundsätzlich fällt das Krankengeld weg, wenn Ihnen eine Rente wegen Erwerbsminderung, in Ihrem Fall teilweise Erwerbsminderung, bewilligt wurde.
Da Sie jedoch noch AU sind und noch einige OPs vor sich haben werden, ist die Frage, ob Ihnen, trotz Rentenbezuges auch Krankengeld zusteht. Dies müssten Sie mit Ihrer Krankenkasse klären.
Wenn Ihnen Krankengeld weiterhin gewährt wird, dann ist diese Leistung ggfs. als Hinzuverdienst anzurechnen und es könnte ggfs. zu einer Kürzung der Rente kommen.

Es ist richtig, dass Ihr Arbeitsverhältnis zunächst ruht, wenn Ihnen eine Erwerbsminderungsrente bewilligt wurde. Bzgl. der Leistungen in dieser Situation, haben wir Sie auf Ihre Krankenkasse hingewiesen.
Sobald es Ihnen gesundheitlich möglich ist, müssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber Kontakt aufnehmen und den Rentenbescheid vorlegen. Ihr Arbeitgeber muss dann die weitere Situation mit Ihnen besprechen.
Sie haben geschrieben, dass sie dann einen Teilzeitarbeitsplatz bekommen. Ob Sie dafür einen Antrag auf Weiterbeschäftigung stellen müssen, ist mit Ihrem Arbeitgeber abzuklären. Auch ist mit ihm zu klären, wie die ganze Situation sein wird, wenn der Teilzeitarbeitsplatz später, als das Ende der AU, zur Verfügung steht.

von
Kathrine

Liebe Experten,
vielen Dank für die Antwort.
Mit dem AG ist soweit alles geklärt. Sobald ich wieder arbeitsfähig bin, kann ich TZ arbeiten. Dies muss mein AG jetzt noch an die Rentenvers. melden. Der Rentenbescheid liegt insofern noch nicht vor. Die KK verneint allerdings, bei Bewilligung einer EM zuständig zu sein - trotz meines Hinweises, dass ich demnächst im KH bin und voraussichtlich nur eine teilweise EM zum Tragen kommt. Wann der Rentenbeginn ist, weiß ich auch noch nicht. Hat hier vielleicht jemand ein ähnliches Problem und entsprechende rechtliche Hinweise dazu? Dafür wäre ich dankbar!
Mit vielen Grüßen
Kathrine