Rentenfreibetrag

von
Gerda

Hallo zusammen,

bei einer Umwandlung ER in AR wird der Freibetrag neu festgesetzt, teilt das die Rentenversicherung dem FA eigentlich automatisch mit, wie hoch der Freibetrag zukünftig sein wird ?

von
Kkk

Wieso sollte die Rentenversicherung dem Finanzamt seine Arbeit erklären? Freibeträge ergeben sich aus den Steuergesetzen und nicht weil die Rentenversicherung die Höhe vorgibt. Der Eintritt in die Rente gilt als Maßgabe für das Finanzamt.

von
Gerda

Woher soll das FA sonst wissen, dass jemand Altersrente bezieht ?

Vielleicht mal das hier lesen :

Für die Altersrente wird der Rentenfreibetrag neu festgesetzt.

https://www.haufe.de/finance/haufe-finance-office-premium/renten-1123-umwandlung-einer-erwerbsminderungsrente-in-eine-altersrente_idesk_PI20354_HI9393165.html

von
Steuer

Für die Altersrente gilt die nachgelagerte Besteuerung, auch wenn sie aus der Umwandlung einer Erwerbsminderungsrente entsteht.

Wenn die gesetzliche Erwerbsminderungsrente in eine Altersrente umgewandelt wird, berechnet sich der steuerfreie Rententeil etwas anders als üblich: Auf das Jahr des Rentenbeginns der Altersrente wird die Laufzeit der Erwerbsminderungsrente angerechnet. Das ist günstiger für den Rentner. Der steuerpflichtige Anteil darf jedoch nicht kleiner als 50 Prozent sein.

von
Walter

Die Rentenversicherung übermittelt neben dem Rentenbetrag und Nachzahlungen u.a. auch den Rentenbeginn und den Rentenanpassungsbetrag.

Aus diesen Zahlen ermittelt das Finanzamt den Rentenfreibetrag.
Rentenbeginn, Rentenbetrag und Rentenanpassungsbetrag sind hier maßgebend.

von
Gerda

Vielen Dank, das sind Antworten, mit denen ich etwas anfangen kann und die sich auch auf die gestellte Frage beziehen.

Experten-Antwort

Hallo Gerda,

wird eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit durch eine Regelaltersrente abgelöst, ist für die Besteuerung der Regelaltersrente weiterhin der Rentenbeginn der Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit maßgebend. Der Rentenfreibetrag wird nicht neu festgestellt. Der Rentenfreibetrag ist ein fester Eurobetrag und bleibt auch in den Folgejahren unverändert. Das gilt auch dann, wenn die Rente durch Rentenanpassungen weiter steigt.

Der Gesetzgeber hat die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung verpflichtet, ihre Rentenzahlungen jährlich der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) mitzuteilen. Diese leitet dann die Daten an die Länderfinanzverwaltungen weiter. Aufgrund dessen berechnet das Finanzamt ihren steuerpflichtigen Teil der Rente.

von
Siehe hier

Zitiert von: Experte/in
Hallo Gerda,

Der Rentenfreibetrag wird nicht neu festgestellt. Der Rentenfreibetrag ist ein fester Eurobetrag und bleibt auch in den Folgejahren unverändert.

Hier irrt der Experte.

Bei der Umwandlung einer Erwerbsminderungsrente in eine (vorgezogene) Altersrente = Folgerente, handelt es sich gem. §22 EStG um eine eigenständige Rentenart. Deshalb wird der 'Rentenfreibetrag in EUR' für diese Rente neu berechnet, beibehalten wird der %-Satz des ursprünglichen Rentenbeginns.

Siehe auch z.B. hier, Seite 12:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Broschueren_Bestellservice/2021-02-18-Besteuerung_von_Alterseinkuenften.pdf?__blob=publicationFile&v=7

von
Steuer

Zitiert von: Siehe hier
Zitiert von: Experte/in
Hallo Gerda,

Der Rentenfreibetrag wird nicht neu festgestellt. Der Rentenfreibetrag ist ein fester Eurobetrag und bleibt auch in den Folgejahren unverändert.

Hier irrt der Experte.

Bei der Umwandlung einer Erwerbsminderungsrente in eine (vorgezogene) Altersrente = Folgerente, handelt es sich gem. §22 EStG um eine eigenständige Rentenart. Deshalb wird der 'Rentenfreibetrag in EUR' für diese Rente neu berechnet, beibehalten wird der %-Satz des ursprünglichen Rentenbeginns.

Siehe auch z.B. hier, Seite 12:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Broschueren_Bestellservice/2021-02-18-Besteuerung_von_Alterseinkuenften.pdf?__blob=publicationFile&v=7

Daher ist es ja auch sinnvoll bei Steuerfragen auf die entsprechenden zuständigen Institutionen zu verweisen. Es kommt ja auch keiner auf die Idee sein Finanzamt oder den Steuerberater nach seiner zu erwartenden Rentenhöhe zu fragen, oder?

Experten-Antwort

Sorry, „Siehe hier“ hat natürlich Recht: Es müsste daher richtig heißen: „Der Prozentsatz für den Rentenfreibetrag wird nicht neu festgestellt.“

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 06.09.2021, 13:33 Uhr]

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Steuererklärung in Corona-Zeiten

Wie sich die Corona-Pandemie auf Ihre Steuererklärung auswirkt, worauf Sie achten müssen und wo Sie Steuern sparen können.

Altersvorsorge 

Was die Dax-Erweiterung für Sparer bedeutet

Von 30 auf 40: Deutschlands wichtigster Börsenindex wird erweitert. Für Anleger lohnt es sich, deshalb einmal genau auf den Dax zu schauen.

Gesundheit 

Berufsunfähig: tückische 50-Prozent-Klausel

Die 50-Prozent-Klausel erweist sich oft als Hürde, wenn es um die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit geht. Was es mit der Klausel auf sich hat.

Rente 

Erwerbsminderungsrente rechtzeitig verlängern

Eine Erwerbsminderungsrente wird meist nur befristet gewährt. Das Ende des Bewilligungszeitraums sollten Sie immer im Blick haben und rechtzeitig...

Rente 

Per Versorgungsausgleich zur Frührente

Eine Scheidung bringt manchen Versicherten einen vorzeitigen Rentenanspruch. Wie sich der Versorgungsausgleich auswirkt.