Rentenkürzung

von
Annette Schmieder

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich müsste bis 64 und 4 Monate arbeiten, d. h. ich habe dann 49 Jahre und 4 Monate für die normale Rente gearbeitet. Wenn man vorher in Rente gehen möchte hat man pro Monat 0,3 % Abzug (trotz fast 50 Jahre arbeiten!).
Ab wann wird der Abzug gerechnet? ab 64 und 4 Monaten oder ab 65 oder gar ab 67?

Mit freundlichen Grüßen
Annette Schmieder

von
Konrad Schießl

Sie sollten schon noch erklären, wann Sie geboren wurden.

MfG.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Frau Schmieder,

der Abschlag wird immer von dem Zeitpunkt des vorzeitigen Rentenbeginns bis zum maßgebenden Rentenbeginn der jeweiligen Altersrente gerechnet. Wird eine Rente z. B. 10 Monate vor dem regulären Beginn dieser Altersrente in Anspruch genommen, beträgt der Abschlag 3 % (0,3 % x 10 Monate).

Sie geben an, dass Sie mit 64 Jahren und 4 Monaten ohne Abschläge eine Altersrente in Anspruch nehmen können. Daher geh ich davon aus, dass Sie 1960 geboren sind.

Damit kommen für Sie folgende Konstellationen in Betracht:

1) Regelaltersrente

Anspruch auf Regelaltersrente haben Sie nach Vollendung des 66. Lebensjahres und 4 Monaten. Diese Rente wird ohne Abschlag gezahlt und kann NICHT vorzeitig in Anspruch genommen werden.

2) Altersrente für langjährig Versicherte

Anspruch auf die Altersrente für langjährig Versicherte haben Sie frühestens nach Vollendung des 63. Lebensjahres mit 12 % Abschlägen (0,3 % x 40 Monate). Ohne Abschläge kann die Rente nach Vollendung des 66. Lebensjahr und 4 Monaten in Anspruch genommen werden.

3) Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Anspruch auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen haben Sie frühestens nach Vollendung des 61. Lebensjahres und 4 Monaten mit 10,8 % Abschlägen (0,3 % x 36 Monate). Ohne Abschläge kann die Rente nach Vollendung des 66. Lebensjahr und 4 Monaten in Anspruch genommen werden.

Wichtig: Für diese Altersrente muss ein Grad der Behinderung von mindestens 50 zum Zeitpunkt des Rentenbeginns vorliegen.

4) Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Anspruch auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte haben Sie frühestens nach Vollendung des 64. Lebensjahres und 4 Monaten. Diese Rente wird ohne Abschläge gezahlt und kann NICHT vorzeitig in Anspruch genommen werden.

Zu 1 – 4

Die erforderliche Wartezeit (Mindestversicherungszeit) haben Sie nach Ihren Angaben für jede der genannten Rentenarten erfüllt.

Fordern Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger eine Rentenauskunft an. Aus dieser gehen die Voraussetzungen und die maßgeblichen Rentenbeginne hervor.

Mit freundlichen Grüßen

von
Clever

@Schiko
Na Conny, der Experte ganz schöner Fuchs :-)

von
senf-dazu

Sehr geehrte Frau Schmieder!

Die Abzüge beziehen sich immer auf den normalen Rentenbeginn.
Dieser liegt bei der "Rente ab 63" (also der Rente für *besonders* langjährig Versicherte bei 63 bis 65 Jahren.
Sie sind anscheinend Jahrgang 1960, daher beginnt diese Rente für Sie mit 64/4.
Ein vorgezogener Rentenbeginn ist für diese Rente nicht möglich.

Die Regelaltersrente und die Rente für langjährig Versicherte sind möglich mit 66/4 Jahren.
Letztere ist bereits mit 63/0 bei 35 Jahren mit rentenrechtlichen Zeiten möglich.
Der Abschlag berechnet sich vom Beginn mit 66/4, maxiimal sind es also 40 Monate früher, macht 40 * 0,3 % = 12 % Abzug.

Lassen Sie sich das mal in einer Beratungsstelle durchrechnen, was trotz Abzügen und Sozialversicherungsbeiträgen dann von einer vorgezogenen und einer regulären Rente bleibt.
Mit dem kommenden Flexirentengesetz sollte sich ein Hinzuverdienst zu einer Teilrente auch eher lohnen als derzeit. Auch ein Punkt für ein Beratungsgespräch.

Einen guten Überblick über Beginne und Abzüge erhalten Sie unter
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/03_vor_der_rente/04_rentenbeginn/00_rentenbeginn_node.html

von Experte/in Experten-Antwort

Zu den bisherigen Ausführungen des Experten ist nichts hinzuzufügen.

von
Annette Schmieder

Mein Geburtsdatum 22.05.1959

Zitiert von: Annette Schmieder

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich müsste bis 64 und 4 Monate arbeiten, d. h. ich habe dann 49 Jahre und 4 Monate für die normale Rente gearbeitet. Wenn man vorher in Rente gehen möchte hat man pro Monat 0,3 % Abzug (trotz fast 50 Jahre arbeiten!).
Ab wann wird der Abzug gerechnet? ab 64 und 4 Monaten oder ab 65 oder gar ab 67?

Mit freundlichen Grüßen
Annette Schmieder

von
Annette Schmieder

Zitiert von: Annette Schmieder

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich müsste bis 64 und 4 Monate arbeiten, d. h. ich habe dann 49 Jahre und 4 Monate für die normale Rente gearbeitet. Wenn man vorher in Rente gehen möchte hat man pro Monat 0,3 % Abzug (trotz fast 50 Jahre arbeiten!).
Ab wann wird der Abzug gerechnet? ab 64 und 4 Monaten oder ab 65 oder gar ab 67?

Mit freundlichen Grüßen
Annette Schmieder

Mein Geburtsdatum 22.05.1959

von
W*lfgang

[quote=261460]Mein Geburtsdatum 22.05.1959[quote=261460]Hallo Annette Schmieder,

das korrigiert Ihren Beginn der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren auf 64 + 2 = 01.08.2023 und den Abschlag bei Rentenbeginn auf 11,4 %.

Gruß
w.

von
Annette Schmieder

Guten Tag,

Geburtsdatum 22.05.1959.
Ich müsste bis 64 und 4 Monate arbeiten = 49,4 Beitragsjahre voll bezahlt und nie arbeitslos.
Ich würde gerne mit 61 oder 62 aufhören.
Wie hoch wären die Kürzungen?

Mit freundlichen Grüßen
Annette Schmieder

Zitiert von: Annette Schmieder

Hallo Frau Schmieder,

der Abschlag wird immer von dem Zeitpunkt des vorzeitigen Rentenbeginns bis zum maßgebenden Rentenbeginn der jeweiligen Altersrente gerechnet. Wird eine Rente z. B. 10 Monate vor dem regulären Beginn dieser Altersrente in Anspruch genommen, beträgt der Abschlag 3 % (0,3 % x 10 Monate).

Sie geben an, dass Sie mit 64 Jahren und 4 Monaten ohne Abschläge eine Altersrente in Anspruch nehmen können. Daher geh ich davon aus, dass Sie 1960 geboren sind.

Damit kommen für Sie folgende Konstellationen in Betracht:

1) Regelaltersrente

Anspruch auf Regelaltersrente haben Sie nach Vollendung des 66. Lebensjahres und 4 Monaten. Diese Rente wird ohne Abschlag gezahlt und kann NICHT vorzeitig in Anspruch genommen werden.

2) Altersrente für langjährig Versicherte

Anspruch auf die Altersrente für langjährig Versicherte haben Sie frühestens nach Vollendung des 63. Lebensjahres mit 12 % Abschlägen (0,3 % x 40 Monate). Ohne Abschläge kann die Rente nach Vollendung des 66. Lebensjahr und 4 Monaten in Anspruch genommen werden.

3) Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Anspruch auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen haben Sie frühestens nach Vollendung des 61. Lebensjahres und 4 Monaten mit 10,8 % Abschlägen (0,3 % x 36 Monate). Ohne Abschläge kann die Rente nach Vollendung des 66. Lebensjahr und 4 Monaten in Anspruch genommen werden.

Wichtig: Für diese Altersrente muss ein Grad der Behinderung von mindestens 50 zum Zeitpunkt des Rentenbeginns vorliegen.

4) Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Anspruch auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte haben Sie frühestens nach Vollendung des 64. Lebensjahres und 4 Monaten. Diese Rente wird ohne Abschläge gezahlt und kann NICHT vorzeitig in Anspruch genommen werden.

Zu 1 – 4

Die erforderliche Wartezeit (Mindestversicherungszeit) haben Sie nach Ihren Angaben für jede der genannten Rentenarten erfüllt.

Fordern Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger eine Rentenauskunft an. Aus dieser gehen die Voraussetzungen und die maßgeblichen Rentenbeginne hervor.

Mit freundlichen Grüßen

von
Herz1952

Hallo Annette Schmieder,

das wird nix mit 61 oder 62 Jahren aufhören (smile). Frühstmöglicher Rentenbeginn ist 01.06.2022 mit 11,4% Abschläge.

Zum 01.08.2023 Können Sie abschlagsfrei in Rente für besonders langjährig Versicherte.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Frau Schmieder,

der Abschlag wird immer von dem Zeitpunkt des vorzeitigen Rentenbeginns bis zum maßgebenden Rentenbeginn der jeweiligen Altersrente gerechnet. Wird eine Rente z. B. 10 Monate vor dem regulären Beginn dieser Altersrente in Anspruch genommen, beträgt der Abschlag 3 % (0,3 % x 10 Monate).

Sie geben an, dass Sie am 22.05.1959 geboren sind.

Damit kommen für Sie folgende Konstellationen in Betracht:

1) Regelaltersrente

Anspruch auf Regelaltersrente haben Sie nach Vollendung des 66. Lebensjahres und 2 Monaten. Diese Rente wird ohne Abschlag gezahlt und kann NICHT vorzeitig in Anspruch genommen werden.

2) Altersrente für langjährig Versicherte

Anspruch auf die Altersrente für langjährig Versicherte haben Sie frühestens nach Vollendung des 63. Lebensjahres mit 11,4 % Abschlägen (0,3 % x 38 Monate). Ohne Abschläge kann die Rente nach Vollendung des 66. Lebensjahr und 2 Monaten in Anspruch genommen werden.

3) Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Anspruch auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen haben Sie frühestens nach Vollendung des 61. Lebensjahres und 2 Monaten mit 10,8 % Abschlägen (0,3 % x 36 Monate). Ohne Abschläge kann die Rente nach Vollendung des 64. Lebensjahr und 2 Monaten in Anspruch genommen werden.

Wichtig: Für diese Altersrente muss ein Grad der Behinderung von mindestens 50 zum Zeitpunkt des Rentenbeginns vorliegen.

4) Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Anspruch auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte haben Sie frühestens nach Vollendung des 64. Lebensjahres und 2 Monaten. Diese Rente wird ohne Abschläge gezahlt und kann NICHT vorzeitig in Anspruch genommen werden.

Zu 1 – 4

Die erforderliche Wartezeit (Mindestversicherungszeit) haben Sie nach Ihren Angaben für jede der genannten Rentenarten erfüllt.

Damit wäre Ihr frühester Rentenbeginn mit 10,8 % Abschlag nach Vollendung des 61. Lebensjahres und 2 Monaten, SOFERN Sie einen Grad der Behinderung von mindestens 50 haben (Altersrente für schwerbehinderte Menschen).

Ohne Schwerbehinderung können Sie frühestens nach Vollendung des 63. Lebensjahres die Altersrente für langjährig Versicherte mit 11,4 % Abschlägen in Anspruch nehmen

Fordern Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger eine Rentenauskunft an. Aus dieser gehen die Voraussetzungen und die maßgeblichen Rentenbeginne hervor.

Mit freundlichen Grüßen

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.10.2016, 13:14 Uhr]

von
senf-dazu

Zitiert von: Annette Schmieder

Ich würde gerne mit 61 oder 62 aufhören.

Frühestens könnten Sie mit 61 Jahren und 2 Monaten in Rente gehen, wenn Sie dann schwerbehindert sind.
Mit 63 geht es (mit 11,4 % Abschlag) als langjährig Versicherte.
Vorher ist eine gesetzliche Rente nicht möglich ...

Vielleicht können Sie mit dem Arbeitgeber/Betriebsrat eine Art Vorruhestand erreichen? Ab 61 auf x % reduzieren und dann mit 63 in Rente?

von
W*lfgang

Zitiert von: Annette Schmieder
Ich würde gerne mit 61 oder 62 aufhören.
Annette Schmieder,

können Sie, es besteht kein Zwang bis zum Rentenbeginn arbeiten zu müssen. Ihnen gehen ein paar Entgeltpunkte/Rentenzuwachs verloren - kein Problem, rechnet Ihnen die nächste Beratungsstelle DRV oder Rathaus/Versicherungsamt aus.

UND dann warten Sie nicht bis 64 + 2, sondern beantragen die Rente bereits mit 63 + Abschlag - warum? ...Sie verschenken 14 Monate Rente, die Sie bei normaler Lebenserwartung mit 'Mehrbetrag/Rente ohne Abschlag' nicht mehr aufholen. Wenn Sie nicht selbst rechnen können, wenden Sie sich vertrauensvoll an die genannten Stellen, die können das :-)

Gruß
w.