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Rentenlücke

von
Doris

Hallo,
ich habe eine Lücke von 1970 - 1978. Ich habe keinerlei Nachweise mehr und die Firma existiert schon lange nicht mehr. Bei der Krankenkasse habe ich schon nachgefragt aber da liegt nichts mehr vor. Jetzt habe ich gehört, dass vielleicht auf der Versichertenkarte Angaben sein können. Wo werden diese archiviert? Ich habe in Rheinland-Pfalz gearbeitet, wohne aktuell in Nordrhein-Westfalen und bin bei der Rentenversicherung Bund. Wie kann ich die zeit sonst noch nachweisen?

von
Rentenuschi

Die Versicherungskarten wurden bis allerspätestens 1973 ausgegeben, in manchen Bundesländern auch früher.

Die Versicherungskarte wurde bei der Rentenversicherung, bzw. Krankenkasse? abgegeben und dort hat der Versicherte eine so genannte Aufrechnungsbescheinigung erhalten.

Die Versicherungskarte wurde beim Rentenversicherungsträger archiviert. Meines Wissens nach haben aber inzwischen ALLE RV-Träger die Eintragungen nachdokumentiert, so dass diese Zeiten, so sie denn beim RV-Träger vorlagen, bereits in Ihrem Versicherungskonto enthalten sein müsste.
Naürlich kann es vorkommen, dass in Einzelfällen noch keine Übertragung in das Versicherungskonto erfolgte, aber diese Ausnahmen sind extrem selten.
Papier- bzw. Pappversionen der Karten hat eigentlich kein RV-Träger mehr, da diese (analogen) Konten bereits vor längerer Zeit aufgelöst wurden. Ggf. existiert noch ein Mikrofilm.
Aber, wie gesagt, die Chance ist minimal.

Alle Zeiten nach 1973 wurde nicht mehr per Versicherungskarte dokumentiert, sondern wurden bereits maschinell übermittelt.

Wenn Ihnen keine anderen Nachweise mehr vorliegen (z.B. Arbeitsverträge, Lohnbescheinigungen etc.), dann wird der RV-Träger die Anerkennung dieser Zeiten höchstwahrscheinlich ablehnen.

MfG

von
Klugpuper

Losgelöst von der Frage, warum Sie sich erst nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen der Krankenkasse (Und das sind 30 Jahre!) kümmern, könnten Sie auch andere Unterlagen vorlegen, die zumindest eine Glaubhaftmachung der Zeiten ermöglichen.

Die Versicherungskarte (zumindest die letzte) müsste bei Ihren Unterlagen sein. Wäre sie bereits aufgerechnet, dann wären die Zeiten im Versicherungskonto vermerkt.

Da ab 1974 keine Versicherungskarten mehr verwendet worden sind, ist die Frage, was die Lücke bis 1978 erklären könnte.

Haben Sie vielleicht noch eine andere Versicherungsnummer unter der die "alten" Zeiten gespeichert sind.

von
W*lfgang

Zitiert von: Doris
Jetzt habe ich gehört, dass vielleicht auf der Versichertenkarte Angaben sein können.

Hallo Doris,

richtig. Nur gelangte diese Versicherungskarte nur dann ins Archiv der jeweiligen DRV, wenn sie 'aufgerechnet'/abgeschrieben wurde/und Duplikat für Sie, und dann das Original von der Kartenausgabestelle/grundsätzlich Versicherungsamt, an die DRV weitergeleitet worden ist. Dieses Pappkartenverfahren zur Erfassung der Versicherungszeiten endete 1971, ab 1972 wurde grundsätzlich auf die elektronische Meldung umgestellt - da gab es dann diese lütten Butterbrotzettelchen mit den bescheinigten Versicherungszeiten. *)

Problem: nicht wenige Versicherte haben nach der Umstellung auf das elektronische Meldeverfahren die letzte Original(Papp-)Versicherungskarte zu Hause liegen lassen/nicht vorgelegt/nicht eingeschickt ...ist die weg, wars das! So lange zurück sind alternative Unterlagen (Arbeitgeber, Krankenkassen) längst im Verjährungssumpf gelandet/vernichtet und etwaige Mitarbeitende als Zeugen auch nicht mehr bekannt/unter der Grasnarbe.

Nebenbei: Sie wurden bereits mehrfach in früheren Jahren von der DRV wegen der Lücken befragt ...der Zahn der Zeit nagt auch denen, die ggf. bei der ersten Anfrage noch Belege vorrätig gehabt hätten. Darum: wer meint 'was soll die Post von der Rente jetzt schon', ist selber schuld, wenn er den Inhalt der Nachfrage schlicht missachtet hat!

*) klärt immer noch die Lücke bis 1978 nicht, wo elektronische Meldungen erfolgten – egal, ob Sie die Zettelchen noch haben oder nicht, sollte das im Rentenkonto drin sein. Wenn ...ja wenn das überhaupt eine versicherungspflichtige Beschäftigung gewesen ist ...die Nichterfassung deutet eher darauf hin, das dem nicht so ist.

Gruß
w.

von
Ordnung ist das halbe Leben

Zitat
Nebenbei: Sie wurden bereits mehrfach in früheren Jahren von der DRV wegen der Lücken befragt ...der Zahn der Zeit nagt auch denen, die ggf. bei der ersten Anfrage noch Belege vorrätig gehabt hätten. Darum: wer meint 'was soll die Post von der Rente jetzt schon', ist selber schuld, wenn er den Inhalt der Nachfrage schlicht missachtet hat!

*) klärt immer noch die Lücke bis 1978 nicht, wo elektronische Meldungen erfolgten – egal, ob Sie die Zettelchen noch haben oder nicht, sollte das im Rentenkonto drin sein. Wenn ...ja wenn das überhaupt eine versicherungspflichtige Beschäftigung gewesen ist ...die Nichterfassung deutet eher darauf hin, das dem nicht so ist.

Gruß
w.[/quote]

Als gelegentlicher Mitleser dieses sehr interessanten, vielfältigen sowie hilfreichen Forums, bin ich auch sehr irritiert, wie man über ein langes, meist über Jahrzehnte dauerndes Arbeitsleben so verschludert mit den wohl wichtigsten Unterlagen seines Sozialversicherungspflichtigen Erwerbsleben umgeht, die für eine spätere Rentenantragsstellung unabkömmlich sind.

Vorweg - ich bin nach 49 Beitragsjahren mittlerweile auch in Rente. Ich erinnere mich noch heute, wie der Sachbearbeiter meinte, selten einen solchen bilderbuchhaften Verlauf von der Lehre bis zum Ende der passiven Altersteilzeit gelesen zu haben, um die Bearbeitung am PC zu vervollständigen. Ich brauchte auch keinen Beratungsbedarf hinzüglich der Hochrechnung, da ich ja wußte, das keine eventuellen Sonderzahlungen anstanden. Die waren gezwölftet im monatlichen ATZ Einkommen bereits enthalten. Nach knapp 4 Wochen hatte ich schon meinen Rentenbescheid.

Als gutgemeinten Rat empfehle ich jedem künftigen Rentenbezieher, rechtzeitig, d.h. jährlich seine Sozialversicherungsbescheinigung vom Arbeitgeber zu checken und mit der Dezemberabrechnung der Jahressummen zu vergleichen und abzuheften. Man muss auch nicht bis zum Schluss warten, wenn man die Lehrzeit/Ausbildungszeit schon frühzeitig bei der DRV mit Nachweisen eintragen lässt und nachschaut ob diese bei der nächsten Renteninformation aufgeführt ist, anhand der Bewertung der EGP. Seit dem digitalen Zeitalter, dies rückwirkend zu fotografieren und auf einem USB Stick zusätzlich zu sichern ist auch eine zusätzliche Sicherheits-Option!

Ich habe heute noch jede jährliche Bescheinigung seit der Lehrzeit greifbar, sogar noch die handschriftlichen Rentenversicherungsnachweise der Wehrbereichsverwaltung zu meiner früheren Beschäftigung als Soldat auf Zeit, (Z4) als der Leopard 1 "Freude am Fahren" der bayerischen Automarke den Rang ablief.

Liebe Grüße aus einem unkomplizierten Rentnerleben

Experten-Antwort

Hallo Doris,

Versicherungskarten gab es in der Regel nur bis zum 31.12.1972. Ab dem 01.01.1973 wurde auf ein maschinelles Meldeverfahren umgestellt. Dass die Zeit von 1970 bis 1972 nicht in Ihrem Versicherungskonto gespeichert ist, lässt darauf schließen, dass die Versicherungskarte nicht bei einem Rentenversicherungsträger eingegangen ist. Aufgrund der Umstellung des Verfahrens ist es häufiger vorgekommen, dass die letzte Versicherungskarte nicht mehr abgegeben wurde, sondern beim Versicherten oder beim Arbeitgeber verblieben ist.

Fraglich ist, aus welchem Grund auch die Zeit von 1973 bis 1978 nicht gespeichert ist. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass diese Beschäftigungszeiten evtl. unter einer anderen Versicherungsnummer gespeichert sein könnten. Bitten Sie Ihren Rentenversicherungsträger doch sicherheitshalber zu prüfen, ob eine weitere Versicherungsnummer für Sie vergeben wurde, evtl. auch unter Ihrem damaligen Namen, sofern dieser sich zwischenzeitlich geändert haben sollte.

Sie könnten sich auch noch erkundigen, ob die Firma, bei der Sie damals gearbeitet haben, einen Rechtsnachfolger hat, der evtl. noch über Unterlagen aus der damaligen Zeit verfügt.

Wenn keine anderen Unterlagen über die Beschäftigungszeit vorhanden sind, können als ein letztes Mittel zur Glaubhaftmachung auch Zeugenerklärungen, z. B. von damaligen Arbeitskollegen, in Betracht kommen. Sie sollten sich bzgl. der weiteren Verfahrensweise mit Ihrem Rentenversicherungsträger abstimmen.

von
Besserwisser

Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: Doris
Jetzt habe ich gehört, dass vielleicht auf der Versichertenkarte Angaben sein können.

Hallo Doris,

richtig. Nur gelangte diese Versicherungskarte nur dann ins Archiv der jeweiligen DRV, wenn sie 'aufgerechnet'/abgeschrieben wurde/und Duplikat für Sie, und dann das Original von der Kartenausgabestelle/grundsätzlich Versicherungsamt, an die DRV weitergeleitet worden ist. Dieses Pappkartenverfahren zur Erfassung der Versicherungszeiten endete 1971, ab 1972 wurde grundsätzlich auf die elektronische Meldung umgestellt - da gab es dann diese lütten Butterbrotzettelchen mit den bescheinigten Versicherungszeiten. *)

Problem: nicht wenige Versicherte haben nach der Umstellung auf das elektronische Meldeverfahren die letzte Original(Papp-)Versicherungskarte zu Hause liegen lassen/nicht vorgelegt/nicht eingeschickt ...ist die weg, wars das! So lange zurück sind alternative Unterlagen (Arbeitgeber, Krankenkassen) längst im Verjährungssumpf gelandet/vernichtet und etwaige Mitarbeitende als Zeugen auch nicht mehr bekannt/unter der Grasnarbe.

Nebenbei: Sie wurden bereits mehrfach in früheren Jahren von der DRV wegen der Lücken befragt ...der Zahn der Zeit nagt auch denen, die ggf. bei der ersten Anfrage noch Belege vorrätig gehabt hätten. Darum: wer meint 'was soll die Post von der Rente jetzt schon', ist selber schuld, wenn er den Inhalt der Nachfrage schlicht missachtet hat!

*) klärt immer noch die Lücke bis 1978 nicht, wo elektronische Meldungen erfolgten – egal, ob Sie die Zettelchen noch haben oder nicht, sollte das im Rentenkonto drin sein. Wenn ...ja wenn das überhaupt eine versicherungspflichtige Beschäftigung gewesen ist ...die Nichterfassung deutet eher darauf hin, das dem nicht so ist.

Gruß
w.

Hallo Wolfgang, auf den Versicherungskarten wurden bis einschl. 1972 Einträge gemacht, erst ab 1973 wurde das DEVO/DÜVO Verfahren eingeführt. Ich meine da haben Sie sich Versehen oder Verschrieben oder Sie wussten es nicht besser. Viele Leute haben noch die letzte Original-VK in den Unterlagen, können aber beim Rentenantrag mit eingereicht werden. Aber es sind nur noch Einzelfälle, die meisten dieser Personen sind schon im Ruhestand.

von
W*lfgang

Hallo Besserwisser,

zunächst Danke für den Hinweis. Ganz sicher bin ich mir nicht, habe aber eher Verläufe mit Beginn bereits 01.01.1972 'in Erinnerung'. Ich meine, die AG 'durften' schon ab 01.01.1972 mit der elektr. Meldung beginnen, wenn Sie dazu in der Lage waren. Und bei dem nicht kleinen AG in der Nähe, zudem noch mit vielen Gastarbeitern in dieser Zeit, trat diese Problematik der nicht vorgelegten VK'n - speziell bei diesem Personenkreis - gehäuft auf.

Gruß
w.