Rentenpunkte

von
Anja Schneider

Hallo, ich arbeite seit 31 Jahren Vollzeit. Habe bisher 21 Rentenpunkte.
Jetzt habe ich vor nur noch 1/2tags zu arbeiten, oder sogar mal komplett auszusteigen und nur den Mindestbeitrag von ca. 80€ zu zahlen.
Frage: Können meine bisher gesammelten 21 Punkte dadurch verfallen bzw. sich verringern ??

von
Manuel

Bestimmte Versicherungszeiten für die von Ihnen nur verminderte oder gar keine Beiträge gezahlt worden sind können im Rahmen der Rentenberechnung mit einem Durchschnittswert, dem s.g. Gesamtleistungswert, aus Ihren Beitragsjahren bewerten werden.
Dies trifft insbesondere auf die Berufsausbildung, Fachschulausbildung, Mutterschutzfristen (6 Wochen vor + 8 Wochen nach der Geburt) sowie teilweise Arbeitslosengeld- oder Krankengeldbezug vor.
Durch eine Aufgabe der Berufstätigkeit kann dieser Durchschnittswert sinken. Ob eine solche Bewertung in Ihrem Falle erfolgt, können Sie sich anhand Ihrer Rentenauskunft in der nächsten Beratungsstelle erklären lassen.

von
RentenChecker

Hallo Anja,

klare Antwort: nein! Die bisher erzielten Entgeltpunkte (so muss es richtig heißen) können Ihnen durch eine geplante Teilzeitarbeit nicht mehr weggenommen werden.

Sie erzielen durch Ihre Halbtagstätigkeit und dem damit einhergehenden Einkommensverlust in Zukunft lediglich weniger Entgeltpunkte als mit einer Vollzeitarbeit. Aber natürlich erhöhen sich die bisher zurückgelegten 21 Entgeltpunkte durch Ihre Tätigkeit auch in Zukunft.

MfG RentenChecker

von
eos

Hallo Anja,
Klare Antwort: jein

In Hinblick auf spätere Anwartschaften für Ihre Altersrente ist Ihr Vorhaben unproblematisch. Die Punkte, die sie bisher erworben haben, verbleiben.

In Hinblick auf spätere Anwartschaften für eine Erwerbsminderungsrente, kann ihr vorhaben kritisch werden, denn wenn Sie "sogar komplett aussteigen und nur den Mindestbeitrag zahlen", kann dies zum Verlust der Anspruchsvoraussetzungen führen und dann sind - im Rahmen einer Erwerbsminderungsrente - die bisherigen 21 Punkte gar nichts wert.
Anspruch auf Erwerbsminderungsrente besteht u.a. nur dann, wenn Sie in den letzten fünf Jahren vor Leistungsfall (=der Tag, ab dem sie erwerbsgemindert sind) fünf Jahre PFLICHTbeiträge entrichtet haben.
Freiwillige Beiträge sind keine Pflichtbeiträge.
Die Möglichkeit mit Hilfe von freiwilligen Beiträgen der Erwerbsminderungsschutz aufrecht zu erhalten, bestünde nur dann, wenn Sie
- vor dem 01.01.1984 die allgemeine Wartezeit erfüllt haben (= fünf Jahre Beitragszeit)
- seither ein lückenloser Versicherungsverlauf besteht

Aussage: 31 Jahre Vollzeit: 2017-31 = 1986
Ergo: Mit Hilfe der freiwilligen Beiträge werden Sie Ihren Erwerbsminderungsschutz nicht aufrecht erhalten können.
Wenn daher die Lücke von Pflichtbeiträgen größer als zwei Jahre läuft und sie dann erwerbsgemindert werden, haben sie keinen Rentenanspruch (trotz 21 Entgeltpunkten).

MfG eos

von
=//=

Pflichtbeiträge können auch über einen Minijob entrichtet werden. Das Entgelt hieraus muss nicht unbedingt 450,- EUR betragen, sondern kann auch niedriger sein.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Anja Schneider,

die Rentenanwartschaften aus der bisherigen Vollzeitbeschäftigung bleiben bestehen. Mit der verringerten Beschäftigung erwerben Sie in Zukunft weniger (zusätzliche) Rentenanwartschaften, der errechnete Rentenbetrag wird also von der Prognose in den bisherigen Renteninformationen nach unten abweichen.
Soweit die von Ihnen genannten bisher berechneten 21 Entgeltpunkte nicht nur aus der Beschäftigung, sondern auch aus Anrechnungszeiten oder ähnlichem resultieren, wird sich der für diese Zeiten angesetzte Wert verringern (siehe Antwort von Manuel). Der Effekt auf den Rentenbetrag ist umso geringer, je weniger solche beitragsfreien Zeiten Sie im Versicherungsverlauf haben.
Wichtig finde ich den Hinweis von eos zur Erhaltung der Anwartschaft auf eine EM-Rente, das sollten Sie mit im Blick haben.

von
Anja Schneider

Also verstehe ich richtig, dass meine bisher 21 Punkte, welche ja ca. 600,--€ Rente entsprechen, bestehen bleiben ?
Oder kann es passieren dass ich, wenn ich jetzt weniger verdiene, sogar unter die 600,--€ Rente falle ???

von
ThomasausLautern

Nein Anja. Das ist nicht wie beim KBA in Flensburg... Einmal bewertete Entgeltpunkte bleiben und können nur noch erhöht, jedoch nicht reduziert werden. Kurz: Sie verfallen nicht.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo zusammen,

ganz so einfach ist das nicht:

Ich gehe mal davon aus, dass Anja Schneider die genannten 21 Entgeltpunkte aus einer Rentenauskunft entnimmt. Dieser liegt ein Feststellungsbescheid über die rentenrechtlichen Zeiten zugrunde.

Was bleibt und festgeschrieben ist, sind die festgestellten Beitragszeiten und die dafür gezahlten Beiträge und ggf. festgestellte Tatbestände für andere rentenrechtliche Zeiten. Die kann Ihnen niemand mehr "wegnehmen" (es sei denn, sie wurden falsch festgestellt).

Die "Bewertung" dieser Zeiten (also die Berechnung der EP) erfolgt in einer Rentenauskunft nach der derzeit geltenden Rechtslage und anhand der bis dahin vorliegenden Tatbestände - diese Berechnung ist aber nicht verbindlich. Das steht in der Rentenauskunft auch ausdrücklich so drin.

Die Berechnung der Entgeltpunkte für die bisher zurückgelegten Zeiten kann sich ändern
- durch geänderte gesetzliche Bewertungen (hinsichtlich der Beitragszeiten halte ich das für sehr unwahrscheinlich)
- durch geänderte Rahmenbedingungen im Sinne neuer Ausgangswerte für die in meinem ersten Post genannten Durchschnittswerte. Falls Zeiten mit Durchschnittwerten berechnet sind (was ich nicht weiß, ob das auf Anja Schneider zutrifft), dann sinken diese Werte, wenn in der Zukunft weniger oder nix verdient wird. Und dann könnten in der Summe später für den jetzt zurückgelegten Zeitraum auch weniger als 21 EP herauskommen.

Also: Wenn nicht jede Menge beitragsfreie Zeiten im Versicherungsverlauf enthalten sind, werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei einem späteren Rentenbeginn für die bisher zurückgelegten Zeiten ungefähr die 21 EP herauskommen. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht.

Aber natürlich kommen für die künftige Beschäftigung ja auch noch EP hinzu, wenn auch in geringerem Umfang als bisher.

Wenn Sie es genauer wissen wollen, stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen unserer Auskunfts- und Beratungsstellen gern für individuelle Erläuterungen (anhand Ihrer persönlichen Rentenauskunft) zur Verfügung.

von
senf-dazu

Zitiert von: Anja Schneider

Also verstehe ich richtig, dass meine bisher 21 Punkte ... bestehen bleiben ? ...

Hallo!

Wie der Experte schrieb, kommt es darauf an:
- wenn die 21 EP aus Beitragszeiten kommen, bleiben sie erhalten und jede weitere Zeit kommt noch oben drauf.
- wenn die 21 EP auch durch eine Bewertung von beitragsfreien Zeiten zustandekommen, wird jede weitere Zeit mit wenig oder keinem Beitrag für die Rente den Durchschnitt senken, mit dem beitragsfreie Zeiten dannn bewertet werden können. Dadurch kann die Summe kleiner werden.

Wenn die 21 EP in der Rentenauskunft oder im Versicherunsverlauf also die Summe aus Beitragszeiten sind, bleiben sie Ihnen erhalten.

von
Mutlos

Ich weiß es gehört hier nicht hin , aber ich muß das mal loswerden

Es ist schon schlimm das man nach 31 Jahren Vollzeit weniger hat als die Harzer.
Deutschland wo fahren wir vor?