Rentenpunkte für die letzten Arbeitsmonate

von
Sigrid

Mich interessiert, wann und wie die letzten Arbeitsmonate in die Rentenberechnung einfließen, da ja der Rentenantrag 3 Monate vor Rentenbeginn gestellt wird. Beispiel: Bis einschließlich 2018 laut Info 45 Punkte. Rentenbeginn November 2019. Antrag im Juni 2019 gestellt. Vielen Dank für Ihre Auskunft.

von
chi

Sie können wählen (im Antrag gibt es ein Feld dazu), ob Sie eine Hochrechnung haben möchten oder eine exakte Berechnung aus dem tatsächlichen Verdienst der letzten Monate. In diesem Fall kann der Rentenbescheid logischerweise erst spät erlassen werden.

Experten-Antwort

Hallo Sigrid,
es gibt 2 Möglichkeiten wie die letzten Arbeitsverdienste für die Rente ermittelt werden.
A) Hochrechnung (gesonderte Meldung)
Hier wird der Zeitraum bis zum viertletzten Monat vor Rentenbeginn bei ihrem Arbeitgeber ermittelt und ihr Rententräger rechnet dann aus dem Schnitt der letzten 12 Kalendermonate einen Durchschnittsbetrag und legt nimmt diesen für die 3 letzten Monate an.
B) Keine Hochrechnung
In diesem Fall wird die tats. Schlussmeldung ihres Arbeitgebers abgewartet und die tats. Arbeitsverdienste werden für die Rente berücksichtigt.

Vorteile/Nachteile:
Variante A) bietet die Möglichkeit frühzeitig eine Rente festzusetzen, da nicht die Abmeldung der Beschäftigung abgewartet werden muss. Variante B) führt dazu, dass ggf. de Rentenbescheid erst im Monat nach Rentenbeginn erteilt werden kann (Zahlung erfolgt dann natürlich auch für den vergangenen Monat).
Variante B) wäre auch empfehlenswert, wenn offensichtlich erkennbar ist, dass in den letzten 3 Monaten vor Rentenbeginn noch nennenswerten Einmalzahlungen zu erwarten sind (Prämien, Weihnachtsgeld, o.ä.). In diesem Fall kann die Hochrechnung (Variante A) diese Einmalzahlungen nicht berücksichtigen.
Hinweis: Sollte mit der Rentenantragstellung der Hochrechnung (gesonderten Meldung) zugestimmt werden, so wird ihr Rentenbescheid anschließend nicht berichtigt. Auch wenn ihre tatsächlichen Verdienst etwas über oder etwas unter den hochgerechneten Entgelten liegen verbleibt es bei den durch Hochrechnung ermittelten Verdiensten

von
suchenwi

Dazu eine Nachfrage:
Mein letzter "Arbeitsmonat" ist Juli 2019 (Altersteilzeit Freistellung). Da werden gemäß IG Metall-Tarifvertrag noch ca. 1000€ extra ausgezahlt.
Andererseits stockt mein Arbeitgeber die Rentenbeiträge bis BBG auf, wg. Altersteilzeit.
Ist es dann sinnvoller, Hochrechnung zu wählen, um das Verfahren zu beschleunigen?

Experten-Antwort

Wenn ihre Rentenbeiträge während der ATZ auf die BBG aufgestockt werden und sehr wahrscheinlich auch in den letzten 12 Monaten bei der BBG lagen, dann sollte die tarifliche Einmalzahlung keine Rolle spielen. Mit oder ohne diese Einmalzahlung liegt ihre Rentenbeitragszahlung an der Höchstgrenze. Mehr geht in diesem Fall nicht.

von
W*lfgang

Zitiert von: suchenwi
Ist es dann sinnvoller, Hochrechnung zu wählen, um das Verfahren zu beschleunigen?

Hallo suchenwi,

ja, zur Beschleunigung immer.

Mit Hochrechnung würde Ihre mtl. Rente allerdings rd. 0,33 EUR ('brutto', ohne etwaigen Abschlag, ohne KV/PV) geringer ausfallen. Statt der vollen mtl. BBG (6.700 in 2019) für 05. - 07.2019, wird nur der Durchschnittswert der letzten 12 Monate aus 05.2018 - 04.2019 angesetzt:

8x6.500 + 4x6.700 = 78.800 // :12 = 6.567
mtl. 'fehlen' somit 133 max. SV-Entgelt
x3 = 399 // :38901 = 0,0103 EP // x32,03 = 33 Cent

Gruß
w.

von
W*lfgang

Zitiert von: Experte/in
@ W*lfgang
Danke für die Ergänzung

...das Avengers-Expertenteam scheint die letzten Tage online *g Alle Achtung für die sehr differenzierten/fundierten Beiträge!!!

Auch Ihnen schon mal einen 'charmanten' Jahreswechsel :-)

LG.
w.

von
suchenwi

Hallo W*lfgang,
danke für die Analyse. 0.33€ Rentenminderung nehme ich in Kauf (kann man eh nicht mehr soviel kaufen dafür)...

Experten-Antwort

@ W*lfgang
Vielen Dank für die Blumen und auch allen Beteiligten hier im Forum einen charmanten Jahresabschluss