Rentensteigerung durch Ost-West-Rentenanpassung

von
K. Lindner

Wieviel habe ich denn nun mehr Rente durch die Ost-West-Rentenanpassung zum 1.7.2018 mehr in der Tasche? Mein Rente beläuft sich auf 850 Euro. Auf wieviel Euro wird bei mir als Ostrentner nun die Rente aufgebessert?

Es wäre schön Frau oder Herr Experte wenn sie mir eine Zahl nennen könnten.

von
Fred

ca. 50 Euro

von
Rentner

Das kann noch keiner sagen.
Bitte Geduld.

von
Rechner

Rechnen sie mit ca. 15 €

von
Schade

Sie werden wohl wie jeder andere Rentner noch abwarten müssen bis (irgendwann) im Mai die Anpassungswerte offiziell bekannt gegeben werden. Und im Sommer erhalten Sie - auch wie jeder andere - die neue Rentenanpassungsmitteilung zugesandt. Dann wissen Sie es centgenau.

Rechenhilfe: pro Prozentpunkt mehr sind es 8,50 €.

Wenn Sie aber gerne eine unverbindliche Zahl hören wollen und dann glücklich sind, schlage ich Ihnen 17,23 € vor.

von
ATZler

Ist das etwa Absicht, dass hier keine Zahlen genannt werden. Die Prognose ist doch ziemlich einfach.

Das Rentenniveau Ost liegt momentan bei 94,1 Prozent vom Rentenniveau West. Ihre Rente von 850 Euro Ost würde als gegenwärtig 903,29 Euro West entsprechen. Ihre Rente müsste also in diesem Jahr fiktiv um 53,29 Euro erhöht werden, um Westniveau zu erreichen. Die allgemeine Erhöhung für alle würde dann noch dazukommen. Jedoch werden die Ostrenten beginnend ab 2018 in sieben Stufen erhöht, bis 2015 dann endlich das einheitliche Niveau erreicht ist.

53,29 Euro : 7 Jahre = 7,61 Euro pro Jahr in sieben Schritten
oder
5,9 Prozent : 7 Jahre = 0,84 Prozent pro Jahr in sieben Schritten
(903,29 Euro x 0,0084 = 7,59)

Sie dürfen sich also als Ostrentner mit 850 Euro Rente auf eine zusätzliche Erhöhung von etwa 7,60 Euro im Jahre 2018 und in den 7 Folgejahren freuen. Durch die allgemeinen Rentenerhöhungen und die normale Anpassung des Rentenwertes Ost nach oben wird dieser Wert von 7,60 Euro sich verändern, aber nur unwesentlich.

Ich möchte das hier nicht weiter kommentieren, weil das kein politisches Forum sein soll.

von
Konrad Schießl

Nenne mal als Beispiel das Jahr 2017, da der Durchschnittsverdienst des Jahres
2017 noch nicht vorhanden.
Ein Versuch, dies zu berechnen ist es allemal wert.
Durchschnittsverdienst in West 37103 Brutto , 1 Entgeltpunkt und 30,45
Rentenwert.
In Ost 28,66 Rentenwert, 1 EP. und ohne Hochwertung 33148 Verdienst bei
Hochwertung ( Umrechnungsfaktor) 1.1193 % fiktiv 37103 Verdienst und 28,66
Rentenwert je EP. Euro 28,66 in 45 Jahren 1289 Rente.
Nach der Angleichung-Wegfall der Hochwertung- 30,45 Rentenwert : 37103 mal
33148 Euro 27,20 Rentenwert in 45 Jahren 1224 monatliche Rente.
Nun rechnen Sie mal für 850 Monatsrente.

MfG.

von
ATZler

Von den 7,60 Euro bezahlt Herrn Schäuble die Hälfte aus dem Steuertopf. Das wären immerhin 3,80 Euro pro Monat nur für Sie. Sie sollten sich für das großzügige Wahlgeschenk bedanken.

von
W*lfgang

Zitiert von: ATZler
Ich möchte das hier nicht weiter kommentieren, weil das kein politisches Forum sein soll.
ATZler,

wir sind uns sicher einig, das man das schlicht als 'Augenwischerei' bezeichnen kann. Die 6 % Abstand wären wahrscheinlich auch über die normale etwas stärkere Anpassung der OST-EP in diesem Zeitraum zustande gekommen. Man tut halt so, als tut man was ... :-)

Gruß
w.

von
K. Lindner

Vielen Dank für die Beiträge, insbes. den von ATZler.

von
Mike Bogner

Und wann wird etwas gegen die Ungerechtigkeit bei der unterschiedlichen Berechnung der Erwerbsminderungsrente unternommen?
Das 4 Klassenmodel muss weg , gleiche Rentenberechnung für alle.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo K. Lindner,
den Ausführungen von ATZler und Konrad Schießl ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Außer vielleicht noch folgender Hinweis:
Die vollständige Angleichung soll in 7 Schritten bis 2024 erfolgen. Das dazu notwendige Gesetzgebungsverfahren wurde aktuell eingeleitet. Wann und mit welchem abschließenden Ergebnis dieses Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen werden wird bleibt abzuwarten.

von
ATZler

http://www.bild.de/politik/inland/rente/renten-im-osten-werden-vollstaendig-angeglichen-50441864.bild.html

@W*lfgang: Das sehe ich genau so. Das wird auch indirekt von diesem Artikel in der Bild-Zeitung bestätigt. Bitte die Grafik beachten! Hier geht man von einer 7-stufigen Anpassung von jeweils nur 0,7 Prozent aus. Im dümmsten Fall könnte es sogar sein, dass ohne dieses Gesetz der Ausgleich sogar noch eher erreicht wäre.

von Experte/in Experten-Antwort

@ ATZler

1) Bild-Zeitung nicht immer alles glauben, auch wenn die das Thema "Ost-West Angleichung" recht akzeptabel darzustellen versuchen.
2) Der beschriebene Fall, dass die sog. Ost-West Angleichung ohne die geplante gesetzliche Regelung schneller vollzogen sein könnte, ist wohl eher Utopie. Sicherlich ist theoretisch denkbar, dass die Ost-Löhne in kürzester Zeit Westniveau erreichen, was dann auch auf die Renten übertragen und somit quasi zu einer automatischen Angleichung führen würde. Das war ja auch ursprünglich angedacht, dass sich das so ergeben wird.
Aber nach über 25 Jahre Einheit hat die Zeit doch gezeigt, dass sich das so automatisch eben nicht ergeben hat, mit der Angleichung. Daher jetzt der Gesetzentwurf zur Schrittweisen Angleichung in 7 Schritten. Politisch gewollt und gesellschaftlich (verständlicherweise) schon lange gefordert.

von
E. Süß

Wenn man Altersrentner ist, die 60 oder 65 schon überschritten hat, und die Lebensuhr sich seinem Ende nähert, wird man sich fragen, ob ich die nächsten 7 Jahre noch erlebe.

Will damit sagen, für viele fällt diese Rentenanpassung schon deshalb ins Wasser, weil sie vorher irgendwann ins Gras beissen oder die Löffel abgeben.

Die Politik kann natürlich sagen, wir haben die Rentenanpassung gemacht. Für viele wird sie jedoch ganz oder teilweise zu spät kommen. Aber so sind unsere Politiker eben, viel sagen und im Endeffekt wird nichts getan oder bestenfalls nur die Hälfte getan.

von Experte/in Experten-Antwort

@ E. Süß
Das ist leider mit vielen gesetzl. Änderungen so. Es wird immer Personen geben, für die Änderungen zu spät kommen.

von
Konrad Schießl

Es kann durchaus sein, dass Ihre Rente nach der Angleichung geringer ausfällt durch den Wegfall der sogenannten jetzigen Hochwertung.
Maßgebend auch hier, Verdienst und Hochwertung des derzeit angenommen Brutto Verdienstes trotz des niedrigeren Rentenwertes in Ost von 28,66( 30,45
in West) für einen errechneten Entgeltpunkt.
Dies auszurechnen erfordert die jetzigen Daten, Euro Beträge.

MfG.

von
W*lfgang

Zitiert von: Konrad Schießl
Es kann durchaus sein, dass Ihre Rente nach der Angleichung geringer ausfällt durch den Wegfall der sogenannten jetzigen Hochwertung.
änzend:

Richtig, aber die komplette Rente als solche fällt ja nicht geringer aus (die Hochwertung der Vergangenheit bleibt bestehen), sondern nur noch die 'Restzeit-Beschäftigungszeit' bis zum einheitlichen aktuellen Rentenwert könnte einen etwas geringeren Rentenzuwachs auf den IST-Stand bedeuten. Das sind ggf. Beträge, die sich mtl. im einstelligen EUR-Bereich bewegen – nach der gesamte Laufzeit bis zur 'Einheit'.

Gruß
w.

von
Konrad Schießl

Nach meiner Meinung, ein ganz großer Trugschluss. Angleichung heißt vor allem, Wegfall der Hochwertung der leider zu niedrigen Verdiensten, die ja deshalb hochgewertet wurden, da 28,66 in der DDR und nicht 30,45 wie in West als
Rentenwert für 1 Entgeltpunkt gelten.
Dies ist mein 1. Ruf eines Experten hierzu, ich mit meinen Halbwissen kann dies ja
nach verkraften, aber der Rentenspeziallist Gangerl doch nicht.

MfG.

von
W*lfgang

Zitiert von: Konrad Schießl
(...)
KS,

ich verstehe, dass Sie die Hintergründe leider nicht verstanden haben ;-)

Gruß
w.