Rentenversicherungspflicht Pflegeperson/ Flexirente

von
MichaelK

Hallo sehr geehrte Experten,

ich hätte sehr gern gewusst, wie die neue Flexirente sich auf meine Versicherungspflicht als Pflegeperson auswirkt. Ich werde demnächst ( mit 63) eine vorgezogene Rente, Altersrente für langjährig Versicherte mit Abschlag, in Anspruch nehmen. Die Pflege werde ich aber weiterhin leisten.

1. bleibe ich jetzt weiter rentenversicherungspflichtig, trotz des Rentenbezuges, wenn ja, wie lange?

2) wenn ja, zahlt also die Pflegekasse weiterhin Beiträge und wie wirkt sich dann die Beitragszahlung durch die Pflegekasse auf die laufende Rente aus? Erfolgt jedes Jahr eine Neuberechnung oder sind irgendwelche Anträge erforderlich?

Im Voraus herzlichen Dank für die Mühe.

von
KSC

Ja bis zur Regelaltersgrenze (65+x) sind Sie weiterhin versicherungspflichtig und die Pflegekasse zahlt wie bisher die Beiträge weiter.

Die gezahlten Beiträge erhöhen die Regelaltersrente, es wird also nicht jährlich sondern erst mit 65+x neu berechnet, die Regel AR wird um die Pflegebeiträge ab Rentenbeginn höher.

Ab Regelalter werden Sie versicherungsfrei, könnten dann aber auf 1% der Rente verzichten, bei einer 99% Rente müsste die Pflegekasse weiterhin Beiträge zahlen, die sich dann jährlich rentensteigernd aus wirken.

BSP: Beiträge die im Hahr 2020 neben der 99% RegelAR gezahlt werden, wirken sich zum 01.07.2012 aus, Beiträge des Jahres 2021 zum 01.07.22, usw.

Sobald die Pflege endet beantragen Sie wieder die 100% Rente.

Schöne neue Flexiwelt.

von
KSC

in Absatz 4 meines letzten Beitrages muss es nicht 01.7.2012 sondern natürlich 01.07.2021 heißen

:)

von
MichaelK

Hallo KSC,

Zitiert von: KSC

Ja bis zur Regelaltersgrenze (65+x) sind Sie weiterhin versicherungspflichtig und die Pflegekasse zahlt wie bisher die Beiträge weiter.

Die gezahlten Beiträge erhöhen die Regelaltersrente, es wird also nicht jährlich sondern erst mit 65+x neu berechnet, die Regel AR wird um die Pflegebeiträge ab Rentenbeginn höher.

ok, das ist dann soweit klar. Wird zwar den Abschlag nicht ganz ausgleichen, aber immerhin eine positive Auswirkung von "Flexi"

Zitiert von: KSC
Ab Regelalter werden Sie versicherungsfrei, könnten dann aber auf 1% der Rente verzichten, bei einer 99% Rente müsste die Pflegekasse weiterhin Beiträge zahlen, die sich dann jährlich rentensteigernd aus wirken......

das ist zwar zunächst noch hypothetisch für mich, würde dazu aber trotzdem gern nachhaken. Wo finde ich denn konkret dazu die gesetzl. Grundlage? Und wie bewerkstellige ich denn das dann, also Verzicht auf 1 Prozent? Hab davon noch nie was gehört.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo MichalK,

künftig sind erwerbstätige Bezieher einer Altersvollrente erst nach Erreichen der Regelaltersgrenze versicherungsfrei und bei Bezug einer vorzeitigen Altersrente rentenversicherungspflichtig.
Somit werden weiterhin Beiträge zur Rentenversicherung durch die Pflegekasse für Sie entrichtet.

Nach Erreichen der Regelaltersgrenze besteht die Möglichkeit auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten durch Abgabe einer schriftlichen Verzichtserklärung gegenüber dem Arbeitgeber. Dies gilt jedoch nicht für eine nichterwerbsmäßige Pflegetätigkeit. In diesem Fall endet die Versicherungspflicht stets nach Erreichen der Regelaltersgrenze, eine Abgabe einer Verzichtserklärung ist für diese Fälle nicht vorgesehen.

von
MichaelK

danke sehr.
Frage wäre damit beantwortet.

von
Knut Rassmussen

@ Michael

Sie können ihre Rente als 99%-Teilrente beanspruchen (10 -99 in 1%-Schritten). Dann würden weiter Beiträge auf Grund der Pflege wie schon von KSC geschrieben ihre Rente erhöhen.

von
W*lfgang

Zitiert von: KSC
Nach Erreichen der Regelaltersgrenze besteht die Möglichkeit auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten durch Abgabe einer schriftlichen Verzichtserklärung gegenüber dem Arbeitgeber. Dies gilt jedoch nicht für eine nichterwerbsmäßige Pflegetätigkeit. In diesem Fall endet die Versicherungspflicht stets nach Erreichen der Regelaltersgrenze, eine Abgabe einer Verzichtserklärung ist für diese Fälle nicht vorgesehen.
... wie soll ich Ihre 'Beraterfunktion'/Optionen für die eigene Rente da einschätzen - auch im Hinblick auf den Beitrag von Knut Rassmussen/die hier allgemein bekannte Konstellation/welche Möglichkeiten zz. noch bei Pflegetätigkeit/Teil-99%-Rente ab Regelaltersrente bestehen?

Würden Sie mir zustimmen, dass das etwas 'dürftig' war – und eine Empfehlung Pro-Versicherungspflicht (ohne Mehrkosten für pflegende Angehörige) sicher die beste Option für die Zeit ab Regelaltersrente und weiterem Rentenzuwachs wäre und sich bereits innerhalb seeehr kurzer Zeit amortisiert?

Gruß
w.

von
MichaelK

Zitiert von: W*lfgang
....– und eine Empfehlung Pro-Versicherungspflicht (ohne Mehrkosten für pflegende Angehörige) sicher die beste Option für die Zeit ab Regelaltersrente und weiterem Rentenzuwachs wäre und sich bereits innerhalb seeehr kurzer Zeit amortisiert?

Hallo,

solange hier keine konkrete gesetzliche Grundlage genannt wird, vertraue ich auf die Auskunft des Experten.

von
Genervter

Zitiert von: MichaelK

Zitiert von: W*lfgang
....– und eine Empfehlung Pro-Versicherungspflicht (ohne Mehrkosten für pflegende Angehörige) sicher die beste Option für die Zeit ab Regelaltersrente und weiterem Rentenzuwachs wäre und sich bereits innerhalb seeehr kurzer Zeit amortisiert?

Hallo,

solange hier keine konkrete gesetzliche Grundlage genannt wird, vertraue ich auf die Auskunft des Experten.

Tja dann ist ja alles gut!
Ich kann Ihnen aber versichern, dass der Experte auch nur ein Mensch ist, der nicht immer an alles denkt und alles weiß!
Gehen Sie in eine Beratungsstelle und lassen Sie sich dort durchrechnen, ob sich eine 99%-Rente und die Rentenerhöhung durch die Pflegebeiträge lohnt!

von
MichaelK

Zitiert von: Genervter
Ich kann Ihnen aber versichern, dass der Experte auch nur ein Mensch ist, der nicht immer an alles denkt und alles weiß!....

Ich wollte damit nicht Experten - Gläubigkeit ausdrücken. Daher fragte ich ja nach der konkreten gesetzlichen Grundlage. Und erhielt bisher keine sachdienliche Antwort dazu.

von
Genervter

Zitiert von: MichaelK

Ich wollte damit nicht Experten - Gläubigkeit ausdrücken. Daher fragte ich ja nach der konkreten gesetzlichen Grundlage. Und erhielt bisher keine sachdienliche Antwort dazu.

§5 Abs. 4 s. 2 SGB VI lässt den Verzicht auf die Versicherungsfreiheit bei Altersvollrente nur für Beschäftigte und Selbständige zu.
Im Umkehrschluss können Pflegepersonen nur dann auf die Versicherungsfreit verzichten und damit Pflichtbeiträge erwirken, wenn sie nur eine Teilrente beziehen.

von
MichaelK

Zitiert von: Genervter
§5 Abs. 4 s. 2 SGB VI .... Im Umkehrschluss können Pflegepersonen nur dann auf die Versicherungsfreit verzichten und damit Pflichtbeiträge erwirken, wenn sie nur eine Teilrente beziehen.

Umkehrschluß?? Wenn schon, dann könnte damit s. 1 gemeint sein. Da steht nur nix über Pflegepersonen. Aber trotzdem danke für die "Anregung".