Rentenwechsel

von
Maria

Hallo liebes Forum
Ich beziehe seit 2010 ERM Rente, erst auf 1jahr befristet und dann auf unbestimmte Dauer, ich habe eine schwerbehinderung von 60.Bin jg.56 und überlege ob ich jetzt schon in die schwerbehinderungsrente gehen kann,oder soll man noch warten bis eine Überprüfung ansteht, da ich jetzt wieder vermehrt hier im Forum von nachprüfungen liest.ich wurde gottseidank noch nie überprüft, aber dann wäre ja für mich eine evt.überprüfung erledigt,es belastet einen ja doch immer wieder einmal,weil ändern wird sich ja an uns Bestandsrentern ja eh nichts mehr
Ich bekam meine Rente wegen fibromyalgie und psyischen Erkrankungen
Vielen Dank für eine anständige Antwort

von
KSC

Wenn Sie 35 Versicherungsjahre haben kann Jahrgang 56 jederzeit die AR für Schwerbehinderte bekommen. Die sich direkt an die EM Rente anschließende Altersrente kann nicht niedriger sein als die jetzige Rente und wird - sofern Sie seit Eintritt der EM keine Beiträge mehr gezahlt haben auch kaum höher werden.

Im Zweifel eine Probeberechnung bei der DRV anfordern.

von
W*lfgang

Hallo Maria,

Sie können mit 60 + 10 Monate/oder auch später bereits in die Altersrente/Schwerbehinderte wechseln, müssen das aber nicht.

Vorteil: Sie wären von dem Damoklesschwert 'da könnten Nachprüfungen erfolgen' befreit – das/die Nachprüfungsoption der DRV könnten Sie Rahmen einer möglichen Nachprüfung natürlich auch sofort mit einem 'Umwandlungsantrag' in diese Altersrente auskontern – Ende EMRT, Altersrente beginnt/läuft.

Nachteil: Sofern gesetzliche Änderungen bis zur Regelaltersgrenze Ihre aktuelle EM-Rente später mal erhöhen könnten (zz. sehe ich da wirklich nichts, was ohne parallele Beschäftigung/ggf. Pflegetätigkeit zu einer Erhöhung führen könnte), wären Sie bei Bewilligung/Umwandlung in Altersrente grundsätzlich von Verbesserungen ausgeklammert.

Rat: zunächst einfach abwarten!

Aber/besser: da niemand hier Ihre Versicherungszeiten bis/ab EM-Rente beurteilen kann, wäre doch die 1. Empfehlung, das konkret (Umwandlung oder Warten) vor Ort/Probeberechnungen zu hinterfragen.

Gruß
w.

von
Maria

Vielen Dank für die Antwort
33 Jahre habe ich durchgehend gearbeitet,2 Jahre war ich arbeitslos,da ich so krank geworden bin,könnte ich nicht vermittelt werden,hatte wirklich sehr nette Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit. Das müsste doch dann reichen?
Wenn ich dann gleich übergangslos in die schwerbehinderungsrente gehen könnte,beruhigt mich dann doch etwas,oder wird diese auch stufenweise angehoben,ich meinte ich hätte mal was darüber gelesen?
Danke für die Informationen

von
Silvia

Hallo Maria

Sie sind bereits seit 2010 in EM-Rente.
Dies bedeutet, dass Ihre EM-Rente eine Zurechnungszeit bis zum 60. Lebensjahr erfahren hat.
Diese Zurechnungszeit gilt als Anrechnungszeit und zählt mit zur Wartezeiterfüllung, um auf die 35 Jahre zu kommen.

Da Sie 33 Jahre der Wartezeiterfüllung zuvor durch Berufstätigkeit oder ALG-Bezug erreicht haben, sollten Sie mit den Anrechnungszeiten durch die Zurechnungszeiten die Wartezeiterfüllung von 35 Jahren beisammen haben.

Aufgrund Ihres Geburtsjahrgangs und des vorliegenden GdBs 60 steht einer Umwandlung von EM-Rente in die vorgezogenen Altersrente für Schwerbehinderte nichts im Wege.

Ich habe den Antrag dazu sehr unkompliziert auf unserem Rathaus gestellt. Mir wurde von dort auch gleich eine Kopie des Antrags ausgedruckt und mitgegeben.
Ca. eine Woche später erhielt eine schriftliche Eingangsbestätigung von der DRV zusätzlich noch zugesandt.

Zur Antragstellung benötigen Sie lediglich ihren Personalausweis, Ihre Rentenversicherungsnummer und Ihren Schwerbehindertenausweis.

Zum 1.4.18 findet nunmehr mein Wechsel in die Folgerente statt.

Gruß und alles Gute für die Zukunft
Silvia

Experten-Antwort

Hallo Maria,

wie von meinen Vorrednern bereits erläutert, können Sie in die Altersrente für schwerbehinderte Menschen wechseln, wenn Sie 35 Jahre mit Versicherungszeiten erfüllt haben. Ob dies der Fall ist, können Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger erfragen.

Und ja, auch die Altersgrenze bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen wird stufenweise angehoben. Versicherte des Jahrgangs 1956 können diese Altersrente frühestens mit 60 Jahren und 10 Monaten in Anspruch nehmen.

von
modi1969

Hallo,

Sie können - sofern 35 Jahre erfüllt sind, was ich mal unterstelle - bei Jahrgang 56 mit 60 Jahren und 10 Monaten Altersrente für Schwerbehinderte beziehen. Ich würde zunächst eine Probeberechnung zur Umwandlung anfordern. Erhöht sich die Rente durch Umwandlung, nehmen Sie die höhere Altersrente. Erhöht sich die Rente bei Umwandlung in Altersrente nicht, würde ich aus steuerlichen Gründen in der EM-Rente bleiben bis 65+ 10. Hintergrund: Wandeln Sie 2018 in Altersrente um, wird der dauerhaft steuerfreie Anteil der Altersrente aus der Kalenderjahresrente 2019 gebildet. Wandeln Sie erst 2021 oder 2022 in Regelaltersente um, bildet sich der dauerhaft steuerfreie Anteil der Altersrente aus der Kalenderjahresrente 2022 bzw. 2023 ( in beiden Fällen bleibt es bei ununterbrochenem Rentenbezug seit 2010 bei 70 % d.G.n. steuerpflichtigem Anteil der Rente, also 30 % der genannten Kalenderjahresrente bleiben dauerhaft steuerfrei..). Da die Kalenderjahresrente 2022 bzw. 2023 höher ist als die Kalenderjahresrente 2019 ( Rentenanpassungen 2020 ff), sichern Sie sich durch die spätere Altersrente lebenslang den höheren steuerfreien Anteil in der Altersrente.
Wenn Sie natürlich den Druck der evtl. Rentenkontrolle vermeiden wollen, wandeln sie schnellstmöglich in Altersrente um... Letztendlich sind Sie der Souverän des Verfahrens.

von
Maria

Hallo liebes Forum
Viele liebe Grüße

von
Maria

Hallo liebes Forum
Ich möchte mich bei allen bedanken

von
Maria

Hallo liebes Forum
Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich immer so viel Zeit nehmen und so ausführlich Auskunft geben. Ich werde jetzt doch abwarten und hoffe dass es in nächster Zeit nicht doch noch eine Anhebung der Altersgrenze für schwerbehinderungsrente gibt und ich es dann bereue, es kann ja keiner in die Zukunft schauen
Viele liebe Grüße an alle
Maria

von
Maria

Entschuldigung für die 2 halben Beiträge aber manchmal klappt es nicht richtig ,weiss auch nicht an was es liegt
Danke

von
Peterchen

Zitiert von: modi1969
Hallo,

Sie können - sofern 35 Jahre erfüllt sind, was ich mal unterstelle - bei Jahrgang 56 mit 60 Jahren und 10 Monaten Altersrente für Schwerbehinderte beziehen. Ich würde zunächst eine Probeberechnung zur Umwandlung anfordern. Erhöht sich die Rente durch Umwandlung, nehmen Sie die höhere Altersrente. Erhöht sich die Rente bei Umwandlung in Altersrente nicht, würde ich aus steuerlichen Gründen in der EM-Rente bleiben bis 65+ 10. Hintergrund: Wandeln Sie 2018 in Altersrente um, wird der dauerhaft steuerfreie Anteil der Altersrente aus der Kalenderjahresrente 2019 gebildet. Wandeln Sie erst 2021 oder 2022 in Regelaltersente um, bildet sich der dauerhaft steuerfreie Anteil der Altersrente aus der Kalenderjahresrente 2022 bzw. 2023 ( in beiden Fällen bleibt es bei ununterbrochenem Rentenbezug seit 2010 bei 70 % d.G.n. steuerpflichtigem Anteil der Rente, also 30 % der genannten Kalenderjahresrente bleiben dauerhaft steuerfrei..). Da die Kalenderjahresrente 2022 bzw. 2023 höher ist als die Kalenderjahresrente 2019 ( Rentenanpassungen 2020 ff), sichern Sie sich durch die spätere Altersrente lebenslang den höheren steuerfreien Anteil in der Altersrente.
Wenn Sie natürlich den Druck der evtl. Rentenkontrolle vermeiden wollen, wandeln sie schnellstmöglich in Altersrente um... Letztendlich sind Sie der Souverän des Verfahrens.

Richtet sich der steuerfreie Anteil der ersten Rente (in diesem Fall die erste EM-Rente) und aller Folgerenten nicht nach dem Jahr der Erstbewilligung? So habe ich es zuletzt gelesen.
Ich habe meine erste EM-Rente seit 2010 mit 60 Prozent Besteuerung und dies bleibt nun bis zum Ableben meinerseits bei ununterbrochenem Rentenbezug.

von
W*lfgang

Zitiert von: Peterchen
Richtet sich der steuerfreie Anteil der ersten Rente (in diesem Fall die erste EM-Rente) und aller Folgerenten nicht nach dem Jahr der Erstbewilligung? So habe ich es zuletzt gelesen.
Ich habe meine erste EM-Rente seit 2010 mit 60 Prozent Besteuerung und dies bleibt nun bis zum Ableben meinerseits bei ununterbrochenem Rentenbezug.

Hallo Peterchen,

ich stutze zuerst auch etwas, aber der 'alte' Steuerfreibetragssatz (50 ff. %) wird offensichtlich auf die dann nach Anpassungen höhere Altersrente bei 'Umwandlung' aus EMRT in Altersrente auf den höheren Betrag (neu) angewendet/der Steuerfreibetrag in EUR erhöht sich:

https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/renten-1123-umwandlung-einer-erwerbsminderungsrente-in-eine-altersrente_idesk_PI11525_HI9393165.html

so dass die von modi1969 vorgeschlagene Verfahrensweise/spätestmögliche Umwandlung in Altersrente, durchaus - aus steuerlichen Aspekten - Sinn machen würde.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Maria,
hallo die Damen und Herren,
grundsätzlich geht es bei der aufgeworfenen Fragestellung doch um folgendes:
1) Ist Altersrente möglich, sprich sind 35 Versicherungsjahre vorhanden? Die Auskunft gibt´s qualifiziert in jeder Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.
2) Wie schaut´s finanziell aus wenn ich jetzt bzw. wenn ich zu einem späteren Zeitpunkt in Altersrente gehe. Auch hier kann man sich über die DRV Probeberechnungen beschaffen.
3) Welche Auswirkungen und Folgewirkungen ergeben sich sonst noch?
Steuerliche Aspekte würden schon erwähnt, sind finanziell aber wohl eher von untergeordneter Größenordnung. Zu klären wären aber z.B. 8nicht abschließend) folgende Aspekte:
- gibt´s Betriebsrente mehr/weniger wenn ich in Altersrente gehe?
- gibt´s ggf. ausl. Rentenansprüche die realisiert werden können?
- bin ich noch am Riestern (das geht als Altersrentner nicht mehr)?
- ist Reha noch eine Option (auch das ist als Altersrentner schwierig)?
- ergeben sich Auswirkungen bei meiner Krankenversicherung (evtl. kann aus einer freiwilligen eine Pflichtversicherung werden)
- sind Scheidungssachverhalte vorhanden, die ggf erst ab Altersrente zu berücksichtigen sind (dann könnte eine Altersrente tats. sogar niedriger ausfallen)?
==> Ich würde eine Beratung bei der DRV empfehlen. Probeberechnungen besorgen, gucken ob eine Altersrente weitere Folgen nach sich zieht und dann meine Entscheidung treffen.

von
Modi69

Hallo zusammen,

da hatte sich bei mir der Fehlerteufel eingeschlichen: 2010 -5. Jahr nach 2005- natürlich nur 60 % und nicht 70 % (die gelten für Erstrentner 2015) dem Grunde nach steuerpflichtig.
Danke für den Fehlerhinweis

von
W*lfgang

Zitiert von: Experte/in
(...)

Respekt für Ihren umfassenden Beitrag!

Gruß
w.
PS: Sie 'Wichtel' sind wohl noch nicht im Beratungsdienst 'geschunden und verbraucht' ;-)