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Rücknahme Rentenantrag nach Aufforderung KraKa

von
Rentenschmied

Hallo,

natürlich kann man den Leistungsfall im Rahmen eines Rechtsmittelverfahrens überprüfen und ggfls. beseitigen lassen. Aber nur durch eine Antragsrücknahme leider eben nicht.

Beste Grüsse

von
=//=

Zitiert von: Rentenschmied
Hallo und Mahlzeit!

Genau das ist der Weg. Der RV-Träger muss bei einem eingeschränkten Dispositionsrecht die Rente sogar festsetzen wenn Sie das nicht wollen, sofern alle notwendigen Angaben da sind. Ist das nicht so, gibt es eine Ablehnung mangels Mitwirkung.
Stimmt die KK zu, können Sie den Rentenantrag zurücknehmen.
Beachten Sie aber, dass ein bereits festgestellter Leistungsfall der teilweisen oder vollen Erwerbsminderung bestehen bleibt (auf Dauer oder ggfls. bis zum Ablauf der Befristung), d.h. es tritt dann in der Zukunft kein neuer Leistungsfall der gleichen Art mehr ein.
Bsp: Teilweise EM ab 01/2017 auf Dauer und Sie stellen am 01.01.2020 einen Antrag auf EM-Rente. Sofern Sie nicht inzwischen voll EM sind, wird Ihre Rente dann ab dem Antragsmonat gezahlt, aber nur aus den Beiträgen bis zum Leistungsfall 01/2017 gerechnet.
Beste Grüsse

Grundsätzlich ist das richtig. ABER wenn bei einem evtl. späteren Rentenantrag (in diesem Beispiel 2020) angegeben wird, dass zwar 2017 Erwerbsminderung vorlag, es aber glaubhaft nachgewiesen wird, dass sich der Gesundheitszustand ab der Vollbeschäftigung wesentlich gebessert und erst jetzt wieder verschlechtert hat, KANN auch ein neuer Leistungsfall eintreten.
Handelt es sich eigentlich um eine teilweise EM-Rente wegen Berufsunfähigkeit? Besteht Berufsschutz (Geburt vor 1961)?

von
Rentenschmied

Hallo,

Zitat: " Grundsätzlich ist das richtig. ABER wenn bei einem evtl. späteren Rentenantrag (in diesem Beispiel 2020) angegeben wird, dass zwar 2017 Erwerbsminderung vorlag, es aber glaubhaft nachgewiesen wird, dass sich der Gesundheitszustand ab der Vollbeschäftigung wesentlich gebessert und erst jetzt wieder verschlechtert hat, KANN auch ein neuer Leistungsfall eintreten. "

Das stimmt, aber wie der Lateiner sagt "quod erat demonstrandum" - was zu beweisen war. Das ist ohne sehr aussagekräftige medizinische Unterlagen meist nicht möglich, während der "alte" Leistungsfall gerichtsfest festgestellt worden ist. Aber man hat ja schon die berühmten Pferde vor der Apotheke gesehen.

Beste Grüsse

von
=//=

Zitiert von: Rentenschmied
Hallo,

Zitat: " Grundsätzlich ist das richtig. ABER wenn bei einem evtl. späteren Rentenantrag (in diesem Beispiel 2020) angegeben wird, dass zwar 2017 Erwerbsminderung vorlag, es aber glaubhaft nachgewiesen wird, dass sich der Gesundheitszustand ab der Vollbeschäftigung wesentlich gebessert und erst jetzt wieder verschlechtert hat, KANN auch ein neuer Leistungsfall eintreten. "

Das stimmt, aber wie der Lateiner sagt "quod erat demonstrandum" - was zu beweisen war. Das ist ohne sehr aussagekräftige medizinische Unterlagen meist nicht möglich, während der "alte" Leistungsfall gerichtsfest festgestellt worden ist. Aber man hat ja schon die berühmten Pferde vor der Apotheke gesehen.

Beste Grüsse

Der "alte" Leistungsfall wird doch in der Regel vom RV-Träger festgestellt und nicht vom Gericht. So schwierig ist das nicht. Es kommt natürlich auch auf die Krankheit an.
Es gibt auch viele Grusi-Fälle, bei denen die Versicherten zunächst für nicht leistungsfähig gehalten werden, die Jahre später doch nicht mehr erwerbsgemindert sind. Am Besten ist es immer zu beweisen, wenn man jahrelang wieder in Vollzeit gearbeitet hat. Wenn dann noch medizinisch vom behandelnden Arzt die Arbeitsfähigkeit bestätigt wird (es ist ja eh immer umgekehrt), wird das schon geprüft und evtl. revidiert.

von
Michael H

Hallo,

@Rentenschmid:
Sie schreiben, dass ein „festgestellter Leistungsfall bestehen bleibt“. Wenn ich meinen Rentenantrag zurücknehme, dann wird ja keine Leistung festgestellt bzw. gezahlt. Auch kann z.B. ein Schlaganfall in „anderen Gehirnregionen auftreten“, dies wäre zwar die „gleiche Krankheit“ aber doch ein neuer Fall – oder?

Wäre für mich dann auch eine Frage, ob bei späteren Vorfällen, aus denen ein erneuter Rehaantrag oder sogar Rentenantrag resultiert, mein „alter Fall“ dann Probleme bereiten kann.

Sie schreiben auch, dass bei einem neuen Antrag die Rente dann ab dem neueren Antragsmonat gezahlt wird, die Beiträge aber nur bis zum ersten Leistungsfall angerechnet werden. Habe ich das so richtig verstanden? Dass die Leistung dann ab dem neuen Fall gezahlt wird ist ja OK, aber dass die Beiträge nur bis zum alten Fall angerechnet werden, ist doch doof – ich zahle ja auch weiterhin die Beiträge. Oder meinen Sie hier, dass wenn ich schon eine Erwerbsminderungsrente kriege, ich bei einem erneuten Fall keine zweite dazubekomme?

Aktuell geht mit jetzt in den nächsten Tagen von der KraKa ein Schreiben zu, in dem sie die Aufforderung zum Stellen des Rentenantrags widerrufen. Mit diesem Schreiben werde ich dann den Rentenantrag zurückziehen.

von
Rentenschmied

Hallo und Mahlzeit,

so steht es in unseren Schreiben, mit denen wir die Versicherten an die Antragstellung erinnern:

"Sofern Sie derzeit an einem Rentenbezug nicht interessiert sind und auch nicht von Ihrer Krankenkasse zur Antragstellung aufgefordert wurden, können Sie Ihren Reha-Antrag, soweit er als Rentenantrag gilt, zurücknehmen.

Wir weisen Sie jedoch darauf hin, daß bei einer späteren Rentenantragstellung der festgestellte Leistungsfall bestehen bleibt, mithin Beiträge nur bis zu diesem Zeitpunkt berücksichtigt werden. Die Rente beginnt dann erst mit dem Monat der erneuten Antragstellung."

Wie in den vorherigen Beiträgen schon erörtert kann man aber zum Einen den Leistungsfall dahingehend überprüfen lassen, ob ein neuer nach dem alten eingetreten ist, oder vorweg schon dass überhaupt keiner vorliegt. Das ist halt alles eine Frage der Argumentation, der ärztlichen Unterlagen oder den "Umständen des Einzelfalles".

Die Beiträge nach dem Leistungsfall gehen nicht verloren, sondern werden beim Eintreten des nächsten, z.Bsp. die Regelaltersgrenze, bei der Folgerente berücksichtigt.

Ich würde Ihnen dringend einen Termin in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der RV anraten, meist ergeben sich bei diesen Thematiken aus einer Antwort drei neue Fragen.

Beste Grüsse

von
Michael H

Wenn ich den Rentenantrag (mit Zustimmung der KraKa) zurücknehme, dann gibt es ja keinen "festgestellten Leistungsfall". Es gibt ja dann auch keinen Bescheid.

Wenn ich meinen Antrag nun zurückziehe und in einigen Jahren ein erneuter Vorfall eintritt, speichert die DRV dann meine alte Anfrage (inkl. die Unterlagen dazu) und hat das alles dann Einfluss auf die neue Bewertung oder werden nur die neuen Unterlagen, die beim neuen Antrag eingereicht werden bei der Prüfung berücksichtigt.

von
Fastrentner

Zitiert von: Michael H
Wenn ich den Rentenantrag (mit Zustimmung der KraKa) zurücknehme, dann gibt es ja keinen "festgestellten Leistungsfall". Es gibt ja dann auch keinen Bescheid.

Wenn ich meinen Antrag nun zurückziehe und in einigen Jahren ein erneuter Vorfall eintritt, speichert die DRV dann meine alte Anfrage (inkl. die Unterlagen dazu) und hat das alles dann Einfluss auf die neue Bewertung oder werden nur die neuen Unterlagen, die beim neuen Antrag eingereicht werden bei der Prüfung berücksichtigt.

Zumindestens ist der sozialmedizinische Dienst der DRV aufgrund Ihrer Antragstellung „sensibilisiert“ und könnte auf die Idee kommen, zu prüfen, ob der Eintritt des Leistungsfalls bei einer späterer Antragstellung nicht doch schon eher vorlag.
Genau wird Ihnen das hier im Forum niemand sagen können, weil es letztendlich eine medizinische Entscheidung zum Zeitpunkt der weiteren Antragstellung ist.
Der Tatbestand der Antragstellung (auch bei Rückname des Antrags) bleibt gespeichert.

von
Modi69

Hallo,

Wenn die KK Sie zur Rehaantragstellung aufgefordert hat, ist Ihr Dispositionsrecht eingeschränkt, d.h. nur mit Zustimmung der KK kann von Verrentung abgesehen werden. Dies wird die KK aber vorauss. nicht mitmachen, weil sie im Falle der rückwirkenden Rentenbewilligung einen Erstattungsanspruch auf die Rentennachzahlung hat (Krankengeldbezug..).
Die frühe Verrentung hat aber auch Vorteile für Sie: beginnt die Rente in 2017 und besteht der Anspruch durchgehend bis zur Altersrente, wird auch diese mit 74 % d.G.n. zu versteuern sein und nicht mit z.B. 85 % bei erstmaliger Rente 2025. Sie sparen also perspektivisch im Alter Steuern.
Auch der Hinzuverdienst (Best of 15 -Flexirente) sollte bedacht werden.
Ich würde den Bescheid abwarten und nach Zugang umgehend die Weiterbeschäftigung beantragen beim AG...