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Rücknahme Rentenantrag nach Aufforderung KraKa

von
Michael H

Sehr geehrte Wissende,

ich hätte ein wichtiges Anliegen und ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Kurz in Stichpunkten die wichtigsten Angaben:

-Mai 2017 Schlaganfall mit Krankenhausaufenthalt
-direkt im Anschluss Reha-Maßnahme
-ab September 2017 Wiedereingliegerung
-Sep/Okt 2017 Schreiben DRV zum „Reha  Rentenantrag“
-Sep/Okt 2017 Schreiben Krankenkasse „Rentenantrag einreichen“
-Seit Okt/Now. 2017 wieder Vollzeit

Das wären meine Angaben (aus dem Kopf raus) zu meinem Problem. Nun ist ein Schreiben der DRV gekommen, dass eine Teilerwerbsrente wahrscheinlich genehmigt wird und ein Bescheid in Kürze folgt (Es fehlen noch Angaben vom Arbeitgeber, die ich noch liefern muss).

Den Rentenantrag habe ich ja stellen müssen, weil mich die Krankenkasse dazu aufgefordert hat bzw. er wurde automatisch gestellt zu/nach meiner Reha. Normal hätte ich hier nix gemacht.

Mein Problem ist jetzt, dass bei genehmigter Teilerwerbsrente mein Arbeitsverhältnis (TVÖD §33) automatisch endet, obwohl ich ja arbeiten will und kann – schon seit fast wieder einem halben Jahr.

Wie komme ich am besten zu dem Ziel, dass ich ganz normal weiter arbeiten kann wie vor meiner Krankheit? Ich will mir natürlich für spätere (hoffentlich nicht eintretende) Vorfälle keine Steine in den Weg legen (so quasi – hätten Sie doch damals……)!

Soll ich zur Krankenkasse und mir ein Schreiben holen, dass ich meinen Rentenantrag bei der DRV zurücknehmen kann? Welche Normen o.ä. wären hier für meine Argumentation anzuwenden?

Soll ich die DRV (nach?/vor? Empfang des Bescheids) auffordern meinen Fall erneut zu prüfen und auf die erfolgreiche Wiedereingliederung hinweisen sowie den „Selbstbewertungsbogen“ vorlegen (den hätten sie eigentlich schon)? Macht ein Widerspruch Sinn? Ich könnte auch einen Einkommensnachweis mitschicken, damit die DRV sieht, dass ich die vollen Beträge wieder seit einigen Monaten zahle.

Ist es besser wenn ich den Weg über die Krankenkasse gehe (Genehmigung zur Rücknahme des Rentenantrags) oder soll ich den Weg über die DRV nehmen und versuchen, dass ich mit Argumenten und Unterlagen die DRV davon überzeuge, dass die meinen Rentenantrag abweisen?

Worauf muss ich bei meinem Fall besonders achten? Wo können weitere Fallstricke auftreten?

Ich hoffe auf zahlreiche Tipps und Vorschläge

Vielen Dank und Grüße
MICHAEL H

von
Schorsch

Zitiert von: Michael H

Mein Problem ist jetzt, dass bei genehmigter Teilerwerbsrente mein Arbeitsverhältnis (TVÖD §33) automatisch endet, obwohl ich ja arbeiten will und kann – schon seit fast wieder einem halben Jahr.

Wie komme ich am besten zu dem Ziel, dass ich ganz normal weiter arbeiten kann wie vor meiner Krankheit?


Wenn Sie arbeitsfähig sind, steht es Ihnen jederzeit frei, Ihre Arbeit wieder aufzunehmen und auf Ihre EM-Rente zu verzichten.
(Ein formloses Schreiben an die DRV genügt!)

Niemand wird gegen seinen Willen zum Rentenbezug gezwungen, wenn er erwerbs-/arbeitsfähig ist.

MfG

von
Feli

Zum einen könnten Sie den Rentenantrag wieder zurücknehmen, da die KK nicht mehr durch eine laufende KG-Zahlung involviert ist;
zum anderen gilt auch §33 TVÖD:
"Absatz(3) Im Falle teilweiser Erwerbsminderung endet bzw. ruht das Arbeitsverhältnis nicht, wenn der Beschäftigte nach seinem vom Rentenversicherungsträger festgestellten Leistungsvermögen auf seinem bisherigen oder einem anderen geeigneten und freien Arbeitsplatz weiterbeschäftigt werden könnte, soweit dringende dienstliche bzw. betriebliche Gründe nicht entgegenstehen, und der Beschäftigte innerhalb von zwei Wochen nach Zugang des Rentenbescheids seine Weiterbeschäftigung schriftlich beantragt."
D.h. Sie können erst mal abwarten, wie der Rentenbescheid aussieht und ob ggf. nach der Anrechnung des Arbeitsentgelts noch Rente übrig bleibt oder Sie vielleicht tatsächlich Ihre Stunden reduzieren, wenn Sie das denn wollten.

Experten-Antwort

Hallo Michael H,

da Sie aufgrund der Aufforderung zur Antragstellung durch die Krankenkasse nach § 51 SGB V in Ihrem Dispositionsrecht eingeschränkt sind, können Sie den Rentenantrag grundsätzlich auch nur mit der Zustimmung der Krankenkasse zurücknehmen. Sie sollten sich daher auf jeden Fall zunächst nochmals an Ihre zuständige Krankenkasse wenden.

Soweit Sie der Meinung sind, dass Ihr Leistungsvermögen falsch eingeschätzt wurde und tatsächlich keine Erwerbsminderung vorliegt, können Sie dies letztlich auch gegenüber dem Rentenversicherungsträger geltend machen. Über die Erfolgsaussichten kann ich mangels Kenntnis der konkreten Umstände Ihres Einzelfalls im Rahmen dieses Forums allerdings keine Aussage treffen.

von
HotRod

Grundsätzlich verzichtet man nicht auf zustehende EU-Renten !

Wer zu viel Langeweile hat, kann sich schließlich einen Minijob als Pförtner oder Pizza-Bote suchen.
(Würg...)

von
Schorsch

Zitiert von: Experte/in
Hallo Michael H,
da Sie aufgrund der Aufforderung zur Antragstellung durch die Krankenkasse nach § 51 SGB V in Ihrem Dispositionsrecht eingeschränkt sind, können Sie den Rentenantrag grundsätzlich auch nur mit der Zustimmung der Krankenkasse zurücknehmen. Sie sollten sich daher auf jeden Fall zunächst nochmals an Ihre zuständige Krankenkasse wenden.

Da der Fragesteller wieder Vollzeit arbeiten möchte, entfällt das einzige Druckmittel der Krankenkasse, nämlich die Streichung des Krankengeldes.

Insofern dürfte die Zustimmung der Krankenkasse in diesem Fall entbehrlich sein.

MfG

von
Angela

Hallo,
wie Feli schon schrieb, im Falle einer Teilerwerbsminderungsrente ruht das Arbeitsverhälnis nur. Du musst dann nach Erhalt des Bescheides nur zügig die Weiterbeschäftigung beantragen.

von
Michael H

Danke für die ersten und hoffentlich nicht letzten Info und Tipps.

Kurze Zusammenfassung:
Eine Rücknahme des Rentenantrags ist nur mit Zustimmung der KraKa möglich und rechtswirksam. Der Weg über die DRV (Ablehnung des Rentenantrags) ist somit nicht möglich/sinnvoll.

Welche Argumente oder Paragraphen helfen mir im Gespräch mit der KraKa, dass ich meinen Rentenantrag zurückziehen darf?
-KraKa zahlt eh nix mehr
-Wiedereingliederung war erfolgreich
-ich arbeite schon wieder 6 Monate
-Verlust der Arbeit bei Erwerbsminderung
-……

Was meint Ihr wie die Erfolgsaussichten aussehen?

Gibt es nicht wo eine Vorschrift/ein Gesetz welches besagt, dass die KraKa der Rücknahme zustimmen MUSS, wenn ein „berechtigtes Interesse“ beim Versicherten besteht – hier der mögliche Verlust des Arbeitsplatzes?

Wenn ich den Rentenantrag zurücknehme, können dann bei zukünftigen (hoffentlich nicht auftretenden) Vorfällen/Krankheiten Probleme bei der KraKa und DRV auftreten (in Verbindung zum jetzigen Fall)?

Falls ich doch einen Weg über die DRV einschlage (falsche Einschätzung der Leistungsfähigkeit-->Ablehung des Antrags), mit welchen Argumenten kann ich hier Punkten bzw. welche Unterlagen wären hier hilfreich?
-Selbsteinschätzungsbogen
-Einkommensnachweis
-……

Danke nochmals und Grüße
MICHAEL H

von
Michael H

Dass mein Arbeitsverhältnis ruht, wäre für mich auch keine Option. Zumalen ich dann nur ein danz geringe Erwerbsminderungsrente bekäme.

Die von der KraKa müssen doch mit der Rücknahme des Rentenantrags einverstanden sein, wenn ich denen klarmachen kann, dass mein Arbeitsplatz daruch gefährdet ist, meine Wiedereingliederung erfolgreich war, ich eh schon wieder voll arbeite und ich der KraKa eh keine Kosten mehr verursache. Die buchen ja schon wieder fleißig die Beiträge ab.

Die von der Rentenversicherung müssten doch auch einverstanden sein. Auch aus den eben erwähnten Gründen. Außerdem kann ich voll arbeiten, daruch entfällt doch Grund für eine Rente.

Grüße
MICHAEL H

von
Onkel Otto

Wenn Sie von der KK keine Leistungen beziehen, geht es die KK auch nichts an, ob Sie einen Rentenantrag stellen oder nicht!

von
Soso

Zitiert von: Onkel Otto
Wenn Sie von der KK keine Leistungen beziehen, geht es die KK auch nichts an, ob Sie einen Rentenantrag stellen oder nicht!

Ich bin mir nicht sicher, aber die KK kann in bestimmten Fällen theoretisch Regressforderungen stellen, wenn der Versicherte eigenmächtig zuwiderhandelt nach Aufforderung von der KK. Weil der Versichterte dann nicht mehr frei ist in seiner Wahl.

von
Angela

Zitiert von: Michael H
Dass mein Arbeitsverhältnis ruht, wäre für mich auch keine Option. Zumalen ich dann nur ein danz geringe Erwerbsminderungsrente bekäme.

Du musst es ja nicht ruhen lassen, sondern z.B. Teilzeit weiterarbeiten. Bei einer Teilerwerbsminderungsrente geht man davon aus, dass du bis zu 6 Std. täglich arbeiten kannst. Dann hättest du Teilzeitgehalt + Rente.

von
Michael H

Mein Weg wäre momentan eigentlich wie folgt:

Ich werde heute, wenn ich es zeitlich schaffe, persönlich bei der KraKa das OK für die Rücknahme einholen. Mail dauert denke ich zu lange.

Argumente:
- erfolgreiche Wiedereingliederung
- seit fast 6 Monaten wieder in Vollzeit
- bei Genehmigung der Rente Verlust des Arbeitsplatzes
- Abbuchung KraKa-Beiträge erfolgen auch wieder ganz normal

Danach werde ich die DRV anschreiben und meinen Rentenantrag zurücknehmen. Denen lege ich dann das Schreiben der KraKa bei.

von
Groko

Zitiert von: Michael H
Mein Weg wäre momentan eigentlich wie folgt:

Ich werde heute, wenn ich es zeitlich schaffe, persönlich bei der KraKa das OK für die Rücknahme einholen. Mail dauert denke ich zu lange.

Argumente:
- erfolgreiche Wiedereingliederung
- seit fast 6 Monaten wieder in Vollzeit
- bei Genehmigung der Rente Verlust des Arbeitsplatzes
- Abbuchung KraKa-Beiträge erfolgen auch wieder ganz normal

Danach werde ich die DRV anschreiben und meinen Rentenantrag zurücknehmen. Denen lege ich dann das Schreiben der KraKa bei.

Mach das, warum einfach wenn es auch kompliziert geht.

von
Rentenschmied

Hallo und Mahlzeit!

Genau das ist der Weg. Der RV-Träger muss bei einem eingeschränkten Dispositionsrecht die Rente sogar festsetzen wenn Sie das nicht wollen, sofern alle notwendigen Angaben da sind. Ist das nicht so, gibt es eine Ablehnung mangels Mitwirkung.
Stimmt die KK zu, können Sie den Rentenantrag zurücknehmen.
Beachten Sie aber, dass ein bereits festgestellter Leistungsfall der teilweisen oder vollen Erwerbsminderung bestehen bleibt (auf Dauer oder ggfls. bis zum Ablauf der Befristung), d.h. es tritt dann in der Zukunft kein neuer Leistungsfall der gleichen Art mehr ein.
Bsp: Teilweise EM ab 01/2017 auf Dauer und Sie stellen am 01.01.2020 einen Antrag auf EM-Rente. Sofern Sie nicht inzwischen voll EM sind, wird Ihre Rente dann ab dem Antragsmonat gezahlt, aber nur aus den Beiträgen bis zum Leistungsfall 01/2017 gerechnet.
Beste Grüsse

von
Michael H

Hallo Groko.

........ich bitte um den einfachen Weg.

von
Versteh ich nicht

Zitiert von: Michael H
Mein Weg wäre momentan eigentlich wie folgt:

Ich werde heute, wenn ich es zeitlich schaffe, persönlich bei der KraKa das OK für die Rücknahme einholen. Mail dauert denke ich zu lange.

Argumente:
- erfolgreiche Wiedereingliederung
- seit fast 6 Monaten wieder in Vollzeit
- bei Genehmigung der Rente Verlust des Arbeitsplatzes
- Abbuchung KraKa-Beiträge erfolgen auch wieder ganz normal

Danach werde ich die DRV anschreiben und meinen Rentenantrag zurücknehmen. Denen lege ich dann das Schreiben der KraKa bei.

Hallo,

was bedeutet die Abkürzung KraKa? Ist das vielleicht eine Krappelgruppe im Kindergarten?

Grüße

von
W*lfgang

Zitiert von: Versteh ich nicht
was bedeutet die Abkürzung KraKa? Ist das vielleicht eine Krappelgruppe im Kindergarten?

Hallo Versteh ich nicht,

das wäre KraKi ;-) ...wobei die Kra_bb_eln und nicht immer nur PPupen *g

Wenn das eine ernst gemeinte Verständnisfrage ist:

KraKa - laienhaft für KrankenKasse

weitere:

KK - na? ...genau, KrankenKasse
GKV - Gesetzliche KrankenVersicherung
PKV - Private KrankenVersicherung

genau auch wie

DRV - Deutsche RentenVersicherung, als inoffizielle Abkürzung allgemein verständlich durchgeht.

Gruß
w.

von
Versteh ich nicht

Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: Versteh ich nicht
was bedeutet die Abkürzung KraKa? Ist das vielleicht eine Krappelgruppe im Kindergarten?

Hallo Versteh ich nicht,

das wäre KraKi ;-) ...wobei die Kra_bb_eln und nicht immer nur PPupen *g

Wenn das eine ernst gemeinte Verständnisfrage ist:

KraKa - laienhaft für KrankenKasse

weitere:

KK - na? ...genau, KrankenKasse
GKV - Gesetzliche KrankenVersicherung
PKV - Private KrankenVersicherung

genau auch wie

DRV - Deutsche RentenVersicherung, als inoffizielle Abkürzung allgemein verständlich durchgeht.

Gruß
w.

Hallo W*lfgang,

Sie verstehen Spaß und haben auch Humor. Danke auch für die ausführliche Erklärung.
RV - na?... genau, Rentenversicherung

:-)))

Grüße

von
Leserhamster

Zitiert von: Rentenschmied
Hallo und Mahlzeit!

Genau das ist der Weg. Der RV-Träger muss bei einem eingeschränkten Dispositionsrecht die Rente sogar festsetzen wenn Sie das nicht wollen, sofern alle notwendigen Angaben da sind. Ist das nicht so, gibt es eine Ablehnung mangels Mitwirkung.
Stimmt die KK zu, können Sie den Rentenantrag zurücknehmen.
Beachten Sie aber, dass ein bereits festgestellter Leistungsfall der teilweisen oder vollen Erwerbsminderung bestehen bleibt (auf Dauer oder ggfls. bis zum Ablauf der Befristung), d.h. es tritt dann in der Zukunft kein neuer Leistungsfall der gleichen Art mehr ein.
Bsp: Teilweise EM ab 01/2017 auf Dauer und Sie stellen am 01.01.2020 einen Antrag auf EM-Rente. Sofern Sie nicht inzwischen voll EM sind, wird Ihre Rente dann ab dem Antragsmonat gezahlt, aber nur aus den Beiträgen bis zum Leistungsfall 01/2017 gerechnet.
Beste Grüsse

Ein bereits festgestellter Leistungsfall, bzw. sein Ergebniss( EM-Dauer oder Zeit) müsste doch aber mit einem Rechtsmittel angegriffen werden können? Natürlich innerhalb einer Frist.
Oder ist das bei rein medizinischen Entscheidungen( hier Gutachten durch Sozialmediziner)) nicht oder nur sehr erschwert möglich?