Rückwirkende Erwerbsminderung

von
Heidi

Guten Tag zusammen,

ich bin letztes Jahr im März und April 2017 operiert an der Bandscheibe operiert worden. Im Mai 2017 habe ich einen Antrag auf Reha gestellt und bewilligt bekommen.

Seit der Beendigung der Reha bin ich weiter krankgeschrieben. Nun habe ich die Altersrente für Schwerbehinderte Menschen zum 01.09.2018 beantragt.

Jetzt habe ich einen Brief von der Barmer erhalten, dass sie mein „Dispositionsrecht“ rückwirkend einschränken und mir gesagt dass die DRV den Rehaantrag als Rentenantrag bewerten wird.

Darf die Krankenkasse das? Was passiert jetzt? Bekomme ich auch ein Schreiben der Rentenversicherung? Muss ich dem zustimmen? Dadurch gehen mir dann ja Rentenanteile verloren?

Kann ich bei rückwirkender Verrentung als Erwerbsminderungsrentner darauf bestehen, den Leidtungsfall auf den 7. Monat nach Eintritt der Erwerbsminderung ( hier der 01.12. 2027 oder 01.01.2018 - das ist nach meiner Rechnung das Datum nach Rehaantrag) zu setzen? Das wären weniger Abschläge als im Mai 2017.

Ich habe leider keine Hinzurechnungspunkte zu erwarten, da ich 2017 schon 63 Jahre alt war.

Bekomme ich Post von der Rentenversicherung mit Möglichkeit zum wählen oder Widerspruch? Schließlich habe ich den Rehaantrag ohne Auffoderung der Barmer gestellt.

Vielen Dank für die Hilfe

von
Rentenuschi

Hallo Heidi,

sobald du dieses Schreiben von deiner KK bekommen hast, ist dein Mitspracherecht hinsichtlich Rentenantrag, Leistungsfall und Rentenbeginn leider erloschen.

Eigentlich prüft der RV-TRäger nach Ende der Reha selbst, ob eine Umdeutung des Reha-Antrages in einen Rentenantrag in Frage kommt. Das passiert dann, wenn laut Entlassungsbericht dein Leistungsvermögen eingschränkt ist und ein Rentenanspruch bestehen könnte.
Dann (und nur dann) bekommst du Post vom Rententräger, anderenfalls informiert der Träger die KK selbst, dass kein eingeschränktes Leistungsvermögen festgestellt wurde.

Auch wenn du ursprünglich den Reha-Antrag selbst gestellt hast, kann die KK gem. § 51 SGB VI dein Gestaltungsrecht rückwirkend einschränken (so lange noch kein Rentenbescheid erteilt wurde).

Du musst aktuell also nichts tun.

MfG

von
Marco

Was hier gechrieben wurde stimmt so nicht.

Die KK hat eine Entscheidung zu treffen! Denn das impliziert das KANN im 51 SGB V es ist kein MUSS. Bei einer Entscheidung einer Behörde wird Ermessen ausgeübt. Ermessen heißt Abwägung von Interessen.

Bei Ihnen trifft es zu, dass Sie wohl ab 1.9. aus dem Krankengeld in eine vorgezogene Rente wechseln können. Sie hätten jedoch erhebliche Nachteile, wenn die KK nun ihr Ermessen so ausübt, dass Sie einen bis an Ihr Lebensende dauernden finanziellen Nachteil haben.

Sowas war schon oft Klagegegenstand und das BSG hat hier eindeutig zu Gunsten des Versicherten geurteilt, dass das Interesse einer abschlagsfreien Rente vorgeht vor dem Interesse der KK auf Erstattung von Leistungen.

Ich rate Ihnen Widerspruch einzulegen und zu begründen, dass diese Handlung der KK erheblichen finanziellen Nachteil für Sie bedeutet. Zudem würde ich mir kompetente Beratung holen es geht ja um viel Geld.

von
Rentenuschi

Die Frage von Heidi bezog sich auf das Handeln des Rententrägers und DER hat bei § 51 SGB V keinen Ermessensspielraum mehr.

von
Rentenuschi

Marco hat natürlich Recht!

Bei der Krankenkasse lohnt sich ggf. ein Widerspruch.

Ich hatte bei meiner Antwort nur den Rententräger im Sinn und bitte um Entschuldigung für das Kuddelmuddel.

MfG

von
Rentenuschi

Bedeutet ja nicht automatisch, dass alle anderen im Unrecht sind.

Experten-Antwort

Hallo Heidi,

"Rentenuschi" und "Marco" haben Ihre Fragen bereits zutreffend beantwortet.