RV Abgaben als Student in der Gleitzone

von
Ben

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite neben dem Studium (Gleitzone), somit bin ich gestzlich Rvpfl. .

Kann ich das irgendwie umgehen ?

z.B. wenn ich privat Rv wäre müsste ich noch gestzlich Rv. sein ?

LG Ben

von
Herz1952

Ich antworte Ihnen mal mit nein. Die Versicherungspflicht für Studenten in der RV ist gesetzlich geregelt.

Aus meiner aktiven Zeit in der Personalverwaltung weis ich, dass es mal eine Übergangsregelung gab. Wenn mich nicht alles täuscht, war es so, dass sich "Altfälle" von der Versicherungspflicht befreien lassen konnten.

Aber ein Experte wird Ihnen exakt auf Ihre Frage antworten.

von
Ich von hier

Studenten und Praktikanten, die eine Beschäftigung ausüben,
sind in dieser Beschäftigung rentenversicherungspflichtig.
Neben dem Studium ausgeübte Beschäftigungen sind in
der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei,
wenn die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr
als 20 Stunden beträgt. Die Höhe des Arbeitsentgelts ist
hier ohne Belang. Übt ein Student oder Praktikant im Laufe
eines Jahres mehrere Beschäftigungen aus, so ist er in einer
auf höchstens zwei Monate befristeten Beschäftigung mit mehr als 20 Arbeitsstunden in der Woche nur dann versicherungsfrei,
wenn die Beschäftigungszeiten im Laufe eines
Jahres nicht mehr als 26 Wochen betragen.
Beschäftigungen, die in den Semesterferien ausgeübt werden,
sind – unabhängig von Arbeitszeit und Arbeitsentgelt
– in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung
versicherungsfrei. Ist ein Studium integraler Bestandteil
eines Ausbildungsverhältnisses, dann besteht für den
Studenten in diesem Ausbildungsverhältnis Versicherungspflicht
zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Studenten und Fachschüler, die zwischen zwei theoretischen
Studienabschnitten ihr nach der Studien- oder Prüfungsordnung
vorgesehenes Praktikum absolvieren, bleiben
während des Praktikums rentenversicherungsfrei, sofern
sie als Studierende an der Fach- oder Hochschule eingeschrieben
sind.
Nicht vorgesehene Praktika, die gegen ein Entgelt von regelmäßig
höchstens 450 Euro im Monat ausgeübt werden,
haben den Status einer geringfügig entlohnten Beschäftigung.
Auf sie sind die hierfür geltenden Regelungen anzuwenden.
Hinweis: Fachschüler und Studenten, die während des
Praktikums nicht an der Fach- oder Hochschule eingeschrieben
bleiben bzw. ihr vorgeschriebenes Praktikum
vor oder nach der Fach- oder Hochschulausbildung absolvieren,
unterliegen während des Praktikums grundsätzlich
der Sozialversicherungspflicht.

von
verwirrter

Zitiert von: Ben

Kann ich das irgendwie umgehen ?

Nur wenn Sie das Entgelt auf die Geringfügigkeitsgrenze runterdrücken.

von
Rob

Wenn Sie als Student eine Dauerbeschäftigung ausüben und montlich mehr als 450 EUR verdienen sind Sie immer rentenversicherungspflichtig und müssen in der Gleitzone den reduzierten Arbeitnehmeranteil entrichten. Arbeiten Sie in der Woche mehr als 20 Stunden werden Sie auch noch in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung pflichtig.

von
qwertz

Hallo Ben,
Sie erfüllen wahrscheinlich die klassischen Voraussetzungen eines "Werkstudenten".

In Ergänzung zu den Vorrednern kann ich Ihnen noch beiliegenden (vertiefenden) Link empfehlen

http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/14_besonderheiten_bestimmter_personengruppen/studenten.html

von
W*lfgang

Hallo Ben,

seien Sie froh, das parallel Pflichtbeiträge ins Rentenkonto laufen, die haben wenigstens noch einen (kleinen) Wert, die Studienzeit ist nur reine Zählzeit.

Und wenn's zum GAU kommen sollte, können gerade diese Pflichtbeiträge dazu führen, dass Sie eine Reha erhalten, gar eine EM-Rente möglich ist, die bei Zeiten bis 25. Lbj. zum 1000-EUR-Schein mtl. führen könnte.

Rat: jammern Sie nicht wegen der paar EUR Mehrabzüge, nehmen Sie die Vorteile daraus mit.

Und nein, privat ist privat und 'zusätzlich' ...2 Systeme, 2 Leistungsansprüche – wobei die gesetzliche Rentenversicherung aus gutem Grund ein Zwangssystem ist. Andernfalls müssten Sie ihre Tätigkeit auf 'idiotensichere' selbständige Tätigkeit umstellen, um dem Zugriff der DRV zu entgehen ...die Betonung liegt hier auf rechtlich einwandfrei, nicht auf die bloße Umbenennung der Tätigkeit in einen Honorarvertrag - und selbst diverse selbständige Tätigkeiten unterliegen per gesetzlicher Vorgabe der Versicherungspflicht. Einfach nur 'Trixen' geht nicht ;-)

Gruß
w.

von
Ben

Vielen, vielen Dank für all die schnellen Antworten.

Ich nehm daraus mit, dass ich mich, wie jeder Andere, über die Vorteile freue und wo anders spare.

Vielen Dank für die ernstgenommen Antworten.