Schwerbehinderung wird bei Rente nach 45 Beitragsjahren nicht berücksichtigt.

von
Stephan S.

Als Schwerbehinderter (über 50 GdB) kann ich abschlagsfrei 2 Jahre früher in Rente gehen.
Warum findet diese Regelung bei der Rente nach 45 Jahren keine Anwendung? Der langjährig Beschäftige Schwerbehinderte wird doch gegenüber seinen Leidensgefährden die kürzer beschäftigt waren benachteiligt.
Oder mach ich da einen Denkfehler?

Gruß
Stephan

von
DRV

Einfache Antwort. Weil der Gesetzgeber das so vorgesehen hat und die Rentenversicherung an die Gesetze gebunden ist.
Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte hat keinen Einfluss auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen.

von
Groko

Zitiert von: Stephan S.
Als Schwerbehinderter (über 50 GdB) kann ich abschlagsfrei 2 Jahre früher in Rente gehen.
Warum findet diese Regelung bei der Rente nach 45 Jahren keine Anwendung? Der langjährig Beschäftige Schwerbehinderte wird doch gegenüber seinen Leidensgefährden die kürzer beschäftigt waren benachteiligt.
Oder mach ich da einen Denkfehler?

Gruß
Stephan


Wo wird denn der Schwerbehinderte benachteiligt?

Experten-Antwort

Hallo, Stephan S.,

wer am Tag des Rentenbeginns schwerbehindert ist und die Wartezeit für 35 Jahre erfüllt kann eine abschlagsfreie Altersrente für schwerbehinderte Menschen zwei Jahre vor Beginn einer Regelaltersrente erhalten. Bei den Jahrgängen 1953 bis 1957 geborenen verschiebt sich der abschlagsfreie Rentenbeginn max. um 5 Monate nach hinten.
Der zwei Jahre frühere Rentenbeginn trifft ebenso auf die Personen zu, die 45 Jahre Wartezeit erfüllen, sofern diese ab 1958 geboren wurden, nicht schwerbehindert sind und eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte beantragen. Wer also schwerbehindert ist, erreicht eine abschlagsfreie Rente bereits mit 35 Jahren Wartezeit. Der nicht schwerbehinderte benötigt also zum selben Zeitpunkt 45 Jahre.
Es ist also beim Vorliegen einer Schwerbehinderung für 1958 geborene unerheblich, ob er zu dem Zeitpunkt die Wartezeit von 45 Jahren erreicht hat.
Ob der Schwerbehinderte (ab 1958 geboren) nur etwas über 35 Jahre oder vielleicht auch ca. 45 Jahre erreicht, kann hierbei m.E. nicht als Nachteil gesehen werden, da aufgrund der in dieser Mehrarbeitszeit geleisteten Beiträge schließlich in der Regel ein höherer Rentenanspruch erzielt wird. Schwerbehinderten Personen, vor 1958 geborenen, können, wenn Sie die 45 Jahre Wartezeit erreichen auch die andere Rentenart Altersrente für besonders langjährig Versicherte für sich in Anspruch nehmen, da Sie die Voraussetzungen erfüllen und noch vor dem frühesten Rentenbeginn einer Altersrente für schwerbehinderte Menschen in die Rente starten können. Auch hier sehen wir keinen Nachteil.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 29.01.2019, 15:35 Uhr]

von
W*lfgang

Zitiert von: Stephan S.
Als Schwerbehinderter (über 50 GdB) kann ich abschlagsfrei 2 Jahre früher in Rente gehen.
Warum findet diese Regelung bei der Rente nach 45 Jahren keine Anwendung? Der langjährig Beschäftige Schwerbehinderte wird doch gegenüber seinen Leidensgefährden die kürzer beschäftigt waren benachteiligt.
Oder mach ich da einen Denkfehler?

Gruß
Stephan

Hallo Stefan,

der langjährig Beschäftigte mit GdB 50 hat weiterhin den Vorteil, dass er bereits mit 61 frühestens in die Rentenart starten kann/mit Abschlag von nur 10,8 % ...der 'gesunde' langjährig Versicherte kann frühestens mit 63/mit gleichem Abschlag ins Rentenalter wechseln, also hier Pluspunkt für Sie – ahh, geht früher.

Ab Jg. '58 ist die abschlagsfreie Altersrente mit 45 Jahren oder schon bei nur 35 Jahren mit GdB 50 zum selben Zeitpunkt möglich ...Pluspunkt für schwerbehinderte Menschen: Sie benötigen weiterhin nur 35 Jahre /der mit Lücken versehene Versicherte /der langjährig Studierende, ist weiterhin dabei .

Eine Benachteiligung erkenne ich da nicht, da dasselbe abschlagsfreie Rentenalter mit weniger Versicherungsjahren möglich ist.

Hätten wir noch die 'alte' abschlagsfreie Altersrente _ab 65_ mit 45 Jahren, würden Sie heute sagen 'super, ich kann 1 Jahr früher wg GdB' ...und ja, die uralten Altersrenten wg. Schwerbehinderung ab 60 ohne Abschlag - nunja, Geschichte. Zeit bringt Veränderungen mit sich, aber eine zusätzliche 'Übervorteilung'("ich will noch besser behandelt werden, als bisher schon zugesichert") erwarten Sie nicht wirklich?!! ;-)

Nebenbei sollten Sie berücksichtigen, dass der mit 45+ Jahren auch eine höhere Rentenerwartung *g

Gruß
w.

von
Anne

Ich habe das gleiche Problem, kann mit 64+6 abschlagsfrei in Rente für Schwerbehinderte Menschen gehen.Ich habe dann 45 Jahre gearbeitet.35 Jahre werden für diese Rente Beitragszeit verlangt.6 Monate später würde ich die Rente für besonders langjährige( 45 Arbeitsjahre) erhalten.

von
W°lfgang

Zitiert von: Anne
Ich habe das gleiche Problem, kann mit 64+6 abschlagsfrei in Rente für Schwerbehinderte Menschen gehen.Ich habe dann 45 Jahre gearbeitet.35 Jahre werden für diese Rente Beitragszeit verlangt.6 Monate später würde ich die Rente für besonders langjährige( 45 Arbeitsjahre) erhalten.

Hallo Anne,

lesen Sie bitte die obigen Beiträge erneut nach!

> 6 Monate später würde ich die Rente für besonders langjährige( 45 Arbeitsjahre) erhalten.

Nochmal langsam: ab Jahrgang 58ff. gilt für beide Rentenarten das gleiche abschlagsfreie Rentenalter von/hier 64+6 - egal, ob Sie über GdB 50 und 'nur' 35 erforderliche Versicherungsjahren für diese Altersrente, oder ohne GdB mit 45 Jahren in die Altersrente gehen wollen.

Wenn Sie mit 64+6 noch keine 45 Jahren haben, gehen Sie eben mit 64+6 über den GdB50 und nur 35 Jahren in die abschlagsfreie Rente.

Offensichtlich liegt hier ein Verständnisproblem vor ...die abschlagsfreie AR mit GdB ist genauso mit 35 Jahren möglich/64+6 <- dafür brauchen Sie nicht extra noch 45 Jahre.

Tipp: Lesen Sie Ihre letzte Rentenauskunft nochmal neu/alle 4 möglichen Altersrentenarten mit auch frühestmöglichem abschlagsfreiem Rentenbeginn sind dargestellt - oder lassen Sie sich dass in der nächsten Beratungsstelle erklären/vorlesen :-)

Gruß
w.

von
Bestands EMR

Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: Stephan S.
Als Schwerbehinderter (über 50 GdB) kann ich abschlagsfrei 2 Jahre früher in Rente gehen.
Warum findet diese Regelung bei der Rente nach 45 Jahren keine Anwendung? Der langjährig Beschäftige Schwerbehinderte wird doch gegenüber seinen Leidensgefährden die kürzer beschäftigt waren benachteiligt.
Oder mach ich da einen Denkfehler?

Gruß
Stephan

Hallo Stefan,

der langjährig Beschäftigte mit GdB 50 hat weiterhin den Vorteil, dass er bereits mit 61 frühestens in die Rentenart starten kann/mit Abschlag von nur 10,8 % ...der 'gesunde' langjährig Versicherte kann frühestens mit 63/mit gleichem Abschlag ins Rentenalter wechseln, also hier Pluspunkt für Sie – ahh, geht früher.

Ab Jg. '58 ist die abschlagsfreie Altersrente mit 45 Jahren oder schon bei nur 35 Jahren mit GdB 50 zum selben Zeitpunkt möglich ...Pluspunkt für schwerbehinderte Menschen: Sie benötigen weiterhin nur 35 Jahre /der mit Lücken versehene Versicherte /der langjährig Studierende, ist weiterhin dabei .

Eine Benachteiligung erkenne ich da nicht, da dasselbe abschlagsfreie Rentenalter mit weniger Versicherungsjahren möglich ist.

Hätten wir noch die 'alte' abschlagsfreie Altersrente _ab 65_ mit 45 Jahren, würden Sie heute sagen 'super, ich kann 1 Jahr früher wg GdB' ...und ja, die uralten Altersrenten wg. Schwerbehinderung ab 60 ohne Abschlag - nunja, Geschichte. Zeit bringt Veränderungen mit sich, aber eine zusätzliche 'Übervorteilung'("ich will noch besser behandelt werden, als bisher schon zugesichert") erwarten Sie nicht wirklich?!! ;-)

Nebenbei sollten Sie berücksichtigen, dass der mit 45+ Jahren auch eine höhere Rentenerwartung *g

Gruß
w.

Sie erkennen sicherlich auch keine Benachteiligung das Erwerbsminderungsrentner die vor Juli 2014 erkrankt sind nun 5 Jahre und 8 Monate weniger Zurechnungszeit angerechnet bekommen als jene die ab 2019 Erwerbsminderungsrente bekommen.

Gruß BER.

von
Mondkind

Hallo Bestandsrentner EMR
dafür gibt es nun mal Stichtage.
Wenn es für Neurentner ab 2019 schlechter geworden wäre würden Sie als Bestandsrentner ja auch nicht sagen will ich auch.

von
Bestands EMR

Zitiert von: Mondkind
Hallo Bestandsrentner EMR
dafür gibt es nun mal Stichtage.
Wenn es für Neurentner ab 2019 schlechter geworden wäre würden Sie als Bestandsrentner ja auch nicht sagen will ich auch.

Wir sind aber nicht bei wenn sondern es wurde besser.
Gilt eigenartigerweise bei der Mütterrente rückwirkend auch als Verbesserung oder nun wahrscheinlich sogar bei der Grundrente, da stört es keinen das Bestandsrentner trotz geringer Einzahlung nun mehr bekommen sollen.
Dies ist keine Rentenversicherung mehr sondern eine Lotterie.

von
Christine Ortner

Kann ich mit Schwerbehindert ( 100 % )nach Arbeitsjahren ohne Abschlägen in den Rente gehen.!?!?

Mit freundlichen Grüsse Christine Ortner

von
Christine Ortner

Kann ich mit Schwerbehindert ( 100 % )nach Arbeitsjahren ohne Abschlägen in den Rente gehen.!?!?

Mit freundlichen Grüsse Christine Ortner

von
Christine Ortner

Kann ich mit Schwerbehindert ( 100 % )nach Arbeitsjahren ohne Abschlägen in den Rente gehen.!?!?

Mit freundlichen Grüsse Christine Ortner

von
Berater

Zitiert von: Christine Ortner
Kann ich mit Schwerbehindert ( 100 % )nach Arbeitsjahren ohne Abschlägen in den Rente gehen.!?!?

Mit freundlichen Grüsse Christine Ortner

Sehen Sie einfach in Ihre Rentenauskunft. Dort steht unter Altersrente für schwerbehinderte Menschen, ob Sie die 35 Jahre rentenrechtliche Voraussetzungen erfüllt haben und ab wann Sie dann mit oder ohne Abschläge eine Rente erhalten können.

von
Monika

Da können die Experten schreiben was sie wollen, diese Gesetze sind ein Lotterie- Spiel. Durch die Rente mit 63 sind die Vorteile der Schwerbeh. geschmolzen wie das Eis durch Klimawandel. Jetzt auch noch diese Hochrechnung der Erwerbsm.-Rentner. Wer kann es sich als Schwerbeh. leisten mit 10,8% Abschlag in Rente zu gehen.Dann schreiben diese Leute auch noch nur 10,8%. Würde er mit 1200 Euro Rente diesen Abschlag wollen.

von
Abschläger

Zitiert von: Monika
Da können die Experten schreiben was sie wollen, diese Gesetze sind ein Lotterie- Spiel. Durch die Rente mit 63 sind die Vorteile der Schwerbeh. geschmolzen wie das Eis durch Klimawandel. Jetzt auch noch diese Hochrechnung der Erwerbsm.-Rentner. Wer kann es sich als Schwerbeh. leisten mit 10,8% Abschlag in Rente zu gehen.Dann schreiben diese Leute auch noch nur 10,8%. Würde er mit 1200 Euro Rente diesen Abschlag wollen.
Ja, diese Abschläge sind nicht gerade von Vorteil. M. W. existieren sie, um Leute abzuschrecken, eine EMR nicht zu zeitig zu beantragen. Als ob man sich die Gesundheit aussuchen könnte :-)

von
Memyself

Den Unmut der bestandsrentner kann ich verstehen, betrifft mich ja auch.

Aber einen kleinen Vorteil hat das auch: bei der Besteuerung!