Selbständiger Antrag auf Versicherungspflicht?

von
C. Böttcher

Hallo,
es geht um einen IT Berater, der sich ab 01.01.2017 selbständig gemacht hat. Er erfüllt nicht die Voraussetzung 5 Jahre Beitragszeiten vor dem 01.01.84 erlangt zuhaben, danach hat er jedoch ein lückenloses Konto.
Nun geht es darum, ob er zunächst eine Statusfeststellung durchführen soll oder direkt einen Antrag auf VSPF stellt?
Sollte er den Antrag auf VSPF noch im Januar stellen würde es doch ausreichen die Anwartschaft auf die EM Rente aufrecht zu erhalten, weil er ja noch im Januar VSPF wird, oder?
Entschließt er sich zunächst ein Statusfeststellungsverfahren durchzuführen würde sich das ja verzögern und es könnten Lücken entstehen, die diesen Bestandschutz gefährden, oder reichen in seinem Fall auch freiwillige Beiträge dafür aus, obwohl er keine 5 Jahre vor 01.01.84 voll hatte?

Experten-Antwort

Hallo, C. Böttcher,

der IT-Berater kann die Beiträge auf Antrag unmittelbar beantragen. Der Rentenversicherungsträger prüft, ob die Voraussetzungen für die Berechtigung, auf Antrag Pflichtbeiträge zu leisten, vorliegen. Die „Lückenlosigkeit“ ab 01.01.1984 bezieht sich darauf, wenn man vor 1984 die allgemeine Wartezeit erfüllt hat. Sie haben aber mitgeteilt, dass dies nicht der Fall ist. Folglich kommt es auch nicht auf eine Lückenlosigkeit bezogen auf die besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen an. Die Voraussetzungen für die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente bzgl. der geleisteten Beiträge richten sich in dieser Konstellation nach der Regelung, ob in den letzten 5 Jahren vor Eintritt des Leistungsfalles mind. 3 Jahre mit Pflichtbeiträgen liegen.

von
W*lfgang

Hallo C. Böttcher,

der sollte sich zwingend beraten lassen, ob er
- sich auf Antrag pflichtversichert /in welchem Umfang
- die freiwillige Rentenversicherung wählt
- gar nichts macht
- parallel einen versicherungspflichtigen Minijob im Büro des Kollegen macht.

Da sind noch zusätzlich zu viele Wenn und Abers, das ist individuell aufzubereiten. Eile ist nicht zwingend geboten, da er sich aus Sicht EM-Rentenschutz bis zu 2 Jahren Zeit lassen kann (die 84er-Regelung hat damit nichts zu tun), um seinen 'Laden' /die Nachhaltigkeit /die erwarteten Einnahmen zu beobachten. Beratung allerdings schon demnächst mal!

Gruß
w.