Sperre nach Reha

von
Marco

Guten Tag,

nach einer Reha hat man ja eine Sperrzeit von 2 (oder 4?) Jahren für eine weitere Reha. Bezieht sich diese Sperre nur auf Reha mit derselben Indikation (bsp. orthöpädisch), oder auf jegliche Reha, unabhängig von der Indikation?

Erweiterung der Frage: nach der 1. Reha, die nach einer Woche abgebrochen werden musste wegen völliger Überforderung, stellt Patient nach 6 Monaten einen Antrag auf EMR. Kann man in dieser Konstellation davon ausgehen, daß die DRV von 'Reha vor Rente' abweicht, weil Patient das wahrscheinlich eh nicht schaffen würde?

von
Rentenschmied

Hallo,
es gibt keine generelle Sperrzeit. Es kommt immer auf den individuellen Gesundheitszustand des Antragstellers an. Stellen Sie also ruhig auch vor Ablauf der Frist einen erneuten Rehaantrag, im ungünstigsten Falle wird er abgelehnt, dann haben Sie aber die Möglichkeit eines Rechtsmittels, ohne Antrag und Bescheid haben Sie gar nichts.

Ob bei einem EM-Rentenantrag von dem Grundsatz "Reha vor Rente" Gebrauch gemacht wird, ist eine Entscheidung des ärztlichen Gutachterdienstes und der Verwaltung. Alles hier im Forum dazu ist reinste Spekulation.

Mit besten Grüßen

Experten-Antwort

Hallo Marco,

das Gesetz sieht in § 12 Abs. 2 SGB VI vor, dass Leistungen zur medizinischen Rehabilitation grundsätzlich nicht vor Ablauf von vier Jahren nach Durchführung einer solchen oder ähnlichen Leistungen zur Rehabilitation erbracht werden.

Sofern jedoch gesundheitliche Gründe eine vorzeitige Gewährung einer erneuten Rehabilitationsleistung dringend erforderlich machen, gilt die Vierjahresfrist nicht.

Demzufolge hat Rentenschmied Recht, nur wenn Sie einen Antrag stellen, kann daraufhin geprüft werden, ob in Ihrem Fall aufgrund Ihrer gesundheitlichen Verfassung eine vorzeitige Rehabilitationsleistung angezeigt ist.

Experten-Antwort

Der Grundsatz "Reha vor Rente" bedeutet, dass Rentenleistungen nur in Betracht kommen, wenn vorherige Teilhabeleistungen erfolglos waren oder voraussichtlich sein werden, weil durch die Teilhabeleistungen die Inanspruchnahme von Rentenleistungen nicht zu verhindern war bzw. sein wird.

Die Einschätzung, ob in Ihrem Fall eine Teilhabeleistung erfolgreich sein kann und dadurch die Gewährung einer Rente verhindert werden kann, kann nicht pauschal aus der Ferne beurteilt werden, sondern muss anhand des jeweiligen Einzelfalls geprüft werden.