Sterbefall Ex Partner

von
Guido

wurde telefonisch über den Tod meiner Ex Frau informiert.
Wird die Rentenversicherung darüber automatisch informiert oder ist von me
iner Seite Aktivität gefordert?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Guido, ihre Anfrage kann so pauschal nicht beantwortet werden! In der Regel macht das Bestattungsinstitut eine Mitteilung an den Postrentenservice (bei Rentenbezug der Verstorbenen). Ansonsten reicht der Rechtsnachfolger eine Sterbeurkunde beim Rententräger ein. Für den Fall, dass ein Versorgungsausgleich durchgeführt wurde und Sie im Rentenbezug sind, machen Sie doch eine schriftliche Anfrage bei Ihrem Rententräger bezüglich Rückübertragung der im Versorgungsausgleich übertragenen Rentenanwartschaften.

von
W*lfgang

Zitiert von: Guido
wurde telefonisch über den Tod meiner Ex Frau informiert.
Wird die Rentenversicherung darüber automatisch informiert oder ist von me
iner Seite Aktivität gefordert?

Hallo Guido,

die Meldebehörden informieren die DRV seit einigen Jahren zentral über den Sterbefall, damit die dort 'weitere Aktivitäten' einleiten können - dazu gehört dann auch die Info an den EX, dass ggf. eine Anpassung der (alten) Versorgungsausgleichs wegen Tod möglich ist.

100%ig darauf verlassen würde ich mich nicht, und ob eine Neuberechnung zwingend zu Ihren Gunsten erfolgt/oder überhaupt möglich ist, auch nicht.

Suchen Sie daher demnächst eine örtliche Beratungsstelle auf, die können den weiteren Weg klären/(grob) einschätzen.

Gruß
w.

von
SKrebs

Hallo Guido,

der Teufel steckt hier im Detail.
Wenn Sie nach dem bis zum 31.8.2009 geltenden Recht geschieden wurden und Rente an Ihre Ex-Frau abgeben mußten, kann Ihnen ein Antrag nach § 37 VersAusglG (Versorgungsausgleichsgesetz) zur DRV helfen, sofern Ihre Ex-Frau vor ihrem Tod nicht mehr als 36 Monate Rente bezogen hat.
Falls Sie nach dem ab dem 1.9.2009 geltenden Recht geschieden wurden, sollten Sie nicht ins Blaue hinein einen Antrag nach § 37 VersAusglG bei der DRV stellen, weil es sein kann, daß Sie mehr Rente von Ihrer Ex-Frau erhalten haben, als Sie an sie abgegeben haben. Dann hätten Sie von solch einem Antrag unter dem Strich einen Nachteil!

Sollte Ihre Ex-Frau mehr als 36 Monate Rente bezogen haben, führt der Antrag nach § 37 VersAusglG nirgendwohin. Dann sollten Sie aber über einen Antrag nach § 51 VersAusglG zum Familiengericht nachdenken. Aber bitte lassen Sie sich vorher bei einem auf den Versorgungsausgleich spezialisierten Rentenberater oder Rechtsanwalt beraten (bitte fragen Sie nach! Daß ein Rechtsanwalt Fachanwalt im Familienrecht ist, bedeutet nicht zwingend, daß er auch Ihren Versorgungsausgleich kompetent bearbeiten kann).

von Experte/in Experten-Antwort

Dem kann man sich nur anschließen.

Wenn Sie sicher davon ausgehen können, dass Ihre frühere Ehegattin keine oder nur wenig Rente bezogen hat, brauchen Sie momentan nichts zu veranlassen. Bei Renteneintritt werden die Voraussetzungen für die Aussetzung der Kürzung von Amts wegen geprüft. Um aber bereits heute Rechtssicherheit zu erlangen, können Sie bereits heute die Aussetzung beantragen.

Einen Abänderungsantrag können Sie bei Gericht erst 6 Monate vor Renteneintritt stellen (§ 226 Abs. 2 FamFG, § 52 Abs. 1 VersAusglG).