Studium bei voller Erwerbsminderung

von
Resi

Guten Tag,

ich leide seit mehreren Jahren an einer schweren Erkrankung und bekomme seit kurzem eine Rente wegen voller Erwerbsminderung (befristet).
Ich würde gern versuchen, trotz der Beeinträchtigungen durch die Erkrankung, ein Studium aufzunehmen, um mich weiter zu qualifizieren und zu gegebener Zeit wieder leichter ins Arbeitsleben zurückzufinden.
Muss ich die Aufnahme eines Studiums der Rentenversicherung mitteilen?
Muss ich die Rentenversicherung informieren, wenn ich im Rahmen des Studiums ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit absolviere, vorausgesetzt ich bleibe unterhalb der Zuverdienstgrenze?

von
W*lfgang

Zitiert von: Resi
Muss ich die Aufnahme eines Studiums der Rentenversicherung mitteilen?
Resi.

Nein. Da keine Beschäftigung oder (selbständige) Tätigkeit vorliegt, ist die Mitteilung einer Ausbildungszeit nicht erforderlich. Gilt auch für ein für das Studium erforderliches Praktikum.

Sollten Sie allerdings in einem 'Studentenjob' oder während des Praktikums die Hinzuverdienstgrenze überschreiten, wäre ein entsprechende Mitteilung zwingend erforderlich - zumindest bis 30.06.2017, was Hinzuverdienst betrifft ...ab 01.07.2017 gibt es Änderungen beim zulässigen Hinzuverdienst. Auch wenn da mehr möglich ist, werden Beschäftigungen bei EM-Bezug auch künftig kritisch gesehen.

Entsprechende Info von der DRV wegen der ab 01.07. geänderten Hinzuverdiesntmöglichkeien erhalten Sie in den nächsten1-2 Monaten.

Gruß
w.

von
Groko

Zitiert von: Resi

Guten Tag,

ich leide seit mehreren Jahren an einer schweren Erkrankung und bekomme seit kurzem eine Rente wegen voller Erwerbsminderung (befristet).
Ich würde gern versuchen, trotz der Beeinträchtigungen durch die Erkrankung, ein Studium aufzunehmen, um mich weiter zu qualifizieren und zu gegebener Zeit wieder leichter ins Arbeitsleben zurückzufinden.
Muss ich die Aufnahme eines Studiums der Rentenversicherung mitteilen?
Muss ich die Rentenversicherung informieren, wenn ich im Rahmen des Studiums ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit absolviere, vorausgesetzt ich bleibe unterhalb der Zuverdienstgrenze?


Wer studieren kann, kann auch arbeiten.

von
Franz-Josef

Zitiert von: Groko

Wer studieren kann, kann auch arbeiten.

Das sehe ich auch so.
Warum der Gesetzgeber das offenbar anders sieht, kann ich nicht nachvollziehen.

von
Fortitude one

Zitiert von: Franz-Josef

Zitiert von: Groko

Wer studieren kann, kann auch arbeiten.

Das sehe ich auch so.
Warum der Gesetzgeber das offenbar anders sieht, kann ich nicht nachvollziehen.

Ich seh das auch so. Der Gesetzgeber macht sich große Hoffnung, daß ein EMR nach seinem Studium zu hundertprozentig wieder arbeiten geht. Was will man mehr.

von
Resi

@ Groko:
Interessante Ansicht, danach hatte ich aber nicht gefragt! :-)

von
KSC

Ein Studium ist nicht meldepflichtig und dem EM Rentner auch nicht verboten.

Wenn Sie aber ernsthaft studieren können, müssen Sie bei Ende der Zeitrente mit dem Wegfall rechnen.
Denn auch ich bin der Ansicht wer studieren kann könnte auch jede leichte Büroarbeit hinbekommen und kann daher eigentlich nicht voll EM sein

von
Groko

Zitiert von: Resi

@ Groko:
Interessante Ansicht, danach hatte ich aber nicht gefragt! :-)

Das war ein kostenloser Ratschlag. ;-)

von Experte/in Experten-Antwort

1. Eine abhängige Beschäftigung, wenn sie weniger als 3 Stunden täglich (bzw. 15 Stunden wöchentlich) ausgeübt wird, ist für den arbeitsmarktbedingten Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung unschädlich, wenn das monatliche Entgelt nicht höher als 450 Euro ist. Bei dieser Höhe des Entgelts vertreten die Rentenversicherungsträger die Auffassung, dass eine Arbeitszeit von 3 Stunden täglich bzw. 15 Stunden wöchentlich nicht erreicht wird.
2. Dem Rentenversicherungsträger müssen Sie jede Änderung in den Verhältnissen mitteilen (siehe Bescheid: Hinweispflichten), also auch die Aufnahme eines Studiums.

von
Franz-Josef

Zitiert von: Resi

.....wenn das monatliche Entgelt nicht höher als 450 Euro ist. Bei dieser Höhe des Entgelts vertreten die Rentenversicherungsträger die Auffassung, dass eine Arbeitszeit von 3 Stunden täglich bzw. 15 Stunden wöchentlich nicht erreicht wird.

Sie KÖNNEN diese Auffassung vertreten, Sie KÖNNEN aber auch individuelle Prüfungen vornehmen.

Wäre das anders, müsste eine entsprechende gesetzliche Regelung existieren, was aber definitiv nicht der Fall ist .
Hausinterne Arbeitsanweisungen sind keine Gesetze !

von
Resi

[quote=2]
1. Eine abhängige Beschäftigung, wenn sie weniger als 3 Stunden täglich (bzw. 15 Stunden wöchentlich) ausgeübt wird, ist für den arbeitsmarktbedingten Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung unschädlich, wenn das monatliche Entgelt nicht höher als 450 Euro ist. Bei dieser Höhe des Entgelts vertreten die Rentenversicherungsträger die Auffassung, dass eine Arbeitszeit von 3 Stunden täglich bzw. 15 Stunden wöchentlich nicht erreicht wird.
2. Dem Rentenversicherungsträger müssen Sie jede Änderung in den Verhältnissen mitteilen (siehe Bescheid: Hinweispflichten), also auch die Aufnahme eines Studiums.

@ Experte: Danke für die Antwort!
Zu 1. Demnach würde sich ein Praktikum nicht auf die Rente auswirken, solange ich unter der Zuverdienstgrenze bleibe. Die Frage war und ist, ob ich eine derartige Tätigkeit dann trotzdem bei der Rentenversicherung melden muss?
Zu 2. Genau diesen Punkt, d.h. "Änderung in den Verhältnissen mitteilen", finde ich in meinem Rentenbescheid eben nicht. Unter "Mitteilungs-/Mitwirkungspflichten" sind nur die Punkte "Arbeiten" neben der Rente" und "Einkommen neben der Rente" aufgeführt...

von
Fastrentner

Der Experte hat Ihnen doch mitgeteilt, dass Sie auch einen Studienbeginn mitteilen sollen.
Warum tun sie sich so schwer damit? Was können Sie denn nach Ihrer Meinung mit der Meldung falsch machen?

von
Schorsch

Zitiert von: Resi

Muss ich die Aufnahme eines Studiums der Rentenversicherung mitteilen?
Muss ich die Rentenversicherung informieren, wenn ich im Rahmen des Studiums ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit absolviere, vorausgesetzt ich bleibe unterhalb der Zuverdienstgrenze?

Zitiert von: W*lfgang

Nein. Da keine Beschäftigung oder (selbständige) Tätigkeit vorliegt, ist die Mitteilung einer Ausbildungszeit nicht erforderlich. Gilt auch für ein für das Studium erforderliches Praktikum.

Zitiert von: KSC

Ein Studium ist nicht meldepflichtig und dem EM Rentner auch nicht verboten.

Zitiert von: KSC

Dem Rentenversicherungsträger müssen Sie jede Änderung in den Verhältnissen mitteilen (siehe Bescheid: Hinweispflichten), also auch die Aufnahme eines Studiums.

Hat jetzt der/die Experte/in Recht oder die drei anderen Stamm-User nach Punkten?;-)

von
Schiedsrichter

Zitiert von: Schorsch

Hat jetzt der/die Experte/in Recht oder die drei anderen Stamm-User nach Punkten?;-)

Die Meinung des Experten zählt dreifach, so dass es unentschieden steht.

Vielleicht sollte man jetzt einfach eine Stichfrage stellen oder würfeln?;-)

von
W*lfgang

Zitiert von: Fastrentner
Der Experte hat Ihnen doch mitgeteilt, dass Sie auch einen Studienbeginn mitteilen sollen.
...hmm, muss auch mir bisher entgangen sein, dass eine Ausbildung nicht zu den monetären Beschäftigungen/Tätigkeiten zählt /wo sich das aus dem Rentenbescheid ergeben sollte, auf die der Hinweis im EM-Bescheid abzielt.

Im Rahmen der 'Umorganisation/Neufassung' der Bescheide sollte die DRV über einen reinen Textbaustein für Ausbildungszeiten und deren mögliche Auswirkungen auf EM nachdenken (für 'ängstlich' Nachfragende wie hier zur Klarstellung /schulische Ausbildung ist nicht EM-rentenschädlich) ...eigentlich überflüssig, da das schon ausgereizt ist!

Experte/in wird sich sicher morgen dazu nochmal neu 'positionieren' ;-)

Gruß
w.