Tagesklinik (Psychiatrie) als EM-Rentner ?

von
Murkel

Hallo zusammen,

Ich bin wegen mehrerer psychischen Krankheiten schwerbehindert und seit Dezember 2015 unbefristet voll berentet. Das hilft mir sehr, insofern ich dadurch wirklich entlastet werde, aber meine psychischen Krankheiten sind natürlich nach wie vor da.

Nur als Frage: darf/kann ich denn auch als Rentnerin eine (Tages-)Klinik (Psychiatrie) aufsuchen (möchte gerne nochmal intensiver therapeutisch arbeiten), oder kann das am Ende dazu führen, dass mir die Rente wieder aberkannt wird ?

Lg
Murkel

von
Schade

Wer sollte es Ihnen verbieten sich in irgendeiner Klinik behandeln zu lassen?
Die DRV bestimmt nicht.

Würde eine Behandlung so erfolgreich sein, dass Sie "geheilt" sind, müssten Sie doch glücklich sein.
Und wären Sie wieder gesund, wäre es doch kein Problem wenn die Rente nicht mehr gezählt würde?

von
Ironie

Ich finde die Frage sehr verständlich und kann die Angst die damit zum Ausdruck gemacht wird, gut nachvollziehen!
Schade, das manche "Helfende" hier nur ihrer Selbst wegen "bedienen"! Schade , schade!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Murkel,

natürlich können Sie sich während des Rentenbezugs akut medizinisch behandeln lassen (auch psychiatrisch bzw. psychologisch), um Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Ob dies irgendwann später Auswirkung auf Ihren Rentenanspruch haben könnte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen - die Möglichkeit erscheint mir aber eher theoretisch:
Zuerst mal müsste eine Überprüfung der unbefristeten Rente erfolgen (das erfolgt nicht in jedem Fall, es wurde ja nicht ohne Grund eingeschätzt, dass eine Besserung der Erwerbsfähigkeit unwahrscheinlich ist). In dieser Überprüfung müsste dann ärztlich festgestellt werden, dass sich Ihre gesundheitliche Situation so stark gebessert hat, dass Sie wieder mindestens 3 Stunden am Tag arbeiten können (sogenannter Besserungsnachweis). Das ist zwar theoretisch denkbar, erscheint mir aber nicht so wahrscheinlich - denn wenn Ihre Erkrankung so "leicht heilbar" wäre, wäre Ihnen sicher keine unbefristete Rente zuerkannt werden.
Eine eindeutigere Antwort kann ich Ihnen leider nicht geben, weil ich weder Ihren Fall kenne noch die Handlungsweise des RV-Trägers vorhersehen kann - aber ich denke Sie sollten das tun, was Ihnen jetzt gut tut und sich nicht so viele Sorgen um die Rente machen.

von
Murkel

Zitiert von: Schade

Wer sollte es Ihnen verbieten sich in irgendeiner Klinik behandeln zu lassen?
Die DRV bestimmt nicht.

Würde eine Behandlung so erfolgreich sein, dass Sie "geheilt" sind, müssten Sie doch glücklich sein.
Und wären Sie wieder gesund, wäre es doch kein Problem wenn die Rente nicht mehr gezählt würde?

Ja, es ist nur extrem unwahrscheinlich, dass das passiert, also dass ich durch einen Klinikaufenthalt geheilt werde - aber ich verspreche mir vielleicht wieder ein kleines Stück mehr Lebensqualität davon - nur bin ich da eventuell wieder der Entscheidung eines Arztes "ausgeliefert", der mich vielleicht nur ein paar mal wenige Minuten gesehen hat (war bei meiner Reha so - ist zwar trotzdem positiv für mich ausgefallen, kann aber auch anders sein bei dem nächsten Arzt, dem ich einfach egal bin, oder der nur die Erfolgsquote seiner Klinik erhöhen will oder was auch immer).
Im Moment ist die Rente (und besonders die Tatsache, dass sie unbefristet ist) für mich ein Rettungsanker, und ein wichtiger Teil davon, dass es mir überhaupt besser gehen kann, da ich endlich etwas zur Ruhe kommen kann und überhaupt die Kraft habe für neue Therapien.

Vielleicht brauche ich die Rente nicht für immer, aber im Moment ist es gut so, und wichtig und wenn, dann dauert es noch Jahre, bis ich so weit bin. Natürlich wäre ich glücklich, wenn ein Klinikaufenthalt meine Erkrankungen für immer heilen könnte, aber ist in Bereichen wirklich schwerer, chronischer psychischer Erkrankungen doch recht unwahrscheinlich - wenn das so wäre, wäre ich trotz gut 20 Jahren immer wieder intensiver Therapien nicht berentet.

von
=//=

Für eine Akutbehandlung in einer Tagesklinik ist in Ihrem Fall nicht die DRV, sondern die Krankenkasse zuständig. Stellen Sie dort einen entsprechenden Antrag und warten die Entscheidung der KK ab. Sie sind auch nicht verpflichtet, der DRV von der Antragstellung Kenntnis zu geben.

Es kann natürlich sein, dass die DRV Ihnen irgendwann einen Fragebogen/Kontrollschreiben übersendet, in dem Sie zu Ihrer medizinischen Situation Angaben machen müssen. Dann müssen Sie wahrheitsgemäße Angaben (z.B. Tagesklinik) machen.

von
Herz1952

Hallo Frau Murkel,

Vielleicht sind Sie jetzt im Alltag überlastet und Sie bräuchten mal eine Auszeit. Fragen Sie sich und Ihren Psychiater mal nach einer Klinik in Hinterzarten, Schwarzwald. Dort ist nämlich mehr Ruhe und Erholung angesagt, als Therapie.

Mein Arzt hat diese mir mal empfohlen, ich wollte allerdings meine Frau nicht alleine lassen, wegen Einkäufen etc. (Auto).

Ich bin zwar nicht berentet wegen psychischer Probleme, die ich schon habe, aber Ruhe und Erholung hätten mir auch gutgetan. Die Rente habe ich auch hauptsächlich wegen schwerer Herzschwäche, die nicht zu beheben ist.

Außerdem sagte mir der Psychiater, dass es ziemlich unkompliziert wäre, dass es die Kasse genehmigt, wenn er das befürwortet.

In Tageskliniken wird nämlich hauptsächlich Beschäftigungstherapie "angeboten", um die Patienten fit zu machen für die Arbeit. Dies kann aber unter Umständen die Krankheit noch verschlimmern. Aber ich kenne auch eine Patientin, bei der es nicht um die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ging und die die Tagesklinik auch öfter aufsuchte.

Besprechen Sie das ganze am besten mit dem Psychiater Ihres Vertrauens. Eine Therapie sollte in erster Linie auf Ihr Wohlbefinden, bzw. Erholung zugeschnitten sein.

Auch eine solche Therapie kann "therapeutisch" wirken, bzw. lindern. Suchen Sie die Therapie aus, von der Sie meinen, dass Sie Ihnen am besten bekommt. Wenn Sie mit der ausgesuchten Therapie doch nicht klar kommen, haben Sie das Recht, diese ohne irgendwelche Konsequenzen abzubrechen. Leider haben auch nicht alle Ärzte eine Ahnung von Patientenrechten.

Alles Gute.

von
Herz1952

Die Klinik heißt: "In der Zarten".

von
GroKo

Zitiert von: Herz1952

Die Klinik heißt: "In der Zarten".

Ist das eine "Geschlossene"?

von
Herz1952

Nein GroKo,

sonst hieß sie doch nicht in der "Zarten". Sie soll mehr ein Erholungsheim sein. (smile).

Ich wollt schon dahin, schon aus dem Grunde, weil dort der Sommer Grand Prix im Skisprung stattfindet. Im Winter hätte ich vielleicht auf der 10 (c)m-Schanze mal selber springen können. Ich hätte Eddi the Eagle bestimmt nochmal Konkurrenz machen können (grins).

Jetzt wirst Du sagen, also doch was für Verrückte.

von
Gabi Brückner

Hallo Murkel,

bei der Frage welche Tagesklinik für psychisch Kranke sollten sie besonders darauf achten welche Schwerpunkte behandelt werden und welche therapeutische Angebote exisitieren. Ich habe 10 Jahre lang als Fachkrankenschwester in einer psych. Tagesklinik gearbeitet. Diese Klinik behandelt auch sehr regelmäßig berentete Patienten .Es kommt auch stark auf die Diagnose an.Aber je mehr eine psych. Tagesklinik an geschultem multiprofessionellen Personal hat um so größer ist auch die Wahrscheinlichkeit das die Lebensqalität gebessert werden kann. Schauen sie sich genau das Leitbild und die Angebote an.Eine gute Klinik bietet ihnen auch ein Erstgespräch ohne Verpflichtung an.