Technikerschule in Vollzeit

von
Jens

Sehr geehrte Damen und Herren,
ab August 2016 werde ich (27 Jahre alt) eine 2-jährige Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker in Vollzeit beginnen.
Werden diese Zeiten im Rentenverlauf angerechnet. Wer zahlt die Beiträge. Zahlt evtl. der Bildungsträger die Beiträge? Oder sollte man sich vorher mit dem Jobcenter in Verbindung setzen für eine eventuelle Kostenübernahme?.

Gruß
Jens

von Experte/in Experten-Antwort

1. Zeiten der schulischen Ausbildung sind maximal bis zu eine Dauer von acht Jahren nach Vollendung des 17. Lebensjahres zu berücksichtigen. Fachschulzeiten und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen sind hierbei mit 75 % des Gesamtleistungswertes zu bewerten.
2. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass die rentenrechtliche Bewertung von Zeiten der Fachschulausbildung (hier: Technikerschule), der Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme und von Zeiten der beruflichen Ausbildung auf einen Höchstzeitraum von insgesamt 36 Monaten begrenzt ist. Kalendermonate mit Zeiten einer Fachschulausbildung oder Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme sind dabei vorrangig zu berücksichtigen.

von
Nahla

Zitiert von: Jens

Sehr geehrte Damen und Herren,
ab August 2016 werde ich (27 Jahre alt) eine 2-jährige Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker in Vollzeit beginnen.
Werden diese Zeiten im Rentenverlauf angerechnet. Wer zahlt die Beiträge. Zahlt evtl. der Bildungsträger die Beiträge? Oder sollte man sich vorher mit dem Jobcenter in Verbindung setzen für eine eventuelle Kostenübernahme?.

Gruß
Jens

Es müsste sich um Berücksichtigung als Pflichtbeitragszeit, handeln, da die Maßnahme länger als 6 Monate läuft. Wie der Experte schon geschrieben hat, sind diese auf max. 36 Monate begrenzt.

Bezüglich einer möglichen Kostenübernahme kommt vielleicht ein Antrag auf Meister-Bafög für Sie in Frage.

von
Jens

Senk you verry Match , Nahla

von
Lala

Zitiert von: Nahla

Es müsste sich um Berücksichtigung als Pflichtbeitragszeit,
[/quote]

Und wo kommen auf einmal die (Pflicht-)Beiträge her? Wer soll die denn zahlen?

von
Nahla

Zitiert von: Lala

Und wo kommen auf einmal die (Pflicht-)Beiträge her? Wer soll die denn zahlen?

Auf Antrag mit dem Formular V510 nach Ausfüllen der Einrichtung. Über die Berücksichtigung der Zeiten als Anrechnungszeiten entscheidet dann die Rentenversicherung.

von
Lala

Zitiert von: Nahla

Auf Antrag mit dem Formular V510 nach Ausfüllen der Einrichtung. Über die Berücksichtigung der Zeiten als Anrechnungszeiten entscheidet dann die Rentenversicherung.

Dadurch werden doch keine Beiträge gezahlt.
Mit dem V510 weist man nach, wann die Schulzeit war, damit eine Anrechnungszeit anerkannt werden kann.
Aber Beiträge doch nicht. Frage bleibt: Wer soll die (Pflicht-)Beiträge denn entrichten?

von
Nahla

Sofern es sich um eine Technikerschule handelt, die im Rahmen einer beruflichen Bildungsmaßnahme von der Agentur für Arbeit gefördert wurde, so ist die Zeit als Anrechnungszeit anzuerkennen. Erhält er zusätzlich in dieser Zeit bspw. Unterhaltsgeld von der AfA erhält, dann wäre die Zeit als Pflichtbeitragszeit zu werten.

von
Lala

Zitiert von: Nahla

Sofern es sich um eine Technikerschule handelt, die im Rahmen einer beruflichen Bildungsmaßnahme von der Agentur für Arbeit gefördert wurde, so ist die Zeit als Anrechnungszeit anzuerkennen. Erhält er zusätzlich in dieser Zeit bspw. Unterhaltsgeld von der AfA erhält, dann wäre die Zeit als Pflichtbeitragszeit zu werten.

1. Die Anerkennung als Anrechnungszeit wegen des Besuchs einer Technikerschule/Fachschule ist nicht davon abhängig, ob sie im Rahmen einer beruflichen Bildungsmaßnahme von der Agentur für Arbeit gefördert'. Wo haben Sie denn das jetzt her?

2. Zuerst haben Ihre Beiträge suggeriert: Der Besuch einer Technikerschule/Fachschule ist eine Pflichtbeitragszeit, weil sie länger als 6 Monate dauert. (Nein, denn der Besuch einer Technikerschule/Fachschule ist eine ANRECHNUNGSzeit, wenn sie länger als 6 Monate dauert oder mindestes 600 Unterrichtsstunden behinhaltet und mehr als 20 Stunden/Woche umfasst)
Jetzt heißt es: Der Besuch einer Technikerschule/Fachschule ist eine Pflichtbeitragszeit, wenn Unterhaltsgeld von der Agentur für Arbeit gezahlt wird.

Dass Unterhaltsgeld bezogen wird, hat Jens in seinem Beitrag gar nicht erwähnt. Dennoch schreiben Sie in Ihrem ersten Beitrag, dass Pflichtbeitragszeit vorliegen würde. Woher kommt den dieser Grundgedanke aus den bis dato Geschriebenen, dass ein Pflichtbeitragszeit vorliegt?

Des Weiteren glaube ich, dass die Agentur für Arbeit seit dem 01.01.2005 gar kein Unterhaltsgeld* mehr zahlt/kennt. Das heißt jetzt "Arbeitslosengeld wegen beruflicher Weiterbildung."

3.) Nach Ihrer Vorstellung würde er dann neben der Anrechnungszeit wegen des Besuch der Technikerschule (die Voraussetzungen sind hierfür nicht so hoch, wie Sie sie darsstellen) auch noch 'zusätzlich' eine Pflichtbeitragszeit erhalten (Kombination aus Ihrem Beitrag von 17:21, 20:44 und 21:39).

Anrechnungszeiten liegen bei Beziehern von Arbeitslosengeld (wegen beruflicher Weiterbildung) NICHT vor, wenn die Bundesagentur für Arbeit für den Leistungsbezieher Beiträge zahlt.
BEIDES, so wie sie es beschreiben, geht also NICHT (§ 58 Abs. 4 SGB VI).

Warum beachten Sie soetwas Fundamentales nicht, wenn Sie die Beiträge verfassen, die Sie verfassen?

*Mit Verweis auf den ESF

von
Jens

Hallo und guten Tag,
erst einmal vielen Dank für die Informationen und Meinungen zu meinem Thema.
Ich freue mich über so eine rege Beteiligung in diesem Forum.
Jedoch ist mir noch nicht ganz klar geworden, ob der Bildungsträger (Schule) lediglich nach der Schulzeit eine Bescheinigung über die Bildungsmaßnahme erteilt oder ob damit auch Beitragszahlungen erfolgen.
Bei der Kranken- und Pflegeversicherung muss ich mich schließlich selbst versichern, allerdings mit dem Studententarif.

von
Lala

Zitiert von: Jens

Jedoch ist mir noch nicht ganz klar geworden, ob der Bildungsträger (Schule) lediglich nach der Schulzeit eine Bescheinigung über die Bildungsmaßnahme erteilt oder ob damit auch Beitragszahlungen erfolgen.

Hallo Jens,
der Schulbesuch an sich ist KEINE Beitragszeit, anders als - vielfach - von Nahla behauptet.
Damit die Schulzeit als Anrechnungszeit (= beitragsfreie Zeit) rentenrechtlich anerkannt werden kann, ist eine Bescheinigung über Beginn/Ende erforderlich.
Die rentenrechtlichen Auswirkungen (als Anrechnungszeit) hat der Experte bereits beschrieben.

von
Nahla

Zitiert von: Jens

Jedoch ist mir noch nicht ganz klar geworden, ob der Bildungsträger (Schule) lediglich nach der Schulzeit eine Bescheinigung über die Bildungsmaßnahme erteilt oder ob damit auch Beitragszahlungen erfolgen.

Jede Schul- oder Hochschulausbildung wird von der Rentenversicherung einzeln überprüft. Dabei geht es darum, ob die Zeiten der Rente überhaupt anerkannt werden und ob sich diese Zeiten rentensteigernd auswirken.

Wenn Sie die Technikerschule ohne Unterstützung durch die AfA besuchen, dann können Sie auf Antrag diese Zeit als Anrechnungszeit erhalten, da die Maßnahme ja länger als 6 Monate dauert. Die Bestätigung durch die Schule können Sie nach Abschluss der Maßnahme ausfüllen lassen und dann bei der DRV einreichen. Die Schule zahlt selbstverständlich keine Beiträge für Sie in die Rentenversicherung. ABER:

Sollten Sie während dieser Maßnahme allerdings durch die AfA Unterstützung erhalten (egal, ob man sie nun Unterhaltsgeld oder Arbeitslosengeld wegen beruflicher Weiterbildung nennt), sollten durch die AfA entsprechende Pflichtbeiträge abgeführt werden. Am besten klären Sie mit Ihrem zuständigen Jobcenter / AfA, ob Sie evtl. Unterstützung erhalten können. Natürlich erhalten Sie nicht gleichzeitig Anrechnungs- und Pflichtbeitragszeiten.

Ansonsten haben Sie - wie schon geschrieben - möglicherweise Anspruch auf das sogenannte "Meister-Bafög".