Teilerwerbsminderungsrente rückwirkend

von
Andrea

Guten Abend.
Ich habe 3/2020 eine EU Rente beantragt, die heute mit Bescheid als TeilEU Rente bewilligt wurde. Ich habe bisher Teilzeit gearbeitet und darf dies nach Hinzuverdienstgrenze auch weiterhin tun.
Warum bekomme ich die Rente nicht rückwirkend ab Antragsstellung? Im Bescheid steht, da ich ja Verdienst hatte und nicht im Krankengeld o.ä. wird auf eine rückwirkende Bewilligung verzichtet. Aber der Verdienst war so hoch wie er jetzt auch ist und bleibt. Ich kann ja nichts dafür, dass der Antrag so lange in der Bearbeitung lag. Wäre er eher bewilligt worden, hätte ich ja auch eher Rente zu meinem Gehalt bekommen. Ich würde es so gern verstehen.

Vielen Dank
Andrea

von
Logik

Wie wäre es denn genau diese Frage dem bewilligenden Rententräger zu stellen, als hier nur auf spekulative Antworten zu hoffen?

von
Antwort

Sie haben doch bis zum Rentenbeginn Teilzeit gearbeitet.
Nun haben Sie eine Teilrente und können zusätzlich noch Teilzeit arbeiten. Es gab doch also bis zum vom Rententräger gesetzten Rentenbeginn keinen monetären Nachteil.

von
Andrea

Zitiert von: Antwort
Sie haben doch bis zum Rentenbeginn Teilzeit gearbeitet.
Nun haben Sie eine Teilrente und können zusätzlich noch Teilzeit arbeiten. Es gab doch also bis zum vom Rententräger gesetzten Rentenbeginn keinen monetären Nachteil.

Ich habe bis Rentenbeginn Teilzeit gearbeitet, weil mehr nicht mehr ging. Also nicht freiwillig. Ich finde schon, dass man das als monetären Nachteil wertend kann. Wäre ich gesund, hätte ich voll gearbeitet bei vollem Gehalt. Vermutlich mein Fehler, dass ich auf Teilzeit gegangen bin anstatt mich krankschreiben zu lassen, aber das ist nicht mein Ding. Ich wollte noch so viel arbeiten wie irgend möglich.

von
Schade

...auch hier fehlen einfach Hintergrundinformationen um beurteilen zu können ob der Rentenbeginn korrekt ist....

Wann ist der Eintritt der EM?
Ist es eine befristete oder eine unbefristete Rente?

Tipp: die Sachbearbeitung anrufen, ne Telefonnummer steht doch wohl im Bescheid.

von
Andrea

Zitiert von: Logik
Wie wäre es denn genau diese Frage dem bewilligenden Rententräger zu stellen, als hier nur auf spekulative Antworten zu hoffen?

Wenn meine zuständige Sachbearbeiterin nicht seit Corona fast dauerhaft im Homeoffice wäre und angeblich nicht erreichbar ist und die erreichbare Kollegin einen permanent abbügelt mit: ich stecke in Ihrem Fall nicht mit drin und kann dazu nichts sagen, wäre das durchaus eine Möglichkeit. Ich hatte hier auf eine schnellere Antwort gehofft da ich es einfach nur verstehen möchte. Eine schriftliche Anfrage habe ich schon an entsprechende Stelle gestellt.

von
Andrea

Zitiert von: Schade
...auch hier fehlen einfach Hintergrundinformationen um beurteilen zu können ob der Rentenbeginn korrekt ist....

Wann ist der Eintritt der EM?
Ist es eine befristete oder eine unbefristete Rente?

Tipp: die Sachbearbeitung anrufen, ne Telefonnummer steht doch wohl im Bescheid.

Ich leide seit über 10 Jahren an MS und bin zunehmend Therapieresistent mit bleibenden Behinderungen. Dass voll nicht mehr geht bzw ich bereit war zu akzeptieren, dass ich trotz meiner noch keinen 40 Jahre wohl nie wieder voll arbeiten kann, habe ich mich 3/2020 entschieden den Antrag auf EU Rente zu stellen. Der Rententräger sieht, wodurch auch immer, die Chance dass sich mein Zustand nochmal bessert ( ohne Reha dank eines Gutachters) und hat die TeilEU Rente bis 2023 befristet.

von
Andrea

Zitiert von: Schade
...auch hier fehlen einfach Hintergrundinformationen um beurteilen zu können ob der Rentenbeginn korrekt ist....

Wann ist der Eintritt der EM?
Ist es eine befristete oder eine unbefristete Rente?

Tipp: die Sachbearbeitung anrufen, ne Telefonnummer steht doch wohl im Bescheid.

Und zu Ihrem Tipp: Ja da steht "doch wohl " eine Nummer, sogar mit Namen. Nur ist die Dame nicht erreichbar weil sie seit April vom Homeoffice aus arbeitet.

von
Logik

Zitiert von: Andrea
Zitiert von: Schade
...auch hier fehlen einfach Hintergrundinformationen um beurteilen zu können ob der Rentenbeginn korrekt ist....

Wann ist der Eintritt der EM?
Ist es eine befristete oder eine unbefristete Rente?

Tipp: die Sachbearbeitung anrufen, ne Telefonnummer steht doch wohl im Bescheid.

Und zu Ihrem Tipp: Ja da steht "doch wohl " eine Nummer, sogar mit Namen. Nur ist die Dame nicht erreichbar weil sie seit April vom Homeoffice aus arbeitet.

Wenn Sie doch schriftlich nachgefragt haben, dann warte Sie die Antwort ab. Wenn Ihnen die Stellvertreterin schon keine befriedigende Antwort geben kann, wie sollen das denn hier User oder auch der Experte im Forum tun, die Ihren Vorgang nicht kennen?
Es ist doch klar, dass mehr als Spekulation dabei nicht herauskommen kann.

von
Schade

...wenn die Rente befristet ist, ist schon mal klar, dass Sie frühestens ab dem 7. Monat beginnen kann....
Wann die DRV den Eintritt der EM sieht, haben Sie uns aber immer noch nicht verraten....

von
Antwort

Wie Schade schon schrieb:
Der Rentenbeginn bei befristeten Renten ist gesetzlich festgelegt (§ 101 Abs. 1 SGB VI) und ist 6 Monate hinausgeschoben ab Leistungsfall.
Statt in Teilzeit zu wechseln, was verständlich und löblich ist, wären Sie mit Krankengeld besser gefahren und hätten Ihre Restgesundheit geschont.

von
Andrea

Zitiert von: Antwort
Wie Schade schon schrieb:
Der Rentenbeginn bei befristeten Renten ist gesetzlich festgelegt (§ 101 Abs. 1 SGB VI) und ist 6 Monate hinausgeschoben ab Leistungsfall.
Statt in Teilzeit zu wechseln, was verständlich und löblich ist, wären Sie mit Krankengeld besser gefahren und hätten Ihre Restgesundheit geschont.

Ich hatte es befürchtet, hinterher ist man immer schlauer. Wenn die eigene Lebensplanung wie ein Kartenhaus zusammenbricht, trifft man wohl nicht immer die besten Entscheidungen.
Danke für die Info

von
Andrea

Zitiert von: Schade
...wenn die Rente befristet ist, ist schon mal klar, dass Sie frühestens ab dem 7. Monat beginnen kann....
Wann die DRV den Eintritt der EM sieht, haben Sie uns aber immer noch nicht verraten....

Schön, dass Ihnen das sp klar ist. Mir ist / war es das nicht.

Die Frage mir dem EM Eintritt habe ch überlesen, ich bitte um Entschuldigung. Es wird der 1.10.2020 gerechnet.

Experten-Antwort

Hallo Andrea,

entscheidend für den Beginn der Erwerbsminderungsrente ist, wann die Anspruchsvoraussetzungen für Ihre Rente erfüllt sind. Dieser Zeitpunkt ist auf Seite 2 Ihres Rentenbescheids (oben) angegeben. Zu den Anspruchsvoraussetzungen gehört auch der Eintritt der Erwerbsminderung. Ist die Rente befristet, kann sich wie von "Schade" und "Antwort" angegeben, ein späterer Rentenbeginn ergeben. Aus welchen Gründen auf eine rückwirkende Rentenbewilligung rückwirkend "verzichtet" worden sein sollte, können Sie nur mit Ihrem Rentenversicherungsträger klären. Die Feststellungen zur Erwerbsminderung sind immer sehr individuell. Daher kann Ihre Frage hier leider nicht abschließend beantwortet werden.

von
Andrea

Ein abschließender Post von mir.

Ich bedanke mich für die beiden Hinweise mit den Gesetzestexten und Paragrafen. Ich werde mich da einlesen und bin hinterher hoffentlich schlauer.

Zu den anderen Kommetaren würde ich gern mal zurückgeben, dass ich den "gelesenen Ton" sehr grenzwertig bis hin zu patzig empfinde.
Es kann nicht jeder in jedem Bereich gleich gut Bescheid wissen. Ich bin sehr wohl in der Lage, einen Bescheid zu lesen und bei Rückfragen den zuständigen Ansprechpartner zu finden und sogar anzurufen und nachzufragen. Trotzdem würde ich gewisse Entscheidungen gern nicht als gegeben hinnehmen sonder lieber verstehen. Damit zweifle ich nich die Richtigkeit dieser Entscheidung an. Ich möchte es einfach nur verstehen.

Ich hatte mir hier einen Rat / Austausch und einen Zugriff auf ein Wissen erhofft, welches ich nicht habe. Ob ich hier erneut um Rat fragen werde...ich denke eher nicht.

Ich wünsche Ihnen allen, niemals in eine ähnliche Situation zu kommen in denen fremde Personen über Ihre finanzielle Situation entscheiden, Sie Abläufe nicht nachvollziehen können und sie mehr oder weniger gezwungen sind, diese hinzunehmen weil Ihnen schlicht und einfach die Kraft fehlt neben Therapien, Arztbesuchen, Familie, Beruf und Haushalt die wirren behördlichen Strukturen verstehen zu wollen.

In dem Sinne, bleiben Sie gesund.

von
Andrea

Zitiert von: Experte/in
Hallo Andrea,

entscheidend für den Beginn der Erwerbsminderungsrente ist, wann die Anspruchsvoraussetzungen für Ihre Rente erfüllt sind. Dieser Zeitpunkt ist auf Seite 2 Ihres Rentenbescheids (oben) angegeben. Zu den Anspruchsvoraussetzungen gehört auch der Eintritt der Erwerbsminderung. Ist die Rente befristet, kann sich wie von "Schade" und "Antwort" angegeben, ein späterer Rentenbeginn ergeben. Aus welchen Gründen auf eine rückwirkende Rentenbewilligung rückwirkend "verzichtet" worden sein sollte, können Sie nur mit Ihrem Rentenversicherungsträger klären. Die Feststellungen zur Erwerbsminderung sind immer sehr individuell. Daher kann Ihre Frage hier leider nicht abschließend beantwortet werden.

Vielen Dank für die Rückmeldung. Ich warte die Antwort meiner Sachbearbeiterin ab, die habe ich schriftlich um eine verständliche Erklärung und Begründung für den durch die RV festgesetzte EM Rente gebeten.
Wie soll man bei einer unheilbaren, chronischen Erkrankung den genauen Eintritt der EM benennen? Mit dem Wissen von heute, hätte ich nie meine Vollzeitstelle zu Gunsten meiner Gesundheit aufgegeben sondern hätte mich in DauerAU setzen lassen. Im nächsten Leben dann.

Vielen Dank auf jeden Fall und MfG

von
Antwort

Zitiert von: Andrea
Ein abschließender Post von mir.

Ich bedanke mich für die beiden Hinweise mit den Gesetzestexten und Paragrafen. Ich werde mich da einlesen und bin hinterher hoffentlich schlauer.

Zu den anderen Kommetaren würde ich gern mal zurückgeben, dass ich den "gelesenen Ton" sehr grenzwertig bis hin zu patzig empfinde.
Es kann nicht jeder in jedem Bereich gleich gut Bescheid wissen. Ich bin sehr wohl in der Lage, einen Bescheid zu lesen und bei Rückfragen den zuständigen Ansprechpartner zu finden und sogar anzurufen und nachzufragen. Trotzdem würde ich gewisse Entscheidungen gern nicht als gegeben hinnehmen sonder lieber verstehen. Damit zweifle ich nich die Richtigkeit dieser Entscheidung an. Ich möchte es einfach nur verstehen.

Ich hatte mir hier einen Rat / Austausch und einen Zugriff auf ein Wissen erhofft, welches ich nicht habe. Ob ich hier erneut um Rat fragen werde...ich denke eher nicht.

Ich wünsche Ihnen allen, niemals in eine ähnliche Situation zu kommen in denen fremde Personen über Ihre finanzielle Situation entscheiden, Sie Abläufe nicht nachvollziehen können und sie mehr oder weniger gezwungen sind, diese hinzunehmen weil Ihnen schlicht und einfach die Kraft fehlt neben Therapien, Arztbesuchen, Familie, Beruf und Haushalt die wirren behördlichen Strukturen verstehen zu wollen.

In dem Sinne, bleiben Sie gesund.

Ihnen auch weiterhin alles Gute. Vor Allem Gesundheit.
Was manche Antworten betrifft: so ist das hier leider in der Anonymität manchmal so :-(
Scheuen Sie sich trotzdem nicht, weiterhin Fragen zu stellen, denn es gibt trotzdem Mitmenschen, die helfen können.
Was Ihre Rente betrifft: Sie haben durch Ihr eigenständiges Herabsetzen der Arbeitszeit da keine finanziellen Nachgleich, weil die DRV sich die letzten 4 Jahre anschaut:

"Die Günstigerprüfung besagt, dass die letzten vier Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung bei der Berechnung der Bewertung der Zurechnungszeit nicht berücksichtigt werden, wenn sich hierdurch eine geringere Rentenhöhe ergeben würde. Die Günstigerprüfung nimmt der Rentenversicherungsträger von Amts wegen vor."

von
Schade

Mit der letzten Info von Ihnen
"Es wird der 1.10.2020 gerechnet"
will ich einen letzten Erklärungsversuch wagen.

Ich vermute dass der 01.10.20 der Rentenbeginn ist. Das müsste - weil Zeitrente - dann der "7. Monat" sein.
Würde bedeuten dass eine unbefristete Rente am 01.04.2020 begonnen hätte und dann wäre zu vermuten dass der ärztliche Dienst der DRV den Eintritt der teilweisen EM auf den Tag des Rentenantrages im März gelegt hat.
Das wäre aus dem Rentenrecht eine plausible Erklärung, v.a. wenn meine laienhafte Kenntnis Ihrer Erkrankung mich vermuten lässt dass es da keinen klaren Tag gibt ab dem definitiv teilweise EM vorliegt.
Vermutlich hat der ärztliche Diest sich gesagt "ab dem Tag ab dem die Kundin den Antrag stellt, geht sie davon aus erwerbsgemindert zu sein".

Aus dieser Komplexität erkennen Sie aber auch dass die ursprünglichen Angaben zu dünn waren.
Das ist kein Vorwurf an Sie - aber eine Erklärung dafür, dass die Antwortenden das Gefühl haben "der muss man aber auch jedes Detail aus der Nase ziehen".

Guten Abend

von
Fazit

Zitiert von: Andrea
Ein abschließender Post von mir.

Ich bedanke mich für die beiden Hinweise mit den Gesetzestexten und Paragrafen. Ich werde mich da einlesen und bin hinterher hoffentlich schlauer.

Zu den anderen Kommetaren würde ich gern mal zurückgeben, dass ich den "gelesenen Ton" sehr grenzwertig bis hin zu patzig empfinde.
Es kann nicht jeder in jedem Bereich gleich gut Bescheid wissen. Ich bin sehr wohl in der Lage, einen Bescheid zu lesen und bei Rückfragen den zuständigen Ansprechpartner zu finden und sogar anzurufen und nachzufragen. Trotzdem würde ich gewisse Entscheidungen gern nicht als gegeben hinnehmen sonder lieber verstehen. Damit zweifle ich nich die Richtigkeit dieser Entscheidung an. Ich möchte es einfach nur verstehen.

Ich hatte mir hier einen Rat / Austausch und einen Zugriff auf ein Wissen erhofft, welches ich nicht habe. Ob ich hier erneut um Rat fragen werde...ich denke eher nicht.

Ich wünsche Ihnen allen, niemals in eine ähnliche Situation zu kommen in denen fremde Personen über Ihre finanzielle Situation entscheiden, Sie Abläufe nicht nachvollziehen können und sie mehr oder weniger gezwungen sind, diese hinzunehmen weil Ihnen schlicht und einfach die Kraft fehlt neben Therapien, Arztbesuchen, Familie, Beruf und Haushalt die wirren behördlichen Strukturen verstehen zu wollen.

In dem Sinne, bleiben Sie gesund.

Wenn man derart dünnhäutig ist und sich dann an ein anonymes, offenes Forum wendet, ist das sicher nicht die beste Wahl sich Informationen zu holen.
Da ist der Weg über die schriftliche Anfrage an den zuständigen Rententräger deutlich zielführender.