Teilerwerbsminderungsrente, weiter krank

von
Karl der Käfer

Zitiert von: W*lfgang
jetzt werf ich mal einfach mein SGB6 weg und alles wird gut - meine Antworten werden deswegen nicht positiver, weil Fragestellerin oder Sie 'Anspruch auf Schönrede' einfordert.

Es würde schon reichen, wenn Sie ihr SGB6 einfach sachlich benutzen (das können Sie sehr gut) und auf "witzige Bemerkungen" auf Kosten der Fragesteller verzichten.

von
Rentensputnik

Hallo Karl der Käfer!
Sachlich ist, festzustellen, dass jeder, der einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt hat und dessen Antrag durch einen Gutachter positiv beschieden wurde, hier kein Wort verliert.
Es liegt in der Natur der Sache, dass Gutachter den Gesundheitszustand aber auch anders beurteilen können, als der Betroffene selber. Nur diese Fälle finden wir hier täglich im Forum!
Wenn ein Gutachter anders urteilt als die behandelnden Ärzte, wird er seine Gründe haben.
Es bleibt die Möglichkeit des Widerspruchs und der Klage vor dem Sozialgericht. In der Regel wird dann ein andere Gutachter noch ein Statement abgeben. Fällt dieses ebenfalls negativ aus, sollte der Betroffene sich wirklich Gedanken darüber machen, ob er seinen Gesundheitszustand nicht doch falsch einschätzt.
Im Grunde kann man alle Ablehnungen aus medizinischen Gründen, genau wie zuvor beschrieben, so sachlich, ohne wenn und aber beurteilen.
Die tatsächlichen medizinischen Indikationen haben in diesem Forum nichts zu suchen, sondern sind Medizinern vorbehalten.
Wer sich an ein öffentliches Forum wendet, muss auch mit Unverständnis und Sarkasmus rechnen.
Wer damit nicht zurecht kommt, ist hier falsch!
Im Großen und Ganzen hilft dieses Forum aber vielen, auch wenn nicht jeder die Anwort bekommt, die er hören möchte.
Schönen Sonntag!

von
Gabriele F.

Guten Tag Rentensputnik,

bei allem Respekt, aber entweder Sie arbeiten selbst für die DRV, sind selbst Gutachter oder waren noch nie in solch einer Lage. Denn dann wüssten Sie, daß sich ein Gutachter niemals in 25 Minuten ein genaues Bild von komplexen Erkrankungen machen kann.Das ist aber zulässig in Deutschland, ja,leider!
Ich glaube auch kaum, daß Sie je davon betroffen waren und von daher sehe ich Ihre Aussagen als laienhaft an. Menschen die wirklich krank sind, müssen sich in diesem Land bis vors Sozialgericht streiten, nur weil ein Gutachter hier alle Macht der Welt hat und kranke Menschen fast in den finanziellen Ruin treibt, die vorher Jahrzehnte lang gute Arbeit geleistet haben und nun nur, weil man sehr krank wird, soll man laut Ihren Aussagen sich selbst hinterfragen ob man wirklich krank sei?
Wenn Fachärzte dies bestätigen, die man jahrelang kennt? Ebenso Klinikärzte. Ich bin fassungslos. Ich wünsche Ihnen, daß Sie niemals in solch eine Situation kommen.Denn sollten Sie es ja, werden Sie hier sicher nicht noch einmal so etwas formulieren. Da bin ich mir sehr sicher!

MfG Gabriele F.

von
Karl der Käfer

Hallo Gabriele F.

Die DRV richtet sich so gut wie immer danach, was ein Gutachter am Schluss zusammenfasst. Also z.B. die Feststellung 'erwerbsfähig zwishen 3 und 6 Stunden'.

Oft ist es aber so, dass im Gutachten selbst dies relativiert wird. Dass z.B. die Prognose gar nicht so gut ist, z.B. aufgrund des Alter, der sogenannten Chronizität oder ähnliches.

Bei einem Widerspruch wird dann von der DRV genauer hingeschaut und dann i.d.R. auch zusätzlich von den eigenen Ärzten noch Gutachten angefordert.

Was sinnvoll für den Widerspruch sein kann ist, sich das Gutachten genau durchzulesen und auf bestimmte Punkte im Gutachten einzugehen, die den Gesundheitszustand relativieren.

Schauen Sie sich jede Formulierung im Gutachten genau an und gehen Sie auf diese Punkte dann gezielt ein. Falls bestimmte Sachverhalten überhaupt nicht berücksichtigt wurden, schildern Sie diese.

Meine Erfahrung ist, dass der medizinische Dienst der DRV bei einem Widerspruch sich diese Punkte und Ihre Stellungsnahme dann sehr viel genauer und im Detail anschaut und nicht nur nach dem abschließenden Satz im Gutachten geht.

Käfer Karl ;)

von
Rentensputnik

Liebe Gabriele F.:
Auch Ihre Fassungslosigkeit ändert nichts an der Sache.
Gehen Sie in den Widerspruch und ggf. die Klage.
Wenn Sie auf diesem Wege Recht bekommen, gut für Sie. Wenn nicht, schätzen Sie Ihre gesundheitlichen Einschränkungen falsch ein.
Hier im Forum wird Ihnen diesbezüglich niemand helfen können.

von
W*lfgang

Zitiert von: Karl der Käfer
Was sinnvoll für den Widerspruch sein kann ist, sich das Gutachten genau durchzulesen und auf bestimmte Punkte im Gutachten einzugehen, die den Gesundheitszustand relativieren.
Schauen Sie sich jede Formulierung im Gutachten genau an und gehen Sie auf diese Punkte dann gezielt ein. Falls bestimmte Sachverhalten überhaupt nicht berücksichtigt wurden, schildern Sie diese.
Karl der Käfer,

nun verstehen wir uns wieder, auch wenn ich es mit anderen Worten - sicher/bewusst etwas drastischer und überzeichnet - ausgedrückt habe. Manchmal brauchen Versicherte den verbalen Anschub, um sich von sich selbst/ihrer eingefahren Welt zu lösen (entrücktes Ego zerstören/ankratzen und auch wieder aufbauen), um die geeigneten Schritte für die nächste Handlung zu erkennen - hier: Akte, Nachlesen, widersprüchliche Aussagen abgleichen, und med. Aushebeln zu versuchen - und nicht nur profan 'die Anderen haben gesagt' in den Vordergrund stellen.

Und, Gabriele F. packt das schon – wenn sie sich und ihre Probleme aus allen Perspektiven betrachten kann, nicht nur aus der alleinig leidenden Ich-Situation.

Gruß
w.

von
Voll erwerbsfähig

Zitiert von: Gabriele F.
Guten Tag Rentensputnik,

bei allem Respekt, aber entweder Sie arbeiten selbst für die DRV, sind selbst Gutachter oder waren noch nie in solch einer Lage. Denn dann wüssten Sie, daß sich ein Gutachter niemals in 25 Minuten ein genaues Bild von komplexen Erkrankungen machen kann.Das ist aber zulässig in Deutschland, ja,leider!
Ich glaube auch kaum, daß Sie je davon betroffen waren und von daher sehe ich Ihre Aussagen als laienhaft an. Menschen die wirklich krank sind, müssen sich in diesem Land bis vors Sozialgericht streiten, nur weil ein Gutachter hier alle Macht der Welt hat und kranke Menschen fast in den finanziellen Ruin treibt, die vorher Jahrzehnte lang gute Arbeit geleistet haben und nun nur, weil man sehr krank wird, soll man laut Ihren Aussagen sich selbst hinterfragen ob man wirklich krank sei?

MfG Gabriele F.

Hallo
Also ich möchte gerne meine Erfahrungen hier einbringen. Mir wurde trotz 60 GdB volle Erwerbsfähigkeit bescheinigt. Nun quäle ich mich jeden zweiten Tag auf der Arbeit bis zum Feierabend, fahre nach Hause und falle ins Bett. Dann Versuche ich den freien Tag etwas für meinen Haushalt und meine Gesundheit zu tun. Zwischenzeitlich muss ich Anträge für s Arbeitsamt stellen und Bescheinigungen von Bank, Versicherung, Arbeitgeber usw. einholen, da meine Halbtagesstelle nicht zum Leben ausreicht. Nun bin ich über 50 Jahre und habe mich immer intensiv um Arbeit oder Fortbildung bemüht. Jetzt werde ich tatsächlich das Gefühl nicht los dass man bei der Rentenkasse tatsächlich mit zwei Maßen misst. Natürlich werde ich, wenn ich es bis zur Rente schaffe auch danach noch beim Amt betteln gehen und vom Wohlwollen anderer abhängig sein.

Meine Nachbarin dagegen hat noch nie Vollzeit gearbeitet. Zu DDR Zeiten war sie Teilzeit Küchenhilfe. Nach der Wende hat sie neben Hartz vier durch Schwarzarbeit ihre Urlaubsreisen, Autos und das komfortable Haus mit Grundstück finanziert. Jetzt war sie zur Kur und soll nun Rente bekommen. Ich falle echt vom Glauben ab. Sie steht auch heute noch und hackt Holz, das sie dann verkauft. Da frag ich mich wirklich, wie das geht. Kann mir das hier jemand erklären?