Teilhabe genehmigt aber Umschulung in Wohnortnähe abgelehnt

von
Mona67

Hallo, ich habe ein Problem. Die DRV Mitteldeutschland hat mir nach langen Prozedere med. Reha usw., Teilhabe am Arbeitsleben genehmigt. Danach war ich 8 Tage in einem BFW zur Berufsfindung. Dort wurde ich auf mehrere Berufe hauptsächlich kaufm. getestet und habe auch eine gesundheitliche Eignung. Da ich einen sehbehinderten Mann habe, wollte ich auf keinen Fall 170km weit 2 Jahre lang weg sein. Daraufhin wurde in den Bericht geschrieben ist bin zur Zeit nicht umschulungsfähig da nicht belastbar. Von der Reha und von einem psychol. Gutachten mit Test bin ich es sehr wohl. Nun weis ich nicht weiter, da ich ohne Umschulung auf dem Arbeitsmarkt keine Chance habe. Außerdem hat die Beraterin im BFW gemeint das es keine Umschulung mit psychol. Betreuung und Stützunterricht gibt. Das habe ich aber auch erst jetzt erfahren, dass es in 45km Entfernung sehr wohl eine solche Schule gibt, die auch mit der DRV zusammen arbeitet. Die nächste Umschulung beginnt am 02.11.2016 Und nun? was kann ich tun? Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

von
???

Es ist sicher frustrierend, wenn man seine Zukunftspläne durchkreuzt sieht, sich falsch eingeschätzt und ungerecht behandelt fühlt. Trotzdem sollten Sie das Ergebnis der Abtestung nicht ganz auf die leichte Schuler nehmen und pauchal als falsch beurteilen.

"Da ich einen sehbehinderten Mann habe, wollte ich auf keinen Fall 170km weit 2 Jahre lang weg sein. Daraufhin wurde in den Bericht geschrieben ist bin zur Zeit nicht umschulungsfähig da nicht belastbar. "
Eine solche Schlussfolgerung wäre fachlich grob falsch. Wenn mir das schon auffällt, kann das nicht einfach so "aus Versehen" passieren. Warum sollte die Psychologin in der Abtestung relativ bewusst einen solchen Fehler machen? Außerdem wünschen sich häufig Rehabilitanden aus familiären Gründen eine wohnortnahe Umschulung und bekommen sie. Warum wäre das jetzt ausgerechnet bei Ihnen so problematisch?
Ich möchte nicht behaupten, dass die Einschätzung des BFW stiimmen muss. Aber es gibt für das BFW keinen sachlichen Grund, Ihnen leichtfertig eine Umschulung zu verwehren. Ganz im Gegenteil, schließlich verdienen die mit Umschülern Geld.

Ganz grundsätzlich ist zu sagen, dass bei psychischen Problemen die Umschulungen überwiegend stationär durchgeführt werden um eine bessere Betreuung zu gewährleisten. Bei einer betrieblichen Umschulung oder gar dem Besuch einer Fachschule oder ähnliches ist eine vergleichbare Betreuung nicht realisierbar. Dadurch steigt das Risiko, dass eine sich anbahnende Überlastung nicht rechtzeitig erkannt wird und schließlich die Ausbildung abgebrochen wird.

Auf der anderen Seite (ich unterstelle jetzt mal, dass Sie 1967 geboren sind) würde Ihr Alter schon deutlich für eine betriebliche Umschulung sprechen. Sie wären bei Ende der Ausbildung über 50 Jahre alt. Das ist jetzt nicht die Altergruppe, um die sich Arbeitgeber gerade reissen. Bei einer betrieblichen Umschulung hätten Sie aber schon einen Fuß in der Tür und damit die Chance, übernommen zu werden. Sie sollten aber auch auf alle Fälle darauf achten, dass Sie in Ihrem angestrebten Beruf möglichst auch Ihre bisherige Berufserfahrung nutzen können.

Von der praktischen Seite gesehen, können Sie die von Ihnen gewünschte Ausbildung schriftlich beantragen mit dem Hinweis, dass Sie einen rechtsmittelfähigen Bescheid wollen. Falls der Antrag abgelehnt wird, steht Ihnen der Rechtsweg offen. Ob Ihnen der aber wirklich weiterhilft, weiß ich nicht. Das alles wird nämlich eine ganze Zeit dauern und Sie haben keine Garantie, dass Ihnen am Ende wirklich eine wohnortnahe Umschulung zugesprochen wird.

von
Mona67

Es ist auch nicht einfach aus Versehen passiert. Es war auch keine Psychologin sondern eine Assessment -Beraterin. Sie wollte das ich ins BFW gehe damit das Geld für die Umschulung dahin fließt. Sie musste auch noch loswerden, dass ich ja erst im Januar mit der Umschulung beginnen kann da ich noch im IRENA-Progamm bis Januar bin. Außerdem hat sie nachdem ich ihr mitgeteilt habe, das ich Wohnortnahe eine betriebl. Umschulung machen möchte erwähnt, es gibt keine solchen Institute in meiner Nähe. Ist so nicht richtig. Es gibt sehr wohl eine solches Institut in meiner Nähe, (habe ich von der Reha-Beraterin der Agentur f. Arbeit erfahren). Also ihr Ziel war es mich in dieses BFW zu zwingen. Sie hätten gute Erfahrungen mit Praktika im Umfeld des BFW.
Dann fiel ihr nichts mehr ein außer ich wäre ja dann schon 52 und da nimmt mich sowieso keiner."Ich will aber nicht umziehen."

von
???

Dann stellen Sie den Antrag und fangen Sie an, sich einen Umschulungsbetrieb zu suchen. Sollte es sich bei Ihrer wohnortnahen Einrichtung um eine echte Schule handeln, wäre eine Einstellungszusage eines Arbeitgebers für danach zu empfehlen. Wobei ich eine rein schulische Ausbildung nur bei wirklich guten (!!!) Kontakten zu möglichen Arbeitgebern empfehlen würde.

von
Mona67

Es handelt sich um die MIQR GmbH ein Institut für berufliche Rehabilitation. Da die Reha-Beraterin der DRV bei dem Auswertungsgespräch der Berufsfindung mir mitgeteilt hat. das sie eine Umschulung auf Grund des Berichtes das BFW ablehnt, weis ich nicht wie ich sie davon überzeugen kann mir die Genehmigung für dieses Institut MIQR zu erteilen. Ich werde mich über den Ablauf dieser Umschulung am Montag erkundigen. Ich hoffe, dass ich dann mehr weis.
Erst mal vielen Dank für Ihre Hilfe

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Mona,

die Berufsfindung dient grundsätzlich der Überprüfung, ob und für welche Umschulungsmaßnahmen Sie grundsätzlich geeignet sind. Wenn Sie für eine Umschulung grundsätzlich geeignet sind, muss diese nicht zwangsläufig im Bfw erbracht werden. Wo diese Umschulung durchgeführt wird, entscheidet letztlich der Kostenträger und nicht das Bfw. Haben SIe denn bereits von der DRV Mitteldeutschland eine Aussage bekommen bzw. sich direkt dort mit einem Ansprechpartner in Verbindung gesetzt?

von
Mona67

Berufsfindung BFW 04.07.-15.07.2016 geplant (Abschlussgespräch 14.07.2016)

Leipzig bietet 2 verschiedene Arbeitserprobungen an:
1. ca. 2 Wochen Eignungsfeststellung
2. ca. 4-6 Wochen Arbeitserprobung für Menschen mit psychischen Problemen

getestet werden sollte meine Eignung als Steuerfachangestelle, Industriekauffrau oder eine Weiterbildung im IT – Bereich (Aufbau zu meiner 1. Umschulung 2003 Fachinformatiker AW, Programmiersprache muss erlernt werden)(bei dieser Umschulung wurde mir aus Lehrermangel keine Programmiersprache vermittelt)

• kurzfristig ins BFW Ankunft 04.07.16 20:00 Uhr
• Beginn 05.07. 08:00 bis 14:50 fachliche Erprobung (kaufmännische Aufgaben) + Infostunde Arbeitsmarkt
• 06.07. Psychologische Leistungsdiagnostik mussten alle machen, 6h, danach fachliche Erprobung (kaufmännische Aufgaben)
• 07.07. Schulwissenstest 2h, fachliche Erprobung (kaufmännische Aufgaben)
• 08.07. Gruppenübung1h, fachliche Erprobung (kaufmännische Aufgaben)
• 11.07. fachliche Erprobung (kaufmännische Aufgaben), mir wird ein internes Blatt gegeben auf dem meine Einschätzung zu finden ist, daraus ist ersichtlich, dass ich keinen IT Beruf lernen kann
• ich frage nach, darauf wird mir gesagt, dass die Ärztin nicht genügend med. Unterlagen hat um es besser einzuschätzen
• ein Tag später erhalte ich dann die Antwort, dass ich doch dafür geeignet bin und auch noch für einen gewerblichen Beruf, „komisch“
• 12.07. fachliche Erprobung (kaufmännische Aufgaben)
• einige von insges. 7 Teilnehmern sind schon gegangen
• bei Gespräch mit Assessment-Beraterin wird mir gesagt, dass ich noch im IRENA-Programm bis Januar bin und deshalb nicht nach Leipzig kommen kann, aber die Umschulung Beginn 17.01.2017 Industriekauffrau wäre ja möglich
• da mein Mann Sehbehindert ist, habe ich eine Umschulung im BFW (Internat 2 Jahre) abgelehnt und erklärt, dass für mich nur eine Wohnortnahe Umschulung in Frage kommt
• daraufhin wurde mir erklärt, dass es keinen Träger in Wohnortnähe gibt, der Stützunterricht und eine psychologische Betreuung ermöglicht
• dem zu folge bekam ich von der Beraterin die Aussage das ich dann eben nicht Umschulungsfähig bin und sie würde das auch so in den Bericht schreiben, und außerdem sollte ich mal daran denken wie alt ich dann bin, wenn ich im Januar 2017 eine Umschulung beginnen würde, mh ja 52 Jahre und ??? ich muss bis 67 arbeiten das sind dann locker noch 15 Jahre
• und jetzt weiß ich einfach nicht mehr weiter

sicher habe ich noch manches vergessen, ich beantworte aber gerne Ihre Fragen und gebe die Hoffnung noch nicht auf

Inzwischen habe ich einen Träger in Wohnortnähe gefunden der alle Kriterien erfüllen würde, aber durch das Gutachten des BFW sind mir und dem Institut die Hände gebunden.

von
=//=

"...mh ja 52 Jahre und ??? ich muss bis 67 arbeiten das sind dann locker noch 15 Jahre"

Das ist schon richtig, aber mal Hand auf´s Herz: Würden Sie als Arbeitgeber eine fast Mitte 50-Jährige einstellen, die in ihrem Umschulungsberuf noch ganz "frisch" ist? Das ist doch eigentlich das große Problem. Und dass eine Umschulung mit einigen Tausend Euros nicht gerade billig ist, wissen Sie betimmt auch. Es wundert mich eigentlich schon ein bißchen, dass Ihnen überhaupt eine Umschulung von der DRV bewilligt wurde. Es gibt schließlich auch andere berufliche Reha-Maßnahmen.

Ihren Fall wird man hier im Forum wirklich nicht klären können. Dies können Sie nur mit Ihrer zuständigen Sachbearbeiterin/Reha-Fachberaterin lösen.

von
Mona67

Diese Antwort habe ich nicht erwartet. Machen Sie sich lustig über mich? Ich habe sicher auch schon Erfahrungen in diesem Bereich aber keinen Abschluss und der ist nun mal wichtig. Also auf solche Antworten kann ich gerne verzichten!

von
???

Dass Sie nach der Umschulung Ihre Berufserfahrung weiter verwenden können, geht aus Ihren bisherigen Postings nicht hervor. Und grundsätzlich hat "=//=" schon recht, er hat nur etwas unterstellt, das so anscheinend nicht stimmt.

"...durch das Gutachten des BFW sind mir und dem Institut die Hände gebunden."

Also, dass Sie sich hilflos fühlen, kann ich verstehen. Sie sind das erste Mal in dieser Situation.
Wenn dieses MIQR allerdings nicht weiß, welche Argumente man vorbringen könnte, um für Sie eine Umschulung zu bekommen, verwundert mich das schon etwas. Stand da im Internetauftritt nicht etwas von 14jähriger Erfahrung??? Und da fällt denen nichts anderes ein, als zu sagen "Hach, das böse andere BFW, da können wir jetzt auch nichts machen"? Und das, obwohl ihnen damit ein (wenn auch indirekt) zahlender Kunde durch die Lappen geht?

Für mich klingt das ehrlich gesagt danach, dass man auch dort keinen gesteigerten Wert darauf legt, Sie als Umschülerin zu haben. Warum? Der Kurs ist schon ausgebucht, man möchte ein bestehendes gutes Verhältnis zum anderen BFW nicht belasten oder man befürchtet einen problematischen Maßnahmenverlauf, dem man auf einfache Weise aus dem Weg gehen möchte.

Was Sie konkret unternehmen können, habe ich Ihnen schon zweimal geschrieben. Tun Sie es oder lassen Sie es. Es ist Ihre Entscheidung.

von
=//=

Zitiert von: Mona67

Diese Antwort habe ich nicht erwartet. Machen Sie sich lustig über mich? Ich habe sicher auch schon Erfahrungen in diesem Bereich aber keinen Abschluss und der ist nun mal wichtig. Also auf solche Antworten kann ich gerne verzichten!

Ich weiß gar nicht, weshalb Sie so gereizt reagieren.

Es ist die reine Wahrheit, dass normalerweise Versicherten in diesem Alter keine UMSCHULUNG mehr bewilligt wird. Und wenn Sie schon Berufserfahrung haben (war ursprünglich nicht ersichtlich), handelt es sich nicht um eine Umschulung (würde Wechsel in einen anderen Beruf bedeuten), sodann eine Weiter- oder Fortbildung.

Alles immer ganz ruhig bleiben. :-)