Trotz Zahlung Ausgleichsbeitrag zur Vermeidung Abschlag bei Rente mit 63 weiter Beitraege leisten

von
M.E.

Folgende Situation:

Ich bin 62, mein Ausgleichsbeitrag zu Vermeidung des Abschlags von 9% bei Rente mit 63 ist berechnet. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob ich nicht doch bis zum "Regelalter" weiterarbeite und dann auch weiter Beitraege zur Rentenversicherung einzahlen wuerde. In meinem Fall freiwillige Beitraege, da ich ich im nicht-EU Ausland arbeite. Mir wurde mitgeteilt, dass der von mir eingezahlte Ausgleichsbeitrag nicht zurueckerstattet werden kann, falls ich doch nicht mit 63 in Rente gehen.

Nun hoere ich, dass sich in diesem Fall der gezahlte Ausgleichsbeitrag "rentenerhoehend" auswirkt. Das hoert sich so an, als ob der eingezahlte Ausgleichsbeitrag zusaetzlich zu den bis zum Regelrentenalter gezahlten Beitraegen beruecksichtig wird. Ist das wirklich so? Und in welcher Weise wuerde sich der Ausgleichsbeitrag auswirken? Wie wuerde das fuer die Regelaltersrente kalkuliert werden?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo M.E.,
ja, dass ist wirklich so.
Gezahlte Beträge zum Ausgleich einer (möglichen) Rentenminderung werden nicht erstattet und wirken sich rentensteigernd aus wenn die Altersrente später nicht mit den erwarteten Abschlägen (sondern evtl. zur Regelaltersgrenze ohne Kürzung) in Anspruch genommen wird.

Kalkulation läuft durch Umrechnung der gezahlten Beiträge in Rentenpunkte (welche maßgebende Größe für die Berechnung der Höhe einer späteren Rente sind).
Gute Orientierung bietet folgende Übersicht (auf Seite 35)
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/BayernSued/de/Inhalt/Allgemeines/Pool_BY/Zahlen_und_Tabellen/ZuT_2017_1.pdf?__blob=publicationFile&v=3

von
M.E.

Vielen Dank fuer die schnelle Antwort. Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass der Ausgleichsbeitrag nicht "verfaellt", falls ich doch laenger arbeite und weiter Beitraege entrichte.

Die Tabelle auf Seite 35 gibt bei 24 Monaten vorzeitiger Rente und einer erwartetenn Bruttorente von monatlich 1700 Euro eine Minderung von 122,40 Euro bzw. 7.2% an. Um dies auszugleichen wird ein Betrag von ca 30,053 Euro genannt. Dies entspricht in etwa meiner Stiuation und dem Betrag, der mir berechnet worden ist. Mein Frage: Bedeutet das im Umkehrschluss, dass sich die Regelarbeitsrente um diesen Betrag (122,40) erhoehen wuerde, falls ich den Ausgleichbetrag fristgerecht zahle, dann aber trotzdem bis zum Regelruhealter weiterarbeite und Beitraege zahle?

von
W*lfgang

Zitiert von: M.E.
Mein Frage: Bedeutet das im Umkehrschluss, dass sich die Regelarbeitsrente um diesen Betrag (122,40) erhoehen wuerde, falls ich den Ausgleichbetrag fristgerecht zahle, dann aber trotzdem bis zum Regelruhealter weiterarbeite und Beitraege zahle?
M.E.,

Ja.

Sie erhalten mit der Ausgleichszahlung zusätzliche Entgeltpunkte (EP), die sich ontop zu den erarbeiteten EP auswirken. Der Wert dieser zusätzlichen EP ist natürlich auch dynamisch, so dass der 'zusätzliche' Rentenbetrag von aktuell 122,40 EUR ebenfalls an den Rentenanpassungen teilnimmt - bereits dieses Jahr werden zum 01.07. 1,5 bis 2 % Rentensteigerung erwartet.

Gruß
w.

von
Jonny

Zitiert von: M.E.

Vielen Dank fuer die schnelle Antwort. Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass der Ausgleichsbeitrag nicht "verfaellt", falls ich doch laenger arbeite und weiter Beitraege entrichte.

Die Tabelle auf Seite 35 gibt bei 24 Monaten vorzeitiger Rente und einer erwartetenn Bruttorente von monatlich 1700 Euro eine Minderung von 122,40 Euro bzw. 7.2% an. Um dies auszugleichen wird ein Betrag von ca 30,053 Euro genannt. Dies entspricht in etwa meiner Stiuation und dem Betrag, der mir berechnet worden ist. Mein Frage: Bedeutet das im Umkehrschluss, dass sich die Regelarbeitsrente um diesen Betrag (122,40) erhoehen wuerde, falls ich den Ausgleichbetrag fristgerecht zahle, dann aber trotzdem bis zum Regelruhealter weiterarbeite und Beitraege zahle?


Der Betrag von 30.053 Euro wurde so bemessen, dass die "fehlenden" 122,40 € bei einem Rentenbeginn mit 7,2 % Abschlag voll ausgeglichen worden wäre. Wenn Sie aber erst die Regelaltersrente 2 Jahre später in Anspruch nehmen, werden die eingezahlten Beiträge schon rund 132,00 € ausmachen, weil dann ja kein Abschlag mehr erforderlich ist. Hinzu kommen noch die von Wolfgang erwähnten Rentenanpassungen.
Meint jedenfalls
Jonny

von
M.E.

Klasse, herzlichen Dank! Alle meine Fragen beantwortet.