Übergangsgeld nach LTA/ALG1

von
Sebastian K.

Guten Tag,

meine Frage richtet sich nach der Höhe des Übergangsgeldes in meinem konkreten Fall.

Letztes Jahr habe ich eine Umschulung zum Mediengestalter in einem Berufsförderungswerk begonnen (dies lief unter Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben). Vor dieser Maßnahme habe ich in Vollzeit gearbeitet und bekam demnach als Übergangsgeld 68% meines letzten Nettoarbeitsentgeltes ausgezahlt.
Nach ca. 5 Monaten musste ich jedoch wieder ins Krankenhaus. Dadurch sind während der Umschulung hohe Fehlzeiten ( mehr als 6 Wochen entstanden ) und die Umschulung wurde abgebrochen, weil man das Erreichen des Rehabilitationszieles gefährdet sah. Erhalten habe ich daher einen Widerrufsbescheid. Ich kam dann in den Krankengeldbezug und danach habe ich Arbeitslosengeld 1 bezogen.
Eigentlich wollte ich die Umschulung zum nächstmöglichen Termin erneut beginnen. Dies wurde jedoch abgelehnt. Stattdessen habe ich jetzt einen neuen Bescheid erhalten, in dem ein 3-monatiger Vorbereitungslehrgang bewilligt wurde, in welchem meine Belastbarkeit erneut bestimmt werden soll, denn man sieht die Problematik, dass der Beruf des Mediengestalters evtl. zu anspruchsvoll für mich sein könnte und besser eine Umschulung in einem Alternativberuf begonnen werden sollte. Dies würde man dann innerhalb der 3 Monate feststellen und danach über Weiteres entscheiden.

Meine Frage hierzu ist jedoch: Wonach richtet sich das nun zu zahlende Übergangsgeld? Nach dem zuletzt erhaltenen ALG 1 oder nach dem letzten Beruf, der ausgeübt wurde?
Gilt der Widerspruchsbescheid als Abbruch der LTA insgesamt oder nicht? Einen neuen Antrag auf LTA musste ich nicht stellen, deshalb bin ich mir unsicher.
Ich habe die Befürchtung, dass das Übergangsgeld nun nach dem zuvor erhaltenen ALG 1 berechnet wird. Davon 68% wären natürlich um einiges weniger, als die 68% des Nettoentgeltes meines letzten Arbeitgebers.
Unter bestimmten Voraussetzungen könne jedoch Übergangsgeld in Höhe des vorher erhaltenen ALG 1 gezahlt werden und nicht nur 68% davon. Um welche Voraussetzungen handelt es sich dabei?

Danke im Voraus für Ihre Antworten!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Sebastian K.,

bei beruflichen Rehabilitationsleistungen (also auch bei Vorbereitungslehrgängen) wird das Übergangsgeld auf der Grundlage des § 48 SGB IX berechnet.

Es ergibt sich damit folgende Regelung:

• Liegt der letzte Tag des Bemessungszeitraums (bzw. Monat in dem Arbeitsentgelt bezogen wurde) innerhalb der letzten drei Jahre, sind zwei Berechnungen durchzuführen. Zum einen die Berechnung aus dem tatsächlich erzielten Entgelt, zum anderen aus dem tariflichen Entgelt. Der höhere Betrag ist maßgebend.

• Liegt der letzte Tag des Bemessungszeitraums außerhalb der 3-Jahres-Frist, wird die
Berechnungsgrundlage nur aus dem tariflichen Entgelt ermittelt.

Aus dem zuletzt bezogenen ALG 1 wird - bei beruflichen Rehabilitationsleitungen - kein Übergangsgeld berechnet. Wenn also das letzte Arbeitsentgelt nicht allzu lange zurück liegt, wird das Übergangsgeld für den Vorbereitungslehrgang die gleiche Höhe haben, wie bei der letzten beruflichen Rehabilitationsleistung.