Übergangsgeld/ Tarif

von
Bianca

Ich absolviere z.Zt. eine Umschulung im Rahmen einer LTA.
Bei der Berechnung des Übergangsgeldes wird der fiktive Tariflohn (Pflegedienstleiterin) meines Bezugsberufes herangezogen.
Im Vorschussbescheid der Rentenversicherung wurde ich jedoch in die tarifliche Entgeltgruppe einer Hilfskraft anstatt einer Pfelegedienstleiterin eingestuft. Das macht eine Differenz von mehr als 1000 Euro brutto aus.
Nach meinem Anruf bei der Sachbearbeiterin sicherte man mir eine Korrektur und die richtige Eingruppierung ein. Jedoch bekam ich kurz darauf von der RV Post, in der man mir mitteilte, dass man meinen alten Arbeitgeber angeschrieben habe, um das Übergangsgeld neu berechnen zu können. Dieser Arbeitgeber beschäftigte mich jedoch nicht in meinem Bezugsberuf, was ich der Sachbearbeiterin auch mitteilte. Die RV bleibt jedoch bei ihrem Vorhaben/ Bearbeitungsweg.
Für mich ist es jetzt vollkommen unklar, weshalb seitens der RV so vorgegangen wird. Die Tariftabellen sind im Pflegebereich eindeutig und mein Antrag könnte längst bearbeitet sein.

von
RentenChecker

Hallo Bianca,

Sie müssen das so sehen:

Die DRV prüft bei Ihrem alten Arbeitgeber in welcher Stellung Sie dort angestellt waren, unabhängig davon, welche Qualifikation Sie haben. Wenn ihr letzter Arbeitgeber der DRV nun mitteilt, dass Sie dort nicht als Pflegedienstleiterin beschäftigt waren, zahlt die DRV auch nur Übergangsgeld für den Beruf, den Sie zuletzt ausgeübt haben.

Stellen Sie sich einmal vor, eine Person hat ein abgeschlossenes Studium zum Oberarzt, hat aber in seiner letzten Tätigkeit nur als Pflegekraft gearbeitet, dann kann dieser Person ja auch kein Übergangsgeld in Höhe seines Lohnes als Oberarzt gezahlt werden.

Sollten Sie tatsächlich bei Ihrem letzten Arbeitgeber als Pflegedienstleiterin beschäftigt gewesen sein, treten Sie bitte nochmal an die DRV heran und legen ggf. vorhandene Unterlagen (z.B. Arbeitsvertrag) vor und setzten Sie sich ggf. mit Ihrem alten Arbeitgeber in Verbindung und klären ab, wieso dieser der DRV einen falschen Beruf mitgeteilt hat.

MfG
RentenChecker

Experten-Antwort

Hallo Bianca,

bei beruflichen Rehabilitationsleistungen wird das Übergangsgeld aus dem letzten Arbeitsentgelt (das innerhalb eines Drei - Jahreszeitraumes erzielt wurde) berechnet und mit einem Übergangsgeld verglichen, dass aus einem tariflichen Entgelt berechnet wurde. Das höhere Übergangsgeld ist für die abschließende Übergangsgeldberechnung ausschlaggebend.

Bei der Ermittlung des tariflichen Arbeitsentgeltes muss die Sachbearbeitung des Rentenversicherungsträgers entscheiden, welche Beschäftigung für Sie ohne Ihre gesundheitlichen Einschränkungen, nach Ihren beruflichen Fähigkeiten und Ihren bisherigen beruflichen Tätigkeiten in Betracht käme. Die Entscheidung wird nach Prüfung aller Unterlagen getroffen. Sollten Sie mit der Entscheidung nicht einverstanden sein, haben Sie die Möglichkeit Widerspruch gegen den Übergangsgeldbescheid einzulegen. Die Sachbearbeitung wird den Sachverhalt dann erneut überprüfen.