unbefristete EM-Rente und Scheidung, Versorgungsausgleich durch Betriebsrente - Kapitalbetrag in DRV?

von
EM-Rentnerin

Guten Tag,

ich (ohne Anwalt) bin unbefristet em-berentet und habe vom Scheidungsgericht die Unterlagen bezüglich des Versorgungsausgleichs bekommen, u. a. auch der Betriebsrente (externer Ausgleich) meines Mannes.
Im Schreiben steht, dass ich mich innerhalb eines Monats entscheiden soll, was mit der Kapitalsumme (rd. 20.000€) geschehen soll - eine Auszahlung direkt an mich ist nicht möglich.

„...eine bestehende Versorgung können Sie damit weiter ausbauen...“ - so stehts im Gerichtsbrief

Kann ich diesen Kapitalbetrag meinem EM-Rentenkonto zuführen lassen und würde ich dann ab Rechtskraft der Scheidung eine monatliche Rentenausschüttung bekommen?

Es steht aber auch da, dass, wenn ich mich nicht entscheide, diese Kapitalsumme der Versorgungsausgleichskasse zugeführt wird. Bis heute wusste ich nicht, dass es so eine Kasse gibt.
Ich fühle mich überfordert und fange gerade erst an, Infos zu sammeln. Die DRV-Sache wäre mir die liebste - wenns denn überhaupt geht.
Vielleicht kann mir jemand Tipps geben, dann hätte ich eventuell Anhaltspunkte, wohin ich weiter recherchieren muss. Mann kann ja nur Fragen stellen, wenn man weiß, was man wissen will.

Vielen Dank an die Netzgemeinde

von
Fastrentner

Hier erfahren Sie etwas über die Versorgungsausgleichskasse:
https://www.va-kasse.de/Gesetzlicher-Auftrag/

von
W*lfgang

Zitiert von: EM-Rentnerin
Kann ich diesen Kapitalbetrag meinem EM-Rentenkonto zuführen lassen und würde ich dann ab Rechtskraft der Scheidung eine monatliche Rentenausschüttung bekommen?

Hallo EM-Rentnerin,

ja, Sie können diesen Kapitalbetrag auch in Ihr Rentenkonto überführen lassen - und es kommt zu einer (etwas zeitverzögerten?) Erhöhung der EM-Rente.

Grundsätzlich rate ich auch zu der 'natürlich von Ihnen zu entscheidenden' Überlegung, solche Kapitalbeträge direkt ins eigene Rentenkonto zu übertragen und nicht noch eine 2. / 3. 'Rentenkasse' nebenbei aufzubauen ...die Ablauf-/Auszahlungsleistungen sind 'ähnlich', der einzubehaltende Beitrag zur KV/PV ist in der Rentenversicherung aber günstiger.

Daneben ist der Kapitalbetrag von 20T EUR ja auch keine Wahnsinnssumme in mtl. Dauerleistung umgelegt - 50+ vielleicht, der Rentenrechner auf der von Fastrenter genannten Web-Seite gibt dazu Aufschluss. Auf den Punkt gebracht/vorher wissend, können Sie nur von beiden möglichen 'Parkoptionen' vom jeweiligen Versorgungsträger zunächst eine erwartete Gegenrechnung anfordern im Rahmen von Brutto-/Netto-Auszahlung.

Gruß
w.

von
Fortitude one

Zitiert von: EM-Rentnerin
Guten Tag,

ich (ohne Anwalt) bin unbefristet em-berentet und habe vom Scheidungsgericht die Unterlagen bezüglich des Versorgungsausgleichs bekommen, u. a. auch der Betriebsrente (externer Ausgleich) meines Mannes.
Im Schreiben steht, dass ich mich innerhalb eines Monats entscheiden soll, was mit der Kapitalsumme (rd. 20.000€) geschehen soll - eine Auszahlung direkt an mich ist nicht möglich.

„...eine bestehende Versorgung können Sie damit weiter ausbauen...“ - so stehts im Gerichtsbrief

Kann ich diesen Kapitalbetrag meinem EM-Rentenkonto zuführen lassen und würde ich dann ab Rechtskraft der Scheidung eine monatliche Rentenausschüttung bekommen?

Es steht aber auch da, dass, wenn ich mich nicht entscheide, diese Kapitalsumme der Versorgungsausgleichskasse zugeführt wird. Bis heute wusste ich nicht, dass es so eine Kasse gibt.
Ich fühle mich überfordert und fange gerade erst an, Infos zu sammeln. Die DRV-Sache wäre mir die liebste - wenns denn überhaupt geht.
Vielleicht kann mir jemand Tipps geben, dann hätte ich eventuell Anhaltspunkte, wohin ich weiter recherchieren muss. Mann kann ja nur Fragen stellen, wenn man weiß, was man wissen will.

Vielen Dank an die Netzgemeinde

Hallo EM-Rentnerin,

wichtig ist doch , dass Sie sich entscheiden müssen. Einfach mal ein bisschen im Internet recherchieren. Es klappt bestimmt.

Z. B.
https://www.va-kasse.de

Viel Glück und Erfolg.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
EM-Rentnerin

Guten Morgen,

schon mal vielen Dank für die bisherigen Antworten.
Ich habe durchaus schon auf der Seite der VA-Kasse und weiter im Netz gelesen.

Auf der VA-Kassen-Seite steht, dass die Rente nicht vor dem 62. Lebensjahr ausgezahlt wird, der dortige Rentenrechner funktioniert nicht.

Ich finde keine Rechtsgrundlage, dass die Versorgungsausgleichssumme von Betriebsrenten bei EM-Rentnern schon ab sofort (also nach Rechtskraft und Erledigung aller Formalitäten) ausgezahlt wird.

Weiter habe ich gefunden, dass Versorgungsausgleiche aus Betriebsrenten nicht ins DRV-Rentenkonto übergehen können, nur andere Versorgungsausgleiche...

Nachher rufe ich bei der VA-Kasse - (übrigens eine Einrichtung des Allianz-Konzerns :( - an und frage nach.

Und ich hoffe darauf, dass hier ein DRV-Experte im Laufe des Tages etwas schreiben kann, damit ich auch eine Info von Seiten der gesetzlichen Rentenversicherung habe.

Vielen Dank und einen schönen Tag

von
WIA

Zitiert von: EM-Rentnerin
...die Ablauf-/Auszahlungsleistungen sind 'ähnlich', der einzubehaltende Beitrag zur KV/PV ist in der Rentenversicherung aber günstiger.....

Gruß
w.

Meines Wissen sind bei Betriebsrenten bzw. VA-Kasse die "hohen" KV/PV Abzüge erst ab einer Grenze zu zahlen, derzeit bei monatlich unter (Summe aller "Zusatzrenten")152,25€ keine KV/PV Beiträge. Dies kann ein Punkt zur Entscheidung für VA-Kasse sein.

von
WIA

Sorry, falsch gelöscht. Es muß heißen: #Zitiert von Wolfgang#

Experten-Antwort

Hallo, EM-Rentnerin,

bei der externen Teilung hat der Versorgungsträger der Betriebsrente Ihres geschiedenen Mannes an Ihren Versorgungsträger einen Kapitalbetrag zu zahlen, dessen Höhe in Ihrem Fall 20.000 EUR beträgt.
Sie können selbst wählen, welcher Versorgungsträger (Zielversorgung) diese Leistungen erhält. Dieser Träger kann auch die gesetzliche Rentenversicherung sein. Wählen Sie als ausgleichsberechtigte Ehepartnerin keinen Zielversorgungsträger aus, so erfolgt die externe Teilung entweder in der gesetzlichen Rentenversicherung oder – wenn betriebliche Versorgungsanrechte auszugleichen sind – in der hierfür eingerichteten Versorgungsausgleichskasse.
Es besteht also auch alternativ die Möglichkeit eine Vereinbarung zu treffen, dass dadurch z.B. ein bestehender Riestervertrag aufgestockt werden könnte.
Wenn Sie allerdings eher daran interessiert sind, dass die zu übertragenden Anwartschaften der externen Teilung in die gesetzliche Rentenversicherung einfließen, müssen Sie dies wie gefordert ebenfalls mitteilen. Ab dem Folgemonat der Rechtskraft des Scheidungsurteils würde die bezogene EM-Rente neu berechnet werden, mit dem Ergebnis, dass sich die bereits laufende Rente um diese Anwartschaften erhöhen würde. Sofern Sie auf dem Wege der internen Teilung ebenfalls Anwartschaften übertragen bekommen haben, werden diese ebenfalls mit in die neue Berechnung einfließen.
Des Weiteren verweisen wir auf den Vorschlag von User „Fastrentner“ bzgl. des angebotenen Links.

von
EM-Rentnerin

Ich noch einmal...

vielen Dank an den Experten für die ausführliche Antwort.

Mein Anruf bei der Versorgungsausgleichskasse hat ergeben, dass eingezahlte Kapitalsummen aus Betriebsrenten nur ab dem 65. Lebensjahr bzw. 62. Lj. (wenn man schon berentet ist, gezahlt werden. Es gibt keine Ausnahmeregelung, wenn der Ausgleichsberechtigte schon unbefristet em-berentet ist.

Mein Anruf beim Familiengericht hat ergeben, dass die Verfasserin des Briefes „ich habe davon keine Ahnung“ hat.

Mein Anruf bei der DRV - Sachbearbeitung Versorgungsausgleich ergab: „So genau weiß ich das nicht mit dem Versorgungsausgleich bei Betriebsrenten, stellen Sie doch einfach einen Antrag, wir prüfen das dann.“

Mein Fazit: Der Brief vom Gericht ist missverständlich formuliert.
Ich habe diesen Brief dem Sachbearbeiter der DRV vorgelesen. Daraufhin verstand er meine Irritation.

Ich schreibe das jetzt hier so ausführlich, weil es vielleicht auch andere Bald-Geschiedene gibt, die auch em-berentet sind und einen Versorgungsausgleich aus einer Betriebsrente erwarten.

Ich danke nochmals allen Schreibenden

von
Silke

Ich bekomme auch die EM-Rente. Die Betriebsrente meines Mannes ging in den Versorgungsausgleich (Allianz) über. Ich habe erst hinterher festgestellt, dass es evtl. für mich viel günstiger gewesen wäre, wenn die Summe direkt in die DRV gelaufen wäre. Der Scheidungsbeschluss ist seit einem Jahr rechtskräftig. Habe ich noch eine Chance auf ein Abänderungsverfahren?
Ich bin mir allerdings immer noch nicht sicher, ob meine Rente sich dann sofort erhöhen würde, oder ob mir diese erst ab dem 62. Lebensjahr zusteht.

Experten-Antwort

Guten Tag Silke,
die Abänderung einer Entscheidung über einen wirksam durchgeführten Versorgungsausgleich, welcher -wie bei Ihnen- nach dem seit 01.09.2009 geltendem Recht durchgeführt wurde, kommt nur für Anrechte aus den sogenannten Regelsicherungssystemen (z.B. gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgung) in Frage. Das Anrecht aus einer Betriebsrente gehört regelmäßig nicht zu den Regelsicherungssystemen.
Weitere Informationen finden Sie auch hier:
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/oeko_pdf/geschiedene_ausgleich_bei_der_rente_oeko.pdf?__blob=publicationFile&v=6