Unterschied langjährig und besonders langjährig Versicherter

von
Alter Schwede

Hallo Forum Teilnehmer,
möchte am 01.05.2021 nach ATZ in Rente gehen.Mai 1957 geboren.
Dann habe ich als langjährig Versicherter 49 Jahre und 9 Monate.
Als besonders langjährig 45 Jahre,aber 9 Monate doppelt belegt wegen Kindeserziehung und Arbeit,daraus folgt nur 44 Jahre 3 Monate.
Die Folge daraus ist Rentenabzug 24 Monate mal 0,3%=-7,2% Rente.
Ausbildung Maschinenschlosser bis Maschinenbau Ingenieur FH.
Das Studium zählt nichts mehr für die besonders langjährige Rente,habe ich lernen müssen.
Wie erkläre ich das meiner Frau,Kind und Enkelkind?

von
senf-dazu

Alter Schwede!
Sie haben damals die ATZ auf den vorzeitigen Rentenbeginn hiin geplant, richtig?
Nun ist zwischendurch die abschlagsfreie "Rente ab 63" hinzugekommen.
Entweder Sie verzichten (wie geplant) auf die 7,2% der Rente, haben sie aber bereits 7 Monate früher.
Oder Sie warten noch 7 Monate und schauen nochmal, ob ihr Wissen und Können beim Arbeitgeber (vor dem Hintergrund Fachkräftemangel) noch gebraucht wird.
Sorry, diese Situation ist jetzt nicht wirklich aus den Wolken gefallen und Sie hatten Jahre Zeit, dies den Enkelkindern vor dem Schlafengehen zu erzählen.
Alternativ leben Sie eine Zeitlang von der Lebensversicherung oder so, zahlen noch ein paar freiwillige Mondestbeiträge und gut ist.

Experten-Antwort

Hallo Alter Schwede,

die vorgezogene Altersrente für langjährig Versicherte (mindestens 35 Jahre Versicherungszeit erforderlich) ist mit einem Abschlag verbunden.

Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (mindestens 45 Jahre Versicherungszeit erforderlich) könnten Sie grundsätzlich ab 63 + 10 Monate (Geburtsjahr 1957) ohne Abschlag in Anspruch nehmen. Anrechnungszeiten (Studium) werden auf die 45 Jahre nicht angerechnet.

von
Es geht Dir so wie vielen Anderen Versicherten

auch ich hatte meine Versicherungszeiten ähnlich so. Bei mir, war es eine Gesetzesänderung mein Wohnsitz im Ausland, welcher meine Rente um 7,2% gekürzt hat und die Zahlung des Krankenkassenzuschuß verhindert.
Nennt sich " Solidargemeinschaft " oder so ähnlich, damit Versicherte mit wenig Versicherungsjahren Grundrente u Sozialhilfe bekommen. Oder Halb oder Vollwaisenrente an Kinder mit Bart bis zum 27 Lebensjahr trotz Erbschaft fliest. Die DRV zahlt es Ihren Versicherten im wörtlichen Sinne "Heim"
Wo es nur geht, werden Leistungen gekürzt und für alles gibt es Erklärungen, Politik zuständig ist der gängigste Begriff.
In der Verwaltung der DRV gibt es keine Personen welche für Versicherte einsteht. Eine reine untätige Verwaltungseinheit

von
KSC

will mal wieder zur Ausgangsfrage kommen.

Der alte Schwede hat doch schon bei Unterschrift seines ATZ Vertrages gewusst, dass er nach der ATZ mit Abschlägen in Rente gehen wird. Soll doch keiner da nach Jahren überrascht sein.

Dass bei den 45 Jahren Schul- und Studienzeiten nicht mitzählen war doch von Anfang an bekannt - da wurde nie was anderes gesagt. Diese Frage wurde doch nie ernsthaft diskutiert.

Und wie er das seiner Frau, den Kindern und Enkeln erklärt, ist nicht das Problem des Staates - er kann ja seine Familie zur Rentenberatung mitnehmen, dann erklärt die Beratung allen die Rechtslage (sofern es die Kinder und Enkel überhaupt interessiert ob Papi/Opa Abschläge bei der Rente hat).

Zudem kann er die Zeit bis zur möglichen abschlagsfreien Rente auch überbrücken und das "sonstwie" finanzieren (Job, Ersparnisse, Frau geht arbeiten, Kinder unterstützen den daddy, arbeitslos melden, Lotto gewinnen,.....)

von
W°lfgang

Zitiert von: Alter Schwede
Wie erkläre ich das meiner Frau,Kind und Enkelkind?

Hallo Alter Schwede,

ist doch ganz einfach: Sie sind mit der damaligen Entscheidung für Ihren Wunsch zur ATZ (das mache ich, bin ja viel früher zuhause, und die paar 100 € weniger an Rente, das reicht schon - also her mit dem ATZ-Vertrag, wo muss ich meine 3 Kreuze machen) und der dann folgenden Rente ab 63 nicht einen Cent schlechter gestellt. Im Gegenteil, in den letzten 5 Jahren ist Ihre Rente sogar um 16 % zur damaligen Prognose gestiegen! :-)

Alles andere ist kärchern über ungelegte Eier, die zerplatzen und haben nichts mit der Realität zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung zu tun ...die Renten könnten ja inzwischen durch diverse/gesetzliche Berechnungsmechanismen auch abgesenkt worden sein ('etwas' ältere Arbeitskollegen können dazu ein Trauerlied singen, wollen Sie aber nicht wissen ;-)), dann würden Sie jetzt im Rahmen von so genannten Vertrauensschutzreglungen 'Yippi' sagen. Also schön den Ball flach halten und zu seiner/Ihrer Entscheidung stehen = ich wollte das so!

Wie oben schon vom Experten erwähnt, steht Ihnen die Option zu, Ihren Rentenbeginn/die Rentenart selbst zu bestimmen = 63.+10, dann ohne Abschlag. Wie Sie die Zeit bis dahin überbrücken (Tipp: geht vielleicht sogar Arbeitslosigkeit/vielleicht sogar ohne Sperrfrist <- AA bzw. AfA fragen, da geht noch was!) und wie sich das lang-/kurzfristig finanziell rechnet /hey, da kommen ja noch weitere Rentenzeiten auf mich zu, joo, lässt sich eigentlich bei längerem Nachdenken selbst ermitteln (wenn man auch die KV/Familien-KV im Hinterkopf behält ;-) Dann/Rente ohne Abschlag, ist der etwaige Bonus vom ATZ-AG (Übernahme des halben Rentenabschlags) auf die interne Betriebsrente natürlich auch Geschichte.

Gruß
w.
PS: Kind und Enkelkind dürften noch zu jung sein, um sich für Ihre Rentengeschichten zu interessieren – Enkel hört lieber die Geschichte von der "kleinen Raupe Nimmersatt" *g
Und was Ihre Frau angeht – sofern sie mal Witwe wird – nun, da können Sie im Rahmen der Ausgleichszahlung bei erwarteter Rentenminderung jetzt noch ein paar viele 10 K EUR in Ihr Rentenkonto schütten, um davon zunächst selbst zu profitieren, hintenraus kann aber zusätzlich die verwitwete Oma dann noch dem Enkel Opas jammernde Rentengeschichten in blumigen Worten – dank erhöhter Witwenrente – im schönen/finanzierbaren Sommer-Sylt-Urlaub erklären ;-)

PPS: für diese Ausgangs-Frage habe ich bereits eine innerliche 'Bandansage' auf Knopfdruck installiert ;-))

von
Alter Schwede

Ja,das ist richtig, daß ich die Abzüge nach der ATZ kannte.
Die ATZ ist ein Kompromiss der Firma und dem Betriebsrat,um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.
In der Firma gehen Hunderte von Mitarbeitern in ATZ auf der Basis noch 2 Jahre ALG1 in Anspruch zu nehmen, um dann abschlagsfrei in Rente gehen zu können,so wie bei mir halt auch.

Es ist fast unmöglich einem Außenstehendem den Unterschied zwischen langjährig und besonders langjährig zu erklären, somal es das bei meiner Entscheidung zum Studium nicht gab, da wurden Studienjahre noch anerkannt.

9 Monate Abzug wären für mich ok,aber 24 Monate finde ich als nicht gerecht.

von
KSC

"9 Monate Abzug wären für mich ok,aber 24 Monate finde ich als nicht gerecht."

Die Gerechtigkeitsfrage und das eigene Empfinden dazu sollte allerdings nicht mit Mitarbeitern der Rentenversicherung sondern mit "der Politik" diskutiert werden.

Sie wissen ja, dass die Gesetze im Bundestag und nicht im DRV Büro verabschiedet werden (auch wenn "der mit dem immer anderen Namen" uns in seiner Verbitterung etwas anderes einredet).

Schönen Abend.

von
W°lfgang

Zitiert von: Alter Schwede
somal es das bei meiner Entscheidung zum Studium nicht gab, da wurden Studienjahre noch anerkannt.

hmm ...Studienjahre (Anrechnungszeiten) sind schon seit Mitte 90-er keine bewerteten Rentenzeiten mehr + waren NIE Beitragzeiten - und wurden bereits seit Neuregelung 2007 (Anhebung der Altersgrenzen, Ausnahme bei 45 Jahren doch Rente ohne Abschlag = verkürzte Darstellung) nicht bei den 45 Jahren mitgezählt.

> Es ist fast unmöglich einem Außenstehendem den Unterschied zwischen langjährig und besonders langjährig zu erklären *)

...eigentlich ganz easy, wenn man sich mit seiner individuellen Rentenauskunft ein paar Std. beschäftigt und die paar Textseiten bereit ist, _gewissenhaft_ nachzulesen/ggf. zeitnah vor Ort zu hinterfragen, um das besser verstehen zu können - was 35 Versicherungsjahre ./. die Wartezeit von 45 Jahren bedeutet.

Zum Zeitpunkt IHRER ATZ-Entscheidung sah das nicht anders aus, als heute noch ...

*) einem Hochschulabsolventen zu unterstellen, er würde einfache Texte in der Rentenauskunft nicht verstehen/auf sich selbst subsumieren können (ach, diese *Scheiß-Rente/was geht mich das als Upper-Class jetzt schon an), nein, das wage ich nicht zu unterstellen ...die Erfahrung ist leider eine andere -> die nunmehr als Reinigungs- oder Pflegekraft Beschäftigte kasachischer Herkunft mit Studium in RU, die erst seit 20/30 Jahren hier lebt, versteht mehr davon/beschäftigt sich mit Detailwissen-/Information und hätte es drauf, Ihnen = also dem ‚Außenstehen’, die Unterschiede erklären zu können ...sorry ;-)

Wenn Nichtwissen auf Ignoranz der vorlaufenden Information beruht, habe ich dafür NULL-Toleranz beim folgendem Gejammer ...genau so wie SIE es auch in Ihrem Job hatten - stimmt's?! ;-)

Gruß
w.

von
Alter Schwede

Ich bringe es nochmals auf den Punkt,auch wenn ich die jetzigen Rentengesetze kenne.

Als langjährig Rentenversicherter (Alter dann 63J+11M) muß ich nach 49 Jahren und 9 Monaten (ohne Rentenlücken,ohne Arbeitslosigkeit
aber mit Studium) eine Rentenkürzung von -7,2% hinnehmen.

Wäre ich als besonders langjährig Versicherter (gleiches Alter 63J+11M) eingestuft, reichten mir 45 Jahre (ohne Rentenlücke,aber z.B.mit 10J und noch mehr Jahre Arbeitslos und ohne Studium) ohne Abzüge hinnehmen zu müssen.

PS. Früher überlegte ich genau wen ich wählte.Heute weiß ich genau wen ich nicht wähle.Aber das macht das Wählen auch nicht einfacher.

von
Was vor etwa 50 Jahren

es war ja, eine Art von Vertragsabschluss mit der BfA DRV mit negativen Veränderungen für langjährige Versicherte geschehen ist zeigt, das Verträge nicht eingehalten werden.
Wie so oft hier, die Politik ist verantwortlich. Merke, wer mit der DRV heute eine Art Vertrag schließt, der ist in 50 Jahren schlicht der benachteiligte. Der Grund eigentlich banal, die DRV macht Verwaltung, was mit Ihren Versicherten real geschieht, ist Ihnen völlig Gleichgültig. Vertragstreue sieht anders aus, aber der Versicherte will diesen Spagat nicht akzeptieren. Er sieht es als Betrug.

von
Schlaubi

Zitiert von: Was vor etwa 50 Jahren
es war ja, eine Art von Vertragsabschluss mit der BfA DRV mit negativen Veränderungen für langjährige Versicherte geschehen ist zeigt, das Verträge nicht eingehalten werden.
Wie so oft hier, die Politik ist verantwortlich. Merke, wer mit der DRV heute eine Art Vertrag schließt, der ist in 50 Jahren schlicht der benachteiligte. Der Grund eigentlich banal, die DRV macht Verwaltung, was mit Ihren Versicherten real geschieht, ist Ihnen völlig Gleichgültig. Vertragstreue sieht anders aus, aber der Versicherte will diesen Spagat nicht akzeptieren. Er sieht es als Betrug.

Dann sollte man verstehen, dass die DRV keine Politik macht!
Sie ist eine reine Verwaltung und führt nur Gesetze aus.

von
Fehlendes Wissen

Zitiert von: Schlaubi
Zitiert von: Was vor etwa 50 Jahren
es war ja, eine Art von Vertragsabschluss mit der BfA DRV mit negativen Veränderungen für langjährige Versicherte geschehen ist zeigt, das Verträge nicht eingehalten werden.
Wie so oft hier, die Politik ist verantwortlich. Merke, wer mit der DRV heute eine Art Vertrag schließt, der ist in 50 Jahren schlicht der benachteiligte. Der Grund eigentlich banal, die DRV macht Verwaltung, was mit Ihren Versicherten real geschieht, ist Ihnen völlig Gleichgültig. Vertragstreue sieht anders aus, aber der Versicherte will diesen Spagat nicht akzeptieren. Er sieht es als Betrug.

Dann sollte man verstehen, dass die DRV keine Politik macht!
Sie ist eine reine Verwaltung und führt nur Gesetze aus.

Leider kennen hier einige nicht den Unterschied zwischen Legislative und Exekutive. Kritisieren, jammern und meckern ist ja auch deutlich einfacher, als sich vernünftig mit Gegebenheiten auseinanderzusetzen.

von
Hallo Schlaubi fehlendes Wissen?

ein langjährig Versicherter der weiss, dass die DRV und die Politik uns besonders behandelt. Die laufenden Unterstellungen, dass wir zu dumm sind, nicht erkennen können, warum die Politik das Treiben in der DRV steuert ist typisch für solche Vorwürfe. Die DRV sitzt direkt am Tisch, bei der Ausarbeitung von Sozialabkommen und Renten. Auch wenn dies geleugnet wird. Fakt ist, ein 5 Jahre Versicherter mit wenig Beiträgen, erhält über Grundrente Sozialzuschüsse mehr, als ein Arbeitnehmer mit Mindestlohn oder Teilzeit nach 20-45 Jahren harter unangenehmer Arbeit.
Ob er wohl den Unterschied kennt?

von

Zitiert von: Hallo Schlaubi fehlendes Wissen?
ein langjährig Versicherter der weiss, dass die DRV und die Politik uns besonders behandelt. Die laufenden Unterstellungen, dass wir zu dumm sind, nicht erkennen können, warum die Politik das Treiben in der DRV steuert ist typisch für solche Vorwürfe. Die DRV sitzt direkt am Tisch, bei der Ausarbeitung von Sozialabkommen und Renten. Auch wenn dies geleugnet wird. Fakt ist, ein 5 Jahre Versicherter mit wenig Beiträgen, erhält über Grundrente Sozialzuschüsse mehr, als ein Arbeitnehmer mit Mindestlohn oder Teilzeit nach 20-45 Jahren harter unangenehmer Arbeit.
Ob er wohl den Unterschied kennt?

Blubbs, blubber. Hast Du keine Parkuhr der Du Deine Meinung erzählen kannst? Hier interessiert Sie niemanden und ändert auch nichts.

von
Schlaubi

Zitiert von: Hallo Schlaubi fehlendes Wissen?
ein langjährig Versicherter der weiss, dass die DRV und die Politik uns besonders behandelt. Die laufenden Unterstellungen, dass wir zu dumm sind, nicht erkennen können, warum die Politik das Treiben in der DRV steuert ist typisch für solche Vorwürfe. Die DRV sitzt direkt am Tisch, bei der Ausarbeitung von Sozialabkommen und Renten. Auch wenn dies geleugnet wird. Fakt ist, ein 5 Jahre Versicherter mit wenig Beiträgen, erhält über Grundrente Sozialzuschüsse mehr, als ein Arbeitnehmer mit Mindestlohn oder Teilzeit nach 20-45 Jahren harter unangenehmer Arbeit.
Ob er wohl den Unterschied kennt?

Die DRV kann keine Gesetze beschliessen.
Das dürfte wohl auch derjenige mit geringer Schulbildung verstehen.
Hier ist ein Rentenforum und keine Bühne für Leute, die mit der Üolitik unzufrieden sind!!