Verlängerung der befristeten EM-Rente??

von
Michaela Hübner

Mein Bekannter (100% Schwerbehinderung), 58 Jahre alt, wurde vor anderthalb Jahren nach Krebserkrankung erfolgreich lebertransplantiert. Er bezieht eine befristete EM-Rente, die in Kürze ausläuft. Arbeitswillig, aber mit gebrochener Erwerbsbiografie, sieht er wenige Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wie stehen seine Aussichten auf eine Weitergewährung der Rente?

von
Schorsch

Bei einem beruflichen Leistungsvermögen von unter drei Stunden täglich besteht Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung, bei einem Leistungsvermögen zwischen drei und unter sechs Stunden täglich auf Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung und bei einem Leistungsvermögen von sechs Stunden und mehr täglich besteht kein Rentenanspruch.

Wer teilweise erwerbsgemindert ist, KANN eine sogenannte Arbeitsmarktrente in Form einer vollen EM-Rente bekommen, sofern der Teilzeitarbeitsmarkt für ihn als verschlossen gilt.

MfG

von
Fortitude one

Hallo Frau Hübner,

eine hundertprozentige Antwort werden Sie hier im Forum und auch nicht von den Experten bekommen können. Stellen Sie rechtzeitig ca. 4 bis 6 Monate den Weitergewährungsantrag (R0120). Die Krankenakte sollte auf den neuesten Stand sein und nehmen Sie Ihren Hausarzt und Fachärzte mit ins Boot und begründen im Detail warum Sie sich als voll erwerbsgemindert halten. Nur so haben Sie gute Chancen auf eine Verlängerung. Eine AR für schwerbehinderte sollte dann als nächster Schritt in Erwägung gezogen werden.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Herz1952

Hallo Michaela Hübner,

stellen Sie rechtzeitig einen neuen Rentenantrag (Verlängerungsantrag), dann werden Sie weitersehen.

Anmerkung z. Arbeitsmarktrente: Die ist mittlerweile keine "kann-Rente", sondern durch Urteile in letzter Zeit sozusagen Pflicht, wenn die Leistungsfähigkeit zwischen 3 und 6 Stunden beträgt.

Sie muss praktisch gewährt werden, wenn der Antragssteller "arbeitslos" ist, gleichgültig, ob er ALG I bezieht oder nicht. Dies ist mittlerweile in den jeweiligen Sozialgesetzen eingearbeitet, bzw. im Urteil, das generell bundesweit gilt.

Die Begründung hierfür ist: Zwar ist der Betroffene nicht erwerbsgemindert (bei 3 - 6 Stunden), aber aufgrund der prekären Teilzeit-Arbeitsmarktlage (noch) und der gesundheitlichen Einschränkungen und der dadurch begründeten Schwierigkeit einen Arbeitsplatz zu finden, ist eine volle Arbeitsmarktrente zu gewähren.

Es muss einmal so gewesen sein, dass der Arbeitsmarkt nicht als verschlossen galt, aber bei Arbeitslosen nach erfolgloser Vermittlung erst nach einem Jahr die Arbeitsmarktrente in Frage kommen k ö n n t e. Also eine Kannbestimmung, die ich leider in früheren Beiträgen nicht beachtet habe.

Für die Weitergewährung einer Rente ("Verlängerung") muss natürlich ein gesundheitlicher Grund vorliegen. (sowohl volle AM-Rente, als auch volle EM-Rente, halbe Rente wäre auch möglich). Dies müsste natürlich durch Gutachten festgestellt werden.

von
Herz1952

Für alle, die denken sie müssten diese Renten mit ihren Rentenbeiträgen mitfinanzieren der Hinweis, dass die RV von der BfA Ausgleichszahlungen erhält. Die ist auch in das Sozialgesetz eingearbeitet worden. (§ ..a).

von
Genervter

Zitiert von: Herz1952

Für alle, die denken sie müssten diese Renten mit ihren Rentenbeiträgen mitfinanzieren der Hinweis, dass die RV von der BfA Ausgleichszahlungen erhält. Die ist auch in das Sozialgesetz eingearbeitet worden. (§ ..a).

Wirklich amüsant Ihre Beiträge, die was mit der Fragestellung zu tun haben?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Michaela Hübner,

„Schorsch“ hat Ihnen bereits die grundsätzlichen Voraussetzungen genannt, die für eine Weitergewährung zu erfüllen wären. Ob diese Voraussetzungen von Ihrem Bekannten erfüllt werden, kann ich im Rahmen dieses Forums allerdings nicht einschätzen - hier muss durch den zuständigen Rentenversicherungsträger eine individuelle Prüfung im Einzelfall vorgenommen werden.

Klarheit wird Ihr Bekannter also letztlich nur erhalten, wenn er einen entsprechenden Weitergewährungsantrag stellt. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Ausführungen von „Fortitude one“ verweisen. Im Zweifel kann sich Ihr Bekannter auch in einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträgers individuell beraten und beim Ausfüllen der notwendigen Antragsvordrucke unterstützen lassen.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Anmerkung z. Arbeitsmarktrente: Die ist mittlerweile keine "kann-Rente", sondern durch Urteile in letzter Zeit sozusagen Pflicht, wenn die Leistungsfähigkeit zwischen 3 und 6 Stunden beträgt.

Sie muss praktisch gewährt werden, wenn der Antragssteller "arbeitslos" ist, gleichgültig, ob er ALG I bezieht oder nicht.


Auch wenn Sie diesen Unsinn noch so oft wiederholen, wird er nicht seriöser:

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=55&tx_ttnews%5Btt_news%5D=18316&cHash=14498302a765091b7296dd25cd507749

Zitat: "Voraussetzung: Der allgemeine Arbeitsmarkt ist für den betroffenen Beschäftigten nach der konkreten Betrachtungsweise verschlossen.

Für die Beurteilung im Einzelfall entscheidend ist, ob zumutbare Arbeitsplätze vorhanden sind, die der teilweise erwerbsgeminderte Arbeitnehmer mit seiner Leistungsfähigkeit noch ausfüllen kann. Als offen gilt der Arbeitsmarkt, wenn ihm ein geeigneter Arbeitsplatz angeboten wird. In der Praxis sind solche Teilzeit-Arbeitsplätze jedoch trotz der guten Arbeitsmarktsituation immer noch vergleichsweise rar." (Zitat ende)

Zitiert von: Herz1952

Dies ist mittlerweile in den jeweiligen Sozialgesetzen eingearbeitet, bzw. im Urteil, das generell bundesweit gilt.

Dann benennen Sie doch mal diesen Gestezestext und dieses Urteil, das generell bundesweit gilt.

Es gibt durchaus Regionen, in denen nahezu Vollbeschäftigung herrscht und keinesfalls von einer Verschlossenheit des Teilzeitarbeitsmarktes ausgegangen werden kann.

Demnach gibt es auch keinen einzigen vernünftigen Grund, trotzdem Arbeitsmarktrenten zu zahlen, obwohl den Betroffenen Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.

Über Arbeitsmarktrenten wird individuell entschieden, wobei jeder RV-Träger seine eigenen Vorgehensweisen hat und individuelle Überprüfungen der jeweiligen Arbeitsmarktsituationen nicht verboten sind.

DAS ist die gängige Rechtslage, Herr Superschlau !

MfG