Versorgungsausgleich 1995 fand kein Ausgleich Mütterrente (2014) statt

von
Gabi

Guten Tag,
im Versorgungsausgleich von 1995 konnte zwangsläufig kein Ausgleich von der Mütterrente(kam erst Juli 14) stattfinden. Versorgungsausgleichsberechtigte hat schon seit 2002 Leistungen bezogen(keine Altersrente) und ist 2016 verstorben. Kann ich als Versorgungsausgleichspflichtiger noch beim Familiengericht eine Änderung beantragen? Hat schon jemand Erfahrungen gemacht.
Danke für Antworten.

von
KSC

Diese Frage stellen normalerweise Männer, bei einer Frau (Gabi) verstehe ich es nicht. Denn die Frau hat doch durch die Mütterrente 2014 höhere Ansprüche (1 Jahr mehr pro Kind) bekommen - dann müssten Sie ja noch mehr abgeben?

von
Gabi

Es betrifft meinen Ehemann.

von
Hinweiser

Guten Tag, Gabi!

Möglicherweise kann Ihrem Mann geholfen werden, siehe http://www.mayer-kuegler.de/versorgungsausgleich-tod

von
gabi

Guten Abend Hinweiser,

das habe ich auch schon gelesen. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass mein Mann der Einzige ist, der sich in dieser Situation befindet. Es gibt mit Sicherheit noch mehr Personen.
Wenn mein Mann die Änderung beim Familiengericht beantragt, das Familiengericht würde eine Entscheidung zu seinen Gunsten treffen, dann müsste die Deutsche Rentenversicherung Punkte zurück übertragen. Soweit die Theorie. Mich würde die Praxis interessieren, da wäre ich hier im Forum schon richtig.
Ich danke Ihnen auch für Ihren Hinweis, über weitere würde ich mich sehr freuen.

Einen schönen Abend wünsche ich noch.

von
Schade

Was soll die Praxis anderes sagen als: wenn der Richter neu entscheidet, wird die DRV das umzusetzen haben.

von
Fastrentner

Vorsicht ist bei einem Antrag auf Neufeststellung des VAG immer geboten, da der gesamte VAG, einschl. evtl. Betriebsrentenübertragungen neu geprüft wird.
Weiterhin gibt es Mindestgrenzen, die erreicht werden müssen, damit überhaupt eine Abänderung stattfindet.
Man sollte immer einen Anwalt hinzuziehen, der entsprechende Kenntnisse hat, sonst heißt es schnell:
"Außer Spesen nichts gewesen!"

von
Gabi

Guten Tag,

das es Mindestgrenzen gibt, die erreicht bzw. überschritten werden müssen, ist mir schon klar. Genauso klar ist es auch, dass bei einer Überprüfung/Änderung des VA durch das Familiengericht alles überprüft wird (gesetzliche Rente, Betriebsrenten etc.). Es gab aber nur die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Insofern sind keine Nachteile zu erwarten.
Ich frage mich, ob in diesem Fall das Familiengericht, die Änderung zulassen würde, da die Ex-Ehefrau schon im letzten Jahr verstorben ist?
Da kein Anwaltszwang besteht, könnte man dieses auch selbst versuchen. Da aber noch Gerichtskosten zu erwarten sind, die Höhe noch unbekannt ist, habe ich gehofft, dass man diese Thema (finde ich sehr interessant, mit allem was da relevant ist) sachlich erörtern kann.

Danke und noch ein schönes Restwochenende

von
Gabi

Guten Tag,

hat denn noch keiner Erfahrung als Betroffener oder als Experte der Rentenversicherung in dieser Angelegenheit vorzuweisen?

Danke für die Mühe.

von
JoGo

Guten Tag,
es wurde doch schon geschrieben:
Was das Gericht entscheidet, führt die DRV aus.
Wenn ich es richtig verstanden habe, wollen Sie oder Ihr Mann, von der toten Exfrau Rentenpunkte einklagen. Wie geil ist das denn?

von
Gabi

"Das ist genauso geil wie die andere Regelung, die besagt, dass Mann/Frau (je nachdem wer ausgleichspflichtig war) bei Tod des Ausgleichsberechtigtem sich seinen Ausgleich wieder zurückholen kann, sofern nicht länger als 36 Monate Leistungsbezug aus der Rentenversicherung bestanden hat."

Die gesetzlichen Regelungen lassen dieses zu. Ich finde auch nichts Verwerflichen daran. In diesem Fall, ist die Berechnung des Versorgungsausgleich halt nachträglich zu ändern. Es gilt der Halbteilungssatz.

von
KSC

Und was würde Ihnen die "berühmten Erfahrungen anderer" nützen? Was hilft es wenn Ihnen jemand berichtet, dass das Gericht in seinem Fall den VAG geändert hat. Ein anderer wird vielleicht berichten, dass er mit dem Überprüfungsantrag ein Eigentor geschossen hat, weil der "verklagte Ex" nun sogar mehr bekommen hat.

Die DRV wird sich - wie Ihnen bereits mitgeteilt wurde - raushalten und nicht über hätte, wenn und aber spekulieren.

Sepp Herberger sagte mal "die Wahrheit liegt auf dem Platz" was soviel heißt wie "wenn der Richter den VAG ändert wird die DRV diese Gerichtsentscheidung umsetzen".

Mehr werden Sie offiziell dazu nicht hören.

von
Gabi

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Mein Mann hat einen höheren Ausgleich auf Grund des Versorgungsausgleichs leisten müssen. Das ist ein Betrag, der beim Eintritt ins Rentenalter fehlt.
Diesen Betrag braucht die DRV dann nicht leisten.

von
S. Krebs

Hallo Gabi,

Ihr Mann kann natürlich allein ohne Anwalt eine Abänderung beim Familiengericht beantragen. Aus meiner Erfahrung als Anwältin heraus rate ich Ihnen davon jedoch ab. Gerade in der von Ihnen beschriebenen Konstellation gibt es etliche Klippen, an denen Sie vor Gericht scheitern können, wenn Sie nicht an einen im Versorgungsausgleich versierten Amtsrichter geraten - oder aber von einem erfahrenen Anwalt vertreten sind.
Bei der Umsetzung einer solchen Abänderungsentscheidung durch die DRV kann es ebenfalls zu Schwierigkeiten kommen, wenn ein neuer Witwer vorhanden ist, der eine Witwerrente bezieht (wenn also die Ex-Frau Ihres Mannes wieder geheiratet hatte).

Mit freundlichen Grüßen,
Sabine Krebs
Celle

von
tztztz

Zitiert von: S. Krebs
Hallo Gabi,

Ihr Mann kann natürlich allein ohne Anwalt eine Abänderung beim Familiengericht beantragen. Aus meiner Erfahrung als Anwältin heraus rate ich Ihnen davon jedoch ab. Gerade in der von Ihnen beschriebenen Konstellation gibt es etliche Klippen, an denen Sie vor Gericht scheitern können, wenn Sie nicht an einen im Versorgungsausgleich versierten Amtsrichter geraten - oder aber von einem erfahrenen Anwalt vertreten sind.
Bei der Umsetzung einer solchen Abänderungsentscheidung durch die DRV kann es ebenfalls zu Schwierigkeiten kommen, wenn ein neuer Witwer vorhanden ist, der eine Witwerrente bezieht (wenn also die Ex-Frau Ihres Mannes wieder geheiratet hatte).

Mit freundlichen Grüßen,
Sabine Krebs
Celle

Sehr geschickt Frau Anwältin,

dank Dr. Google erhoffen Sie sich wohl neue Mandanten....ich drück Ihnen die Daumen

von
Gabi

Guten Morgen,

die Aspekte, die Frau Krebs eingebracht hat, sind schon korrekt und ich beziehe sie in meine Überlegungen mit ein.
Auf diese fachlichen Hinweise habe ich gewartet.

Vielen Dank

von
Rechner

Moin Moin

Bei z.B. 2 Kindern die hälfte = ca. 30,-€ Väterrente.
Geht noch Krankenkasse und evtl. Kürzung wegen vorzeitig in Rente, also bleiben 25,-€. im Monat, also 300,- im Jahr. Wie lange muss Mann Rente beziehen um Anwalt-und Gerichtskosten-Risiko in den grünen Bereich zu haben?

von
Gabi

Guten Tag Rechner,

das sind auch meine Gedanken, die ich mir mache. Bei 5 Kindern wären das ca. € 750,-- im Jahr. Mein Mann ist jetzt 59 Jahre alt. Er muss bis 65 Jahre und ein paar Monate arbeiten.

In der Theorie würde sich diese Kosten-/Nutzen-Rechnung lohnen.

von
Erwin

... und noch einen Schritt weiter gedacht. Wenn Sie eine junge Witwe werden, dann rechnet es sich besonders.

von
Theo Reddisch

Zitiert von: Gabi
.... Versorgungsausgleichsberechtigte hat schon seit 2002 Leistungen bezogen(keine Altersrente) und ist 2016 verstorben.

Wenn sie eine Rente(Erwerbsminderung) über 36 Monate bezogen hat, dann sind doch alle Überlegungen hinfällig.

MfG
Theo