Versorgungspunkte

von
bapemach

Bei Scheidung würden Versorgungspunkte i.H.v. 140€ berechnet. Nach über 10 Jahren beläuft sich die Summe durch Gehaltserhöhungen nun schon auf 180€. Ich denke mal mein Ex hatte in den letzten Jahren auch Lohnerhöhungen. Wie kann es sein, dass meine Zahlungen an ihn sich immer weiter erhöhen? Müssten nicht seine Lohnerhöhungen gegengerechnet werden?

von
Paul

verstehe ich das richtig? nach Scheidung erhöht sich der Versorgungsausgleich immer weiter??
Bei meiner Scheidung 1989 wurden 130DM Versorgungsausgleich festgelegt und die haben immer noch in der akt. Berechnung Bestand in Form von 3,5 Punkten.

von
bapemach

Ja, mit jeder Lohnerhöhung (öffentlicher Dienst) erhöht sich auch die Summe. Ich finde das total unfair. Was habe ich mit dem Ex nach der Scheidung noch zu tun? Mal sehen, ob ein Experte antwortet.

von
Klugpuper

Zum Zeitpunkt des Versorgungsausgleiches wird ein Betrag vom Gericht festgelegt, der übertragen wird. (z. B. 100 Euro)

Dieser Betrag wird in Entgeltpunkte umgerechnet. (z. B. 3,1001 Entgeltpunkte)

Wenn dann später eine Rente gezahlt wird, wird ein Entgeltpunkt mehr wert sein, sodass sich aus dem Versorgungsausgleich ein Rentenzuwachs von z. B. 150 Euro ergibt.

Alles kein geheimes Herrschaftswissen, alles in öffentlichen Quellen einsehbar.

von
Klugpuper

Und in Sachen VBL fragen Sie besser in Karlsruhe nach.

von
Paul

upps.....jetzt wo ihr`s sagt....

3,5 Pktxakt.32,06€ = 112€ sind aus den 120DM geworden.

Hatte ich noch nie drüber nachgedacht.
Ergo knapp an Geldwert verdoppelt.

Experten-Antwort

Hallo bapemach,

„Klugpuper“ hat Ihnen bereits die zutreffende Antwort gegeben.

von
W*lfgang

Zitiert von: bapemach
Wie kann es sein, dass meine Zahlungen an ihn sich immer weiter erhöhen? ?

Hallo bapemach,

zum Zeitpunkt des VA wurde ein relativer/feststehender Wert in EP ermittelt und Ihnen mit dem _damaligen_ Gegenwert in EUR dargestellt. Zahlen tun Sie dafür gar nix, die selben Punkte wie damals sind auch heute noch weg, ohne dass aus Ihrer Rente dafür extra was abgezogen wird.

Im Laufe der Jahre erhöhen sich aber die Gegenwerte, wie Ihr eigener Anspruch auch - aus den damaligen Berechnungen ...Ihre Rente bleibt ja auch nicht auf dem Zeitpunkt XY zum Zeitpunkt der Scheidung stehen, sondern wird jährlich angepasst :-)

Daher, Sie 'zahlen' für den EX keinen Extra-EUR, Ihr Punktabzug - mit dem aktuellen Gegenwert - ist nach wie vor der selbe.

Warten Sie mal ab, bis er eine Neuberechung des VA wegen der 'vielen' Mütterrenten beim Amtsgericht beantragt - tja, dann geraten die früher festgestellten Punkte ins Wanken, wobei der Schuss auch/für den Ex, in den Ofen gehen kann, wenn der VA komplett neu aufzurollen ist.

Gruß
w.

von
chi

Zitiert von: Paul
upps.....jetzt wo ihr`s sagt....

3,5 Pktxakt.32,06€ = 112€ sind aus den 120DM geworden.

Hatte ich noch nie drüber nachgedacht.
Ergo knapp an Geldwert verdoppelt.

Na ja, nicht ganz. Nach dem Zahlenwert sind es 83% mehr (120 DM ≈ 61 Euro); aber wenn man die Inflation berücksichtigt, konnte man 1989 für 120 DM so viel einkaufen wie heute für 102 Euro, also eine reale Steigerung von nur etwa 10%.

von
Karl

Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: bapemach
?

Warten Sie mal ab, bis er eine Neuberechung des VA wegen der 'vielen' Mütterrenten beim Amtsgericht beantragt - tja, dann geraten die früher festgestellten Punkte ins Wanken, wobei der Schuss auch/für den Ex, in den Ofen gehen kann, wenn der VA komplett neu aufzurollen ist.
w.

wenn wie erwähnt das in den Ofen gehen kann,...kann dieser Antrag auch vom Empfänger des Versorgungsausgleichs gestellt werden?
d.h. Punkteübertrag an EX - nun kommt ein halber dazu und nun hat die Ex einen Grund eine Neuberechnung anzustossen, die u.U. nachteilig sich auf den Partner auswirkt.

von
W*lfgang

Zitiert von: Karl
Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: bapemach
?

Warten Sie mal ab, bis er eine Neuberechung des VA wegen der 'vielen' Mütterrenten beim Amtsgericht beantragt - tja, dann geraten die früher festgestellten Punkte ins Wanken, wobei der Schuss auch/für den Ex, in den Ofen gehen kann, wenn der VA komplett neu aufzurollen ist.
w.

wie erwähnt das in den Ofen gehen kann,...kann dieser Antrag auch vom Empfänger des Versorgungsausgleichs gestellt werden?
d.h. Punkteübertrag an EX - nun kommt ein halber dazu und nun hat die Ex einen Grund eine Neuberechnung anzustossen, die u.U. nachteilig sich auf den Partner auswirkt.

...so ist es 'mitgehangen/mitgefangen'. Wobei lediglich nur ½ Punkt extra noch nicht zu einer Anpassung des VA führen würde/wg. Geringfügigkeit abgewiesen – Gerichtskosten sind trotzdem zu tragen :-)

Natürlich wird die andere Partei auch über die Neuberechnung informiert/erhält aktuelle Daten zu allen zu teilenden Anwartschaften und kann dann das Verfahren weiterführen/selbst einleiten, wenn es zum eigenen Vorteil ist. Zudem ist noch zwischen altem VA bis 2009 und neuem ab 2009 zu trennen, ob alle oder nur einzelne Anrechte neu zu ermitteln/zu teilen sind.

Aber Vorsicht, hier bedarf es nicht nur im einfachsten Fall Spezialkenntnisse der DRV zur Bewertung des simplen Rentenausgleichs, sondern auch Neu-Bewertung gleichzeitig in der Ehezeit erworbener Betriebsrentenansprüche u. a. ...darauf spezialisierte Fachanwälte werden sich auskennen - und in eine Neuberechnung des VA nur wegen der zusätzlichen 'Mütterrente' rennt man sicher nicht blind rein! Die zudem erst kurz vor eigenem Rentenbeginn/oder bei schon laufender Rente, möglich ist.

Gruß
w.