Verteilung von Ausgleichszahlungen bei Rentenminderung

von
Parsifal

Guten Tag,

zum Ausgleich einer Rentenminderung kann ich noch ca. 18.000€ einzahlen, die ich aus steuerlichen Gründen auf mehrere Jahre verteilen möchte. Bei der Verteilung bleibt mir noch Spielraum.

Ich habe verstanden, dass der Rentenpunkt jedes Jahr einen anderen Wert hat, abhängig vom Durchschnittseinkommen und vom Beitragssatz.

Gibt es eine Faustregel, wie die Zahlungen am rentabelsten verteilt werden sollen? Da das Durchschnittseinkommen vermutlich steigt von Jahr zu Jahr, wäre es daher besser, möglichst viel am Anfang zu zahlen (im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten)?

Vielen Dank im Voraus.

von
Jonny

Es kommt auf das vorläufige Durchschnittsentgelt an. Und das sinkt in 2022 gegenüber 2021 um 6,36 Prozent.

von
W°lfgang

Hallo Parsifal,

> Gibt es eine Faustregel, wie die Zahlungen am rentabelsten verteilt werden sollen?

Nein, sicher kann kein DRV-Berater die optimalen Raten in Einklang mit Ihren Steuern bringen.

> Da das Durchschnittseinkommen vermutlich steigt von Jahr zu Jahr, wäre es daher besser, möglichst viel am Anfang zu zahlen (im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten)?

hmm ...da wohl auch Ihr Steuerabzug von Jahr zu Jahr steigt/tarifliche Brutto-Einkommenssteigerung, werden Sie sich hier wohl auf einer 'Nulllinie' bewegen.

Interessant nur das nächste Jahr/20222 für die Ausgleichszahlung - siehe Hinweis von @jonny. Da bekommen Sie für die Ausgleichszahlung einen Hauch mehr an zusätzlichen Micro-EP ...in meinen Augen Peanuts, wenn es um das Gesamtpaket Ausgleichszahlung und Amortisationsphase hintenraus geht – ob nun 2/4/6 Monate eher auf der Ziellinie (Kapital endlich wieder im heimischen Bunker), halte ich im Alter 75/80 für sehr vernachlässigbar ;-)

Ggf. freut sich eine Witwe über die erhöhte Witwenrente – je mehr an Ausgleichszahlung Sie da geleistet haben – und, sofern Sie noch produktiv in Richtung Nachwuchs waren/sind, auch die Waisen *g
Spekulative Ideen, mehr nicht ...

Gruß
w.

von
Jonny

Zitiert von: Parsifal
Guten Tag,

Gibt es eine Faustregel, wie die Zahlungen am rentabelsten verteilt werden sollen?

Die innerhalb eines Kalenderjahres steuerlich maximal nutzbare Rentenausgleichszahlung ist davon abhängig, ob Splittingveranlagung vorliegt und ob rentenversicherungspflichtiger Lohn erzielt wurde.

Bis zum Kalenderjahr 2025 liegt der steuerwirksame Anteil der Rentenausgleichszahlung noch unter 100% (2021 bei 92 % und steigend für die Folgejahr um jeweils 2 Prozentpunkte).

Liegt Rentenversicherungspflicht vor, sind zunächst die absetzbaren Aufwendungen für die vom Arbeitnehmer getragenen Rentenversicherungsbeiträge zu ermitteln. Dabei ist der Jahresbruttolohn auf die Beitragsbemessungsgrenze zu begrenzen.
Der abzugsfähige Höchstbetrag ergibt sich aus dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung und verdoppelt sich bei Splittingveranlagung. Die maximal nutzbare Rentenausgleichszahlung errechnet sich aus diesem Höchstbetrag abzüglich des Gesamtbeitrags zur Rentenversicherung.

Ob die peanuts von 1145 € die Steuerersparnis bei richtiger Verteilung übersteigen, können sicherlich manche mit dem Taschenrechner oder Excel schnell mal ermitteln.

Experten-Antwort

Hallo Parsifal,

eine Faustregel für die ideale Verteilung kann ich Ihnen leider nicht nennen.

Bei dieser Thematik spielen insbesondere auch die steuerlichen Fragen eine Rolle.

von
Parsifal

Zitiert von: Jonny
Es kommt auf das vorläufige Durchschnittsentgelt an. Und das sinkt in 2022 gegenüber 2021 um 6,36 Prozent.

Hallo Jonny und alle anderen,

vielen Dank für die Informationen. Woher bekommt man denn die Info, wie sich das Durchschnittsentgelt 2022 entwickelt?

von
Jonny

Hier der link
https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze-und-Gesetzesvorhaben/sozialversicherungs-rechengroessenverordnung-2022.html

von
suchenwi

Ich habe das 2018-20 so gemacht:
Maximum Altersvorsorgeaufwendungen festgestellt (wird jeweils veröffentlicht, entspricht den Höchstbeiträgen zur knappschaftlichen RV).
Pflichtbeiträge (AG+AN) davon abgezogen.
Die Differenz + 1 Euro (zur Kontrolle ;^) als freiwillige Beiträge überwiesen.
Im Steuerbescheid stand dann immer: "Summe der Alersvorsorgeaufwendungen x, Höchstbetrag hierzu x-1", also genau richtig am Limit.

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