Volle EMR aus medizinischen Gründen

von
Monika Stark

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit ein paar Jahren aus medizinischen Gründen voll erwerbsgemindert. Bis zu meiner AR für schwerbehinderte sind es noch 5 Jahre. Mein Mann und ich fragen uns, was könnte passieren, wenn ich jetzt auf einmal einen 450 Euro Tätigkeit nachgehen würde.

In der Broschüre der DRV steht :

Sind Sie weiterhin gesundheitlich aus medizinischen Gründen voll erwerbsgemindert, können Sie mehr als 450 Euro monatlich verdienen und anstelle der Vollrente die Rente in Höhe, von drei Vierteln, der Hälfte oder eines Viertels in Anspruch nehmen. -- dann bin ich doch gar nicht mehr voll erwerbsgemindert - oder?

Weiterhin steht:

Auch wenn Sie eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhalten, können Sie im Rahmen Ihres Restleistungsvermögens - wie kann ich das einschätzen? - noch erwerbstätig sein. Bedingung: Ihr Verdienst beträgt nicht mehr als 450 Euro monatlich. Überschreiten Sie diesen Grenzwert, kommt es entscheidend auf Ihr Leistungsvermögen an - hier könnte man auchschreiben " Achtu g!! Ihre volle EMR könnte entzogen werden -

Was will die DRV damit bezwecken? Auf der einen Seite ist man aus medizinischen Gründen voll erwerbsgemindert (Leistungsfähigkeit unter 3 Stunden) und auf der anderen Seite darf man arbeiten gehen soviel man will.

Warum sagt man nicht einfach – wer aus medizinischen Gründen voll erwerbsgemindert ist muss von seiner Rente leben und darf keiner Arbeit nachgehen, alle Anderen sind Teil erwerbsgemindert und können im Rahmen der Hinzuverdienstgrenze und Restleistungsvermögen arbeiten gehen.

Dann hätte man hier eine klare Linie gezogen und es käme nicht zu Ungereimtheiten.
Was würden Sie mir empfehlen? Das Risiko eingehen das dann eine Überprüfung stattfindet und meine volle EMR entzogen wird oder soll ich warten bis ich meine AR für Schwerbehinderte habe?

Danke.

Mit freundlichen Grüßen
M. Stark

von
Schorsch

Zitiert von: Monika Stark

Was will die DRV damit bezwecken? Auf der einen Seite ist man aus medizinischen Gründen voll erwerbsgemindert (Leistungsfähigkeit unter 3 Stunden) und auf der anderen Seite darf man arbeiten gehen soviel man will.

Warum sagt man nicht einfach – wer aus medizinischen Gründen voll erwerbsgemindert ist muss von seiner Rente leben und darf keiner Arbeit nachgehen, alle Anderen sind Teil erwerbsgemindert und können im Rahmen der Hinzuverdienstgrenze und Restleistungsvermögen arbeiten gehen.


Weil es nicht verboten ist, auf Kosten seiner Restgesundheit zu arbeiten.
Allerdings müsste das ggf. gutachterlch nachgewiesen werden, da eine Selbsteinschätzung oder ein Attest des Hausarztes nicht ausreicht.

Wer starke Nerven hat kann kann ja mal austesten wie die DRV reagiert, wenn man als Bezieher einer vollen EM-Rente mehr als unter drei Stunden täglich arbeitet.

Mir wäre das zu gefährlich....

MfG

von
Monika Stark

Okay Schorsch dann sind wir einer Meinung. Ich glaube mir ist das auch zu gefährlich. Ich werde meine volle EMR nicht so leichtfertig aufs Spiel setzen.

von
Herz1952

Hallo Monika Stark,

das würde sich auch finanziell nicht lohnen.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo, Monika Stark,

bei der Gewährung einer Rente wegen Erwerbsminderung wird von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich entschieden. Das Leistungsvermögen bei voller und bei teilweiser Erwerbsminderung ist klar formuliert.

Nach der Einstufung kann der Rentenbezieher dennoch – im Rahmen seiner Möglichkeiten – weiteres Einkommen erzielen. Ob diese Tätigkeit im Rahmen dieser festgestellten medizinisch zu bewertenden Einstufungen liegen ist ebenfalls individuell zu bewerten. Dass der Träger der gewährten Leistung prüfen kann, ob die festgestellten gesundheitlichen Einschränkungen noch vorliegen, wurde ebenso gesetzlich festgelegt. Der behandelnde Arzt könnte den Rentenbezieher beraten, ob er denn eine bestimmte Tätigkeit ausüben kann oder nicht – sofern er dies nicht selbst bestimmen kann.

Die Höhe der Rente richtet sich dann bei der Ausübung einer Tätigkeit, wie Sie es ja dargestellt haben, nach dem Einkommen, welches zusätzlich zur Verfügung steht.

In den genannten Brochüren werden grundsätzliche Sachverhalte thematisiert. Die Formulierungen müssen den geltenden Gesetzen Rechnung tragen. Dies ist unseres Erachtens der Fall. Ihre Frage, warum nicht in der Brochüre steht „…wer aus medizinischen Gründen voll erwerbsgemindert ist muss von seiner Rente leben und darf keiner Arbeit nachgehen, alle anderen sind Teil erwerbsgemindert und können im Rahmen der Hinzuverdienstgrenze und Restleistungsvermögen arbeiten gehen“… müssen wir so beantworten, dass diese Formulierung nicht mit dem geltenden Gesetz übereinstimmen würde.

Wir empfehlen Ihnen alles abzuwägen, was in Ihren Augen für bzw. gegen die Aufnahme einer Beschäftigung spricht. Medizinisch als auch monitär.

von
Monika Stark

Hallo Experten,

erstmal vielen Dank für Ihre Antwort auf meine Fragen. Das es eine Einzelfall Entscheidung sein muss war mir bewusst, da es aus den Broschüren nicht klar hervorgeht. So nach dem Motto, wie können wir die Rente der vollen EMR wieder entziehen. Ich weis zumindest nicht bei mir, wie die Leistungsfähigkeit formuliert ist. Nach Antragstellung hatte ich die volle EMR erhalten. Was meinen Sie mit Einstufung? Die kenne ich nicht. Ganz klar der schwarze Peter liegt bei mir. Ich als voll erwerbsgeminderter trage das Risiko. Somit sehe ich mich gezwungen, abzuwarten bis meine AR für schwerbehinderte umgewandelt wurde. Dann kann ich mit gutem Gewissen einen 450 Eurojob nachgehen.

Mfg

von
Anschi

Hallo,

seit dem 01.07.2017 gilt für Renten wegen voller Erwerbsminderung nicht mehr die monatliche Hinzuverdienstgrenze von 450,00 Euro, sondern eine kalenderjährliche Grenze von 6.3000 Euro. Nähere Informationen findet man unter dem Stichwort "Flexirente".

Anschi

von
Anschi

Hallo,

seit dem 01.07.2017 gilt für Renten wegen voller Erwerbsminderung nicht mehr die monatliche Hinzuverdienstgrenze von 450,00 Euro, sondern eine kalenderjährliche Grenze von 6.3000 Euro. Nähere Informationen findet man unter dem Stichwort "Flexirente".

Anschi